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Medal of Honor – Review

Artikel von | 06.11.2010 um 00:00 Uhr

Es ist schon fast eine kleine Revolution im weiten Bereich der Shooter. Die Medal of Honor Serie fängt ein neues Kapitel ihrer langen Erfolgszeit an und wagt sich mit Medal of Honor erstmals aus dem Territorium des WWII hinaus und bringt einen Kriegsshooter der Moderne auf die Bühne. Lange ist es her das Medal of Honor im Kampf um die Shooterkrone mit mischte, doch wird Medal of Honor den hohen Erwartungen gerecht werden? Lest hier unsere Meinung zur wohl größten Shooter-Bewährungsprobe dieses Jahr.

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Zweigeteilt

Weil EA natürlich keine halben Sachen machen will, haben sie sich natürlich etwas geschicktes für Medal of Honor ausgedacht, nämlich, dass sie das Spiel einfach mal von zwei unterschiedlichen Studios entwickeln lassen. Jap, EA teilt das Spiel in zwei gleichgroße Hälften auf und so entwickelt Danger Zone den Einzelspieler Part mit der Unreal 3 Engine, während keine geringeren als die Schweden von DICE, bekannt durch die Battlefieldreihe, sich für den Multiplayer verantwortlich zeigen. Dafür benutzen sie ihre eigene Frostbite Engine. Und damit hat MoH schon mal vorweg etwas Neues, nämlich zwei verschiedene Engines. Das Spiel ist dann letztendlich wie ein Puzzle aus zwei Teilen zusammen gesteckt worden.

Was für ’ne Mischung

Fangen wir doch einfach mal mit dem an, was den meisten wahrscheinlich wichtiger ist, nämlich der Multiplayer, den das Game zu bieten hat. Hier muss Medal of Honor natürlich einiges zeigen, warten die Konkurrenz wie Call of Duty oder Battlefield Bad Company mit einem bereits fest etablierten und heiß begehrten Multiplayer auf. Und auch hier möchte EA eine Lösung finden. Da ihnen scheinbar nichts Eigenes eingefallen ist, dachten sich die Jungs doch gleich einfach beide Lager, CoD und BF, zu verbinden umso mehr Kundschaft anzulocken. Na mal gucken ob das funktioniert und so setzen wir uns voller Vorfreude vor den TV und starten das Spiel. Das Hauptmenü besteht nur aus den Punkten Multiplayer und Einzelspieler und ihr wählt, was ihr denn gerne spielen möchtet. Sofern ihr einen Punkt auswählt, eröffnet sich euch ein weiteres Menü speziell für euren Spielmodus. Was im Online-Bereich sofort auffällt ist, dass auch MoH ohne einen Online-Pass nicht auskommt. Zwar braucht ihr diesen nicht um online zu spielen, aber bekommt dafür keine Gratis-Sachen. DICE typisch kann man alleine oder mit Freunden in einem Sqaud aus maximal vier Mann spielen. Neben den Spielen-Modi, kann man sich noch sein Erfolge, Freischaltungen und seine Statistik anschauen. Mehr hat der Multiplayer auf den ersten Blick nicht zu bieten, leider. Eine Enttäuschung ist hier also gleich ausfindig zu machen und zwar, dass der Spieler keine Möglichkeit hat ein Privates Spiel zu erstellen. So kann man Clanwars, oder Private Spiele mit Kumpels komplett vergessen und sich nur in die Ranglisten-Action stürzen. Das soll uns aber nicht abhalten endlich zu zocken. In dem Spielen-Menü könnt ihr nun euren Spiel-Modus wählen und dann sucht euch der Server ein geeignetes Spiel. Die Modi decken hierbei alle Wünsche so ziemlich ab, doch man merkt gleich, dass sich das Game hier bei CoD und BF bedient hat. Neben einem, zum Standard gewordenen Team-Deathmatch, gibt es noch Zonenkontrolle, Ziel-Raid und Kampfeinsatz. Bei TDM geht es darum, so viele Abschüsse wie möglich zu erzielen. Bei Zonenkontrolle, sind auf der Map drei Punkte bzw. Fahnen verteilt. Ihr müsst in einem bestimmten Radius der Flagge stehen, um dann diese einnehmen zu können. Ziel-Raid erinnert stark an Sprengkommando aus MW2. Es gibt zwei Ziele auf der Map, die das Angreifer-Team zerstören sollen. Dazu haben sie insgesamt 5 Minuten Zeit. Kampfeinsatz erinnert sehr stark an Rush aus BF. Hier gibt es Angreifer und Verteidiger. Die Angreifer müssen immer in Basis der Gegner vordringen und ein Ziel zerstören, oder die Base einnehmen, um voran zu schreiten. Die Verteidiger versuchen dies natürlich zu verhindern. Bis auf Kampfeinsatz gibt es alles noch als Hardcore-Variante. Das war es an Modi dann auch schon. Nicht wirklich viel, jedoch reichen die Modi aus, um seinen Spaß zu haben, es hätten aber ruhig mehr sein können, bedenkt man mal die große Auswahl eines Call of Duty.

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Weniger ist mehr?

Hat man sich dann für einen Modus entschieden, kommt man in das Klassen-Auswahlmenü. Hier wird der Spieler leider sehr schnell ernüchtert, denn es gibt gerade mal drei streng vorgegebene Klassen zur Auswahl. Ein Sturmsoldat, ein Spezalist und ein Aufklärer. In jeder Klasse dominieren bestimmte Waffen, und Gadgets, die neben Aussehen den einzigen Unterschied zu den anderen Klassen dar stellen. So hat ein Sturmsoldat ein Sturmgewehr
und greift auf einen Granatenwerfer zurück, während der Aufklärer mit C4 und einem Scharfschützengewehr ausgerüstet ist. Der Spezialist hat eine Maschinenpistole und einen fetten Raketenwerfer auf dem Rücken. Zu Anfang habt ihr nur euer Standard-Gewehr, aber später schaltet ihr mehr Zusatz für die jeweiligen Klassen frei, was uns zum Rangaufstieg bringt. Es gibt kein wirkliches Rangsystem, wie man es aus CoD oder BF kennt. Ihr müsst in den jeweilige Klassen spielen, um dort Punkte zu verdienen und nur dann, schaltet ihr auch was in den Klassen frei. Jede Klasse besteht aus 15 Rängen und mit jedem Rang bekommt ihr was. Das können Zielvorrichtungen, Entfernungsmesser oder aber auch neue Waffen sein. Leider gibt es keine große Waffenauswahl in dem Spiel, denn ihr bekommt pro Klasse nur zwei neue Waffen. Außerdem wirkt die Aufteilung ein wenig komisch. So hat der Sturmsoldat Zugriff auf Sturmgewehre und auf Maschinengewehre. Der Sniper auf Kampfgewehre und Sniper. Der Spezialist ist dahingehend fast die unfairste Klasse, denn dieser greift auf Schrotflinten, Raketenwerfer und Maschinenpistolen zurück. Dies macht sich leider auch im Spiel bemerkbar, was uns zum eigentlichen Gameplay bringt. Es fällt sehr schnell auf, dass man Medal of Honor nur die richtige Waffe braucht, um richtig abzuräumen. Das liegt daran, dass die Waffen nicht sonderlich gut ausbalanciert wurden. Gerade die Comander, haben einen deutlichen Vorteil, denn die M4 und die M16 sind fast unschlagbar. Auch die Sniper haben hier ein richtiges Fest, denn mit nur einem Schuss ist jemand sofort weggeholt. Eigentlich nicht so schlimm, wenn das denn nicht so einfach wäre, was es leider ist. Denn in Medal of Honor verziehen die Waffen überhaupt nicht, sodass man mit einer Maschinenpistole zielgenau auf Hundert Meter Entfernung genauste Kopfschüsse austeilen kann. Zudem kommt noch hinzu, dass die Kollisionsabfrage oft danebenliegt. So verballert ihr das komplette Magazin auf einen Gegner und dieser kippt nicht um. Ein anderes Mal schießt ihr zwei Schüsse in die Brust und ihr bekommt extra Punkte wegen eines Headshots. Das passiert zum Glück nicht häufig, aber es fällt auf, genauso wie die so gut wie nicht vorhanden Schadensvisualisierung, um zu bemerken, dass ein Gegner euch anschießt. Die Steuerung ist natürlich leicht zugänglich und man findet eigentlich alles dort vor, wo man es erwartet. Auf Wunsch kann natürlich die Steuerung verändert werden. Im Spiel funktioniert die Steuerung auch echt gut und ist ziemlich direkt, doch leider ruckelt das Spiel zum Teil die ganze Zeit, was einen irgendwie beim Zocken stört. Am allernervigsten sind die ständigen Mini-Freezes, weil das Game online ständig speichert. Fast immer wollt ihr spawnen, lauft dann gerade los und zack, für ein paar Sekunden bleibt das Bild stehen. Ist nicht immer so, aber oft und das nervt, vor allem dann, wenn euch ein Gegner erwischt. Alles in allem ist Steuerung zwar gut, wird aber durch die Technik gestört, sodass das Gameplay nicht gerade schlecht ist, aber sich auch nicht mit viel Ruhm bekleckern kann. Eine wirkliche Enttäuschung sind allerdings die Anzahl der Maps. Für Ziel-Raid, TDM und Sektorenkontrolle, gibt es gerade mal vier Maps. Das ist eindeutig zu wenig, zumal sich die Maps fast alle ähnlich sehen. Vom Aufbau her sind sie zwar alle ganz gut, aber wenn die Konkurrenz zum Teil mehr wie 15 Maps haben, dann ist das schon fast lachhaft, was DICE da abliefert. Im Kampfeinsatz gibt es dafür spezielle Maps, aber auch das sind nicht viele, zumal sie auch nur dort spielbar sind. So hat man die Maps leider recht schnell über. Auch so etwas wie Killstreaks gibt es in Medal of Honor, was auch sher gut gemacht wurde. Ihr habt immer ein Punktevorgabe, die ihr schaffen müsst um einen Killstreak freizuschalten. Den ersten bei 50 und dann immer 50 oben drauf. Ihr dürft natürlich nicht sterben. Das geniale hieran ist, dass ihr immer die Möglichkeit habt, einen offensiven oder defensiven Killstreak zu wählen. So hat man zuerst die Wahl zwischen einem Mörserangriff oder einer Aufklärungsdrohne. Die Killstreaks füllen die weiteren auch auf und somit könnt ihr vom einfachen Mörserschlag, bis hin zu fetten Bombenteppichen kommen, oder von eurer Drohne zu komplett neuen Magazinen die mehr schaden machen. Diese Variante der Killstreaks funktioniert wirklich gut und belohnt euch mit vielen Punkten, auch sind sie nicht übermächtig, sodass sie keine verhassten Überwaffen sind.<br

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Gemeinsam sind wir stark

Nun da zum Multiplayer das wichtigste gesagt ist, werfen wir nun den Blick auf die anderen 50% des Games, dem Einzelspielermodus. Nochmal zur Erinnerung, der Solopart wird von Dager Zone entwickelt und basiert auf der Unreal 3 Engine. Nach kurzer Einführungssequenz, finden wir uns mitten in einem Afghanischen Dorf wieder. Wir selbst sind ein Tier-1 Soldat und sind zusammen mit drei Kameraden auf einer Undercover-Mission in Afghanistan. Leider sind wir recht schnell aufgeflogen und müssen nun aus dem Dorf entkommen. Unser Ziel ist ein Geiselnehmer, der einen Informanten hat. Wir kämpfen uns nun von der Straße in die Häuser und Hinterhöfe, über Dächer und durch kleine Gassen. Das Gameplay ist hier identisch zudem des Multiplayers, so braucht man sich kaum um gewöhnen. Leider kann der Spieler keine alternative Steuerung benutzen. In der Regel ist der Einzelspieler aber Gameplay technisch ähnlich wie der MP-Part. Gute Steuerung, aber zeitweise etwas ruckelig. Doch sonst macht der Einzelspieler-Part den besseren Eindruck von der Technischen-Seite her. Hier kommen keine Freezes oder ähnliches vor und auch die Unreal 3 Engine wurde gut ausgenutzt. Später im Level werdet ihr den Informanten retten und er erzählt euch etwas über afghanische Streitkräfte. Ihr selbst müsst daraufhin ein Flugfeld übernehmen. Habt ihr dies geschafft wird eine Militärbasis errichtet und ein Team von Einsatzleitern hat dort Kontakt zum Präsidenten der USA. Dieser befehligt Rangers die afghanischen Truppen zu eliminieren. Das ganze wird in einer schicken Videosequenz präsentiert. Diese kommen allerdings viel zu selten vor, was uns mitten die Story bringt. Die Story ist ansich nicht wirklich besonders, da sie euch nicht richtig reinzieht ins Spiel. Dies liegt aber wohl daran, dass das Game im allgemeinen realistischer abläuft als andere Shooter, zu leiden einer intensiven Story. Ein weiterer Grund ist wohl die kurze Spielzeit. So gibt es gerade mal 10 Missionen, die individuell etwa 30-45 Minuten dauern.

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Kenn ich schon

In diesen Missionen befinden sich aber ein guter Mix aus Ballereien, kleinen Extras und Schleichpassagen. Die Abwechslung ist ganz gut und so fahrt ihr bei Nacht mit einem Quad, befindet euch in einem Kampfhubschrauber, oder sprengt feindliche Stellungen. Eigentlich der komplette Stoff eines modernen Kriegsshooters. Um den bösen Jungs den Gar auszumachen, habt ihr immer schicke Wummen dabei und hier kommt nun ein Vor- oder Nachteil. Ihr habt immer zwei unterschiedliche Waffen, die perfekt für eure Mission sind. Habt ihr nun keine Munition mehr, geht ihr einfach zu einem Squad-Member und ihr habt wieder volle Magazine. Wie das nun zu sehen ist kann jeder selbst entscheiden. Auch ist die KI positiv wie negativ. Eure Kameraden sind wirklich fähig und können euch schon das ein oder andere mal aus der Patsche helfen und wenn es drauf ankommt erledigen sie auch ordentlich Gegner. Die Gegner wiederum sind zum Teil ein wenig schlecht gemacht. Mal agieren sie sinnvoll, manchmal braucht man sich einfach vor diese zu stellen und den Abzug drücken ohne das was passiert. Ihr spielt die Story übrigens auch aus mehreren Sichten von Tier-1 Soldaten und somit bedient sich auch Danger Zone mächtig bei CoD.
Die 10 Missionen finden zudem bei unterschiedlichen Tageszeiten statt. Mal bei Nacht, dann am Tag oder wieder Abend beim Sonnenuntergang. Das Wetter ist im allgemeinen auch schön anzuschauen, was man bei den Leveln nur bedingt sagen kann. Ein großer Kritikpunkt sich nämlich die zum Teil öden Level, die sich alle irgendwie wiederholen. Ihr spielt die Story nämlich in einem bestimmten Gebiet in Afghanistan, doch bis auf die ersten Missionen kommen fast nur Berge und Wüste als Landschaft in Frage und auch wenn es authentisch ist, es hängt einem dann doch ein wenig zum Hals raus. Ständig nur Berge, und immer wieder dieselben Schlucht-Kämpfe, macht dann manchmal keinen sonderlichen Spaß mehr. Sonst bietet die Story nicht wirklich mehr. Es gibt allerdings noch den Tier-1-Modus. Hier spielt ihr online mit anderen Spielern die einzelnen Kapitel der Story durch und bekommt für Kills ein wenig Pufferzeit. Die bekommt ihr deswegen, weil ihr versuchen sollt, das Kapitel so schnell wie möglich zu bestreiten.

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Fazit:

Medal of Honor ist in der Moderne angekommen und hat sich dabei mächtig bei CoD und BF bedient. Leider ist die Mischung nicht die Beste geworden. Die Story ist zwar nett gemacht, wird aber gerade durch das eher langweilige Bergsetting und der Oberflächlichkeit schnell langweilig. Es fehlt einfach mehr Pepp. Beim Multiplayer sieht das ähnlich aus. Zwar findet man sich schnell rein und kann losziehen, aber die Technik dahinter überzeugt nicht komplett, gerade bei Kollisionsabfrage und Ausgeglichenheit der Klassen macht MoH keine gute Figur. Auch die wenigen Maps, die wenigen Klassen mit der wenigen Auswahl an Waffen unterstreichen den Eindruck. Man kann abschließend also sagen, dass Medal of Honor nicht an seine Konkurrenz drankommt, es wirkt einfach wie ein auf Krampf erfolgreich ausgelegtes Spiel, welches nun in die Moderne getrieben wurde, um nun noch mehr Gewinn zu erzielen. Medal of Honor besteht zwar seine Bewährungsprobe, aber bekommt keine guten Noten.

Medal of Honor Testbericht

Medal of Honor

  • Release: 14.10.2010
  • Genre: Action, Ego Shooter, First Person Action
  • Entwickler: Electronic Arts
  • Publisher: Electronic Arts

Gutes

Schlechtes

7.5 / 10 Gut

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