Metal Gear Solid V: The Phantom Pain Review – Kept you waiting, huh?

Getestet von | 07.09.2015 um 18:16 Uhr

Es ist soweit, das letzte Metal Gear Solid von Hideo Kojima ist erschienen und wir testen, ob The Phantom Pain einen würdigen Abschluss bieten kann. Spoiler werden wir versuchen so gut es geht zu vermeiden. Falls es sie doch geben sollte, warnen wir euch natürlich vorher. So werden wir im ersten Abschnitt den Prolog, also Metal Gear Solid V: Ground Zeroes, spoilern und ein wenig die erste Stunde des Spiels, damit zumindest die Prämisse klar ist. So, jetzt geht’s los, viel Spaß mit unserem Test zu Metal Gear Solid V: The Phantom Pain – A Hideo Kojima Game.

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V HAS COME TO

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain setzt 9 Jahre nach den Geschehnissen von Ground Zeroes ein. Nachdem die Mother Base zerstört und Big Boss und Miller durch eine Explosion zum Absturz gebracht wurden, liegt Big Boss im Koma und die ganze Welt denkt, er sei tot. Nach 9 Jahren erwacht Big Boss wieder und das bleibt nicht lange unentdeckt. Zuerst kommt der Doktor zu euch und erzählt grob, was alles passiert ist. Die ersten Einzelheiten der Steuerung werden uns auch gleich näher gebracht. Dann dürfen wir unser Aussehen anpassen, keine Sorge, ihr spielt natürlich Big Boss, bei dem erstellten Charakter, handelt es sich um euer Online Avatar. Nachdem wir unseren Avatar erstellt haben, geht auf einmal alles schief, denn irgendjemand greift das Krankenhaus an, in dem Big Boss liegt. Unser Ziel ist es nun, lebend aus dem Krankenhaus zu kommen. Dabei bekommen wir Unterstützung von Ishmael, einem Unbekannten Helfer. Während uns nun nach und nach die Einzelheiten der Steuerung erklärt werden, passieren einige interessante Dinge, die wir nicht weiter erläutern wollen. So viel dann auch zum Prolog, den Rest solltet ihr selbst spielen, denn das muss man für sich erleben. Viele sagen ja, The Last of Us habe den besten Prolog, doch MGSV ist da mindestens genauso gut.

Nach dem Prolog vergehen ein paar Tage und wir finden uns in der ersten Mission wieder. Unser Ziel ist es, einen Gefangenen zu befreien, doch muss dieser erst mal gefunden werden. Uns verschlägt es dafür nach Afghanistan und meine Güte, ist das groß. Allein der erste Blick auf die Spielwelt zeigt (Bild unten), dass wir viel erkunden dürfen und das es viel zu tun geben wird. Wir reiten also erstmal in das erste Dorf  und suchen nach Hinweisen. Natürlich müssen wir dabei möglichst unentdeckt vorgehen, denn Afghanistan befindet sich in der Hand der Sowjets. Nachdem wir dann Infos zum Aufenthaltsort des Gefangen haben, reiten wir durch die Steppe zur feindlichen Basis und bei MGSV werdet ihr oft reiten, denn die Welt ist wirklich groß. Dort angekommen, sondieren wir die Basis erstmal mit unserem Fernglas. Auch das werden oder besser gesagt, sollten, wir öfter tun. Sonst gehen wir nämlich komplett ohne Infos in die feindliche Basis und dann werden wir sofort entdeckt. Den Rest der Mission lassen wir lieber unerwähnt, aber sie hat schon Eindruck hinterlassen.

Nach der Mission finden wir uns im zweiten wichtigen Ort des Spiels wieder, unserer Mother Base. Hier wird uns nun auch erklärt, was unser Ziel in diesem Spiel ist. Wir werden verschiedene Missionen erledigen und dadurch Ressourcen sammeln um unsere Mother Base und die Diamond Dogs, unsere eigene Armee, wieder neu aufzubauen. Das hat alles aber nur ein Ziel, Rache. Rache an denen, die die erste Mother Base in MGSV: Ground Zeroes zerstört haben. Nun geht das Spiel erst richtig los. Wir dürfen zwischen Hauptmissionen und Nebenmissionen wählen, wobei letztere kurze Einsätze sind, bei denen es meist darum geht jemanden zu Retten oder jemanden zu töten. Wo wir auch schon beim ersten Kritikpunkt sind, denn die Nebenmissionen sind ein wenig einfallslos. Es gibt mehr als 150 davon und scheinbar gibt es auch viele Variation, doch das Ziel ist oft das Gleiche. Entweder ihr müsst Retten, sichern, holen oder eliminieren. So gibt es die Missionen, in denen ihr Soldaten der Mother Base retten müsst. Das fängt normal an mit „Mother Base Soldaten retten“, doch dann kommt „Mother Base Soldaten retten 02“ und 03, 04, 05, ihr versteht sicher den Punkt. Die Hauptmissionen sind da teilweise nicht besser, doch gibt es hier wenigstens ein paar Variationen und der Ablauf und die Herangehensweise ist meist anders, sodass hier zumindest keine Ermüdungserscheinungen auftreten. Natürlich ist auch die Inszenierung in den Hauptmissionen besser, doch dazu kommen wir noch.

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Mein Soldat, mein Heli, mein Pferd, meine Basis und Ich

Bevor ihr auf eine Mission geht, müsst ihr eure Ausrüstung wählen, am besten passend zu den Anforderungen. Wenn ihr bei einer Mission einen Panzer zerstören müsst, wäre es unklug, ohne was explosives los zu ziehen. Neben eurer Ausrüstung, wählt ihr auch eure Begleiter, denn Big Boss muss nun nicht mehr alleine in den Kampf ziehen, doch auch hier muss gut gewählt werden. So habt ihr D-Horse, welches logischerweise zum schnellen überbrücken von Distanzen geeignet ist. Dann wäre da noch D-Dog, welcher gut im aufspüren von Feinden ist und mich vor manchen Gefahren warnen kann. Es wäre also unklug, D-Horse auf eine Infiltrationsmission mitzunehmen. Es gibt noch mehr Begleiter, doch zu denen sagen wir lieber nichts. Während Missionen trefft ihr natürlich auf feindliche Soldaten, welche ihr umgehen, töten oder am besten rekrutieren solltet. Wenn ihr einen Soldaten nämlich betäubt und ihn dann per Fulton extrahiert, gehört er ab sofort zu eurer Armee. Wo wir auch schon bei einem Kernelement von MGSV sind, dem Fulton-System. Mithilfe dieses Fallschirms, könnt ihr schnell Dinge aus dem Missionsgebiet extrahieren, nicht nur Soldaten. Auch Fahrzeuge, Geschütze oder Materialen können so gesichert werden, doch warum? Hier geht es wieder um eines der Hauptziele, dem ausbauen und verbessern eurer Mother Base und den Diamond Dogs.

So gibt es verschiedene Einheiten auf der Mother Base. Da wäre die Entwicklungseinheit, die euch mit neuen Waffen und Ausrüstung versorgt und umso besser diese Einheit belegt ist, umso mehr Ausrüstung könnt ihr herstellen und verbessern. Die Informationseinheit hingegen gibt euch wichtige Hinweise auf den Missionen, wie das anziehen eines Sandsturms oder dem eintreffen von Verstärkung. Die Kampfeinheit könnt ihr sogar auf externe Missionen schicken, wo diese neue Soldaten, Geld und Materialien für euch sicher kann. Es gibt natürlich noch mehr Einheiten und alle sind wichtig. Damit ihr aber nicht irgendwann Platzmangel auf der Mother Base bekommt, müsst ihr diese ausbauen und dafür braucht ihr natürlich Geld, was es für abgeschlossenen Missionen gibt und ebenso wichtig sind Materialien, die ihr auch auf euren Missionen findet. Im großen und ganzen macht das ausbauen der Basis und das sammeln von neuen Soldaten in den Missionen viel Spaß, doch leider ist dieser Vorgang meist nur statistisch. Wenn ihr beispielsweise auf einer Mission einen wichtigen Gefangenen extrahiert, wird dieser nur kurz erwähnt und ist halt ein Bild und eine Statistik auf der Mother Base. Hier wäre es schön gewesen, wenn man diesen auf der Base besuchen kann und mit ihm reden oder interagieren kann. Allgemein ist die Mother Base etwas leblos. Man sieht immer nur Soldaten rumlaufen und hier und da haben 2 Soldaten mal ein kleines Gespräch. Trainierende Soldaten, Streitereien oder irgendwelche besonderen Aktionen hätten der Base mehr leben verpasst. So ist sie nur eine Basis, auf der manchmal Videos laufen um die Story voranzutreiben.

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Wo wir grad nochmal bei der Story sind, keine Angst, es kommt kein Spoiler, aber da müssen wir direkt nochmal meckern. Zwar sind die meisten Storymissionen sehr unterhaltsam und spannend, doch man merkt, das einige auch einfach nur mittel zum Zweck sind. So rettet ihr oft wichtige Personen, die dann entscheidende Informationen haben um die Story weiter voran zu bringen. Wie bereits oben erwähnt, erfüllen diese aber sonst keinen Sinn oder Zweck. Sie werden nie wieder erwähnt, ihr seht sie nie wieder und sie sind nur ein Bild in der Statistik der Mother Base. Hier hätten wir uns etwas mehr Tiefe und Interaktion gewünscht. Eine gute Richtung schlägt da eine spätere Mission ein, bei der ihr auf eurer Base ein Problem lösen müsst, doch leider gibt es da nur diese eine. Wo wir auch schon wieder bei den Missionen wären, die auch durch ihre Offenheit glänzen. Bekanntermaßen bietet MGSV ja eine offene Welt und eine offene Welt bietet meist viele Herangehensweisen und das ist auch bei MGSV der Fall. Grob gesagt, bleibt euch nur die Wahl zwischen Schleichen und Rambo, doch gibt es hier sehr viele Möglichkeiten. So könnt ihr die Basis infiltrieren, ohne einen Gegner anzugreifen. Genauso gut könnt ihr die wichtigsten Posten aus der Entfernung ausschalten, um so euren Weg zu bereiten. Ihr könnt auch einfach jeden einzelnen Soldaten extrahieren und euch dann frei in der Basis bewegen. Letzteres geht natürlich auch, wenn ihr ohne Rücksicht auf Verluste alles nieder macht. Dafür stehen euch auch Luftschläge zur Verfügung, die eine Basis schnell säubern. 

Ihr könnt aber auch kreativer sein, denn es gibt sehr viele Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die euch zur Verfügung stehen. Es ist zwar schön, dass man eine so große Auswahl hat, doch leider nutzt man nicht unbedingt alles davon. So gibt es zwar X Maschinengewehre, doch im Endeffekt könnt ihr auch problemlos das ganze Spiel bei ein und demselben bleiben. Wir haben zwar mehrere Maschinengewehre ausprobiert, doch sind wir immer zum Gleichen zurückgekommen, da wir dieses gewohnt waren und am meisten verbessert haben. Man hat auch mehrere Granaten zur Auswahl, doch wirklich brauchen tut man davon nur ein paar. Rauchgranaten haben wir zum Beispiel nicht einmal im Spiel genutzt, zwar gab es 1-2 Momente wo sie eventuell nützlich gewesen wären, doch wusste man das vorher nicht und hat die Situation auch so gut bereinigt. Man muss aber zugeben, dass dies bei vielen Spielen der Fall ist und es nicht jeden stört. Wo wir gerade bei störend sind, heute klappen die Überleitungen echt super, kommen wir zu den Checkpoints, denn diese sind manchmal wirklich frustrierend. Das kommt daher, dass sie teilweise sehr spärlich verteilt sind. Wenn ihr eine etwas größere Basis infiltriert und wirklich vorsichtig vorgeht, alles einsammelt, jeden Soldaten extrahiert oder zumindest vorsichtig ausschaltet, kann das schon mal sein 30 Minuten dauern. Falls ihr dann aber von den letzten 2-3 Soldaten entdeckt werdet und diese Verstärkung rufen und ihr in diesem Kampf dann sterbt, müsst ihr die komplette Basis erneut infiltrieren, wieder alles neu sammeln und wieder alle Soldaten ausschalten. Ausschalten könnt ihr auch den Online Modus, denn aktuell funktionieren die Server eher schlecht als recht. Doch muss der Online Modus dadurch nicht zwangsläufig schlecht sein, auch wenn viele Spieler einen Online Modus in einem Spel mit Singleplayer Fokus als unnötig oder gar störend empfinden.

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Gutes

- Spannende Story, aber ...
- Sehr viele Missionen, aber ...
- Viele Waffen und Gegenstände, aber ...
- Motivierendes aufbauen der Mother Base, aber ...
- Spaßiger Online Modus, aber ...
- Cineastische Inszenierung
- Vielseitiges und flexibles Gameplay

Schlechtes

- ... Story, aber teilweise zu spärlich mit Dialogen und Videos bestückt
- ... die Missionen sind teilweise etwas repetitiv und Schauplätze werden Recycled
- ... die Ausrüstung wird teilweise nicht gebraucht/genutzt
- ... Mother Base wirkt etwas leblos
- ... unnötige Micro Transaktionen im Online Modus
- nervige Checkpoints

8.8 Sehr gut

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