Leo’s Fortune im Test – Fellball mit Schnauzer sucht Gold

Getestet von | 01.10.2015 um 20:35 Uhr

1337 war nicht gerade ein interessantes Jahr. Ein Paar Geburten, ein paar Tode aber ansonsten nicht weiter erwähnenswert. 1337 & Senri ist da schon etwas ganz Anderes. Zum einen ist es ein Entwicklerstudio aus Schweden. Zum Anderen hat dieses Studio, das ganz und gar nicht langweilige Spiel Leo’s Fortune entwickelt. Ursprünglich für Mobile Plattformen im Jahr 2014 erschienen, hat es der Plattformer 2015 auch auf die aktuelle Konsolengeneration geschafft. Darunter natürlich auch die PlayStation 4. Leo ist der Titelgebende Held unserer kleinen Geschichte. Und wie es der Titel verrät, hat Leo ein Vermögen. Dieses hat er sich mit seiner Arbeit als Ingenieur und Erfinder schwer verdient. Umso verärgerter ist er natürlich, als er eines Morgens aufwacht und alles verschwunden ist. Glücklicherweise war der Dieb anscheinend nicht besonders geschickt und hat eine Spur an Goldmünzen hinter sich gelassen. Leo ist natürlich kurzentschlossen und macht sich auf den Weg sein Vermögen wieder zu erlangen. Aber nicht ohne seiner Frau eine Nachricht zu hinterlassen. Leo ist nämlich ein sehr charmanter Fellball. Ja richtig gelesen: Ein Fellball! mit zwei Augen einem dicken Schnauzer und einem osteuropäischen Akzent.

Leos-Fortune-Test-Review

Den Schatz hol ich mir doch mit Links

Nachdem Leo ganz lässig seiner Frau schreibt, dass er hofft zum Abendessen zurück zu sein, meint man, dass er so viel Selbstvertrauen hat, dass er die Aufgabe mit verbunden Händen bewältigen könnte. Naja, der Fellball hat natürlich keine Hände, geschweige irgendwelche anderen Glieder. Da er es aber geschafft hat einen Brief zu schreiben und ein Vermögen mit seinen Erfindungen anzuhäufen, wollen wir mal nicht anzweifeln, dass Leo dieser Aufgabe gewachsen ist. Natürlich muss er sich anderer Mittel behelfen. Und wie sich herausstellt ist es gar nicht so schlecht ein Fellball zu sein. So kann Leo springen und dabei Luft einsaugen. Damit bläht er sich auf und kann ein wenig schweben. Ein bisschen wie ein Ballon. Die aufgeblasene Sorte! Nicht die mit Helium. Rutschen scheint auch kein Problem zu sein um etwas Geschwindigkeit aufzunehmen und dann kann er sich noch schwer machen oder generell sein Gewicht einsetzen. Auf diese Art und Weise manövriert sich Leo durch 24 Level über fünf Akte verteilt.
Das Ganze spielt sich wie ein Geschicklichkeits-Jump n Run mit Puzzleeinlagen. Und beide Elemente setzen ausschließlich auf Physik. Also im Sinne einer Physikengine. Keine Sorge, ihr müsst nicht euer Schulwissen auskramen. Mit Logik und Geschick kommt Ihr gut voran. Es fängt dabei relativ einfach an und hat eine stetig ansteigende Lernkurve. Man hat aber nie das Gefühl, dass es unfair wird. Allerdings heißt das nicht, dass Leo’s Fortune keine Herausforderung bietet. Jedes Level kann man mit 3 Sternen abschließen. Ein Stern für das Aufsammeln aller Münzen, ein weiterer Stern für das Beenden des Levels ohne zu sterben und ein dritter Stern für das Unterbieten einer Zeitvorgabe. Hat man genügend Sterne pro Akt gesammelt, schaltet man ein Bonuslevel frei.

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Ich bin Leo und das ist mein Design

Wie bereits erwähnt ist Leo ein Ingenieur und Erfinder und hat im Laufe seines Lebens jede Menge Designs entwickelt. Da konnte der Entwickler des Spiels natürlich nicht gegen abstinken und hat sich auch ganz schön ins Zeug gelegt. Das Leveldesign ist gut durchdacht und hat die nötige Mischung aus Stress und Erleichterung. Die Puzzle und Physikelemente sind intelligent und sehr abwechslungsreich. Von Akt zu Akt wechselt auch jeweils das zu Grunde liegende Thema der Level und fügt neue Elemente mit ein, wie z.B. Wind oder Wasser. Das Grafikdesign ist trotz des unrealistischen Settings auf fotorealistischem Niveau, was dem Spiel einen eigenen Stil verpasst und man einen echten Hingucker hat. Die musikalische Untermalung und Soundeffekte sind gelungen aber nichts Herausragendes. Sie tragen allerdings zur jeweiligen Stimmung des Levels bei.

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Moment, wollte ich etwas sagen?

Wie man sich vorstellen kann, bieten 24 Level in einem Puzzle-Jump n Run nicht unbedingt die beste Rahmenbedingung eine Story zu etablieren. Denkt einfach mal an die klassischen Mario Games (Befreie die Prinzessin). Hier geht es ja darum seinen Schatz zu finden. Allerdings schaut es Leo’s Fortune auch hier sein Geschick zu beweisen. So hat man zwischen den einzelnen Kapiteln kurze Storyabschnitte, die den Fortschritt der Suche nach dem Vermögen erläutern aber auch Leos Überlegungen schildern, Familienmitglieder vorstellen und einen Übergang zum neuen Level schaffen. Und zum Ende des Spiels kann der Ein oder Andere vielleicht sogar etwas lernen. Das soll jetzt nicht heißen, dass das Spiel eine ausgefeilte und fesselnde Story hat, aber Genre bezogen wurde diese Problematik durchaus geschickt gelöst.

Abschließende Worte

Positiv hervorzuheben ist, dass der Entwickler 1337 & Senri gegenüber der Version für mobile Plattformen die unzähligen Mikrotransaktionen abgeschafft hat und man auf der PS4 ein komplettes, wenn auch kurzes Spiel bekommt. Wem ich das Game empfehle? Jungen Menschen die an Ihrer Logik arbeiten wollen (Eltern aufgepasst) aber auch Erwachsenen, die ab und an mal etwas Abwechslung brauchen, sich zurücklehnen wollen und ein gut gemachtes Puzzle angehen möchten anstatt sich durch Gegnerwellen zu kämpfen. Das gehört nämlich zu den Merkmalen von Leo’s Fortune: Es gibt keine Feinde nur Fallen und Objekte, niemand den matteten oder fressen oder sonst wie überwältigen muss.

Gutes

Intelligent und Anspruchsvoll aber dennoch Einsteigerfreundlich
Optisch ansprechend
Keine Mikrotransaktionen gegenüber den Mobileversionen
Kommt ohne jegliche Form von Gewalt gegen Andere aus

Schlechtes

Sehr kurz
Story nicht sehr umfangreich

8.5 Sehr gut

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