Just Cause 3 im Test – Explosionen, Explosionen überall

Getestet von | 06.12.2015 um 18:35 Uhr

Nicht nur die Handlung ist sinnlos

Bis auf die Handlung gab es bisher nicht viel zu meckern an Just Cause 3, doch das ändert sich jetzt. Bekanntermaßen hat das Spiel ja, leider, keinen Multiplayer, aber dennoch gibt es online Bestenlisten. Das wäre ja an sich kein Problem, wenn die Bestenlisten selbst nicht für welche sorgen würden. So hat das Spiel recht lange Ladezeiten und diese sind erst recht lang, wenn man online spielt. Unsere Bestzeit im Test waren geschmeidige 3:42 Minuten, und ja, wir haben die Zeit extra gestoppt. Ein anderer Spieler aus unserem Team hat das sogar noch getoppt und dufte 7:13 Minuten warten, herrlich, oder? Diese Ladezeiten kommen aber nicht nur zustande wenn man stirbt. Wenn ihr eine, der oben beschriebenen, Herausforderungen neu starten wollt, dann dürft ihr auch eine Ladescreen in Kauf nehmen. Und wenn man die Bestzeit und somit das Maximum an Zahnrädern verdienen will, muss man schon öfters mal neu starten. Aber es wird noch besser. Es kam öfters vor, dass die Ladezeiten länger dauerten, als die Herausforderung an sich, da kommt doch Freude auf. Auch Tode wird es immer wieder mal geben und das hat auch einen Grund. In dem ganzen Chaos das öfters bei Just Cause 3 herrscht, wuseln auch noch eine Menge Soldaten und Fahrzeuge durch die Gegend, wodurch irgendwann jegliche Übersicht verloren geht. Wenn dann noch aus allen Richtungen auf einen geschossen wird und man nicht weiß wo man hinschauen soll, ist man schneller tot als einem lieb ist. Das Alles hätte man verhindern können, wenn man dem Spiel eine Minimap spendiert hätte, doch die sucht man vergeblich. Das steht sicher im Zusammenhang mit einem weiteren Problem das für manche Tode sorgt. Es gibt nicht nur viele Gegner, sondern auch Gegner die immer wieder neu spawnen und das auch gerne mal direkt hinter euch.

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Kommen wir aber nochmal auf die tollen Bestenlisten zurück. Von denen gibt es viele und zwar für so ziemlich jeden Mist. Meiste Kills mit einem Magazin, meiste Kills in schneller Folge, längste Kette an Explosionen, längster Fallschirmflug und so weiter und so fort. Insgesamt gibt es etwa 30 Bestenlisten und diese werden immer, wirklich immer, in Echtzeit angezeigt, sobald ihr eine der Anforderungen erfüllt. Ihr tötet schnell 2 Gegner, zack, die Bestenliste für schnelle Kills in Folge wird angezeigt. Als wäre das nicht schon nervig genug, benachrichtigt euch das Spiel auch permanent, wenn jemand eine eurer Leistungen geknackt hat, egal ob Freund oder Fremder. Besonders toll ist das, wenn ihr mal ein paar Stunden oder einen Tag nicht gespielt habt. Dann zeigt euch das Spiel erstmal ganz geschmeidig alle Spieler an, die besser waren als ihr. Das kann auch mal ein paar Minuten dauern, in denen permanent Texte eingeblendet werden. Der Gedanke hinter den Bestenlisten ist uns durchaus klar, da sie aber eher für negatives sorgen und keinen wirklichen Sinn erfüllen, hätte man sich die auch sparen können. Natürlich könnt ihr die Bestenlisten und verlängerten Ladezeiten umgehen, indem man offline spielt. Dafür muss man sicher aber vom PSN abmelden und man quatscht doch gerne mal mit ein paar Freunden in einer Party oder hört Musik auf Spotify, muss dafür dann aber auch die längeren Ladezeiten in Kauf nehmen.

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Groß, größer, Just Cause 3

Kommen wir nun zur Spielwelt. Diese ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist sie verdammt gigantisch, doch dafür ein wenig unbelebt. Auf der anderen Seite ist sie jedoch sehr hübsch geraten und wartet sogar mit einigen Überraschungen auf euch, in Form von Easter Eggs. Das genialste was und da aufgefallen ist, ist der Doge Mode. Hier gibt es Texteinblendungen beim töten von Gegnern oder bei Explosionen. Dann bekommt ihr sowas zu lesen wie, “That Graphic, much Explosion, very cool”. Wer damit nicht viel anfangen kann, dem kann man es nicht so schnell erklären, jedenfalls ist es verdammt witzig. Ebenso gibt es spezielle Fahrzeuge zu finden, wie ein Formel 1 Wagen oder eine Badeente mit Schusswaffen, ja, richtig gelesen. Eine Badeente….mit Schusswaffen…..um Dinge zu zerstören!!

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Nicht nur die Spielwelt ist hübsch und idyllisch, auch die Effekte, besonders die Explosionen, sehen fantastisch aus. Doch leider gibt es da ein kleines Problem. Das Spiel läuft immer in 1080p und eigentlich sollte es immer in 30fps laufen, doch wenn mal etwas mehr auf dem Bildschirm passiert, was ziemlich oft der Fall ist, ist die Framerate alles andere als stabil. Wenn ihr beispielsweise mit einem Heli über einer Basis kreist und diese mit Raketen pflastert, geht die Framerate so richtig in die Knie, dass ist schon fast Zeitlupen-Niveau. Das liegt unter anderem aber auch an der riesigen Welt und der extremen Weitsicht. Weniger Probleme gibt es da beim Sound. Wie erwähnt ist die Synchronisation nicht das Wahre, dafür stimmt der Rest. Erst recht Waffensounds und Explosionen scheppern ordentlich. Dann bleibt da noch die Steuerung, die im großen und ganzen sehr gut von der Hand geht, wenn sie auch manchmal ein klein wenig ungenau ist. Die Fahrzeuge lassen sich auch sehr gut steuern, bis auf eine Ausnahme. Wenn ihr euch auf ein Motorrad schwingt, dann kommt ihr öfters ins schleudern und könnt nicht immer auf der Straße bleiben, da diese sich sehr ruppig und gleichzeitig schwammig steuern lassen.

Fazit – Dinge zerstören macht Spaß

Just Cause 3 macht Spaß. Es hat ein paar Fehler, manche die auch echt unnötig sind, wie die fehlende Minimap oder die sinnlosen Bestenlisten. Auch die Handlung weiß nicht wirklich zu überzeugen, aber seien wir mal ehrlich, Mad Max: Fury Road hatte auch eine total stumpfe Handlung, war aber dennoch ein guter Film. So ähnlich sieht es auch bei Just Cause 3 aus. Es bockt einfach, alle möglichen Dinge zu zerstören und sich an den zahlreichen Explosionen zu ergötzen. Man bekommt auch einiges geboten für sein Geld, wenn manches davon auf Dauer auch ein wenig eintönig wird. Ebenso prekär ist die technische Seite. Just Cause 3 sieht super aus und bietet eine gigantische Welt, doch leider ist diese etwas leblos und läuft nicht immer flüssig. Alles in allem kann an aber sagen, dass man mit Just Cause 3 sehr viel Spaß haben kann. Wer schon Gefallen an Just Cause 2 gefunden hat, kann bei Teil 3 bedenkenlos zugreifen. Achja, man kann Dinge zerstören, viele.

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Hier nochmal der Launch Trailer zum Spiel. Selten war ein Trailer so passend zu einem Spiel.

Gutes

- Riesige, hübsche Welt die zum erforschen motiviert
- Viel zu tun und zu zerstören
- Es macht einfach nur Spaß!
- Nette Dynamik und Spielereien durch Enterhaken, Fallschirm, Wingsuit und Fahrzeuge

Schlechtes

- Lahme Handlung
- Unnötige Bestenliste
- Zu lange Ladezeiten
- Framerate geht öfters in die Knie

7.6 Gut

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