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Matterfall im Test – Housemarqueskost

Artikel von | 18.08.2017 um 12:08 Uhr

Housemarque ist derzeit ziemlich fleißig. Erst vor wenigen Monaten haben sie mit Nex Machina einen Hit veröffentlicht, da schieben sie diese Woche mit Matterfall bereits den nächsten, potentiellen, Top Titel hinterher. Bei diesem haben sie aber zusammen mit Sony gearbeitet und der Titel erscheint nicht nur digital, sondern auch auf Disc. Ob Housemarque mal wieder ins Schwarze getroffen hat, verrät unser Test.

Es hat eine Story…..irgendwie

Manche Spiele von Housemarque haben keine Story, andere eine grobe Rahmenhandlung. Auf Matterfall trifft letzteres zu. Die Menschheit ist eines Tages in den Besitz von außerirdischer Materie gekommen. Diese haben sie genutzt, um die Ökonomie der gesamten Galaxis zu verbessern, obwohl sie nicht viel über die Materie wussten. Später stattete man Roboter damit aus und begann mit der Waffenforschung, bis alles schief ging. Die Materie wurde unkontrollierbar und auch die Roboter fingen an, sich gegen die Menschen zu wenden. Nun wird der Planet evakuiert, doch jemand muss die vermissten Menschen retten und die korrupten Maschinen zerstören. Diese Aufgabe bekommt die Heldin Avalon Darrow und somit beginnt Matterfall. Was den Rest der Story und der Charaktere angeht, nunja, da gibt’s nicht mehr zu sagen. Es ist lediglich eine Rahmenhandlung, damit man nicht komplett ohne Hintergrund dasteht. Zwar brauchen Arcade-Shooter nicht zwingend eine Handlung, jedoch merkt man, dass da was möglich gewesen wäre, es wird ja auch angedeutet, deswegen ist es halt schade, dass nicht mehr bei rum gekommen ist. Was hier stimmen muss, ist aber das Gameplay und zu dem kommen wir jetzt.

Housemarque halt

Im Kern bietet Matterfall genau das, was viele Housemarque Spiele bieten. Es ist halt ein Twin-Stick-Shooter, bei dem das Ziel ist, den Highscore zu knacken. Doch ein wenig mehr bietet Matterfall schon. So gibt es vier maßgeblich Fähigkeiten und Waffen. Da wäre einmal die Primärwaffe, die halt normale Projektile abfeuert. Leider lässt sich diese nicht wirklich aufwerten oder verändern, macht später aber mit einer Verbesserung zumindest mehr Schaden. Zusätzlich hat man immer eine Zweitwaffe dabei. Von diesen gibt es vier Stück – Granatwerfer, Schrotflinte, Suchraketen und Powerschuss. Diese müssen, nachdem sie abgefeuert wurden, kurz wieder aufladen. Dann wäre da noch der Materiewerfer. Mit diesem kann man Plattformen materialisieren, um auf diese zu Springen. Zusätzlich werden damit Menschen befreit und Bomben detoniert. Letztere werden manchmal von besiegten Gegnern zurückgelassen und können durch beschuss mit dem Materiewerfer zur Explosion gebracht werden, wodurch man gleich mehrere Gegner eliminieren kann. Zu guter letzt, die vielleicht wichtigste Fähigkeit, den Schub. Mit diesem kann man verschiedene Dinge machen. Zum einen überbrückt man dadurch Abgründe oder fliegt durch Wänder aus Materie. Man kann damit aber auch Gegner durch berührung betäuben, wodurch sie mehr Schaden nehmen und gegnerische Kugeln werden dadurch auch neutralisiert. Dies ist sehr wichtig, denn man hat nicht viel Energie, bevor man das zeitliche segnet und beim letzten Checkpoint neu startet. Auch der Punkte Multiplikator sinkt, wenn man einen Treffer abbekommt. Kurz bevor das passiert, kann man wie gesagt den Schub aktiveren oder man nutzt den Overdrive. Wenn man nämlich genug Energie gesammelt hat, kann man diesen aktivieren und für einen kurzen Augenblick steht alles still und man macht mehr Schaden. Wer bereits Housemarque Titel gespielt hat, weiß sicher was gemeint ist.

Kommen wir nochmal zu den Verbesserungen. Wenn man Menschen befreit, gibt es entweder Energie, eine neue Zweitwaffe oder eine Verbesserung. Diese reichen von mehr Lebensenergie, über schnelleres bereitmachen der Zweitwaffen, bis zu öfteren erscheinen von Bomben, wenn man Gegner besiegt. Die Verbesserungen und Zweitwaffen müssen sich drei Plätze teilen. Man muss also für sich entscheiden, ob man lieber mehr Waffen oder mehr Verbesserungen dabei hat, es gibt viele Kombinationen mit denen ihr den Gegnern zu Leibe rücken könnt. Neben Gegnern die auf euch schießen, gibt es auch einige, die im Nahkampf nach eurem Leben trachten. Die Vielfalt an Gegnern ist hierbei ein wenig begrenzt, aber durchaus ausreichend. Besonders gut gelungen sind aber die Bosse, die alle spezielle Taktiken benötigen und auch imposant in Szene gesetzt sind. Leider gibt es aber nur drei von denen und auch die Anzahl der Level ist ein wenig knapp. So gibt es drei Areale mit jeweils drei Leveln und einem Boss. Die Spielzeit liegt bei etwa 3 Stunden, was für ein Arcade-Shooter eigentlich ganz gut ist. Hierbei findet man sich aber nicht einfach in Arenen wieder, sondern muss richtige Level erkunden und es gibt hier und da auch ein paar verstecke Menschen. Auch kleinere Jump ‘n Run Passagen sind mit dabei, auch wenn wir auf diese lieber verzichtet hätten, doch dazu kommen wir gleich nochmal genauer. Mit am besten haben uns bei den Leveln die Passagen ohne Schwerkraft gefallen, in denen man einfach durch die Gegend fliegt und nach einem Ausgang sucht. Nach dem durchspielen, habt ihr die Möglichkeit auf einer höheren Schwierigkeitsstufe einen weiteren Durchgang zu starten oder ihr versucht die Highscores zu knacken. Andere Modi oder einen Mehrspieler sucht man hier leider vergebens.

Partikel, Partikel überall

Matterfall steht in Sachen Optik den anderen Housemarque Titeln in nichts nach und erinnert auch öfters an sie. Das Spiel läuft in butterweichen 60fps und bieten neben einer knackscharfen Optik, auch viele nette Effekte und mal wieder massig Partikel und Lichtspielereien – die HDR Unterstützung erhöht diesen Effekt. Besonders das Ableben einiger Gegner und der Overdrive sehen selbst nach mehrmaligen anschauen immer noch beeindruckend aus. Der Sound steht dem in nichts nach. Erneut zeichnet sich Ari Pulkkinen für den Soundtrack verantwortlich. Dieser hat bereits die Musik für Nex Machina, Alienation, Resogun und andere Housemarque Titel kombiniert. Der unverkennbare Sound ist auch sofort zu erkennen, man hört einfach, dass es ein Housemarque Spiel ist, wenn Elektro und Synthie Sounds mit Techno kombiniert werden. Und erneut passt es einfach wie die Faust aufs Auge.

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, bietet Matterfall viele Ähnlichkeiten zu bekannten Housemarque Titeln. Dies ist wohl gleichzeitig die größte Stärke, aber auch die größte Schwäche von Matterfall. Auch wenn es wie gewohnt Spaß macht und die Mischung einfach passt, treten langsam Ermüdungserscheinungen beim Housemarque Prinzip auf. Besonders wenn man vor kurzem das nicht unähnliche Nex Machina gespielt hat. Ob einen das nun stört oder nicht, kommt sicher auf den Spieler selbst an, doch es wäre schön zu sehen, wenn das talentierte Housemarque Team sich mal ein wenig an was neues wagt. Des öfteren dachten wir uns beim Spielen, dass Matterfall als eine Art Metroidvania vielleicht noch besser funktioniert hätte, da die Areale durchaus gut gestaltet sind und zum erkunden einladen. Nicht so einladend sind manche Sprungpassagen. Wie bereits erwähnt, muss man mit dem Materiewerfen gelegentlich Plattformen materialisieren, damit man diese betreten kann. Wann man das aber in einer hektischen Situation, umgeben von Gegner und im Sprung machen muss, geht das hin und wieder mal schief, was auch auf die Steuerung zurückzuführen ist. Diese wirkt einfach nicht so zugänglich, wie man es gewohnt ist. Man schießt mit dem rechten Stick, soweit so gut, man benutzt seine Zweitwaffe mit R2, den Materiewerfer mit L2, den Schub mit L1 und man springt auf R1. Wenn man dann im Gefecht einen Schub nutzen muss, kurz darauf springen und dann mit dem Materiewerfer eine Plattform erschaffen muss, geht das nicht ganz so locker von der Hand. Wir haben selbst nach nach dem durchspielen noch manchmal X zum Springen gedrückt oder allgemein eine falsche Eingabe getätigt, da die Steuerung seine Zeit braucht um ins Blut über zu gehen. Hat man diese gemeistert, steht dem Spaß und der Highscore Jagd nichts mehr im Weg.

Fazit – Housemarque enttäuscht nie

Die Finnen haben wieder mal ein tollen Arcade Shooter gezaubert. Diese baut auf die Stärken vergangener Titel von Housemarque auf, ähnelt ihnen an manchen Stellen aber zu sehr. Was jedoch nicht auf die Steuerung zutrifft, da diese einige Zeit braucht, bis sie wirklich problemlos von der Hand geht. Ebenso schade ist es, dass es nur einen Modus und neuen Level + drei Bosse gibt. Besonders, da die Level toll designt sind und die Bosse sehr gut gelungen sind. Was Optik und den Sound angeht, glänzt Matterfall wie Silberbesteck. Auch das Gameplay macht Spaß wie eh und je und durch die verschiedenen Zweitwaffen und Verbesserungen kommt auch ein wenig mehr Tiefgang und Abwechslung rein. Wer also schon immer seinen Spaß mit Titeln ala Housemarque hatte, wird das auch bei Matterfall haben.

Matterfall Testbericht

Matterfall

  • Release: 16.08.2017
  • Genre: 3rd Person Action
  • Entwickler: Housemarque
  • Publisher: Sony

Gutes

- Optik und Sound erstklassig
- Zweitwaffen, Fähigkeiten und Verbesserungen sorgen für mehr Tiefe und Abwechslung
- Kurzweilige Arcade-Action in Bestform
- Eindrucksvolle Bosskämpfe

Schlechtes

- Nur drei Areale (9 Level) und ein Modus
- Steuerung braucht ein wenig Zeit zum eingewöhnen und kann nicht geändert werden
- Story wird nur sehr grob angedeutet

8.0 / 10 Sehr gut

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