Mad Max Testbericht – Ey Mann, wo ist mein Auto?

Getestet von | 17.09.2015 um 10:00 Uhr

Nachdem Warner Bros. den Filmklassiker Mad Max dieses Jahr mit Mad Max: Fury Road hat wiederauferstehen lassen, wurde natürlich die Chance ergriffen ein Spiel zu dem wieder aktuellen Franchise erstellen zu lassen. Hiermit wurde das Avalanche Studios beauftragt, die für die Entwicklung der Just Cause IP bekannt sind. Ob das Spiel dem Franchise würdig ist oder eine typische „Versoftung“ eines Filmes ist, haben wir für euch in unserem Mad Max PS4 Testbericht herausgefunden.

Ein Mann und sein Auto

Das Mad Max Franchise spielt im postapokalyptischen Australien, zu einer Zeit in der es so gut wie keine Vegetation mehr gibt, die Menschheit in elendigen Zuständen lebt und nur noch zwei Dinge wichtig sind: Wasser und Benzin. Wer nicht verdurstet oder durch den Hungertod zugrunde geht, muss trotzdem mit der stetigen Angst leben, von den völlig durchgeknallten War Boys erledigt zu werden, die von äußerst brutalen Anführern geführt und das Land in Angst und Schrecken versetzen. Doch Mad Max, der früher Max Rockatansky hieß und ein Polizist mit Familie war, ist einfach unaufhaltsam und brutal – wirklich brutal. Dies wird sofort im Intro zu Mad Max klargestellt, in dem er sich gegen einen großen Mob von War Boys zu Wehr setzt, die seinen Interceptor gestohlen haben. Der Interceptor ist ein schwarzer Ford Falcon, ein V8 betriebenes PS Monster, zu dem er eine sehr enge Bindung pflegt. Er steckt eine ordentliche Tracht Prügel vom Anführer ein, überlebt es und wacht noch rechtzeitig genug auf um ein anderes altes Muscle Car zu klauen und die Jagd aufzunehmen… Die Jagd auf seinen Interceptor. Yeah.
Auf dieser Jagd begleitet euch Chumbucket, ein Gollum ähnlicher kleiner Kerl, der auch spricht als wäre er aus einem Herr der Ringe Spin-Off geflohen. Trotzdem kommt er sehr authentisch rüber, wie auch der Rest der Story im Spiel. Doch das hat am Ende nicht gereicht um sagen zu können, dass die Story von Mad Max fesselt.

Highway to Hell

Mad Max ist natürlich ein Open World Spiel in dem ihr zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs seid. Letzteres wird aber häufiger vorkommen, da die Spielwelt ziemlich groß ist und man öfters mal längere Strecken bewältigen muss. Leider ist, durch das Setting bedingt, nicht viel los und die teilweise recht langen Fahrten, können mit der Zeit langweilig werden, außer ihr trefft unterwegs einen Konvoi oder geratet in einen Sandsturm. Zu Fuß lässt sich Mad Max eigentlich ganz gut Steuern, aber nicht so gut wie in anderen Spielen. Das macht sich beim Erkunden bemerkbar. So kann der wütende Max zwar Springen, aber die Situationen an denen man es muss und es auch funktioniert, kann man an einer Hand abzählen. Versucht man über Steine im Ödland zu springen, sieht man das hier nicht sauber gearbeitet wurde. Da man aber auch nie Springen muss, ist es halb so wild, denn wir fahren sowieso die meiste Zeit in unserer Karre durch die Wüste Australiens. Das Auto lässt sich ganz gut steuern, auch wenn man sich Anfangs ein wenig an die etwas schwammige Steuerung gewöhnen muss.

Durch das Erledigen von Nebenmission, Rennen mit tödlichem Ausgang oder plattmachen von War Boys bekommt Max Scrap, also Schrott, der eure Währung darstellt. Mit ihr kauft ihr neue Moves oder Upgrades für euer Auto. Das Auto kann ein wenig optisch aufgebessert werden und fährt sich gut durch die Wüste. Das benutzen der Harpune, um Scharfschützen aus ihren Häuschen zu ziehen macht Laune, so wie das auseinander nehmen eines War Boy Convoys. Diese ähneln dem Film, so dass War Boys versuchen auf euer Auto zu springen um euch untauglich zu machen. In diesem Fall müsst ihr schnell anhalten und ein paar Backpfeifen verteilen.

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Die Karte ist in Gebiete aufgeteilt, die wiederum bestimmten Gangs und Rebellen gehört. Die Rebellen sind Teil der Story und bieten zusätzlich Missionen an, die ihr neben der Story spielen könnt. Ihr müsst die Gebiete für die Rebellen zurückerobern, indem ihr Propaganda, Verteidungsanlagen und Gang Lager zerstört. Hier gibt es ein paar Variationen wie einfache Verteidigungstürme, Scharfschützentürme und Lager. In den Lagern könnt ihr euch mit Horden von Gegner prügeln, was sehr gut umgesetzt wurde, aber auch wirklich brutal ist. Bei den Schlägereien fühlt man sich an Batmans Arkham Reihe erinnert oder an Morrdors Schatten. Die Gegner Typen ähneln sich auch, so gibt es den Messertypen mit den unaufhaltbaren Angriffen, der Normale Lappen der nach Prügel schreit und die Typen die Blocken können. Sind es viele Gegner auf einmal, ist es Anfangs ziemlich herausfordernd, im Verlauf des Spiels wird es jedoch durch Upgrades wesentlich einfacher. Es macht aber immer wieder Spaß einen Mob von War Boys aufzumischen, so versucht man alle Lager auf der Karte zu finden und zu zerstören. Schade ist nur, dass alle Mini Bosse im Spiel einfallslose Klone sind, die sich nur durch andersfarbige Texturen Unterscheiden.

Wenn die Energie mal knapp wird, so könnt ihr Max mit Hilfe seiner auffüllbaren Wasserflasche wieder fit bekommen, dadurch seid ihr stets auf der Suche nach Wasserspendern. Nach einer zu wilden Fahrt ist Chumbucket, der hinten im Auto seinen Platz hat, euer Mann für eine schnelle Reparatur. Seine Öl-schwarzen KFZ-Mechaniker Finger sind immer bereit euer Baby wieder fahrtauglich zu machen, sofern ihr aus dem Auto springt bevor es explodiert – dann ist nämlich Schluss mit lustig und ihr müsst am letzten Autosave Checkpoint neu starten. Habt ihr euer Auto irgendwo vergessen oder denkt euch“ Ey Mann, wo ist mein Auto?“, könnt ihr eine Notsignal Pistole abfeuern und Chumbucket setzt sich hinter das Steuer um euch das Gefährt zu bringen. Doch Achtung – Chumbucket ist ein besserer Handwerker als Fahrer und nietet euch gerne mal um, bevor ihr einsteigen dürft. Wie auch im echten Leben fährt euer Auto nicht mit Luft sondern mit Benzin, welches ihr überall in der Spielwelt in Benzinkanister- Form finden könnt. Ebenfalls könnt ihr durch das Sammeln von Bauteilen, jedes Rebellenversteck um bestimmte Bau- Projekte bereichern, die euch im Gegenzug mit Munition, Benzin oder regelmäßigen Scrap Lieferungen versorgen. Dies ist äußerst praktisch um alle Skills für Max und sein Auto zu kaufen.

Gutes

- Sehr umfangreich dank großer Map und vielen Nebenmissionen
- Kämpfe machen sowohl zu Fuss als auch im Auto Spaß
- Schöne visuelle Präsentation und Umsetzung des Settings
- Cooler Fotomodus

Schlechtes

- Wenig Abwechslung bei den Nebenmissionen
- Teilweise starke Framerate Einbrüche
- Die langen Autofahrten werden besonders im Endgame ziemlich langweilig
- Keine Musik beim Autofahren (wird durch den USB Media Player wieder gut gemacht)

7.8 Gut

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