Killzone: Shadow Fall im Test – Die Schlacht um Vekta beginnt

Getestet von | 06.12.2013 um 00:01 Uhr

Endlich ist die PlayStation 4 auch bei uns im Handel und sogleich schicken uns Guerrilla Games und Sony im exklusiven Shooter Killzone: Shadow Fall nach Vekta, wo dreißig Jahre nach der gigantischen Schlacht aus Killzone 3 die einheimischen Vektaner mit den geflüchteten Helghast in einer Stadt wohnen. Diese Stadt ist nun durch eine gigantische Mauer, welche zwei Kilometer hoch und 24 Kilometer lang ist, in zwei geteilt und trennt somit Vekta von New Helghan, in welchem die Helghast nun versuchen ihr einst so gigantisches Imperium wieder aufzubauen. Natürlich kann so eine Situation nicht auf Dauer friedlich verlaufen und deshalb stürzen wir uns erneut in den Kampf für Frieden und Gerechtigkeit. Ob sich dieses Abenteuer lohnt und ob das Spiel der erhoffte Kaufgrund für die Playstation 4 ist, lest ihr in unserem Test.

Ich bin ein Shadow Marshall

Die Geschichte von Killzone: Shadow Fall  spielt 30 Jahre nach den Geschehnissen von Killzone 3. Nach dem Sieg der ISA über die Helghast standen die Überlebenden ohne Heimat da, weil Helghan zerstört wurde. Nun musste eine Lösung her und die Sieger mussten die Hälfte ihrer gigantischen Stadt Vekta an die Helghast abgeben, welche ihren Teil nun New Helghan nennen. Diese Übergabe konnte natürlich nicht friedlich verlaufen und so kamen die Helghast und vertrieben die Leute aus ihren Häusern und Geschäften, wer sich weigerte wurde erschossen. Genau in dieser Szene steigen wir ein, als kleiner Junge namens Lucas, welcher mit seinem Vater auf die andere Seite der Mauer fliehen will, um ihre Leben zu retten. Als wir auf einen Marschall der ISA treffen, denken wir natürlich, dass uns dieser sicherlich heil nach Vekta bringen wird. Doch natürlich kommt alles anders und so kann Lucas nur Dank des Marschalls die andere Seite erreichen. Dort beginnt er auch mit seiner Ausbildung zum Shadow Marshall der ISA, denn sein Ziel ist es nun, New Helghan zurückzuerobern. Nachdem wir die Entwicklung des jungen Lucas‘ erlebten und dieser nun nach seiner Ausbildung bereit für die Schlacht ist, werden wir Zeuge davon wie Lucas auf der anderen Seite der Mauer gefangen genommen wird und nur dank eines speziellen Abkommens zwischen den beiden Seiten im Tausch mit einer Spionin aus den Helghast-Reihen wieder zurückkehren darf. Die Situation auf Vekta ist angespannt, so sehen wir überall Checkpoints, Durchsuchungen und Überwachungskameras in der Stadt, man merkt richtig wie die Leute misstrauisch sind. Nach der Rückkehr von Lucas wird er sofort wieder eingesetzt und versucht weiter, dem Treiben auf der anderen Seite ein Ende zu setzen, denn die Helghast erwähnten bei der Übergabe, dass sie sich mit der Hilfe einer geheimen Waffe den ganzen Planeten unter den Nagel reißen und somit zu alter Stärke zurück finden wollen. Natürlich kann das ein Shadow Marshall nicht zulassen und somit beginnt ein actionreiches Abenteuer, welches denn Spieler an verschiedenste Orte im ganzen Universum bringen wird. Leider fällt einem die Identifikation mit den wenigen Charakteren schwer, so kann man keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen, welche einen in der Kampagne, die etwa zwischen acht bis zehn Stunden dauert, begleiten werden. Denn das Spiel überspringt die Entwicklung des kleinen Lucas‘ mit zwei kurzen Sequenzen, welche ganze 18 Jahre des Lebens von Lucas darstellen sollen. Auch was dazwischen passiert, ist völlig unklar, denn plötzlich ist Lucas ein Top Elite-Soldat und der Konflikt zwischen Helghast und Vektanern ist angespannter als zuvor. Aber mehr muss der Spieler scheinbar auch nicht wissen und so gibt es auch im Verlaufe der Geschichte immer wieder derartige Logik-Lücken.

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Die ganze Schönheit des Universums

Das Augenmerk beim Spiel liegt logischerweise von Anfang an auf der Grafik, wurde Killzone: Shadow Fall doch immer wieder als Beispiel für die Qualität der Next-Gen Spiele angepriesen. Zugegeben, das zweite Level des Spiels verschlägt einem erstmal die Sprache. So schauen wir uns um und sehen uns die hohe Klippe an, spazieren durch den Wald und beobachten den kleinen Fluss, welcher durch das Level fließt. Hier merkt man wirklich, dass man in der nächsten Generation des Gamings angekommen ist. Auch die Schatteneffekte wissen zu überzeugen und so absolvieren wir dieses Level mit Genuss, denn so stellen wir uns die Next-Gen Grafik wirklich vor. Doch schon in den nächsten Leveln folgt ein klein wenig Ernüchterung, denn dort erinnert das Spiel schon eher an die Vorgänger, welche mit ihren eher düsteren Levels daherkamen. Die Levels sehen sicherlich immer noch gut aus, aber es ist nicht mehr derselbe Part, welcher uns in diesem zweiten Level entgegenstrahlte. Zudem sind immer wieder einige unscharfe Texturen zu erkennen, die aber nicht so extrem sind wie bei gewissen PlayStation 3 Spielen. Auch kommt es gelegentlich zu Rucklern und Framerate-Einbrüchen, welche einem schon einmal nerven können.

Vekta

Geschick, taktischer Einsatz und vielfältiges Gameplay

Auch beim Gameplay haben sich die Niederländer einiges einfallen lassen, so habt ihr beispielsweise die Drohne namens OWL, welche euch stets begleitet. Diese Drohne führt verschiedene Befehle aus und kann für euch einen Schutzschild errichten, Gegner eliminieren oder diverse elektronische Geräte hacken. Diese Befehle erteilt der Spieler über das Touchscreen des DualShock 4 Controllers, was ein ziemlich cooles Feature ist. Im Spiel selber gibt es auch einige sammelbare Objekte wie Comic-Buch Seiten, Zeitungen oder Audio-Dialoge. Diese Dialoge werden beim Aufsammeln über die Lautsprecher im Controller wiedergegeben, während der Sound des Spiels auf den Lautsprechern des Fernsehers weiter läuft. So kommen sich diese zwei Lärmquellen nicht in den Weg, was ebenfalls von Nutzen sein kann. Auch sind wir als Spieler nicht mehr nur mit den dicksten Eisen des Universums ausgerüstet, sondern müssen gewisse Level nur mit einem Messer bewaffnet überstehen. Das Ganze verleiht dem Spiel auch einen Hauch von Stealth, was mit ziemlicher Sicherheit ein wenig Abwechslung in das Gameplay bringt. Denn nach einer gewissen Zeit ertappt man sich des Öfteren dabei, wie man versucht, möglichst still durch die Levels zu kommen, bis man dann bei den vorprogrammierten Schlachten angelangt ist. Die KI im Spiel verhält sich meistens relativ gut, so kommunizieren die Helghast fleißig unter einander, tauschen sich aus und suchen Deckung, während sie versuchen den Spieler einzukesseln. Doch wie gesagt: Meistens verhält sie sich gut, denn so kann es durchaus vorkommen, dass ein Gegner einfach stehen bleibt, obwohl wir gerade einen seiner Kameraden vor seinen Augen niedergeschossen haben. Zudem kam es auch vor, dass Gegner in Gegenständen hängen blieben und somit unfreiwillig auf der Stelle hin und her stampften. Auch die Drohne OWL befolgt manchmal die Befehle des Spielers nicht korrekt und so findet man sich nach einer verpatzen Aktion immer mal wieder in brenzligen Situationen wieder, was echt nervig sein kann. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist recht knackig gehalten, so ist man schon auf der Stufe „Normal“ ziemlich gefordert, da einen schnell das Zeitliche segnen kann. Dadurch, dass der Schwierigkeitsgrad erhöht wurde, versucht man auch logischerweise intelligenter an die Missionen ranzugehen, um offenen Konflikten aus dem Weg zu gehen, da man sonst ziemlich schnell von allen Seiten umringt wird. Leider führt dieser erhöhter Anspruch auf oftmals zu Frustmomenten, wenn man beispielsweise ein Level bei mehreren Versuchen nicht gleich bewältigen kann.

killzone-shadow-fall

Gutes

- Teilweise atemberaubende Grafik
- Läuft größtenteils flüssig
- Abwechslungsreiche Umgebungen
- Tolle Panoramen
- mehr spielerische Freiheiten
- Fordernde KI
- Motivierender Multiplayer Modus

Schlechtes

- Durchschnittliche Story
- Gelegentliche KI-Aussetzer
- Teilweise schwache Animationen
- Neue Spielmechaniken nicht zu Ende gedacht
- Levelqualität schwankt stark

8.5 Sehr gut

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