Landwirtschafts-Simulator 2015 im Test – Bauer sucht Feldhamster

Getestet von | 03.06.2015 um 19:25 Uhr

Grüß Gott! Hach ist das ein schönes Gefühl morgens von einem krähenden Hahn oder einer muhenden Muhkuh geweckt zu werden und anschließend aus dem Fenster zu schauen, wo die Sonne unsere müden Augen öffnet. Huch… Der Nachbar winkt uns ein nettes Lächeln zu, weil seine Knospen schneller aufgehen. Ja liebe Leser, wir befinden uns nicht in stinkenden, überfüllten Großstädten mit Menschenmassen und Baumlosen Straßen. Wir werden uns für euch als Bauern verkleiden und in die Welt des Hofes, Feldes, Waldes und den Tieren eintauchen. Wird der Landwirtschafts-Simulator seinen bisherigen großartigen Erfolg auch im Jahr 2015 weiterführen?

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Es war einmal ein Bauer

Wir starten als einsamer Bauer mitten auf dem Felde. Vor uns ein Haus, ein Auto, Felder und Bäume. Nun legt mal los! Mit was? Im Landwirtschafts-Simulator 2015  gibt es keine strikte Story, wo euch andere Bauernfreunde anfunken und ihr danach zusammen das Feld zerpflügt. Es befinden sich lediglich kleine Aufgaben auf der Karte, welche mit einer Tafel gekennzeichnet ist. Die Quests sind mit sehr simplen Aufgaben bestückt,wie: Sammelt die Paletten ein, sammelt diesoder sammelt das. Durch diese Quests könnt Ihr ein wenig euer Startkapital erhöhen und euren Bauernhof weiter anwachsen lassen.

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Motoren starten und Vollgas

Sobald Ihr das Spiel in eure PlayStation 4 einlegt und startet, beginnt Ihr mit einem simplen Menü, welches euch schnell zeigt, wo Ihr euer Abenteuer starten könnt. Landwirtschafts-Simulator 2015 bietet euch die Möglichkeiten Singleplayer, Tutorials oder den Multiplayer zu entdecken. Unerfahrene Bauernfreunde sollten dringend mit den Tutorials beginnen, da genau hier die Vielseitigkeit vom Landwirtschafts-Simulator 2015 erklärt wird. Die Tutorials bieten von den Kinderschuhen, dem Felder umgraben, bis zur Forstwirtschaft einen guten ersten Einblick. Wir mussten uns selbst zuerst mit den Bauernregeln zurecht finden. Düngt man nach dem Gruben ein Feld? Oder düngt man nach dem Sähen? Solche Fragen sollten euch durch die Tutorials schnell beantwortet werden. Wenn Ihr nun ins wahre Bauerngeschehen einbrechen wollt, dann startet Ihr den Singleplayer, wo Ihr 2 Maps mit jeweils 3 verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Auswahl habt. Die Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich lediglich von den möglichen Geldausgaben, um das ganze knackiger zu machen. Wir beginnen mit der Anfangsmap, Björn Holm auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Auch hier habt Ihr durch Fragezeichen und Kurztipps die Möglichkeit, Erklärungen zum Hofablauf zu bekommen. Auf der zweiten Map fehlen diese Fragezeichen und Kurztipps komplett. Wir hatten erst Bedenken, dass der Landwirtschafts-Simulator 2015 uns ein wenig im Stich lässt, doch genau dies wurde mit gezielten guten Kurztipps und Tutorials gelöst.

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Wenn Ihr denkt, so ein Hofgeschehen könnte langweilig werden, dann habt Ihr noch nicht die Größe der Map gesehen. Wir Bauerntümpel sind  schon mit einem Feld überfordert… Die Map bietet unterschiedliche Möglichkeiten euch in der Welt zurecht zu finden. Vom Gartencenter, über Bankkredite, habt Ihr verschiedenste wirtschaftlichen Wege zu erledigen. Sobald Ihr genug Kleingeld gesammelt habt, könnt Ihr weitere Felder kaufen, um eure Wirtschaft anzukurbeln. Hier bietet der Landwirtschafts-Simulator eine große Vielfalt und es wird nie langweilig, nur auf den Feldern den Tag zu verbringen.

Umgraben > Saat legen > Düngen > Mähen > Getreide einladen > Getreide Ausladen. Für all diese Dinge braucht man kleine oder große Maschinen, verschiedene Anhänger oder Aufsätze. Es gibt einen Ingameshop, bei dem Ihr die Maschinen gegen Bares kaufen könnt. Doch aufgepasst! Die Maschinen kosten uns tägliches Geld und Ihr müsst dieses tägliche Geld klug erwirtschaften. Durch das Pflanzen von Gerste, Weizen, Kartoffeln, Rüben und vielem mehr, könnt Ihr das Geld wieder reinholen und in weitere Felder, Maschinen oder Tiere investieren. Nach einem kurzem Schnuppern in die Welt der Maschinen, entdeckten wir, dass Forstwirtschaft uns am meisten Geld bringt. Also haben wir unser Startkapital vorerst mit dem Fällen von Bäumen verdient. Wir kauften uns eine Motorsäge und begannen Bäume zu fällen. Das Fällen der Bäume ist aber leider nicht ausgereift. Mit einer Schnittanzeige (bekannt aus Metal Gear Rising) habt Ihr die Möglichkeit die Schnittrichtung zu ändern. Das ist sehr kompliziert dargestellt, da die Schnittanzeige einfach verschwindet und Ihr des öfteren mit dem Controller nachregulieren müsst. Sobald der Baum fällt, muss nun ein Kran her, um den Baum auf den Auflieger zu platzieren. Jetzt kommt die äußerst unpraktische Steuerung zum Einsatz. Leider wurde der Dualshock der PlayStation 4 hier nicht mit einbezogen. Wir müssen den Kran durch halten von verschiedenen Tasten steuern. So haltet Ihr die Tasten R1, L1 oder auch beide Tasten zusammen, gedrückt und bekommt dadurch mit dem Analogstick unterschiedliche Kranfunktionen – Kralle drehen, Kran schwenken, Kran hoch und runter, Kralle auf und zu usw.. Doch was ist mit dem zweiten Analog Stick? Der wurde schlicht vergessen und ist für die Kameradrehungen verantwortlich. Hier hätte man die Steuerung besser umsetzen können. Uns kommt es vor, als hätte man die PC-Steuerung mit Maus und Tastatur einfach auf einen Analogstick übernommen. Ebenso lässt die Physik oft nach, besonders bei dem Fällen von Bäumen. So haben wir sehr oft das Problem, dass uns ein Baum in die Luft geschleudert hat und wir mit dem Kran an diesem hingen und dem Bauernhimmel entgegen flogen. Uns hat es jedoch tierischen Spaß gemacht, diese Physik zu erleben. So konnteuns die Physik trotz des tristen Bauernalltags, ein Lächeln auf unseren Mund zaubern.

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Die Welt vom Landwirtschafts-Simulator 2015 steckt voller Leben. So laufen auch Menschen umher oder Autos befahren die Asphaltstraßen. Auch so ein Leben steckt voller Tüken! Die Autos bremsen oft unsere Maschinen beim Felder mähen aus und hinterlassen riesige Staus, welche uns bei der Arbeit behindern. Obwohl dies auch aus dem echten Leben stammen könnte… Im späteren Spielverlauf könnt Ihr Erntehelfer einsetzen. Diese werden einige Aufgaben, wie das Mähen oder umgraben von Feldern, übernehmen. Doch wieso kann die KI nicht selber das Getreide entladen? Genau da hätten wir uns einen flüssigeren Spielverlauf gewünscht, um sich auch als Bauernhofmanager an ein schöneres Leben zu gewöhnen, ohne die tägliche harte Arbeit unsererseits. Wir hätten uns auch über ein konkurrierendes Bauernunternehmen gefreut, um dem Spiel mehr Ziele zu geben und mehr zu motivieren. Das einzige Ziel ist, leider, Geld zu verdienen und einfach mit teuren Maschinen vor die Hoftüren der Bauernfrauen zu fahren. Im Grunde handelt ja jeder Simulator ohne feste Ziele, jedoch gerade auf den Feldern ist der Konkurrenzkampf auch im echten Leben vorhanden und würde der Simulation somit noch mehr Bezug zur Realität verleihen.

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Gutes

-Grosse Map mit viel Abwechslung
-Originale Maschinenhersteller
-Detailreiche Maschinen
-Wirtschaftssystem
-Solider Multiplayer

Schlechtes

-Fehlende musikalische Untermalung
-Framerate nicht immer stabil
-Umsetzung der Steuerung
-Physik
-Umgebungsgrafik

6.7 Mittelmäßig

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