Menü

Marvel vs. Capcom: Infinite im Test – Wenn Welten kollidieren

Artikel von | 24.09.2017 um 08:57 Uhr

Eine der langlebigsten und bekanntesten Beat em Up Reihen ist ohne jeden Zweifel Street Fighter. Neben unzähligen EX, Alpha, Ultra und Super Teilen, gab es auch zahlreiche Crossover der Straßenkämpfer. 1996 wurde mit X-Men vs. Street Fighter das wohl bekannteste geboren. 21 Jahre später erscheint mit Marvel vs. Capcom: Infinite die neueste Version der Prügel Reihe. Erstmals ist auch ein richtiger Story Modus dabei und den, wie auch die anderen Modi, haben wir uns im Test genauer angeschaut.

Konvergenz

Der Story Modus lässt sich nicht viel Zeit und steigt prompt in die Action ein. Die Recken von Marvel und Capcom finden sich in XGard wieder und müssen sich zahlreicher Gegner erwehren. Dabei werden nach und nach verschiedene Charaktere eingeführt und auch die Steuerung wird uns näher gebracht. Wenig später tritt dann auch schon der Feind der Helden auf den Plan, Ultron Sigma. Dieser ist sozusagen eine Fusion aus Marvel Bösewicht Ultron und Mega Mans Erzfeind Sigma. Diese sind im Besitz von zwei Infinity Steinen und besitzen daher unglaubliche Macht. Mit letzter Not können die Helden sich retten und finden sich in der Avengers Zentrale wieder. Genauso verwirrend und überhastet wie der Einstieg jetzt klingt, ist er irgendwie auch. Erst später in der Story werden Einzelheiten und Hintergründe der Handlung näher erläutert. Im Fokus steht die Konvergenz, welche die Welten von Marvel und Capcom zusammengewürfelt hat, und die Infinity Steine. Wie bereits erwähnt, besitzt Ultron Sigma zwei von den sechs Steinen. Das Ziel von Captain America, Ryu und Co. ist es nun, die verbleibenden vier zu finden und Ultron Sigma so das Handwerk zu legen. Dabei bereisen sie verschiedene Orte und treffen auf zahlreiche Charaktere aus den verschiedenen Welten. Die einen spielen eine wichtige Rollen, die anderen sind, nunja, einfach da oder sagen kurz hallo. Allgemein wirkt die Story ein wenig gehetzt und dünn. Gleichzeitig ist sie voller Klischees und des öfteren unfreiwillig komisch. Das liegt zum einen daran, dass die Charaktere oft sehr überzeichnet und zum anderen, dass es einfach zu viele sind und jeder zwischendurch mal kurz bla sagen muss, um sein dasein zu berechtigen. Alles in allem ist die Story ganz nett und unterhaltsam, besonders als Fan der beiden Universen. In anbetracht der Universen und Charaktere wäre unglaublich viel mehr drin gewesen. Nach etwa vier Stunden ist der Spaß auch schon vorbei und man stürzt sich in die anderen Modi, zu denen wir gleich noch kommen.

Zuvor noch ein paar Worte zur Story. Obwohl beide Universen unzählige Charaktere bieten, kämpft man unglaublich oft gegen die gleichen Gegner. Da wären einmal Drohnen von Ultron und zum anderen die Menschen, die er unter seine Kontrolle gebracht hat. Beide Gegnerarten sind gleichermaßen stumpf und langweilig und werden zu hauf vermöbelt. Ein paar mal hat man sich aber eine Kleinigkeit einfallen lassen, wodurch die Kämpfe zumindest etwas Abwechslung bieten. So wird aus dem Hintergrund auf euch gefeuert oder ihr müsst mehrere Gegner schnellstmöglich besiegen, bevor eine Festung überrannt wird. Wo wir jetzt einen guten Punkt erwähnt haben, kommen wir zu noch einem Makel. So schwankt der Schwierigkeitsgrad teilweise massiv. Während ihr im einen Versuch total auseinander genommen werdet, schlägt der Gegner beim zweiten Versuch nicht mal zurück. Dann gibt es Kämpfe, wo der Hauptgegner, nennen wir einfach mal Ultron Sigma, eine totale Flasche ist, seinen Partner, eine popelige Drohne, uns voll zur Sau macht. Das kann gleichermaßen nerven, wie auch verwirren, da es da keine konsequente Linie gibt. Kommen wir nun aber zu den anderen Modi und dem Gameplay.

2 gegen 2 und 1 Stein

Neben dem Story Modus, gibt es leider nicht viel weiteres zu tun, außer den üblichen Beat em Up allerlei. Da wäre der obligatorische Trainingsmodus, einen Missionsmodus in dem man die verschiedenen Kombos erlernt und den Versus Modus. Letztere bietet Arcade, Spieler gegen CPU und Spieler gegen Spieler. Gegen andere Spieler kann man natürlich lokal und online kämpfen. Tja und das war es auch schon. Es gibt zwar noch eine Galerie mit Bildern, Videos und Tonaufnahmen, aber dadurch wird das Ganze auch nicht viel reichhaltiger. Selbst Time Attack, Survival oder irgendwelche Minispiele sucht man vergebens. Hier hätte man sich ruhig ein wenig mehr einfallen lassen können.

Seiten 1 2
Marvel vs Capcom Infinite Testbericht

Marvel vs Capcom Infinite

  • Release: 20.09.2017
  • Genre: Beat 'em up, Kampfspiel
  • Entwickler: Capcom
  • Publisher: Capcom

Gutes

- Abwechslungsreiche Charaktere
- Infinity Steine bieten Tiefgang und taktische Komponenten
- Gameplay ist einfach rund und spaßig

Schlechtes

- Story ist dünn und voller Klischees, bietet dabei aber so viel Potential
- Allgemein wenig Modi
- Grafisch nicht auf PS4 Niveau

7.8 / 10 Gut

Deine Meinung? Let's Chat!

    Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

    Anmelden