Lords of the Fallen – Review

Getestet von | 30.10.2014 um 15:41 Uhr

Mächtig klingt der Titel und auch eine mächtige Last liegt auf den Schultern des polnisch/ deutschen Entwicklerpaar CI Games und Deck13. Beide sind in der Spielebranche kein unbeschriebenes Blatt. CI war für den durchwachsenen World War II Shooter Enemy Front verantwortlich. Deck13 hat sich im RPG Bereich mit dem PS3 Spiel Venetica und dem Adventurespiel, Ankh einen Ruf gemacht. Lords of the Fallen will in die Fussstapfen der Demons bzw. Dark Souls Reihe treten. Die ersten bewegten Bilder im Jahre 2013 zauberten eine grafische Pracht auf den Bildschirm. Die Entwickler versprachen ein intensives Kampferlebnis mit Taktik und vielen Bildschirmtoden. In meinem eigenen Interesse musste ich mein Souls Fanboy Dasein aufheben, um mich ganz diesem neuen Projekt widmen. Wie viel von den Vorbildern wirklich in diesem Spiel stecken, erfahrt ihr hier.

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Die Hand Gottes ragt als Monument des Sieges der Menscheit über den Krieg gegen ihn und seine Armee

Gefallener Gott, Schöpfer der Welt, höre meine Stimme

Vor tausenden von Jahren entfachte ein Krieg zwischen der Menschheit und ihrem Gott Adyr. Untypisch für einen Gott, wurde er von den Menschen, vertreten durch die obersten drei Richter, in die Knie gezwungen. Die gewaltige Hand des Gottes ragte tausende von Jahren als Monument des Sieges hervor. Nun nach 8000 Jahren, fallen die Dämonen der Rhogar über dieses Land herein und mit ihnen die Kriegsmeister als Vorzeichen, dass Adyr auf Rache aus ist. So entfachte ein neuer Krieg und mittendrin seid ihr, Harkyn ein Verbrecher im Gesicht gezeichnet mit Symbolen einer alten Sprache. Der Mönch Kaslo hat euch aus dem Verlies geholt, denn diese Welt braucht mehr Krieger und da zählen die Taten von Harkyn nicht. Zumal wir mehr nicht erfahren sollen, vorerst. Aus diesem Grund ist es auch Rollenspiel untypisch, dass wir unseren Harkyn nicht vom Aussehen verändern können. Es gibt lediglich zwei Zusammensetzungen aus der Magie- und Fähigkeitenklasse. Daraus resultieren dann verschiedene Konstellationen mit ihren eigenen Grundwerten in den Skills. Es gibt drei von jeder Klasse. In der Magieklasse sind Trost, Täuschung und Prügel vertreten. Trost bezieht sich auf Defensivzauber. So baut ihr für kurze Zeit Schilde auf und regeneriert Leben. Täuschung ist mit hinterhältigen Angriffen zu vergleichen. Harkyn kann z.B. zwischen den Dimensionen verweilen, um sich an Gegner heranzuschleichen und einen kritischen Treffer ausführen. Zu guter Letzt ist da noch Prügel. Hier stehen die Zauber auf Angriff. Stärkt euch und schöpft für kurze Zeit aus einem unbegrenzten Vorrat der Ausdauer. Jede Magieklasse besitzt vier verschiedene Zauber die aufgewertet werden können. Kombiniert nun die gewünschte Magie mit einer der drei Fähigkeiten.
Der Schurke kämpft mit leichter Rüstung und einem Dolch in jeder Hand. Schnell und wendig, aber ohne Blockfunktion. Als Kleriker liegt euch der Glaube mehr am Herzen und somit die Magie. Der Krieger steht auf pure Gewalt, schwere Rüstung und Schilde. Es sei aber noch gesagt, egal für welche Kombination ihr euch entscheidet, wenn der Skill stimmt, dann kann euer Held alles im Laufe des Spiels werden was er will. Wenn ihr denkt, dieser Dämon ist nicht mit schwerer Rüstung zu knacken, dann sattelt auf leichtes Geschirr um und versucht es damit. Grundsätzlich gefällt die begrenzte Auswahl, da wir nicht so lange überlegen müssen, wie in der Souls Reihe. Manchmal ist auch kurz und knapp nicht verkehrt. Startet das Spiel mit eurer Auswahl und ihr findet euch in einer großen Halle wieder. Von nun an wird die Story eher im Hintergrund erzählt. Selbst ist der Krieger und so müsst ihr für Informationen versteckte Audios finden oder mit den wenigen NPC´s reden. Eine Karte gibt es nicht und ihr findet im HUD oben links nur eure nächstes Ziel. Ausprobieren war auch schon in der Bandai Namcos Reihe die Devise. Öffnet das aufgeräumte Inventar, lest alles noch einmal nach, schaut euch eure Attribute und Zauber an und vergleicht die Ausrüstung. Nach ca. 15 bis 20 Std. Spielzeit ist das Abenteuer auch schon vorbei. Klar, es gibt ein New Game +, aber für dieses Genre viel zu kurz.

Lords of the Fallen Umgebung

Die düstere Umgebung überzeugt. Einladend sieht anders aus

Gefallener Gott, Zerstörer der Welt

Die ersten EP ( Erfahrungspunkte) werden euch quasi geschenkt. Ein kurzes Tutorial lässt die Zeit anhalten, damit ihr lesen könnt, dass leichte Angriffe schnell auszuführen sind, schwere mehr Zeit brauchen und auch aufgeladen werden können. Natürlich auf Kosten der Ausdauer, genauso die Ausweichrolle und das Blocken mit einer Waffe und effektiver mit dem Schild. Der nächste Rhogar wird schon mal unerfahrenen Haudraufspielern einiges an Nerven kosten. Die Rhogar sind an die Orks und Uruk-hais der Herr der Ringe Saga angelehnt und so riesig und furchteinflößend steht der Hüter vor euch. Dick gepanzert mit einem Flammenschwert. Ein Bosskampf hat meist mehrere Phasen, abhängig davon, wie viel ihr schon dem Gegner an Leben abgeknabst habt. So kommen neue Angriffsformationen hinzu und es heißt weiter die Augen aufhalten und lernen. Sucht die Lücke in der Verteidigung und schlagt zu. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Gegner gefallen und damit ihr mal richtig demotiviert seid; Der wird im späteren Spielverlauf Standard! Zu diesem Zeitpunkt solltet ihr aber besser ausgerüstet sein und da dürfte er kein Problem mehr darstellen. Aber jeder Kampf, nicht nur gegen die Rhogar, sondern auch gegen andere Monster, wie Spinnen und Geister, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Nutzt oft den kritischen Trefferschaden des Backstabs, der unter uns gesagt, viel zu leicht einzusetzen ist. Greift im richtigen Moment den Rücken des Opfers an und die Lebensleiste ist oft zur Hälfte runter oder er stirbt sofort. Mit dem richtigen Schild lässt sich so mancher Angriff stoppen. Turmschilde als Beispiel lassen sich in den Boden rammen, so stoppt man einen heranstürmenden Rhogar. Er taumelt und ihr habt Luft zum Angreifen. Ganz wichtig für einen bestimmten Boss. Dennoch fehlt das Parieren. Es gibt eine gut gepanzerte Rhogar Art, die dauerhaft das Schild oben hat. Kein Back Stab möglich und so müsst ihr mehr gequält als gekonnt den Gegner töten. Dabei kann der Gegner eure Angriffe mit dem Schild parieren und einen kritischen Treffer austeilen. Unfair gelöst.

Lords-of-the-Fallen Kampf

Jetzt heißt es Angriffsmuster lernen und Lücken nutzen

Wie schon erwähnt, erhaltet ihr EP für besiegte Gegner oder neu entdeckte Gebiete. Diese gebt ihr an roten Speicherkristallen für eure Skills ab. Die Besonderheit ist, dass ihr eure gesammelten EP für Zauber oder Attribute ausgeben könnt. Ihr müsst nicht eine Zahl X sammeln, um Punkte zu verteilen, sondern ihr könnt die gesammelten EP beim Kristall lagern, bis die Leiste zur Erhöhung voll ist. Wenn ihr sterbt, bleibt euer Geist mit den EP an dem Punkt liegen. Es läuft aber eine Zeit ab, bis dahin müsst ihr die EP aufsammeln bevor sie weg sind. Sterbt ihr eher sind sie ebenfalls verloren. So geht man auf Nummer sicher alle EP gesichert zu haben. Der Nachteil ist aber das Auffinden von neuer, wertvoller Ausrüstung. Tragt ihr nach zig erfolgreichen Kämpfen eine Menge EP mit euch rum, habt ihr eine erhöhte Chance auf wertvolleres Material. Ein Glückspiel, dass ihr nicht unbedingt eingehen müsst aber es ruhig mal solltet. Das Attribut Glaube bestimmt das Aufleveln und Erlernen eines Zaubers. Vier davon können erlernt und jeder kann auf Stufe drei erhöht werden. Früh im Spiel erhält Harkyn auch einen Magiehandschuh der Granaten, Geschosse oder eine Druckwelle abgeben kann, deren Stärke auch vom Glauben abhängig sind. Mit ihm können auch versiegelte Türen geöffnet werden.

Gutes

+ Düsteres Setting in einer gnadenlosen Welt
+ Vereinfachtes Kampfsystem zum leichten Einstieg ins Genre
+ Story gefällt, auch wenn der Spieler sich selbst alles zusammen lesen muss
+ Musikalisch schön komponierte Stücke

Schlechtes

- Technisch sehr viele Fehler. Ruckler, Spielabstürze, Speicherstandverlust
- Grafisch eine Achterbahnfahrt, Tearing und instabile Bildrate begleiten diese
- Tonaussetzer
- Zu kurze Spielzeit
- Day One Patch 5 GB groß

7.7 Gut

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