Just Cause 3 im Test – Explosionen, Explosionen überall

Getestet von | 06.12.2015 um 18:35 Uhr

2006 erschien mit Just Cause ein tropisches Abenteuer, gespickt mit viel Action, abgedrehten Stunts und einer sehr dünnen Handlung. Auch wenn das Spiel nicht sonderlich gut bei den Kritikern ankam, erschien 2010 ein Nachfolger. Dieser verbesserte das Spiel in nahezu allen Punkten, bis auf die Handlung, die war immer noch eher zweckmäßig. Vor kurzem erschien nun der dritte Teil der Reihe und der Held Rico Rodriguez sorgt wieder für reichlich Chaos. Wir haben uns das Michael Bay-Spektakel unter den Videospielen genauer angesehen und verraten euch in unserem Test, ob ihr den Urlaub in Medici nehmen solltet oder lieber nicht.

Unbenannt

Joa, es hat sowas wie eine Handlung

Das Spiel beginnt ohne großen Aufbau der Handlung. Ihr spielt wieder Rico Rodriguez, welcher nach Jahren wieder in seine Heimat Medici zurückkehrt. Leider steht das Land unter der tyrannischen Herrschafft von General Di Ravello und Rico will das Land natürlich befreien. Soweit zur Prämisse und ohne große Erklärungen geht es dann auch sofort auf das Dach einen Flugzeugs und wir schießen auf Raketenstellungen, während im Hintergrund Jets versuchen uns abzuschießen. Weniger später treffen wir Ricos besten Freund von früher, Mario. Er gehört zu einer Rebellenarmee die sich gegen Di Ravello auflehnt und natürlich schließt sich Rico der Armee sofort an. Das erste und einzige Ziel des Spiels ist es nun, das Land nach und nach zu befreien und letzten Endes Di Ravello zu stürzen. Das war auch alles zu Handlung, es bleibt so lahm wie es sich anhört, aber das ist auch nicht wirklich das, was in Just Cause 3 zählt. Zwar trefft ihr noch auf ein paar andere Charaktere, aber wirklich mehr bringt das der Handlung nicht, ebenso wenig baut man eine Bindung zu den Charakteren auf, da deren Persönlichkeiten total eindimensional und voller Klischees ist. Ebenso dürftig ist die deutsche Synchronisation. Es gab zwar schon schlechtere Beispiele für deutsche Vertonung, aber auch deutlich bessere. Da helfen auch Moritz Bleibtreu und Gronkh nicht wirklich, auch wenn sie eine nette Dreingabe sind. Nun aber genug gemeckert, kommen wir zu dem auf was es ankommt.

Just Cause 3_20151201050322

EXPLOSIONEN!!

In Just Cause 3 gibt  es eigentlich nur eine Kernaufgabe – Zerstörung. Ihr jagt eigentlich pausenlos was in die Luft und das, meist sehr spektakulär. Wenn ihr eine Stadt zurückerobert müsst ihr verschiedene Dinge zerstören. Wenn ihr eine Basis vom Gegner einnehmt, müsst ihr verschiedene Dinge zerstören. Wenn ihr in einer Mission mal etwas beschützen müsst, dann tut ihr das, indem ihr verschiedene Dinge zerstört. Man könnte das Spiel auch als Zerstörungs-Simulator bezeichnen, wobei Simulationen eigentlich auf Realismus setzen und in der Kategorie nimmt es Just Cause 3 nicht allzu genau und das ist auch gut so. Es ist einfach verdammt cool, wenn ihr Sprengstoff an einen Benzin Container anbringt, euch kurz danach mit eurem Enterhaken an einen Heli hängt, natürlich kopfüber, und dann im wegfliegen den Sprengstoff zündet, während ihr den Heli kapert und die restlichen Bodentruppen dezimiert. In Just Cause 3 geht einfach immer was ab.

Just Cause 3_20151201052658

Bei den waghalsigen Manövern steht Rico sein getreuer Enterhaken zur Seite. Mit dem könnt ihr nun eine ganze Basis einnehmen, ohne auch nur einen Schuss abzufeuern. Das geht dadurch, dass ihr euch nun nicht mehr nur an Objekte und Gegner heranziehen könnt, der Haken lässt sich nun auch an einem Objekt befestigen, ihn mit einem weiteren verbinden und diese dann zueinander ziehen. Ihr könnt auch 2 Enterhaken nutzen, später sogar bis zu 6, und eine Art Katapult bauen und damit die Soldaten in die Umlaufbahn schießen. Ebenso hilfreich wie der Enterhaken, ist auch Ricos Fallschirm und da es in Just Cause 3 öfters in luftiger Höhe zur Sache geht, ist er auch lebenswichtig. Besonders in Kombination werdet ihr den Enterhaken und Fallschirm öfters nutzen. Entweder um ohne Fahrzeuge schnell von A nach B zu kommen, indem ihr euch im Flug mit dem Haken immer weiter und weiter zieht. Oder um euch von einem Ziel zum nächsten zu begeben, ohne den Boden nur einmal zu berühren. Warum ihr das machen solltet? Weil es einfach nur scheiße cool ist. Abgerundet wird das dynamische Paket von Enterhaken und Fallschirm durch den neuen Wingsuit. Mit dem seit ihr noch schneller unterwegs und natürlich auch stylischer. Wer besonders geschickt ist, schafft es durch gezieltes einsetzen von Enterhaken, Fallschirm und Wingsuit, mehrere Minuten in der Luft zu bleiben und selbst lange Strecken in kürzester Zeit zu bewältigen.

Just Cause 3_20151201061650

Zurück auf den Boden der Tatsachen

Natürlich gibt es auch noch normale Wege sich in Just Cause 3 fortzubewegen und zwar mit Fahrzeugen. Dazu stehen euch reichlich Vehikel zur Auswahl, sowohl am Boden, in der Luft als auch auf dem Wasser. Obwohl, auch hier geht es teilweise etwas unkonventionell zu. Manche Fahrzeuge können springen oder sich durch einen Boost auf Höchstgeschwindigkeit bringen. Dadurch könnt ihr auch ein paar abgefahrene Stunts abfeuern, um, naja, weil es cool ist und man so auch das Wichtigste tun kann. Richtig, Dinge zerstören. Dazu habt ihr natürlich auch zahlreiche Waffen zur Verfügung, immerhin braucht ihr Abwechslung beim Dinge zerstören. Wo andere Spiele einen Raketenwerfer haben, hat Just Cause gleich mehr als 5 und die unterscheiden sich natürlich auch. Neben dem altbewährten RPG, gibt es zum Beispiel noch den Fire Leech. Bei dem schießt ihr eine Rakete, die sich dann in 8 kleine teilt und so auf großen Flächen Dinge zerstören kann. Später gibt es dann noch ein paar ganz spezielle Zerstörungswerkzeuge, mit denen ihr Luftschläge anfordern könnt oder gleich eine Rakete, deren Explosion den ganzen Bildschirm einnimmt. Letztere hat uns übrigens besonders gut gefallen. Natürlich gibt es auch Waffen für die Infanterie. Neben Sturmgewehren, Schweren Maschinengewehren, Shotguns und Scharfschützengwehren, gibt es auch noch Einhandwaffen, die ihr jedoch gleich doppelt nutzen könnt. Also Doppel-Pistolen, Doppel-Revolver oder Doppel-Uzis.

Just Cause 3_20151201235149

Falls ihr doch mal keine Dinge zerstört,  das kommt wirklich vor, dann könnt ihr euch eure Zeit auf mehrere Arten vertreiben. Neben Story-Missionen, dem erobern von Basen und dem einnehmen von Städten, könnt ihr auch etwas gemächlichere Aufgaben in Angriff nehmen. So könnt ihr verschiedene Gegenstände sammeln, wie Tonbänder von Di Ravello, die euch ein wenig Hintergrundinfos geben. Ihr könnt aber auch Teile sammeln, mit denen Ihr im Endeffekt Waffen erhaltet. Und dann wären da noch die Herausforderungen und von denen gibt es über 100 Stück. Diese verteilen sich in die folgenden Kategorien:

  • Wettfliegen: Hier müsst so schnell wie möglich ans Ziel kommen und das per Flugzeug.
  • Bootsrennen: Das Gleiche wie Wettfliegen, nur diesmal auf dem Wasser und mit Booten.
  • Landrennen: Na ratet mal was hier gemacht werden muss.
  • Wingsuit-Kurse: Prinzipiell recht ähnlich zum Wettfliegen, nur halt mit dem Windsuit. Umso präziser ihr jedoch durch die Checkpunkte fliegt, umso mehr Punkte gibt es.
  • Schießstände: Mit verschiedenen Waffen muss man hier verschiedene Ziele treffen, natürlich so präzise wie möglich.
  • Schrottplatz-Gerangel: Hier wird es schon etwas spezieller. Ihr habt einen Magneten hinten am Fahrzeug und sammelt mit dem Brocken auf, die ihr dann ins Ziel schleppen müsst und zwar möglichst schnell.
  • Crash-Bombe: Ziemlich simpel. Gebt mit eurem Fahrzeug richtig Gummi und kurz vorm Ziel springt ihr aus dem Auto und dann knallts, aber richtig.
  • Zerstörungswut: Just Cause 3 in Reinform. Ihr müsst einfach in einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Dinge zerstören.

Diese Herausforderungen macht ihr aber nicht nur zum Spaß. Umso erfolgreicher ihr bei den Herausforderungen seid, umso mehr Zahnräder bekommt ihr. Diese wiederum benötigt ihr, um verschiedene Mods in verschiedenen Kategorien freizuschalten. Und mit denen bekommt ihr neue oder verbesserte Fähigkeiten. Beispielsweise könnt ihr dann mehr Munition tragen, Boosts für Fahrzeuge freischalten, schneller mit dem dem Enterhaken oder dem Wingsuit agieren oder ihr steckt Stürze besser weg. Man merkt also schon, es gibt einiges zu tun in Just Cause 3, besonders wenn man sich die Platin krallen will. Leider muss man auch sagen, dass die Aufgaben sich oft wiederholen und mit der Zeit ein wenig Eintönigkeit aufkommt.

Just Cause 3_20151204221956

Gutes

- Riesige, hübsche Welt die zum erforschen motiviert
- Viel zu tun und zu zerstören
- Es macht einfach nur Spaß!
- Nette Dynamik und Spielereien durch Enterhaken, Fallschirm, Wingsuit und Fahrzeuge

Schlechtes

- Lahme Handlung
- Unnötige Bestenliste
- Zu lange Ladezeiten
- Framerate geht öfters in die Knie

7.6 Gut

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren