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LawBreakers im Test – Overwatch für Erwachsene

Artikel von | 05.09.2017 um 19:11 Uhr

Die meisten von euch kennen sicher Cliff “Cliffy B” Bleszinski. Mit Unreal, Unreal Tournament und Gears of War, ist er für einige der bekanntesten und erfolgreichsten Spielereihen aller Zeiten bekannt. Nachdem er sich einige Jahre eine Auszeit von der Branche gegönnt hat, kehrte er vor etwa zwei Jahren mit einer neuen IP zurück. Mit LawBreakers wollte er erneut eine erfolgreiche Marke erschaffen. Diesmal jedoch nicht mit Epic Games, sondern mit seinem eigenen Studio, Boss Key Productions. Ob LawBreakers auch wieder ein Meilenstein geworden ist, verrät unser Test zum Hero-Shooter.

Schwerkraft trotzende Kämpfe

Starten wir mit der Story. LawBreakers spielt in einer Zukunft, wo die Gravitation der Erde durch einen Vorfall, der Erschütterung, verändert wurde. Dadurch wurde auch die Forschung vorangetrieben und es wurden Technologien entwickelt, die die Manipulation der Gravitation ermöglicht, aber auch übermenschliche Kräfte hervorrufen kann. In dieser Welt treffen die guten (Law) und die Bösen (Breakers) aufeinander und wollen die Technologie und dessen Vorteile für sich beanspruchen. So, das wars mit der Story, mehr Infos gibt es nicht. Sie bildet einfach nur ein Gerüst für das Spiel, welches auch keinen Singleplayer bietet, sondern nur Multiplayer Schlachten. Diese kommen mit 5 Modi daher, die wie folgt aussehen und allesamt im 6v6 gespielt werden:

  • Revierkampf – Hier muss euer Team drei Zonen erobern, ähnlich zu Herrschaft oder Eroberung in anderen Spielen, doch mit einer Änderung. Hier werden die Zonen nach der Eroberung deaktiviert und je nachdem wie viele Zonen man eingenommen hat, werden die Punkte verteilt. Nachdem alle drei Zonen erobert sind, gibt es eine kurze Pause, bis sie wieder aktiviert werden
  • Transfer – Hier muss euer Team ein Modul erobern, es in die eigene Basis befördern und beschützen, bis der Download abgeschlossen ist, dann gibt es einen Punkt
  • Hochspannung – Fast identisch zu Transfer, mit einem Unterschied. Hier muss eine Batterie aufgeladen werden und dann bei 100% 20 Sekunden gehalten werden. Der Kniff ist, dass der Gegner die Batterie bei 100% klauen kann und dann einfach in seine Basis zum punkten bringen kann
  • Blitzball – Hier muss euer Team einen Ball aus dem Zentrum der Map aufnehmen und in die Basis bringen. Sehr ähnlich zu Capture the Flag, nur das alle um einen Ball kämpfen
  • Besetzen – Hier muss euer Team eine Zone zum punkten einnehmen, doch der Bereich wird stetig gewechselt

So, das waren alle Modi. Sowas wie Team Deathmatch oder allgemein Modi ohne Ziel gibt es nicht. Leider ähneln die Modi sich im Kern auch zu sehr, man muss halt immer irgendwas einnehmen oder verteidigen. Erschwerend kommt hinzu, dass man die Modi nicht einmal wählen kann. Es gibt nur Spielsuche und Spiel erstellen. Bei letzterem könnt ihr zwar alle Modi und Regeln wählen, doch könnt ihr dann nur mit euren Freunden Spielen und 11 Freunde findet man nicht so schnell. Bei Spielsuche geht es einfach mit einem zufälligen Modus, auf einer zufälligen Map los und nach der Runde, wird wieder zufällig gewählt. Was die Maps angeht, so gibt es insgesamt 8, die durchaus abwechslungsreich und gut designt sind, sich in ihrer Struktur jedoch sehr ähneln. Es gibt jeweils zwei Basen, die meist etwas verwinkelt gebaut sind und dann ein offenes Zentrum. Mit der Zeit merkt man das immer mehr. Nun aber zum wichtigsten Punkt, den Helden.

Bildergebnis für lawbreakers

18 halbe Helden

Zum Launch von LawBreakers gibt es insgesamt 18 Helden, die in 9 Klassen unterteilt sind – Veteran, Marodeur, Assassine, Exekutor, Titan, Guerilla, Seraph, Phantom und Medikus. Diese unterscheiden sich sehr, sowohl in Bewaffnung und Aussehen, als auch in den Fähigkeiten. Alle Helden haben eine Fähigkeit zur Fortbewegung wie eine Dash, Jetpack, Sprint oder ähnliches. Dann gibt es eine Fähigkeit, die meist aktiv im Kampf genutzt werden kann wie ein Wurfmesser das explodiert, eine Granate oder aber eine Heildrohne. Auch eine ultimative Fähigkeit ist dabei, die meist an die Eigenheiten des Helden angepasst ist. So kann der Exekutor eine massive Panzerung bekommen, der Medikus ein Schutzschild fürs Team generieren und der Titan wird kurzzeitig zum Blitze schleudernden Berserker. Natürlich hat jeder Held auch eine Waffe dabei. Hier haben manche zwei Funktionen oder man hat einfach zwei Waffen dabei. Der Seraph hat beispielsweise eine Pistole für Salvenfeuer und eine für einen präzisen Einzelschuss, während der Guerilla eine Minigun hat und der Marodeur einen Energiewerfer.

So gut es auch ist, dass die Helden sich so unterscheiden, gibt es halt nur 9 Klassen, auch wenn es 18 Helden sind. Es gibt halt 9 auf der Law Seite und 9 auf der Breaker Seite, wobei diese 9 immer Spiegel des Gegenübers sind. So sehen die Phantoms und Seraphs zwar unterschiedlich aus, haben aber 1:1 die gleichen Fähigkeiten und Waffen. Mit der Zeit mangelt es also ein wenig an Abwechslung. Erschwerend kommt hinzu, dass manche Helden einfach besser und beliebter sind als andere. Der Medikus beispielsweise ist durch seine Heilungsmöglichkeit sehr nützlich, doch findet man ihn online so gut wie nie. Das liegt daran, dass seine Bewaffnung etwas dürftig ist und seien wir mal ehrlich, man spielt so ein Spiel um Kills zu machen und Spaß zu haben und nicht um hinten zu stehen und zu heilen – das werden wohl die meisten denken. Der Titan schlägt in eine ähnliche Kerbe. Er hält zwar viel aus und kann mit seinem Raketenwerfer ordentlich austeilen, doch ist er mit Abstand die langsamste und trägste Klasse im Spiel und Geschwindigkeit ist essentiell bei LawBreakers. Schon nach kurzer Zeit merkt man auch, welche Klassen am beliebtesten sind, auch weil sie einfach am nützlichsten sind. Das wären Seraph und Guerilla. Sie sind schnell, machen ordentlich Schaden und haben nützliche Fähigkeiten. Es gab des öfteren Matches, bei denen wir mit 3 oder 4 Seraphs rum gedüst sind. Logischerweise wird man so gut wie immer von diesen getötet.

LOS GEEEEHHHTTSSSS!!!

Was die Optik angeht weiß LawBreakers durchaus zu überzeugen. Es ist keine Augenweide, sieht aber dennoch sehr gut aus. Auch das Charakterdesign ist größtenteils sehr stylish und die Maps sind ebenfalls sehr ansehnlich. Was die Technik angeht, gibt es nicht viel zu beklagen. Es läuft fast immer mit geschmeidigen 60fps, aber eben nur fast. Immer wieder mal stockt das Spiel ganz kurz. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn es nicht manchmal auch mitten im Gefecht passiert und man dadurch schon ein ums andere mal sein Leben verliert. Das ist jedoch das einzige Manko im grafischen und technischen Bereich. Bei der Musik sieht es da schon anders aus. Hier kann man absolut nicht meckern. Der Soundtrack ist sehr treibend und kraftvoll, wodurch er super zum Geschehen passt. Hier wird eine gesunde Mischung geboten und mit der Zeit wird sicher jeder seinen Lieblingssong finden. Auch die Sounds der Waffen sind gut gelungen. Wenn die Helden ab und zu auch mal was sagen, gibt es bekannte Sprecher zu hören. Mit dabei sind unter anderem Bernd Rumpf (Liam Neeson) und Gerrit Schmitt-Foß (Leonardo DiCaprio).

Bildergebnis für lawbreakers

Vorm Fazit zwei noch zwei wichtige Punkte. Beim ersten geht es um das Matchmaking. Zwar sind die Teams meist sehr ausgeglichen und wir haben nie total dominiert oder total versagt, doch leider kann es ab und an ein wenig dauern, bis dann mal eine komplette Lobby gefunden wurde. Meistens geht es dann zwar direkt los, doch wenn nach der Runde ein paar Spieler das Spiel verlassen, kann es schon mal ein paar Minuten dauern, bis neue gefunden sind. Das nimmt natürlich deutlich die Fahrt aus dem Spiel und sorgt für Unmut. Beim zweiten Punkt geht es um das Level System, beziehungsweise die Freischaltungen. Hier geht man den gleichen Weg wie Overwatch. Es gibt zahlreiche Skins, Sticker, Outfits und anders. Diese werden durch Beutekisten freigeschaltet, die es immer wieder mal nach den Matches gibt. Da sind dann vier Gegenstände, die von Gewöhnlich, über Hochwertig, bis zu Boss Seltenheit gehen. Wahlweise gab man sich Kisten auch gegen Echtgeld kaufen. Das billigste Pack bringt 2 Kisten für 2€, während das teuerste 50 Kisten für 40€ bringt.

Fazit

Hero Shooter haben durch den König des Genres, Overwatch, massiv an Popularität gewonnen, doch bisher konnte noch keiner an Blizzards Meisterwerk heranreichen. Auch LawBreakers schafft dies nicht, bietet jedoch eine durchaus gute Alternative. Während Overwatch eher nett und unschuldig ist, wirkt LawBreakers deutlich ernster und erwachsener. Wem Overwatch also zu “kindlich” ist, könnte mit LawBreakers glücklich werden. Man muss aber mit deutlich weniger Charakteren vorlieb nehmen und auch die Modi sind etwas dürftig. Dafür unterscheiden sich die Helden sehr und machen alle durchaus Spaß. Leider kommen sie ohne Story daher und es gibt nur einen Multiplayer, doch dafür kostet der Titel auch nur 30€. Fans von Hero Shootern können mit LawBreakers durchaus ihren Spaß haben, durch recht ähnliche Maps und Modi, könnte jedoch schnell die Luft raus sein.

LawBreakers Testbericht

LawBreakers

  • Release: 08.08.2017
  • Genre: Ego Shooter, First Person Action, Online-Action, Shooter
  • Entwickler:
  • Publisher:

Gutes

- Abwechslungsreiche Helden
- Treibender Soundtrack
- Fähigkeiten und Gravitations Kämpfe machen Spaß
- Massig Freischaltungen

Schlechtes

- Leider nur 9 verschiedene Klassen
- Keine wirkliche Story
- Maps und Modi sehr ähnlich
- Matchmaking dauert manchmal etwas

7.3 / 10 Gut

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