Lara Croft and the Guardian of Light – Preview

Getestet von | 27.08.2010 um 00:00 Uhr

Mit Tomb Raider Underworld ist Lara Croft endlich wieder zu alten Höhen aufgeschwungen. Vergessen sind die Zeiten mittelmäßiger Auskopplungen der drallen Archäologin. Das neueste Action Adventure um Lady Croft trägt den Titel „Lara Croft and the Guardian of Light“. Erstmals unter der Flagge von Square Enix lag die Entwicklung in den erfahrenen Händen von Crystal Dynamics. Ausschließlich über das PSN wird das neueste Abenteuer von Lara Croft für schätzungsweise 15€ erhältlich sein. Wir haben im Vorfeld die Version der Xbox 360 durchgespielt und verraten euch, ob Square Enix mit dieser völlig neuen Lara das richtige Fingerspitzengefühl bewiesen hat.

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Was gibts Neues?

Neu ist, dass der Beiname „Tomb Raider“ fehlt. Auf den ersten Blick scheint das nicht besonders erwähnenswert zu sein. Diese Feinheit ist allerdings kein Zufall, denn Lara Croft and the Guardian of Light ist etwas völlig anderes, als alle bisher erschienenden Teile der Tomb Raider Saga. Lara spielt sich jetzt nicht mehr in 3rd Person Ansicht. Wir schauen uns das Geschehen in diesem Teil von oben an. Die Ansicht erinnert ein wenig an Diablo. Ansonsten bietet Lara Croft and the Guardian of Light gewohnte Tomb Raider Atmosphäre.

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Typisch Lara

Die Geschichte ist Lara-Typisch. In gewohnter Manier ist Lady Croft auf der Suche nach geheimnissvollen Artefakten, dunklen Höhlen und dem Teil Geschichte, der bislang verborgen geblieben ist. Diesmal verschlägt es die junge Archäologin irgendwo nach Mittelamerika. In einem düsteren Dschungel ist sie auf den Tempel des Lichts gestoßen. Vor zweitausend Jahren tobte hier ein blutiger Kampf zwischen Totec, dem Wächter des Lichts und Xolotl, dem Herrscher der Dunkelheit. Durch einen Hinterhalt konnte Totec den Herrscher der Dunkelheit in den Spiegel des Rauches einsperren. Seitdem wacht der Maya Krieger als steinerne Statue über den Spiegel damit Xolotl nie wieder entfesselt wird. Lara weiß, dass ein Fluch auf dem Spiegel lastet doch gerade, als sie diesen näher untersuchen will, wird sie von einem einheimischen Warlord überwältigt, der schon lange auf der Suche nach diesem wertvollen Artefakt ist. Durch seine Unachtsamkeit wird Xolotl befreit und schwört blutige Rache. Auch Totec erwacht zum Leben und ermahnt Lara, dass der Herrscher der Dunkelheit gestoppt werden muss, um unsägliches Leid zu verhindern. So beginnt das Abenteuer. Die Jagd nach Xolotl führt den Spieler durch dunkle Höhlen und grüne Wälder. Immer wieder stellen sich wilde Tiere und finstere Kreatoren der schönen Archäologin in den Weg und versuchen, ihr Vorhaben zu vereiteln. Zusätzlich sorgen nicht wenige Rätsel für genügend Abwechslung. Das Abenteuer spielt sich gut. Eine gelungene Mischung aus Kampf, Rätsel und Kletterpartie sorgt dafür, dass es nie langweilig wird. Die Geschichte selbst nimmt zwar relativ schnell vorhersehbare Züge an. Wem die vorherigen Tomb Raider Teile allerdings genau wegen dieser Leichtigkeit gefallen haben, der wird an Lara Croft and the Guardian of Light ebenfalls seinen Spaß haben.

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Dynamisches Duo

Die Kampagne lässt sich auch im Zweispielermodus gleichzeitig bestreiten. Im Koopmodus nimmt der zweite Spieler die Gebeine von Totec in die Hand und hilft Lara auf ihrem schweren Weg. Das Handling ist für eingesessene Lara-Fans zuerst gewöhnungsbedürftig und das liegt nicht nur an dem neuen Blickwinkel. Die Steuerung von Lady Croft wird wie gewohnt mit dem linken Analogstick vollzogen. Der rechte Stick ist für die Schießeisen vorgesehen. Da wir von oben auf das Schlachtfeld blicken, kann damit relativ genau in jede Richtung gezielt werden. Mit dem linken Trigger lassen sich schnell und unkompliziert die Waffen wechseln und mit der oberen Aktionstaste wird eine Mine gelegt womit in vielen Gelegenheiten unliebsamer Besuch oder eine versperrte Tür weggezaubert werden kann. Die Steuerung der Waffen mit dem rechten Stick fühlt sich anfangs etwas ungewohnt an. Dieses Gefühl wandelt sich aber schnell in Spielfreude. Das Handling ist nämlich schnell verinnerlicht und dann bietet die ungewohnte Tastenbelegung keinen Anlass mehr zur Kritik.

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Diesmal keine Duschszene

Die Grafik ist hingegen kein Augenschmauß. Keine Wassertropfen, die Laras Körper entlang perlen, wenn sie aus dem Wasser steigt und keine hochaufgelösten Mutantenpickel. Hier macht sich erstmals bemerkbar, dass Lara Croft and the Guardian of Light kein Vollpreistitel ist. Durch den Versuch, die Vegetation des Dschungels besonders dicht zu gestalten, wird so mancher Gang von Lady Lara auch zum Blindflug. Einige Ecken sind nicht einsichtig, wenn die Hauptfigur im Dickicht verschwindet. Da hilft nur der schnelle Weg zurück in die Bildschirmmitte und schon kann es den Gegnern weiter an den Kragen gehen. Der Sound ist an die ersten Teile von Tomb Raider angelegt. Das Retro-Gefühl wird aber gelegentlich nervig. Besonders wenn der dynamisch hämmernde Sound einen Kampf auf Leben und Tod vermuten lässt, obwohl schon alle Gegner im Jenseits sind und in irgendeiner Ecke nur noch ein letztes Krokodil auf Erlösung wartet. Das kann nerven. Dafür ist die deutsche Übersetzung durchaus hörenswert. Der Umfang des Spiels ist mehr als angemessen und die KI in den gelegentlich aufkommenden Bosskämpfen nicht zu verachten. Für den zu erwartenden Preis von fünfzehn Euro bekommt der Spieler jede Menge geboten.

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Warum keine Bewertung?

Wir haben das Abenteuer leider noch nicht auf der PS3 spielen können, wollen euch unsere Eindrücke aber auch nicht vorenthalten. Eine Bewertung behalten wir uns jedoch vor, bis wir es auf der PS3 genießen konnten. Wenn die Auskopplung sich auf ähnlich technischem Niveau befindet, kann bei Lara Croft and the Guardian of Light bedenkenlos zugegriffen werden. Es ist eine willkommene Abwechslung, fügt sich würdig in die Serie der Archäologin ein und überbrückt die Wartezeit, bis wir wieder mit Lara in Lebensgröße auf die Jagd nach dem nächsten Artefakt gehen können.

Gutes

Viele Herausforderungen
Gelungene Spielwelt
Angemessene Grafik
Viele Ausrüstungsmöglichkeiten
Viele, kleine Rätsel
Gelungener Coop

Schlechtes

Veralteter Sound
Teilweise ungünstige Kameraführung
Keine Videosuequenzen, nur Comic Szenen - passt aber irgendwie

7.5 Gut

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