Märchenfigur im Test: The Wolf Among Us – Episode 2: Smoke and Mirrors

Getestet von | 09.02.2014 um 19:55 Uhr

In Fabletown geht ein Mörder umher, der seltsame Gelüste hegt: Prostituierte scheinen seine liebsten Opfer zu sein und so muss Sheriff Bigby Wolf einspringen, nach Spuren suchen, Zeugen … überreden, etwas preiszugeben und Hinweise auf den Mörder suchen. Hätte man es dabei mit ganz normalen Menschen zu tun, wäre das alles kein Problem. Doch in Fabletown wimmelt es nur so von Märchenwesen, die ganz gern ihr wahres Ich zeigen, wenn es gefährlich wird. Ob die zweite Episode von The Wolf Among Us genauso gut ist, wie die erste, verraten wir euch in unserem Test.

The Wolf Among Us Episode 2 Banner

Vielleicht kommt der Prinz…?

The Wolf Among Us Episode 2: Smoke and Mirrors schließt da an, wo die erste Episode aufgehört hat und erzählt die Geschichte ohne Umschweife weiter, wie es sich für ein Episodenspiel auch gehören sollte. Um nicht unnötig zu spoilern, reißen wir die Geschichte hier nur grob an, sonst wäre ja am Ende die ganze Überraschung dahin.
Die zweite Episode beginnt damit, dass ihr aussagen sollt, denn erneut wurde vor eurer Tür der Kopf einer jungen Dame gefunden. Ihr standet ihr sehr nahe, weswegen euch die Polizei ein wenig verdächtigt, allerdings werdet ihr von Crane, eurem Chef, gerettet. Er bringt euch zu demjenigen, den ihr am Ende der ersten Episode festgenommen habt, sodass ihr diesen nun verhören könnt. Ob mit Gewalt oder doch als guter Cop obliegt ganz euch.
Während ihr jedoch versucht, etwas aus eurem Gefangenen herauszubekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Besagte, totgeglaubte Person taucht wieder auf und eine Leiche ohne Kopf wird gefunden. Ihr müsst als Bigby nun jeder Spur folgen, die euch einen üblen Serienkiller mit ziemlich interessantem Fetisch präsentieren, der wirklich kaum zu übertreffen ist.
Auch in der zweiten Episode wissen die Jungs von Telltale wie man eine Geschichte zu erzählen hat, denn nicht immer sind alle Ereignisse so vorherzusehen, wie sie letzten Endes im Spiel geschehen und gerade das macht es so interessant. Denn wenn es möglich ist, mit dem Glamour-Zauber der zu sein, der man will, sind dann auch wirklich alle Charaktere diejenigen, für die sie sich ausgeben?

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Kein schillernder Prinz für die Technik

Einiges macht die zweite Episode im Vergleich zur ersten schon besser: Die einzelnen Kameraeinstellungen beginnen nicht mehr mit einem kurzen Ruckeln, sondern laufen flüssig ab. Das ist schon mal gut, dafür ruckeln sich die Figuren nun in verschiedenen Umgebungen wie beispielsweise dem Business Office nur so durch die Gegend, so als würde zwischendrin eine Animation fehlen. Stellenweise frieren die Bilder dieses Mal sogar wirklich für längere Zeit ein. Das Drücken der PS-Taste hat bei uns Abhilfe geschaffen, denn komplett gefreezed war die PlayStation 3, immerhin etwas. Aber diese kurzen Freezes nehmen einem fast schon den Spaß am Spiel. Am schlimmsten ist es genau dann, wenn man einen Teil abgeschlossen ist und eine Trophäe erhalten hat. Da waren die ersten Kurzfilme ein größerer Genuss.
Ebenfalls fällt auf, dass die Figuren manches Mal bereits im Ladebildschirm anfangen zu reden, allerdings meist so undeutlich, dass man es nicht versteht – zumal das Gespräch ohnehin erneut beginnt, wenn alles zu sehen ist. Und wenn wir einmal bei den Gesprächen sind: Wir hatten mehrfach den Fall, dass wir eine Antwort ausgewählt haben, Bigby dann aber etwas anderes gesagt hat. Das hat dann immer dazu geführt, dass das Gespräch zum Anfang zurückgesprungen ist und erst dann das gesagt wurde, was wir ausgewählt hatten. Sehr schade. Man möchte doch meinen, dass es sich bei der PlayStation 3 für Telltale um kein Neuland mehr handelt.
Ebenfalls verhalten sich erneut einige Objekte seltsam, so als würden sie ein Eigenleben besitzen. Eine gefundene Brosche beispielsweise springt in der Hand herum, die Hand selbst bleibt jedoch ruhig. Vielleicht haben wir auch irgendwo überlesen, dass Gegenstände auch Märchenfiguren sind, anders könnten wir uns dieses seltsame Eigenleben nicht erklären.
Was wir in der ersten Episode noch mehr oder weniger gelobt hatten, war das geringe Kantenflimmern, das sich nun jedoch stellenweise zu einem unerträglichen Flimmern entwickelt hat. Einiges lässt sich gar nicht betrachten, da sich die Kanten einen Wettkampf im Flimmern geliefert haben. Allerdings fällt das Kantenflimmern komplett weg, wenn sich kein Objekt bewegt. Das ist schon mal ein Pluspunkt.

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Ich kann dich nicht hören!

Ja, die Synchronsprecher sind abermals gut gewählt, auch wenn man den Figuren nicht immer ganz ihre Emotionen abnimmt. Aber dieses Mal versteht man die Figuren stellenweise wirklich nicht. Abhilfe können hierbei die Untertitel schaffen, die im Übrigen nicht immer ganz zu dem passen, was gesagt wird. Aber gut, bei welchen Untertiteln ist das schon der Fall?
Positiv lässt sich vermerken, dass der Controller dieses Mal weitaus besser reagiert als noch in der ersten Episode. Kann aber vielleicht auch nur daran liegen, dass man dieses Mal nicht ganz so viel drücken muss. Trotz unseres ganzen Gemeckers ist jedoch auch die zweite Episode von The Wolf Among Us gelungen, denn es macht Spaß, diesem selbstgefälligen Serienkiller auf die Schliche zu kommen und sich dabei entscheiden zu können, ob man nun als Guter oder doch als Böser agiert.

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Where is my Happy End?

Telltale, Telltale. Manchmal fragen wir uns, ob die Entwickler ihre Spiele mit der rosaroten Brille anschauen, bevor sie sie veröffentlichen. The Wolf Among Us Episode 2 Smoke and Mirrors ist keineswegs ein schlechtes Spiel, trotzdem hätte ihm ein wenig Feinschliff sehr gut getan. Das Ruckeln muss nicht sein, die Bildfreezes ebenfalls nicht. Und Objekte, die ein Eigenleben entwickeln und starkes Kantenflimmern?
Dafür lässt sich sagen, dass der Controller weitaus besser auf die Eingabe reagiert als noch in der ersten Episode. Auch die Synchronsprecher machen eine hervorragende Arbeit, wenn auch stellenweise etwas arg leise. Wer jedoch auf eine knallharte Spielserie steht, bei der man einen ziemlich schrägen Serienkiller suchen muss, der sollte sehr dringend zu The Wolf Among Us kaufen. Die zweite Episode lässt sich dieses Mal auch den Zartbesaiteten empfehlen, denn sie ist weniger blutig als noch die erste Episode. Und wenn man sich die Story mit ihren Wendungen besieht, so hat Telltale zumindest hier wieder einmal eine Glanzleistung vollbracht. Wie auch schon der erste Teil ist auch der zweite Teil einen Blick wert, vielleicht mit der rosaroten Brille dann.

Hier geht es zum Test der ersten Episode.

Gutes

+ Gut inszenierte Geschichte
+ Tiefgehende Charaktere
+ Eingabe funktioniert besser
+ Spannende Atmosphäre

Schlechtes

- Häufige Bildfreezes
- Starkes Kantenflimmern
- Schlechte Abmischung beim Sound
- Starke Ruckler bei Bewegung
- Dinge haben weiterhin Eigenleben

8.0 Sehr gut

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