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LEGO: Der Herr der Ringe – Review

Artikel von | 18.12.2012 um 00:00 Uhr

Ein Ring, sie zu knechten… Dieser Satz dürfte allen Kino-, Film- und Literaturfans bestens bekannt sein. Nunja, und natürlich auch allen Videospielefans, denn die Herr der Ringe Saga wurde auch schon mit vielen Versoftungen bedacht. Neben den Filmumsetzungen und weiteren Lizenzarbeiten fehlte praktisch nur noch eins: Die Lego-Adaption, wie wir sie schon von zahlreichen anderen Reihen gesehen haben. Lego: Der Herr der Ringe kam nun auf den Markt und wir haben uns das neueste Klötzchenabenteuer angesehen. Ein gelungener Auftritt? Erfahrt es hier!

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Klotzt du noch oder spielst du schon?

Tolkiens ‘Der Herr der Ringe’ Saga gehört zu den erfolgreichsten im Segment Fantasy der Literatur und auch filmisch wurde die Trilogie von Peter Jackson bombastisch in Szene gesetzt. Erscheint dann ein Werk mit dieser Lizenz, ist das sofort mit bestimmten Erwartungen verknüpft und eine entsprechend behutsame Umsetzung wird erwartet. Ob das mit der Arbeit von Traveler’s Tales vereinbar ist? Immerhin sind die Jungs schon immer für ihren außergewöhnlichen Humor und den einzigartigen Charme bekannt, mit dem sie die jeweiligen Franchises neu interpretieren. Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, auch mit dem Herr der Ringe Universum klappt das außerordentlich gut! Man erkennt alles sofort wieder, doch der ganz eigene Stil geht keineswegs verloren.
Das Spiel lässt euch in die Rolle von Frodo Beutlin schlüpfen, doch Moment, das ist natürlich noch nicht alles: Insgesamt über 80 Figuren sind spielbar, sobald ihr alle freigeschaltet habt. Darunter sind auch solche, die es nicht in die Filme geschafft, sondern die nur diejenigen kennen gelernt haben, die die Bücher gelesen haben. Allein schon die Anzahl an Figuren macht die Vielfalt und Abwechslung im Spiel deutlich: Einzelne Figuren haben zum Beispiel Sonderfertigkeiten, sodass ihr an bestimmten Stellen nur mit ihnen weiterkommt.
Natürlich ist auch Zusammenarbeit gefragt, und zwar häufig mit einem echten Mitspieler: Einen Onlinemodus hat LEGO Der Herr der Ringe zwar nicht, dafür jedoch einen stationären Koop-Modus für zwei Spieler. Darin löst ihr im Team Herausforderungen und entdeckt immer wieder Geheimnisse in der Welt. Entsprechend hoch ist der Wiederspielwert: Beispielsweise könnt ihr den Titel zuerst alleine, und dann nochmal zu zweit mit den dann freigeschalteten Figuren durchspielen. Doch selbst dann werdet ihr wohl noch nicht alles entdeckt haben.

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Geschichte mit Humor. Gameplay mit Abwechslung.

Doch nun zurück zum Stil des Spieles: Natürlich hält es sich an die Geschichte der Vorlage (seien es die Bücher oder die Filme), aber natürlich wurde einiges an Details gekürzt. Dennoch ist die Originaltreue an vielen Stellen überraschend, vor allem dann, wenn man sich die englische Version anschaut (die auf der deutschen Verkaufsversion auch enthalten ist): Hier wurden die Originalstimmen und die Dialoge aus den Filmen verwendet, um die Zwischensequenzen zu inszenieren. Zusammen mit den herrlich witzigen Animationen der Lego-Figuren und den wunderbaren humorvollen Einstreuungen ergeben sich so urkomische Szenen. In der deutschen Version müssen wir darauf leider verzichten, dennoch wurde recht gelungen vertont und es sieht und hört sich alles auch sehr witzig an.
LEGO: Der Herr der Ringe bietet im Prinzip ein Open World Gameplay, auch wenn nicht zu Beginn die gesamte Spielwelt zugänglich ist. Erst im Verlauf der Geschichte kommt ihr automatisch in neue Areale und könnt dann jederzeit in die alten zurückkehren. Dabei empfiehlt es sich nicht, nur stur der Story zu folgen: Viele NPCs haben Nebenaufgaben für euch. Diese sind zwar meistens ‘Suche und Finde’-Quests, halten aber nette Geschichtchen über die Bewohner von Mittelerde parat und liefern euch weitere Belohnungen. Das können dann beispielsweise auch Gegenstände sein, mit denen ihr andere herstellen könnt, zum Beispiel mächtigere Waffen beim Schmied schmieden (lassen).
Auch die Hauptmissionen offenbaren Abwechslung und gehen über jene, die man aus den ersten LEGO-Spielen kennt, hinaus: Es geht nicht nur ums Zerstören von Objekten oder das Einsammeln möglichst vieler Wertgegenstände. Stattdessen gibt es zum Beispiel auch Schleichmissionen, bei denen euch der Gegner nicht entdecken darf (wobei ihr häufig bei Entdecktwerden durch bestimmte Tastenkombinationen fliehen könnt) sowie kleinere Rätsel, bevor euch die Belohnung winkt.
Der Anspruch, das heißt der Schwierigkeitsgrad, ist in LEGO: Der Herr der Ringe dabei nie zu hoch, sondern auch die Bosskämpfe sind in der Regel eher leicht zu absolvieren. Ganz klar spricht das Spiel also durchaus auch jüngere Spieler an, jedoch sollten viele mittlerweile wissen, dass die Titel aus dem Hause Traveler’s Tales auch für älteren unter uns zahlreiche spannende und vor allem witzige Spielstunden versprechen.

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Schöne Technik. Großer Umfang.

Auf alle Fälle bietet LEGO: Der Herr der Ringe Einiges fürs Auge: Grafisch kann es überzeugen und die Gebiete sind allesamt sehr liebevoll gestaltet und fallen mitunter auch sehr groß aus. Das lässt ausgiebige Erkundungstouren teilweise etwas langatmig werden, vermittelt jedoch auf alle Fälle das Gefühl, sich in einer epischen Geschichte zu befinden. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Entwickler tatsächlich sehr genau an die von Tolkien beschriebene Welt gehalten haben und ihr somit den gesamten Weg der Gefährten nachverfolgen könnt. Beeindruckend dabei auch immer wieder die Wettereffekte und die sehr gelungene sprießende Natur (sofern es diese im entsprechenden Gebiet gibt). Alles was ihr seht, kann zudem auch erreicht werden
Aus der großen Welt und der Charaktervielfalt sowie dem Wiederspielwert ergibt sich alles in allem ein sehr großer Umfang. Da entdeckt ihr erst beim zweiten Durchspielen eine neue Höhle, die durch Frodos Licht erhellt werden, mit den Pfeilen von Legolas schießt ihr die Zielscheiben ab, die überall in der Welt sind und entweder neue Wege freigeben oder euch direkt zu prunkvollen Schätzen führen.
Auch sonst leistet sich LEGO: Der Herr der Ringe so gut Patzer. Die KI arbeitet auch in Kämpfen gut mit und sorgt im schlimmsten Fall für einige gute Lacher. Der Soundtrack fügt sich perfekt ein und beim Gameplay merkt man schlicht und einfach die langjährige Erfahrung des Entwicklerteams, die zum Beispiel auch den Koop-Modus perfektionierte. Bemängeln sind nur Kleinigkeiten wie relativ häufig auftretendes Tearing (Bildzeilenverschiebung), die relativ langen Ladezeiten und die manchmal doch etwas eintönigen Nebenmissionen. Zudem ist die Handlung recht schwer nachvollziehbar, wenn man die Vorlage nicht kennt (am besten die Romane!), da viele Details gekürzt wurden.

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Fazit

LEGO: Der Herr der Ringe bietet ein umfangreiches und gut inszeniertes Spielerlebnis, das das epische Werk Tolkiens mit dem sagenhaften Humor von Traveler’s Tales vereint. Die riesige und glaubwürdige Spielwelt sorgt dafür, dass man sich sofort wohl fühlt und den Weg der Gefährten nachverfolgen kann – auch wenn man die Vorlage kennen sollte, um der Geschichte folgen zu können. Zahlreiche Spielstunden sind dann garantiert, ein Wiederspielwert ist durch den Koop-Modus und die freischaltbaren Charaktere gegeben, die es euch ermöglichen, noch größere Teile Mittelerdes zu erkunden. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ niedrig angesiedelt und die Nebenmissionen sind teilweise eher langatmig, da fast immer gleich (‘Suche und Finde!’), obwohl sie nette kleine Geschichten aus Mittelerde bieten. Dennoch können wir den Titel allen Fans empfehlen – von Adventures, guten Koop-Spielen, dem Herrn der Ringe – für viele ist etwas dabei!

LEGO Der Herr der Ringe Testbericht

LEGO Der Herr der Ringe

  • Release: 23.11.2012
  • Genre: Action, Adventure
  • Entwickler: Travellers Tales
  • Publisher: Warner Bros. Interactive

Gutes

+ Gelungene und humorvolle Inszenierung Mittelerdes und der Saga
+ Riesige Spielwelt
+ Abwechslungsreiches Gameplay dank Koop und über 80 Figuren
+ Großer Wiederspielwert

Schlechtes

- Story ohne Kenntnis der Vorlage(n) schwer zu verstehen
- Tearing (Bildzeilenverschiebung) tritt immer wieder auf
- Nebenmissionen eher langatmig
- Hin und wieder lange Ladezeiten

8.0 / 10 Sehr gut

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