Madden NFL Arcade – Review

Getestet von | 21.01.2010 um 00:00 Uhr

In wenigen Tagen ist es wieder soweit. Ein in Deutschland kaum beachtetes Ereignis zwingt weltweit eine Milliarde Zuschauer vor die Fernseher. Im sonnigen Florida/USA wird am 07. Februar 2010 der Superbowl XLIV ausgetragen. Während die Werbeträger sich einen Auftritt ihres Produkts in der Pause mehrere Millionen Dollar kosten lassen, werden „The Who“ dieses Jahr die Bühne in der Halbzeitshow rocken. Zur Einstimmung auf dieses mediale Ereignis der Superlative hat EA Sports den Playstation Store mit Madden NFL Arcade gesegnet. Unsere Meinung zu diesem Spiel lest ihr in dieser Review.

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Was ist eigentlich Football?

Was für uns jedes Jahr die Herbstausgabe von FIFA ist, ist für die US-Amerikaner das jährlich erscheindende Madden NFL. Das Football-Franchise erfreut sich in den Vereinigten Staaten wachsender Beliebtheit und ist aus den Händlerregalen nicht mehr wegzudenken. Für den Durchschnittseuropäer ist American Football dann doch eher die Sportart, wo sich fette Amerikaner die Köpfe einrennen. Mangelnde Regelkenntnis machen die Verwirrung komplett und so wird Madden NFL von EA Sports für Deutschland schon gar nicht mehr released. Madden NFL Arcade gibt uns ignoranten Fussball-Fetischisten jetzt aber die Chance, ein wenig in die Sportart mit dem eierigen Schweinsleder hinein zu schnuppern. Im Gegensatz zum klassischen Madden NFL gewinnt hier nicht der Spieler, dessen Playbook über 120 einstudierte Spielzüge verfügt. Hier gewinnt man mit Witz und Unfairness.

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Bedingter Realismus

Die Regeln sind leicht abgewandelt und zwingen den Football-Fan in den ersten Minuten zum Umdenken. Neueinsteiger bekommen allerdings eine gute Möglichkeit, dem Sport spielerisch ein wenig näher zu kommen. Es spielen lediglich zweimal fünf Spieler gegeneinandern. Der Spieler hat vier Versuche bis zum Touchdown. Von der eigenen 20 Yard Linie muss also in vier Versuchen die gegnerische Endzone über das verkürzte 60 Yard Spielfeld erreicht werden. Dafür hat der Spielführer am Controller lediglich vier Spielzüge zur Verfügung: Running Game, Short Pass, Medium Pass und Deep Pass. Reichen diese vier Versuche nicht aus, den Ball in die Endzone zu befördern, übernimmt im Anschluss der Gegner und wir selbst spielen dann die Defense. Auch hier sind die Möglchkeiten stark eingeschränkt. In der Verteidigung kann man zwischen Blitz, Short Coverage, Medium Coverage und Deep Coverage auswählen. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, dem versichern wir, dass sich Madden NFL Arcade von selbst erklärt.

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Weniger Regeln, mehr Spielspaß

Was an Spielzügen und Feldspielern fehlt, versucht EA Sports mit Game Changern wieder wett zu machen. Es gibt dreizehn verschiedene Features dieser Art, die bei Aktivierung verschiedene Effekte auf Spiel oder Gegner haben. Da friert zum Beispiel ein gegnerischer Linebacker am Boden fest oder der eigene Quaterback wirft drei Bälle auf einmal. Andere Game Changer lassen das Spiel jeweils langsamer oder schneller ablaufen oder man bekommt einfach ein Extra Down. Vor jedem Spielzug werden für beide Seiten die Game Changer zufällig ausgelost. Diese kleinen Einlagen machen Madden NFL Arcade erst richtig lustig und passen zum Spiel wie ein Tackle auf den Runningback. Dass es sich hier um einen Low-Budget-Titel handelt merkt man trotzdem spätestens beim ersten Start des Spiels. Das Menü bietet lediglich die Möglichkeit für ein Sofortspiel oder den Einstieg ins Online-Universum. Das Sofort-Spiel kann mit bis zu vier Spielern absolviert werden. Online geht es dann nur noch Mann gegen Mann. Hier kann ganz klassisch zwischen Ranglisten-Spielen und Spielen ohne Wertung gewählt werden. Trainigsmöglichkeiten gibt es leider nicht. Was den Anfänger ein wenig vor den Kopf stößt ist aber schnell verschmerzt. Das erste Offline-Spiel genügt völlig, um sich mit Regeln und der intuitiven Steuerung vertraut zu machen.

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Fumble

Madden NFL Arcade hat als Ableger von EA Sports ebenfalls sämtliche Lizenzen, die auch das Hauptspiel zu bieten hat. Hier wird nur nicht versucht, die Spieler fotorealistisch darzustellen. Ähnlichkeiten mit ihren sterblichen Ebenbildern haben die Spieler zwar. Hinsichtlich der Körperform werden sie jedoch ordentlich durch den Kakao gezogen. Receiver sehen aus als würden sie sich bei Germanys Next Topmodel bewerben können und Linebacker sind alle als kastenförmige Klöpse dargestellt. Jedes Team hat zwar sein Heimstadion portiert bekommen. Eine grafische Meisterleistung ist das jedoch auch nicht. Besonders die prall gefüllten Zuschauerränge sehen nicht so prickelnd aus. Die musikalische Untermalung ist ebenfalls nicht gerade umfangreich. Lediglich zwei Songs zieren das Menü und Spielgeschehen. Dem Arcade-Faktor wird die technische Komponente von Madden NFL Arcade dennoch gerecht. Offline wie Online läuft alles ruckelfrei und der Gesamteindruck passt.

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Field Goal?

Wem das Gesamtpaket nicht genügt, dem legen wir das jährlich erscheinende Madden NFL ans Herz. Dort kann in ausgeklügelten Spielzügen die eigene Taktik perfektionert und lupenreine HD-Grafik genossen werden. Es gibt dort auch genug Mini-Games, die das Arcade-Herz höher schlagen lassen. Für einen ersten Kontakt mit American Football ist Madden NFL Arcade aber uneingeschränkt zu empfehlen. Die Spiele machen einfach Laune und mit den Game Changern hat der Arcade Titel ein tolles Feature, dass die jährlich erscheinende Disc-Version nicht zu bieten hat. Wer es also mit diesem Sport nicht so ernst nimmt, bekommt ein tolles Spiel für wenig Geld.

Gutes

Gelungener Einstieg ins Footballuniversum
Hoher Spaßfaktor
Inklusive NFL-Lizenz
Einwandfreie Steuerung

Schlechtes

Dürftiger Umfang
Mittelmäßige Grafik
Wenig Abwechslung beim Sound

8.0 Sehr gut

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