Knack im Test – Der Kampf zwischen Goblins und Framerateeinbrüchen

Getestet von | 03.12.2013 um 21:35 Uhr

KNACKIG auf der PS4?

Knack ist ein Launchtitel, und was sollen Launchtitel erreichen? Richtig, sie sollen die Fähigkeiten und Funktionen einer neuen Konsole vorführen. Um es ganz direkt zu sagen, versagt Knack in dieser Hinsicht ziemlich.
Nur an einigen wenigen Stellen ist Knack richtig hübsch, wobei hierzu vor allem die 1080p-Auflösung den größten Teil beiträgt. Auch die Umgebung kann hier und da durch stimmungsvolle Beleuchtung und nette Gestaltung überzeugen, doch damit sind die wirklich positiven Seiten auch schon vollständig aufgezählt.
Bereits von der ersten Minute an fallen die eher mäßige Texturqualität und recht starkes Kantenflimmern auf. Allein schon vom optischen Eindruck her kann sich Knack also nur knapp auf PS4-Niveau behaupten. Doch ziemlich peinlich wird die technische Seite von Knack dann, wenn wir noch die starken Framerateeinbrüche hinzuzählen: Sobald sich Knack bei seinen Super-Moves in seine Einzelteile zerlegt, sind bereits Ruckler erkennbar, doch wenn dann auch noch in der Umgebung irgendetwas zersplittert, erlebt man teilweise waschechte Slowdowns. Das darf einfach nicht passieren und bedenken wir hierbei noch, dass Systemarchitekt Mark Cerny für dieses Spiel verantwortlich ist, dann müsste hier einfach deutlich mehr geboten werden.
Zum Glück leistet sich Knack ansonsten technisch nicht so viele Schnitzer. Der Soundtrack ist recht stimmungsvoll, wenn auch von Wiederholungen geprägt, und gut mit der Sprachausgabe abgemischt. Auch die Steuerung funktioniert außer beim Klettern problemlos und es wurde recht schön umgesetzt, wie Knack mit zunehmender Größer immer schwerfälliger wird.
Ein weiteres großes Ärgernis ist jedoch das Speichersystem. Euer Fortschritt bei den Checkpoints wird nämlich nicht dauerhaft gesichert und beendet ihr das Spiel zwischenzeitlich, müsst ihr am Beginn des Unterkapitels wieder anfangen, wenn ihr es wieder startet. Das ist einfach ein No-Go und sorgt insbesondere in den frustigeren Kapiteln nicht gerade für neuen Mut, wenn man sich einfach mal eine Pause gönnen möchte. Weiß man es jedoch, lässt es sich auch einrichten, denn die einzelnen Unterkapitel sind nicht allzu lang.
Insgesamt bietet sich Knack also nicht unbedingt dafür an, eure neue PS4 bei Freunden vorzuführen, denn die zweifelsohne vorhandene technische Power wird mit durchschnittlicher Optik und der unterdurchschnittlicher Framerate schlicht und einfach nicht genutzt.

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Wir sind doch alle ein bisschen beknackt

Es dauert lange, bis man mit Knack richtig warm wird. Für viele Spieler vielleicht zu lange. Die ersten Spielstunden sind erfüllt von Frust (wegen schwankendem Schwierigkeitsgrad und miesem Balancing) sowie Enttäuschung (wie passen solch lineare Level und diese Technik zusammen?), doch nach und nach erkennt man, dass man mit Knack im Grunde einen ganz soliden Plattformer mit Prügelaspekt vor sich hat, der eine ganze Weile beschäftigen kann.
Die Geschichte gewinnt im Spielverlauf nie wirklich an Tiefe und die durch einfach gestrickte Typen besetzten Figuren sind von Anfang an leicht durchschaubar, jedoch entwickelt sich dennoch so etwas wie Sympathie für die einzelnen Charaktere, auch Knack, der leider auch bei weitem nicht so vielschichtig ist, wie es sein Äußeres vermuten lässt. Irgendwann beginnt das Spiel daher dann auch, zu motivieren, und man hüpft und kämpft sich nach und nach durch die linearen Level und ist sich gar nicht mehr so richtig bewusst, dass Knack eigentlich ein unnötig enges Korsett spannt: Die Möglichkeiten des Wachstums und Schrumpfens des Protagonisten werden kaum genutzt, da sie jeweils nur dann auftauchen, wenn das Spiel das gerade will.
Irgendwann gewöhnt man sich aber eben an diese Linearität und dies geht Hand in Hand damit, dass die Frusterlebnisse in den Kämpfen mit der Zeit abnehmen, denn irgendwann hat man den Dreh raus und kann die einzelnen Gegnertypen sofort erkennen und sich entsprechend verhalten. So wird man zwar immer noch das eine oder andere Mal in alle Einzelteile zerfliegen, doch die nützlichen Erweiterungen wie der Kombozähler machen das wieder wett, denn sie steigern den Spaß an den Kämpfen noch weiter.
Was dann tatsächlich noch bleibt, ist die Enttäuschung über die durchwachsene Technik von Knack, denn es erschließt sich einem nur selten, wieso dieses Spiel in einer brandneuen Next-Gen Konsole steckt. Ja, die hohe Auflösung und die teils netten Effekte sorgen hier und da mal für ein bisschen Begeisterung. Doch wenn es um Themen wie Texturqualität und Aliasing geht, muss Knack ziemlich zurückstecken. Besonders peinlich: Die Framerate geht überdeutlich in die Knie, wenn sich Knack in seinen Super-Moves zerlegt und vor allem, wenn zusätzlich noch irgendwo was zersplittert. Hier dürfte man von einem Spiel, an dem Systemarchitekt Mark Cerny leitend mitwirkte, wirklich mehr erwarten.
Zum Abschluss bleibt uns trotz allem zu sagen: Gebt Knack eine Chance!

Knack_AB

Gutes

+ Prinzipiell ein Held mit Maskottchen-Eignung
+ Großer Umfang
+ Bleibt dauerhaft fordernd
+ Wiederspielwert durch Geheimnisse und weitere Knacks
+ Stimmungsvolle Soundkulisse

Schlechtes

- Enttäuschende Technik
- Extrem linear
- Mieses Speichersystem
- Viele Frusterlebnisse in den ersten Stunden
- Koop mit Schwächen

7.0 Gut

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