Landwirtschaftssimulator – Review

Getestet von | 11.09.2013 um 19:43 Uhr

Die Sonne erhebt sich über den westlichen Hügeln und wirft ihr güldenes Licht auf unseren Bauernhof. Auch heute wird es wieder viel zu tun geben, wir werden unsere Felder bestellen, grubbern und abernten müssen, unsere Hühner füttern und alles für den Versand bereit machen müssen. Unser Alltag auf dem Bauernhof ist hart, dennoch hört sich hier alles spaßiger an als es der Landwirtschaftssimulator wirklich bietet, oder haben wir es mit einer versteckten Perle des Jahres zu tun?

Farming-Simulator-1Mit den Hühnern aufstehen

Bislang gab es den Landwirtschaftssimulator lediglich auf dem PC, doch das änderte sich nun, denn im September 2013 schaffte es die Simuation auch auf die aktuellen Konsolen. Doch was erwartet man? Eine Simulation, die einem das Leben auf einem großen Bauernhof näherbringt, die einem Einblicke in die Handhabung der Gerätschaften gibt und vielleicht sogar eine kleine Geschichte, die man als Leitfaden nehmen kann. Leider entpuppt sich der Landwirtschaftssimulator als weder das eine noch das andere. Es ist zwar eine Simulation, doch ein roter Faden fehlt, sodass aufploppende Aufträge eher zum Leidfaden statt zum Leitfaden werden, denn eine Anleitung für die Missionen ist schwer aufzutreiben. Doch dazu später mehr.
Kennt man sich zunächst nur mit Spielen wie Harvest Moon aus, bei denen man etwa 3 Jahre Zeit hat, um den Bauernhof des Opas/Onkels/ehemaligen Nachbarns wieder auf Vordermann zu bringen, so wird man im Landwirtschaftssimulator eine Geschichte gänzlich vermissen. Stattdessen wird man mit einem eher lieblosen Tutorial samt englischen Begriffen und Rechtschreibfehlern in das Landleben geworfen und hat dann den gesamten Hof vor sich. Wo beginnt man, wenn einem die Welt zu Füßen liegt, bzw. in diesem Fall ein riesiger Bauernhof? Richtig, man beginnt damit, diesen erst einmal zu erkunden, doch schnell wird klar: Was man zu sehen bekommt, gibt einem kaum Aufschluss darüber, was man wirklich hat und tun kann. Leider ist auch das Tutorial nicht wirklich aufschlussreich bezüglich sämtlicher Aufgaben, denn zwar wird einem gezeigt, wie man Felder aberntet, „grubbert“ und neu besät, doch dann? Ja, es wird einem noch gezeigt, wo man das abgeerntete Zeug hinbringt, aber dann war es das auch schon. Alles, was man ansonsten tun kann, erfährt man durch blaue Fragezeichen, die an verschiedenen Stellen auf dem Bauernhof und in der Welt platziert sind. Dann darf man sich erst einmal einen Text durchlesen, der stellenweise viel zu klein ist, sodass man ihn kaum lesen kann. Und dann gibt es da auch noch englische Wörter mitten im Text, die uns doch eher ein schiefes Grinsen ins Gesicht gezaubert haben. Im Allgemeinen hat es der Landwirtschaftssimulator nicht so mit dem Deutschen, doch auch dazu später mehr.

Ich grubbere nicht nur, sondern rucke durch die Gegend!

Dass der Landwirtschaftssimulator keine Grafikperle ist, sollte wohl jedem klar sein, doch leider wirkt es stellenweise eher wie ein Spiel, das es auch schon auf die PS1 geschafft hätte. Und das betrifft jetzt nur das Aussehen, auf die Fehler gehen wir nachgehend ein. Viele Grafikmodelle wirken wie frisch aus dem Setzkasten, sie sind nicht mit der Umwelt verschmolzen, sondern nur hineingestellt, was es wirklich zu keiner Grafikbombe macht. Viele Texturen wirken wie aus viel früheren Videospielen entnommen, was dem Ganzen wirklich eine unschöne Krone aufsetzt. Zudem kommen die bereits erwähnten Fehler hinzu. Vielleicht einmal vorweg: Clippingfehler scheint das Spiel keine zu haben, dafür jede Menge aufploppende Gegenstände, samt aufploppenden Texturen inklusive aufploppender Schatten. Das Wandern über den Bauernhof oder die amerikanische Farm ist eher eine Aufploppmeisterschaft als ein wirklich schönes Erlebnis. Das enorme Kantenflimmern brauchen wir, denke ich, nicht wirklich zu erwähnen.
Abseits der ganzen Grafik bewegt man sich ruckelnd durch die Gegend, das könnte schön sein, da es vermutlich als Schrittbewegung gedacht war, allerdings ruckeln die Gegenstände und Häuser nur so vorbei. Wäre es jedoch als Schritte gedacht gewesen, so bleibt die Frage offen, warum sich der Traktor mit genau derselben Ruckbewegung bewegt. Oder ruckeln Fahrzeuge neuerdings so durch die Gegend, sodass es uns noch nicht aufgefallen wäre?

Gutes

+ Realistische Umsetzung
+ Schöne Landschaften

Schlechtes

- Ruckelige Bewegungen
- Technisch veraltet
- Viele aufploppende Elemente
- Sprachenmischmasch

4.0 Schlecht!

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