Knack im Test – Der Kampf zwischen Goblins und Framerateeinbrüchen

Getestet von | 03.12.2013 um 21:35 Uhr

Sony hatte zum Launch der PlayStation 4 nur zwei exklusive Retailspiele im Angebot. Neben Killzone Shadow Fall erschien auch das Jump’n’Run Knack, das seit seiner Ankündigung eher belächelt wurde, und auch die Rezensionen nach dem US-Launch fielen eher verhalten aus, zumindest von der Kritikerseite her. Wir haben uns das Spiel aus der Feder von Mark Cerny angesehen und verraten euch, ob es eine Empfehlung wert ist.

Goblins, Roboter – Und KNACK!

Ausgangspunkt der Geschichte in Knack ist die Bedrohung der Menschheit durch Goblins, die bereits diverse Stützpunkte mit starker Waffengewalt überfallen haben. Was wollen die Goblins? Sie wollen Relikte, und zwar eben jene Relikte, aus denen Knack besteht. Schnell kommen die beteiligten Figuren noch auf die Schliche einer Höhle, in der ein unvorstellbar wertvoller Schatz versteckt ist. Um dort hinein zu gelangen, wird jedoch noch ein Schlüssel gebraucht, wobei noch niemand so recht weiß, wer oder was dieser Schlüssel ist. Wer jetzt mitdenkt, kommt aber ziemlich schnell darauf.
Natürlich muss es in der Gruppe der am Anfang eingeführten Figuren auch noch einen Bösewicht geben, sodass der Konflikt in den mittleren Kapiteln des Spieles gleich an mehreren Fronten ausbricht. Für Verwirrung sorgt das aber nicht, denn da die Figuren mit einfachen Typen besetzt wurden, sind sie wirklich leicht zu durchschauen und man weiß meistens, worauf die nächste halbe Stunde hinauslaufen wird. Erzählt wird die Geschichte immer wieder in Zwischensequenzen, die recht überzeugend deutsch vertont wurden.
Knack klein PS4 Studio JapanDurch die dreizehn Kapitel steuert ihr ausschließlich Knack, dürft jedoch auch im Koop-Modus loslegen, wobei euer Kollege dann als Robo-Knack spielt. Der Koop-Modus ist zwar ganz witzig, hätte aber noch einige Verbesserungen im Detail nötig gehabt; so läuft euer Koop-Partner schnell mal aus dem Bild und sein Tod bleibt unbestraft, während ihr bei Knacks Tod sofort zum letzten Checkpoint zurückgesetzt werdet.
Was euch Knack sowohl im Alleingang als auch im Duo bietet sind extrem lineare Level, die insgesamt ein viel zu enges Korsett um den Spieler spannen: Zwar kann Knack mithilfe der Relikte wachsen und schrumpfen, jedoch werden diese Möglichkeiten nur dann genutzt, wenn das Spiel das auch gerade möchte. Auf eigene Faust etwas zerstören könnt ihr aber ohnehin nicht, denn abseits des Hauptweges gibt es abgesehen von Sonnensteinen und Schatztruhen rein gar nichts zu finden.
Die Energie der Sonnensteine nutzt Knack dazu, Super-Moves auszuführen, die eure Gegner mit ziemlicher Sicherheit und unkompliziert ausschalten. So bleiben euch gerade am Anfang viele Frusterlebnisse erspart, denn es dauert eine ganze Weile, ehe man sich in das Kampfsystem eingearbeitet hat. Knack hält nicht viel aus und ihr seht ihn teilweise schon nach einem Treffer in alle Einzelteile zersplittern. Dann heißt es zurück zum Checkpoint, die teilweise nicht ganz fair gesetzt sind. Wenn ihr dann einen ganzen Abschnitt wiederholen müsst, kann das wirklich nervig sein. Mit der Zeit wird man aber besser im Kämpfen, denn man muss im Grunde nur die Techniken der recht wenigen Gegnertypen lernen und seine eigene Taktik daran anpassen. Leider besteht die Gefahr, dass man schon zwischenzeitlich die Lust am Spiel verloren hat, aber so lassen sich dann auch die Endbosse ganz gut bewältigen, obwohl ihr jeweils mehrere Versuche brauchen werdet.
In den Schatztruhen wiederum verstecken sich Teile zum Bauen zusätzlicher Ausrüstung (zum Beispiel ein Kombo-Zähler, der Knack mit steigender Anzahl an Treffern ohne Gegentreffer stärker macht) sowie zum Freischalten weiterer Varianten von Knack, so gibt es zum Beispiel auch den Vampir-Knack. Da ihr im ersten Durchlauf garantiert nicht alles findet, bietet Knack einen recht hohen Wiederspielwelt, da man auch für die Trophäen fast alles einmal absolviert haben muss und die Endgegner jeweils mit einer bestimmten Variante von Knack besiegen muss. Da euch auch die Story schon eine ganze Weile beschäftigen wird, kann man in Knack also einiges an Spielzeit investieren.

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Gutes

+ Prinzipiell ein Held mit Maskottchen-Eignung
+ Großer Umfang
+ Bleibt dauerhaft fordernd
+ Wiederspielwert durch Geheimnisse und weitere Knacks
+ Stimmungsvolle Soundkulisse

Schlechtes

- Enttäuschende Technik
- Extrem linear
- Mieses Speichersystem
- Viele Frusterlebnisse in den ersten Stunden
- Koop mit Schwächen

7.0 Gut

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