Lass ihn raus, den Säbelzahntiger – Far Cry Primal im Test

Getestet von | 13.03.2016 um 14:51 Uhr

Wie mittlerweile gewohnt, veröffentlicht Ubisoft auch in diesem Jahr wieder ein neues Far Cry Spiel, jedoch anstatt uns wieder einmal in eine exotische Gegend zu schicken, kämpfen wir diesmal in der Steinzeit ums nackte Überleben. Unsere Gegner sind diesmal nicht schießwütige Menschen, welche einfach eine Waffe in die Hand gedrückt bekommen haben, sondern Höhlenbewohner und primitive Formen von Tieren, welche wir auch heutzutage noch kennen. Unser Waffenarsenal besteht auch nur aus Waffen wie einer Keule, einem Bogen oder einem Speer. Mit einem unverbrauchten Setting, will Ubisoft die Spieler mit Far Cry Primal begeistern und zudem versucht man natürlich auch neue Elemente in die bereits bekannte Ubisoft-Formel hineinzubringen. Ob dies gelingt und ob das Spiel die erhoffte Erfrischung ist, könnt ihr in unserem Test erfahren.

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Zwischen Höhlenbewohnern und Säbelzahntigern

Wir befinden uns mit Mitgliedern unseres Stammes auf der Jagd, gehen ganz vorsichtig nach vorne, nur mit einem Speer bewaffnet. Plötzlich zieht eine Herde von Mammuts an uns vorbei, wir werden aufgefordert ruhig zu bleiben. Wir schleichen uns kurz darauf an eines heran und plötzlich geht alles ziemlich schnell. Unsere Freunde mit dem Bogen beginnen auf ein Mammut zu schießen, während wir anderen es mit dem Speer bearbeiten und so schwächen. Das Mammut versucht zu fliehen und rennt in eine Sackgasse – Das ist unsere Chance, also attackieren wir es so lange, bis es schlußendlich das Zeitliche segnet. Doch die Freude über diese Beute währt nicht lange, wird unsere Gruppe dann noch von einem Säbelzahntiger angegriffen und unser Held muss, um sich retten zu können, einen Vorsprung hinunter springen. So beginnt die Geschichte in Ubisofts Far Cry Primal und von dort aus müssen wir mit unserem Helden namens Takkar, ein Mitglied des Wenja-Stammes, durch das Lande Oros streifen. Wir geraten in einen Konflikt von drei Stämmen. Die Wenja, die Udam und die Izila kämpfen nämlich nicht nur ums Überleben, sondern auch um die Vorherrschaft in Oros und so versucht jeder Stamm, die anderen zu vernichten. Natürlich sind die Wenja zahlenmässig deutlich unterlegen und müssen sich des öfteren gegen Angriffe der anderen verteidigen, doch Takkar soll das Blatt nun endgültig drehen. In Far Cry Primal besitzt der Spieler sein eigenes Dorf, welches als Basis dient. Die Anzahl der Einwohner steigt durch das Erfüllen der Hauptmissionen, sowie das erledigen von Nebenmissionen und spontanen Ereignissen. Zudem gibt es im Dorf mehrere „wichtige“ Einwohner, welche einem Missionen geben und über spezielle Hütten verfügen. Diese Hütten können jeweils zweimal verbessert werden, wodurch der Spieler wieder seinen Nutzen ziehen kann und Belohnungen erhält. Die Geschichte des Spiels dreht sich eigentlich nur darum, den eigenen Stamm wieder aufzubauen und dabei wollen die Schurken natürlich ein Wörtchen mitreden, denn der Umgangston in der Steinzeit ist rau, es gibt weder subtile Charakterentwicklungen, noch andächtige Romanzen. Doch genau das ist eine willkommene Abwechslung: Takkar kämpft, um zu überleben und um seinen Stamm zu schützen. Ubisoft inszeniert die Geschichte im gleichen Stil wie die Welt, in der sie stattfindet: brutal, wild, aber auch faszinierend. Takkar und die Wenja sind nicht einfach moderne Menschen in Lendenschurz, es ist nachvollziehbar das wir beispielsweise für das Überleben unserer Leute jagen müssen und dadurch erhält die Geschichte einen anderen Reiz. Erfrischend ist auch die Tatsache, dass man diesmal nicht versucht hat einen Mehrspieler Modus zu entwickeln und sich somit nur auf den Einzelspieler fokussiert hat.

Das vollgepackte Oros und seine Tierwelt

Mit Far Cry 3 packte Ubisoft erstmals eine wirklich lebendige und volle Tierwelt mit ins Spiel ein, was man in den Nachfolgern aufrecht erhielt. Auch in Far Cry Primal gibt es unzählige Tiere und nicht nur solche wie Bären oder Affen, sondern auch Säbelzahntiger oder Mammuts – Steinzeit eben. Zudem ist es möglich im Verlaufe des Spiels diese Tier zu zähmen und als Begleiter einsetzen zu können, was euch im Kampf je nach Tier wiederum einen Vorteil verschaffen kann. Ein Wolf beispielsweise, kann sich an seine Gegner heranschleichen und dann Stück für Stück zerfleischen, ohne dabei bemerkt zu werden, während ein Bär einfach losrennt und alles niedermäht was ihm vor die Pranken kommt. Zudem verfügt man über eine Eule, mit welcher man die Landschaft auskundschaften kann und die euch Gegner markiert, sodass ihr euer Vorgehen perfekt planen könnt. Zudem gibt es in Oros an jeder Ecke Nebenmissionen, wie etwa das befreien von Stammesmitgliedern oder das Töten von gefährlichen Tieren. Zu Beginn machen diese Missionen echt Spass, allerdings nutzen sich diese Muster nach einer gewissen Zeit ab und wiederholen sich zu oft. Zudem unterscheiden sich die Hauptmissionen, in ihrer Inszenierung, meist kaum von den Sidequests. Um nochmals auf die Tierwelt zurück zu kommen, auch hier ist nicht alles perfekt. Kommt es doch immer wieder vor, dass zu viele Tiere auf einem kleinen Raum vorhanden sind und somit den Spieler auch angreifen, was wiederum auf dem Weg zu einer Mission ein Hindernis sein kann. Doch trotzdem ist die Spielwelt etwas vom Besten, denn die Art und Weise, wie Ubisoft hier eine Wildnis mit Tieren, Pflanzen, Lichtstimmungen und Wettereinflüssen in Szene setzt, gemischt mit diesem unverbrauchten Setting ist einfach hervorragend. Egal ob man im Dämmerlicht durch die Natur streift, eine frostige Hügelkette erklimmt oder während der Nacht durch einen Schwarm voller Glühwürmchen spaziert, beeindruckend ist dies allemal. Allerdings hat Ubisoft keine Möglichkeit ausgelassen, jeden Winkel eurer Gebietskarte mit Sammelsymbolen zu tapezieren. Das muss nicht zwingend etwas Schlechtes sein, jedoch wirkt es wie zwanghafte Beschäftigungstherapie.

FarCryPrimal

Gutes

- Schöne, große Welt
- Umfangreiches Upgrade System für Dorf und Spieler
- Steinzeit Setting stimmig
- Eigene Sprache im Spiel
- Tiere als Begleiter

Schlechtes

- Kaum Abwechslungen bei Missionen
- Teilweise zu viele Tiere auf kleinem Raum
- Nahkampfsystem nicht optimal
- Story nicht wirklich fesselnd

8.0 Sehr gut

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