MAG – Review

Getestet von | 01.02.2010 um 00:00 Uhr

Wir befinden uns im Jahre 2025. Der dritte Weltkrieg hat die Erde erschüttert und die Regierungen, sowie die Gesetze völlig aus der Bahn geworfen. Erdöl und Informationen sind zu einem wichtigen Bestandteil geworden und jede Regierung kämpft, um so Macht zu erlangen. Im Schatten dieses inoffiziellen Krieges, kämpfen drei Große Militärmächte im Auftrag der Regierungen. Wem wirst du gegenüber Loyal und wem nicht? Es kann nur einen Sieger des Schattenkrieges geben. PS3inside hat den Shooter aus dem Hause Sony auf Herz und Nieren geprüft und was dabei heraus gekommen ist, lest ihr in dieser Review.

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Es war eine große Überraschung und Ankündigung auf der E3 2008. Zipper Interactive arbeiten an einem neuen Taktik-Shooter exklusiv für PS3. MAG, damals noch mit dem Beititel Massive Action Game, sollte ein neues und vorher noch nie dagewesenes Online-Erlebnis bieten. Um dieses zu erreichen, versprachen die Entwickler das mit bis zu 256 Spieler auf nur einer Map gekämpft werden könne und, es funktioniert tatsächlich.

Willkommen an der Front, Soldat!

MAG ist eines der wenigen Spiele, die nur mit einem Multiplayer aufwarten. Auf einen Singleplayer legt das Spiel keinen Wert. Dem entsprechend gibt es hier auch eigentlich keine Story. Das einzige was in Erfahrung zu bringen ist, ist, dass sich drei große Militärmächte im Jahre 2025 im Schattenkrieg an die Gurgel gehen. Und hier kommt der Spieler ins Geschehen. Dieser soll sich nun für eine der drei Militärmächte entscheiden und mit dieser versuchen den Krieg für sich zu entscheiden. Dabei sei aber gesagt, dass man sich nicht leichtfertig entscheiden sollte. Sobald man eine Fraktion ausgewählt hat, muss man mit dieser vorlieb nehmen.
Es kann zwar jederzeit der Charakter gelöscht werden, doch muss man dann wieder von Null anfangen.
Die drei Fraktionen Valor, Raven und S.V.E.R decken dabei alle Wünsche an den Spieler ab.
Jedes Team hat einen anderen Gründungsort und eine andere Geschichte. Valor sind klassische amerikanische Soldaten mit Sitz in Alaska. Raven, mit Sitz in Österreich, besteht aus vielen Soldaten aus Europa und setzt Wert auf die neuste Ausbildung und Technologie. S.V.E.R schließlich, mit Sitz in Asien, legt viel Wert auf Teamplay, Ehre und Kammerdschaft. Aber egal für welche Fraktion man sich entscheidet, spielerisch gesehen hat keine Fraktion einen Vorteil und alle sind identisch. Lediglich Aussehen und die Home-Maps unterscheiden sich.

Welchen Weg gehst du?

Nachdem der Spieler sich nun für eine Fraktion entschieden hat, muss er sich in insgesamt vier Modi mit seinem Team behaupten. Bevor allerdings auf alle Modi zugegriffen werden kann, muss der Spieler erst den achten Rang erreicht haben, was jedoch recht zügig geht. Es gibt in MAG insgesamt 60 Ränge, die es zu bewältigen gilt. Jedoch steigen die Punkteabstände zwischen den Rängen ständig, sodass ihr immer mehr spielen müsst, um aufzusteigen.
Wenn ihr aufsteigt, bekommt ihr jedesmal einen Fertigkeitspunkt. Diese sind sehr wichtig, da ihr mit diesen euch neue Waffen, Aufrüstungen und Gerätschaften kaufen könnt. Das ganze geht über ein üppiges Levelup-Menü, welches keine Wünsche offen lässt.
Insgesamt gibt es mehr als 8 Stränge, wo ihr eure Fertigkeitspunkte nach Herzenslust verballern könnt. Je mehr ihr allerdings bei einem Strang freischaltet, desto bessere Sachen bekommt ihr und desto teurer werden die Gegenstände. So kostet eine neue Waffe gleich fünf Punkte, während die Aufrüstung für den Granaten-Weitwurf nur einen Punkt kostet. Hier müssen die Spieler versuchen, ihren individuell gestalteten Charakter zu optimieren.
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Stellt ihr allerdings nach einiger Zeit fest, dass ihr euch falsch gelevelt habt, könnt ihr gegen eine gewisse Anzahl von XP neu leveln. Dabei bekommt ihr jeden bereist eingesetzten Fertigkeitspunkt zurück. Im Rang sinkt ihr dadurch zwar nicht, jedoch müsst ihr danach einige Punkte mehr erreichen, um das ganze nochmal zu machen. Es bedarf schon einer Struktur und einem glücklichen Händchen, die perfekten Dinge heraus zu picken.
Ausgewählt werden die Waffen dann in Waffenkits, die vorm Spiel erstellt werden müssen. Insgesamt fünf Waffenpacks kann der Spieler frei nach seinen Wünschen gestalten.
Aber auch hier muss der Spieler sorgsam entscheiden, da ihr nur eine gewisse Anzahl an Credits habt, die ihr für eure Packs ausgeben könnt. Schwere Rüstung, Reparatur-Gegenstände und Waffen mit Zusatzgegenständen fallen hier mächtig ins Gewicht. Geschickte Spieler erstellen sich daher gleich mehrere Kits, um damit alle Spielsituationen abzudecken.

Alte Schule mit neuen Regeln.

Bei den Modi hält sich MAG strickt an die ganzen Klassiker. Team-Deathmatch, Zonen-Kampf und EDF sind hier in abgewandelten Modi vertreten.
Insgesamt erwarten euch hier vier verschiedene Modi die ihr bestreiten könnt. So gibt es einmal ein Team-Deathmatch, welches nur mit 64 Leuten und der eigenen Fraktion gespielt werden kann. Im Sabotage Modus müssen zwei separate Punkte gleichzeitig eingenommen werden. Ist das geschafft, konzentriert sich das Geschehen nur noch auf den finalen Punkt. Auch dieser Modus wird mit 64 Spielern bestritten. Mit Übernahme kommt das Spiel dann in den großen Zahlenbereich. Mit 128 Spielern auf einer Map muss nun versucht werden, insgesamt 2 Fahrzeuge einer Fraktion zu stehlen. Und mit Domination kommt das Spiel dann zur vollen Geltung. Insgesamt 256 Spieler kämpfen um Ölterminals auf einer riesen Map.
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Bis auf den Domination Modus erinnern alle Modi stark an Klassiker aus anderen Spielen, alle halt etwas abgewandt. Bevor es allerdings losgeht, kann sich noch allerhand zu dem Modus angeschaut werden. So gibt es eine Echtzeit-Statistik, die anzeigt wie gut die jeweilige Fraktion ist. Wer in den jeweiligen Modi die Nase vorn hat, wird vom Spiel mit Boni belohnt.
Außerdem lässt sich noch einsehen, wie viele Spieler gerade diesen Modus spielen. Wer einen Modus spielen möchte, der tritt dann alleine oder in einer Gruppe aus maximal acht Spielern einer Warteschlange bei.
Und hier macht sich leider ein großes Manko von MAG bemerkbar. Es gibt weder eine eigens gewählte Kartenauswahl, noch gibt es keine feste Rotation. So kann es passieren, dass man drei mal hintereinander auf derselben Map spielen darf, obwohl man doch so gerne mal auf einer anderen Karte spielen möchte. Besonders schade ist es dann, wenn man bei seinem Lieblingsmodus immer nur verteidigt und doch ganz gerne mal angreifen möchte.
Eine weitere Ernüchterung ist die doch mangelnde Kartenauswahl. Warten Konkurrenten wie Modern Warfare 2 mit satten 20 Karten auf, so hat MAG gerade mal drei Karten pro Spielmodus, nämlich die jeweilige Fraktionsmap. Macht also insgesamt 13 Karten auf denen man sich austoben kann, allerdings halt immer Modi bedingt.

Zerstört den Bunker, bringt Sprengsatz am Tor an und zerstört den Transporter!

Mit MAG möchte Sony natürlich nicht nur Multiplayerschlachten mit großen Zahlen erzielen, auch das Gameplay ist bisher einmalig für einen FPS. Ein wesentlicher Bestandteil eurer Karriere besteht nämlich darin, euch das Kommandorecht zu holen. Bis es allerdings soweit ist, dauert es.
In MAG gibt es nämlich eine feste Struktur der Aufgabenverteilung, auf die es besonders im Domination und Übernahme Modus ankommt. So ist erst einmal jeder Soldat ein einfacher Soldat ohne Rechte. Sobald man allerdings Rang 15 erreicht, hat man sich das Leader-Recht erarbeitet.In MAG sind die Teams nämlich in 8er-Squads aufgeteilt. Insgesamt sind immer vier Squads ein Platoon.
Als Squad-Leader habt ihr euch die Führung eures Sqauds zur Verantwortung gemacht und habt nun die wichtige Aufgabe, Ziele für eure Kammeraden zu markieren.
ES dreht sich nämlich alles darum, Dinge zu zerstören und den Feind zurück zu drängen. Überall auf der Map gibt es viele Dinge, wie Bunker, Straßensperren, Tore oder Mörser. Es gibt jedesmal Punkte fürs Sprengladung anbringen bzw. Etnschärfen. Explodiert allerdings das Scharfgemachte, bekommt der Spieler ordentlich Punkte. War das Ziel noch als Squadziel, also vom Leader markiert, gibt’s die gleichen Punkte nochmal als Squadbonus oben drauf. Alle Maps sind dabei allerdings gleich aufgebaut. Zuerst kommen Sperren und Bunker. Danach kommen spezielle Dinge wie die Flak, oder die Mörser. Schafft man es diese auch zu zerstören, kann das Team einen alternativen Spawnpunkt freischalten und zwar in Form eines Helis oder eines Flugzeuges, wo man sich mit einem Fallschirm runter stürzen darf.
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Theoretisch klingt das ganze zwar recht einfach, aber auch hier gibt es wieder entscheidende Punkte, die einem doch ein Übel im Auge sind.
So wäre da einmal die Spwanzeit. Bis zu 20sek. darf man warten, bis man endlich wieder in den Kampf kann. Besonders wenn es um was wichtiges geht, ist es ärgerlich lange warten zu müssen und vor allem spwant man oftmals recht weit vom Geschehen entfernt. So kann es einem passieren, dass man nach 15sek Wartezeit ganze 2 Minuten durch die Pampa sprintet und kurz vorm Schlachtfeld gleich wieder erledigt wird und dann darf man den ganzen Weg wieder hinter sich bringen und wieder und wieder und wieder.

Zum Glück ist das Sprinten durch die Pampa dank der großen Maps immer wieder ein Erlebnis.
Keiner Map gleicht der Anderen und alle, besonders die großen, wurden gut gestaltet und es gibt unzählige Deckungsmöglichkeiten und kleine Schleichwege. Auch die Grafik macht einen soliden Eindruck.
Sicherlich ist MAG kein Spiel mit großer Grafikpracht, aber das muss es auch nicht, denn die Spiele laufen meistens durchgehend flüssig und die Framerate bleibt in den meisten Fällen stabil. Nur wenn sich zum Schluss eines Domination Matches 60 Spieler am selben Ort befinden, wird es ziemlich hektisch und dann kann auch schon mal der ein oder andere Ruckler vorkommen. Aber MAG muss sich auf keinen Fall vor der Konkurrenz verstecken, da die Grafik trotzdem gut gelungen ist und vor allem die Wartezeit um in ein Match rein zu kommen erstaunlich gering ist.
Spielerisch gilt aber die Faustregel: Erst eingewöhnen und dann meckern, denn die Steuerung in MAG ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und man muss sich erst ein paar Stunden einarbeiten, um sozusagen in der Materie zu sein.
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Ein zweiter Kritikpunkt der sich schnell im Spiel bemerkbar macht, sind unzurechnungsfähige Leader. Denn nicht gerade selten ist man Teil eines Squads, dessen Leader sich nicht darum schert Ziele festzulegen. Ist man nun jemand der sich gerne an solche Aufträge macht, da er nicht nur Bonuspunkte bekommt, sondern auch allgemein wegen dem Spielspaß, so ist für ihn das Spiel in dem Sinne gelaufen, da er nichts zu tun bekommt. Das Problem hieran ist, dass einfach willkürlich ein Leader ausgesucht wird.
Sobald sich jemand um einen Leaderposten bewirbt, kann er theoretisch auch gewählt werden. Das ganze wird natürlich vorm Spiel angezeigt. Außerdem kann man während des ganzen Spiels niemanden direkt muten. Man kann nur sich selbst und alle anderen muten, was schade ist, wenn man sich mit zwei Mitspielern unterhält und die die anderen auch immer hören muss.
Dafür funktioniert das Zusammenspiel mit Clankollegen oder Kumpels super. Besonders mit vielen Leuten in einem Squad kann man viel erreichen und genau hier macht sich die Stärke von MAG bemerkbar. Es ist nicht umsonst ein Teamplay ausgelegter Shooter, immerhin kann man viel mehr erreichen und mit mehreren machts gleich noch mehr Spaß. Eine Clanfunktion gibt es auch, wobei sich diese lediglich aus Clan erstellen und Kürzel vorm Namen haben versteht.
Clanwars o.ä wird man nicht austragen können, dafür sind die Modi zu groß.

Fazit:

Eine neue Dimension des Multiplayers bricht an. Mit MAG wagt sich Sony erstmals in eine Bereich der Spieler vor, der über die 200 geht. Das ganze entpuppt sich als solider Taktik-Shooter, der sich durch seine Epischen Schlachten, seinem einmaligen Gameplay und dem Levelup-Menü auszeichnet.
Doch der Schein trügt.
Unter der Haube befinden sich ein paar gravierende Spaßverderber, wie die knappe und vor allem unkontrollierbare Auswahl der Maps pro Modus, oder die Spawnzeit und das zum Teil lange umhergelaufe zum Schlachtfeld. Auch können unaufmerksame Leader den Spaß dämmen. Außerdem ist die Langzeitmotivation sehr vom Erfolg der Fraktion und den Maps abhängig.
Trotzdem bietet MAG einige Stunden Spielspaß, denn immerhin trumpft es immer noch mit der Spieleranzahl. 256 Spieler macht so leicht niemand nach und das soll schon was heißen.

Gutes

Spiel mit 256 Spielern gleichzeitig auf einer Map.
Neues Spielsystem mit sehr vielen taktischen Elementen.
Gut ausbalanciertes Charaktersystem, mit sehr viel Freiheiten
Es wird viel Wert auf "Squad-Play" gelegt.

Schlechtes

Zu wenig Maps, die sich zum Teil sehr oft wiederholen.
Die Spawnzeit ist zu lang, da man noch teilweise Minuten verbringt zum Schlachtfeld zu laufen.
Bei vielen Spielern auf einem kleinem Fleck, kommt es oft zu Slow-Downs, was sich aufs Spiel auswirkt.

8.0 Sehr gut

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