Madden NFL 12 – Review

Getestet von | 25.09.2011 um 00:00 Uhr

Football is coming home! Nachdem sich EA Sports im letzten Jahr entschloss, den Release von Madden NFL 11 nicht nach Deutschland zu bringen, liegen die Karten jetzt anders. Madden NFL 12 erscheint wieder in unseren Verkaufsregalen. PS3inside testet für euch, ob die Umsetzung an den Glanz vergangener Madden-Jahre anknüpfen kann oder ob die Football-Simulation wieder von unserem Kontinent verschwinden sollte. Letztendlich wird aber der Kunde darüber entscheiden, ob nächstes Jahr der sichere Release wieder dem deutschen Gamer vorenthalten wird. Wer wissen will, ob sich der Kauf lohnt, liest am besten einfach weiter.

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Kickoff

Wir erinnern uns dunkel an Madden NFL als Bestandteil der jährlich erscheinenden Sportsimulationen. Damit war seit 2009 Schluss. Seitdem hat es nur ein Mini-Madden ins PSN geschafft. Ob die fehlende Jugendfreigabe, mangelnde Regelkenntnis der Europäer oder einfach keine Zielgruppe dafür verantwortlich war, ist uns jetzt schnuppe. Der Umfang scheint sich auf den ersten Blick nicht besonders verändert zu haben. Neben dem Franchise ist der Superstar Modus zentraler Bestandteil bei Madden NFL geblieben. Der eigene Spieler wird hier in die NFL gebeamt und die Traumkarriere gestartet. Leider wurden hier einige Einschnitte vorgenommen. So ist die Gestaltung des Alltags in der Profiliga diesmal auf Spielfeld und Trainingszentrum beschränkt worden. Vorbei sind die glanzvollen Zeiten mit TV-Auftritt und Interviews neben dem knallharten Football-Alltag. Das Leben des eigenen Superstars spielt sich nur noch unter dem Helm ab. Der Spieler kann jetzt Skill-Points auch während des Trainings sammeln und somit etwas schneller die Fähigkeiten ausbauen. Das ist realistischer. Die Unterscheide wirken sich aber nur marginal auf das Spielverhalten aus. Schön ist, dass das Equipment jetzt aus einem großen Pool von Footballartikeln nach Belieben zusammengestellt werden kann. Der Superstar-Modus macht immer noch Spaß. Aufgrund der weggefallenen Outfield-Aktivitäten ist der Langzeitspielspaß aber leider nicht mehr ganz so gegeben.

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Finanzkrise

Der Franchise-Mode ist allerdings mächtig aufgeblasen worden. Hier hat Electronic Arts bei Madden NFL 12 eindeutig einen Schwerpunkt gesetzt. Das favorisierte Team kann hier komplett verwaltet und gesteuert werden. Bereits in der Preseason wird das Team mit 75 Spielern gestartet und bis zum Saisonstart gehen die guten Spieler ins Töpfchen und die schlechten zum Arbeitsamt. Der Team-Scout hält immer ein Auge auf den Nachwuchsmarkt und nebenbei müssen Spieler getradet, trainiert und immer das Budget im Auge behalten werden. Electronic Arts hat alleine im Franchise über 100 neue Funktionen versprochen. Wir haben zwar nicht nachgezählt aber es ist spürbar.

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Hit Stick

Das Gameplay ist stark vereinfacht worden. Vorbei sind die Zeiten, in denen während 30 Sekunden durch unzählige Spieloptionen gescrollt werden muss, um den passenden Spielzug zu finden. Der Anfänger hat eh immer Mr. Madden gefragt und brav gespielt, was der Meister vorgeschlagen hat. Jetzt stehen mehrere Spieloptionen zur Auswahl. Die Option, das gesamte Playbook zu durchwühlen, ist natürlich weiterhin vorhanden und wer möchte, darf dann auch strategische Spielzüge selbst erstellen. Bei Madden NFL 11 gab es noch die Option, sich die Spielzüge via Kopfhörer von der Trainerbank zuflüstern zu lassen. Das hat sich positiv auf den Spielfluss ausgewirkt und zum Realismus beigetragen. Diese Option hat EA aber leider wieder eingestampft. Den Sprint startet der Spieler jetzt automatisch. Das ist schonmal eine Taste weniger zu bedienen und man kann sich mehr auf die tausend anderen Kleinigkeiten konzentrieren. Negativ hat sich die Punt-Steuerung entwickelt. Im Vorgängertitel konnte man aus der Ego-Perspektive des Punters den Schuss dosieren. Jetzt wird Stärke und Genauigkeit über einen dreidimensionalen Tachometer dosiert. Das sieht nicht nur grottig aus, es fühlt sich auch komisch an. Das ist jetzt aber Leiden auf hohem Niveau. Die Steuerung ist einstiegerfreundlich und kann nach Belieben variiert werden. Hier hat Madden sich eindeutig verbessert.

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Flag

Was die Synchronisation angeht, so hat es sich Electronic Arts ein wenig einfach gemacht. Wir haben noch nie die Toten Hosen als Stadionmusik, deutsche Kommentatoren oder Fangesänge erwartet. Zumindest das Menü hätte man aber in die deutsche Spracke umsetzen können. Für amerikanische Verhältnisse ist die Soundkulisse allerdings ein Ohrenschmauss. Genialer Sound in den Menüs, Stadien und während des Spiels, mitfiebernde Kommentatoren und das Geschrei von 70.000 Fans schaffen eine geniale Atmosphäre. Die Grafik hat sich auch verbessert. Der Rasen ist jetzt erstmalig in 3D animiert. Das Gras ist auch vernünftig ins Spiel integriert worden. So kann der Spieler sich buchstäblich durch das Spielfeld graben. Herausgeschlagene Divots sind somit nicht mehr nur Tiger Woods PGA Tour vorenthalten. Noch mehr Bewegungsanimationen, zusätzliche Wettereffekte wie Regentropfen auf der Kameralinse und noch mehr Animation der Fans und abseits des Spielfeldes sorgen für realistisches Footballfeeling. Leider ruckeln die Videosequenzen relativ häufig. Das Spielgeschehen läuft aber einwandfrei und flüssig. Die Menüs unterstützen zusätzlich den Eindruck, den das Spiel schon vom Gameplay her macht.

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Overtime

Nach einer Auszeit in Deutschland meldet sich die NFL zurück. Der Wiedereinstieg ist rundum gelungen. Madden NFL 12 ist von der Steuerung her stark verbessert und insgesamt vereinfacht worden. Football auf der Spielekonsole ist kein Rasenschach mehr sondern ein reinrassiger Actionspass. Für den Superstar-Modus wünschen wir uns wieder etwas mehr Action ausserhalb des Spielfelds. Was nützt uns der größte Erfolg, wenn er nicht vernünftig gewürdigt wird?! Insgesamt geht Madden eindeutig einen Weg zu mehr Arcade-Gameplay. Das erleichtert den Einstieg. Was eingefleischte Football-Strategen dazu sagen, können wir uns aber fast denken. Aber auch Hardcore-Strategen können noch genug der Arcade-Spielereien abschalten und somit wieder so Football spielen, wie es damals gespielt wurde… wie eine brutale Partie Rasenschach.

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Gutes

Tolle Atmosphäre
Genialer Sound
Gelungene Wetteranimationen

Schlechtes

Keine deutsche Synchronisation
Be a Pro ist nicht mehr so spannend

8.5 Sehr gut

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