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Lego Batman 2 DC Super Heroes – Review

Artikel von | 15.07.2012 um 00:00 Uhr

Da haben Traveller’s Tale und Warner Bros. Interactive uns in der letzten Monaten und Wochen schon mit den ersten Videos und den neuen Veränderungen konfrontiert, sodass der zweite Teil des Superhelden Batmans nicht nur ein Open-World-Game wird und wir eine ganze Wagenladung neuer Helden erhalten, nein auch noch Sprechen können die kleinen Männchen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Lego-Spiele verständigen sich die Charaktere nicht nur durch wildes Handgefummel oder witzige Posen sondern kommunizieren tatsächlich verbal. Dazu versprechen sie eine spannende Geschichte mit der gewöhnten Lego-Komik und wir von PS3inside haben mal ein Auge darauf geworfen. Ob die Neuerungen etwas Gutes waren oder zu viele Helden den Kampf vermiesen erfahrt ihr hier in dieser Review!

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Willkommen zurück in Gotham City

Der Mann des Jahres wurde gewählt, es ist Bruce Wayne, und Lex Luthor ist stinksauer. Daraufhin lässt der Superman-Gegenspieler alle Gefangenen aus Arkam Asylum frei indem er mit einer speziellen Waffe dunkle Steinblöcke zum Zerbersten bringt. Das erfordert natürlich wieder den Einsatz von unserem Lieblingsduo: Batman und Robin! Aber auch Superman und andere bekannte Gesichter aus dem DC Universum sind mit von der Partie.
Das Spiel beginnt danach anders als man es vom Vorgänger gewöhnt ist, im Stil einer Nachrichtensendung erhalt man nach und nach Zugang zu den verschiedenen Levels, zu denen man jetzt eigenhändig hinfährt und nicht nur ein Symbol in der Bathöhle anklickt. Diese freibegehbare Spielwelt ist neu und Batman fährt zumeist im Batmobil oder Batbike von einem Ort zum nächsten. Die Steuerung besagter Fahrzeuge ist nicht immer ganz einfach und Batman dreht sich auch mal im Kreis, verhakt sich in einer Ecke und muss mühselig rausfahren oder man verfährt sich einfach so. Denn die Richtungsanzeige ist nicht immer ganz deutlich, aber das ist nur ein kleiner Makel, denn ansonsten ist diese Neuerung wirklich eine nette Idee und man sieht wie viel größer die Spielwelt geworden ist. Auch neu ist, dass man nicht nur als Duo arbeitet sondern zum Teil noch weitere Helden mit von der Partie sind. Das wiederum macht den Wechsel zwischen den Helden komplizierter, denn es wird nicht reihum gewechselt, sondern wer am nächsten dransteht mit dem wechselt man und manchmal macht es auch keinen Sinn warum man grade doch mit dem anderen wechselt. Da wünscht man sich ein besseres System zum Wechseln, damit man nicht irgendwann genervt ist, das man immer noch nicht den richtigen Helden mit den richtigen Funktionen zum Lösen einer Aufgabe hat. Damit hat man jedoch nur im Geschichtsmodus zu kämpfen, denn im freien Spiel oder wenn man in der Stadt rumkurvt kann man auf die Charaktere einfach mit langem drücken der Dreieck-Taste zugreifen und jeden freigespielten Charakter auswählen. In der Stadt hat man auch einiges zu tun: Bösewichte ergreifen, Bürger retten, die hilflos in einem Eisblock oder im Maul einer fleischfressenden Pflanze gefangen sind, mit Hilfe von verschiedener Anzüge kleine Parcours überwinden, um goldene Steinchen einzusammeln oder einfach mal auf den Zootieren reiten und den Rummelplatz genießen. An jeder Ecke gibt es wieder etwas zu entdecken, andere Fähigkeiten werden benötigt und man kann eindeutig viele Stunden in der Welt von Lego Batman 2 DC Super Heroes verbringen, ohne dass einem langweilig wird.

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Das dynamische Duo

Es müssen nicht immer Batman und Robin sein, aber der Spielspaß vervielfacht sich enorm, wenn man zu zweit den Bösewichtern den Kampf ansagt. Dafür muss kein extra Modus angesteuert werden, sondern der zweite Spieler klinkt sich einfach mit ein und übernimmt den anderen Charakter. Steht oder kämpft man so nah beieinander befindet man sich auf nur einem Bildschirm, überschreiten die Helden eine bestimmt Entfernung zu einander dann teilt sich der Bildschirm in zwei eigene Hälften. Diese Teilung hängt auch von den Positionen ab, ist man zusammen in einem Level und Batman gleitet im Fledermausanzug über Hindernisse, während Robin auf dem Boden auf eine Leiter wartet, dann teilt sich der Bildschirm auch mal horizontal. Kurvt man in Gotham City in verschiedenen Ecken um die Gegend ist der Bildschirm vertikal geteilt. Diese unterschiedliche Teilung ist einerseits sehr praktisch, kann aber auf der anderen Seite für große Verwirrung sorgen und der Überblick geht verloren. Im Zweispielermodus und durch den Splitscreen kommt es immer wieder vor, dass die Kamerasicht sich verändert und dabei werden auch die Fernangriffe und ihre Zielsensoren verzogen. Es gilt also wirkliches zusammenarbeiten, wenn Superman grade eine Tür aufschweißt sollte Flash nicht grade wie vom Blitz getroffen durch den Raum düsen. Dafür sind aber alle Aufgaben zu zweit, mit der richtigen Absprache untereinander, deutlich einfacher und schneller zu lösen, wenn zum Beispiel zwei Helden auf ein Ziel feuern oder das lästige Wechseln wegfällt, da der andere eben den Wasserfall einfrieren kann.

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Neue Helden, andere Gadgets

Mehr Helden, neue Anzüge und ein verdammt großer Haufen von Fähigkeiten. Traveller‘s Tales bombardiert uns regelrecht mit Neuheiten, die den Spielspaß aber deutlich erhöhen und auch die Kooperation der Helden erfordert, wenn zuerst Batman im speziellen Anzug den Strom abstellt, damit Superman ungestört die goldene Wand mit seinem Hitzeblick zum Zerbersten bringt und Robin dann im Akrobatikanzug den Weg nach oben erklimmt, um dort den Weg frei zu räumen. Hierbei merkt man oftmals auch, dass das Spiel wirklich angenehmer zu spielen ist, wenn man zu zweit ist. Der häufige Wechsel und die nicht so intelligente KI kann schon mal etwas nervig sein und auch das ein oder andere Zusatzteil kann nicht geholt werden, da die KI nicht auf dem Platz stehen bleibt, um ein Tor zu öffnen sondern einem hinterher dackelt. Dies passiert aber wirklich nur, wenn man zusätzliche, nicht für den Storyverlauf essentielle Dinge tut. Beim Verfolgen der Geschichte arbeitet die KI wunderbar mit und bleibt auch an Ort und Stelle stehen oder hängt sich an den gegenüberliegend Schalter, um weiter zu kommen. Das Spiel ist an sich wunderbar alleine spielbar, nur wenn es darum geht wirklich überall alles zu schaffen braucht man zumindest ein zweites Pad und man dann kurzzeitig zwei Helden steuert. Das ist genauso wie im ersten Teil schade und manchmal auch ziemlich nervig.
Dafür trumpfen aber wirklich die neuen Funktionen und damit auch neuen kleinen Rätsel auf, was man wie zuerst betätigen muss und wo lang es überhaupt gehen soll. Die Steuerung weist keine Schwierigkeiten auf, sie hakt nicht und funktioniert absolut einwandfrei. Sie ist gewohnt einfach, mit wenigen Tasten kann man jede Aktion durchführen, was eine sehr gute Strategie ist, da das Spiel auch jüngere Spieler anvisiert, für die komplizierte Tastenkombinationen noch zu schwer wären. Auch die Ladezeiten sind gering, dafür freezt der Charakter aber manchmal, wenn gespeichert wird. Manchmal hat man dann zuerst das Gefühl man würde irgendwo hängen geblieben sein, bis man Jokers kleines Gesicht auf dem Bildschirm sieht und realisiert das nur grade gespeichert wird. Wenn das Level nach einem solchen Speicherpunkt mitten drin verlassen wird, befindet man sich beim nächsten Laden des Spieles zwar zuerst in der Bathöhle wieder, wenn man das Level jedoch betritt ist man wieder an der Stelle, wo zuletzt gespeichert wurde. Wie im ersten Absatz schon bemerkt muss man die noch nicht bestandenen Level immer erst einmal in der Stadt aufsuchen, danach kann man aber auch von der Bathöhle aus auf die Level zugreifen und entweder nochmal die direkte Story spielen oder das bekannte freie Spiel nehmen, wo man Zugriff auf eine größere Auswahl an Helden und Schurken hat, wenn sie denn freigespielt wurden, die für das Erreichen des kompletten Abschluss des Levels nötig sind. Besagtes Freischalten der Charaktere erreicht man zum Teil über den Abschluss der Levels, zum Teil durch das Besiegen von den frei herum laufenden Bösewichte, die man danach dann gegen Steinchen kaufen kann oder durch das zusammenbauen bestimmter Tore, die durch nur bei Erreichen einer bestimmten Anzahl von goldenen Steinen zugänglich sind, und dort dann gegen Steinchen weitere Helden oder Zivilisten kaufen kann. Das ist anders als man es aus dem ersten Teil gewöhnt ist, bringt einen aber dazu wirklich die ganze Stadt Gothams zu erforschen.

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Alles Stilgetreu

Eine große Veränderung ist aufgetreten, die Legomännchen können sprechen. Endlich wurde ihnen eine Stimme verliehen und die sind sogar richtig gut. Die deutsche Synchronisation verleiht den Charakteren echtes Leben und noch mehr Legohumor. Es war eindeutig eine gute Entscheidung von Traveller’s Tales, denn so machen die kleinen Animationsfilmchen vor und nach den Levels deutlich mehr Spaß anzuschauen. Die Charaktere verhalten sich typisch zu einander, jedoch mit der bekannten Komik von Lego vereint, was dazu führt, dass man auch mal herzhaft mit lacht oder zu mindestens schmunzeln muss. Ansonsten hört man die typische Superheldenmusik im Hintergrund, die für einzelne Helden auch gerne ihre typische Melodie ist und so von der nur Batmanmusik des ersten Teils abweicht, und die Soundeffekte der zerschlagenen Gegenstände, die wir in jedem Legospiel einwandfrei sind.
Neben dem Ganzen für die Ohren gibt es auch vieles für die Augen. Die Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nochmal gebessert. Flüssige Animationen und ein großer Detailreichtum lassen das Spielerherz höher schlagen. Sowohl die größere Spielwelt als auch die neuen Orte sind wundervoll gestaltet und auch der Spagat zwischen realistischerem Design der Welt, wie Straßen, Rasen oder fließende Gewässer und dem ganz eigenem Lego-Stil im Bauklötzchen-Format ist mal wieder erstaunlich gut gelungen. So ist Batman sich manchmal gar nicht so sicher, was er alles zerschlagen kann auf der Suche nach weiteren goldenen und silbernen Steinchen, weil alles so gut in einander übergeht. Die Helden sind alle charakteristisch dargestellt, so dass es niemandem schwer fallen sollte sie und somit auch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten zu unterscheiden.

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So viele Helden – Zuviel des Guten?

Mit Lego Batman 2 DC Super Heroes haben Traveller’s Tale und Warner Bros. Interactive gezeigt, zu viele Helden gibt es nicht. Am liebsten möchte man noch mehr Helden, noch mehr Fähigkeiten und coole Gadgets haben. Aber irgendwann würde es dann wahrscheinlich doch zu viel werden, schon so dürften Spieler die keine treuen Leser der Comics sind Probleme haben jeden Held richtig zu zuordnen, aber damit spielen kann trotzdem jeder auch ohne jegliches Vorwissen. Die Veränderungen zum Open-World-Spiel und das erstmalige Sprechen sind ein voller Erfolg und erhöhen den Spielspaß. Zu zweit spielen macht wie immer mehr Spaß, auch wenn es da der Absprache untereinander benötigt, denn die Verschiebung der Kamera und somit auch des Zielsensors kann schon stören, sowie der Splitscreen manchmal auch für große Verwirrung sorgt. Die Grafik ist einwandfrei im Legostil umgesetzt, alles läuft schön flüssig, wenn man davon absieht, dass bei einigen Speicherpunkten der Held während des Speichervorgangs bewegungsunfähig ist. Diese kleinen Makel machen aber keinen Kohl fett und man kann mit Recht behaupten, dass das Spiel seinen Vorgänger schlägt. Wer den Legostil nicht mag, noch nie Legospiele mochte oder ein absoluter Anti-Fan des Superheldentums ist, der wird mit diesem Spiel natürlich nicht glücklich werden. Allen anderen sollten zu mindestens mal in die Welt von Lego Batman 2 reinschnuppern und bloß nicht dem Irrtum erliegen dies sei ein reines Kinderspiel. Lego zielt zwar auch auf die jüngeren Generationen ab, alte Hasen haben damit aber wohl genauso viel Spaß wie die Jungspunde. Diese Fortsetzung ist wirklich gut gelungen und hat neue Features aufgezeigt von denen wir hoffen, dass sie auch in den nächsten Spielen der Legoreihe wieder aufgegriffen werden.

LEGO Batman 2: DC Super Heroes Testbericht

LEGO Batman 2: DC Super Heroes

  • Release: 22.06.2012
  • Genre: Action, Adventure
  • Entwickler: Travellers Tales
  • Publisher: Warner Bros. Interactive

Gutes

- Open-World-Game
- Wuhu, sie sprechen endlich!
- einwandfreie Grafik im Lego-Stil

Schlechtes

- freezt den Held beim Speichervorgang

9.0 / 10 Must Have

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