Journey – Review

Getestet von | 16.03.2012 um 00:00 Uhr

Was passiert, wenn sich das Indy Entwickler Studio ThatGameCompany an eine neue IP ran macht? Genau, die Spielerschaft darf was Großartiges erwarten. Wie schon bei fl0w und flower gehen die Entwickler einen gänzlich anderen Weg und zeigen auf, dass gewisse Genreschranken ohne weiteres über Board geworfen werden können. Doch wie schlägt sich Journey, ist es Wert, sich auf die Reise zu begeben?

Ich bin mal weg

Journey ist ein Spiel, das sich in keine Genreschublade stecken lässt. Wie schon seine „Vorgänger“ geht das Spiel einen ganz eigenen Weg. Dies fängt schon im Hauptmenü an. Mehr als Reise starten ist nämlich nicht vorhanden. Wer sich aber bereit erklärt, auf Reisen zu gehen, wird ein Abenteuer erleben, das seines Gleichen sucht.
Ein Lebewesen erwacht, irgendwo in einer Wüste. Schon nach wenigen Schritten erblickt man in der Ferne einen großen Berg, von dem immer wieder Lichtkugeln wegfliegen. Doch was hat es mit diesem Berg auf sich? Das ist wohl die Aufgabe des Reisenden es herauszufinden. Doch zuerst muss man die heiße und totbringende Wüste hinter sich lassen.
Wie üblich bewegt man seinen Charakter mit dem linken Stick. Die Kamera kann man sowohl mit dem rechten Stick wie auch mit der Sixaxis Steuerung betätigen, wobei die Stickfunktion eindeutig besser ist. Hat man die ersten Dünen hinter sich gelassen, findet man auf seinem Weg einen magischen schimmernden Stofffetzen. Es stellt sich heraus, dass dieser Stofffetzen ein Stück eines Schals ist. Damit erhält der Spieler die Fähigkeit sich für ein paar Sekunden in die Lüfte zu erheben, denn eine Springfunktion gibt es in Journey nicht. Weitere Stoffteile sind in der ganzen Welt verteilt worden. Manche sind gut versteckt, andere wiederum liegen einfach so auf dem Weg. Reist man weiter, so trifft man auf alte Ruinen, die selten was verbergen. Doch hier und da ragen andere Stofffetzen aus dem Boden. Sobald der Reisende da vorbeigeht und länger auf der Kreistaste drückt, so lässt er einen kleinen Schrei vom Stapel. Dieser magische Schrei lässt je nachdem fliegende „Lebewesen“ frei. Solche Tiere begleiten den Wanderer und zeigen die Richtung des Ziels an. Denn ohne diese Helferleins könnte man sich glatt in der Wüste verlaufen. Hie und da nebst den verfallenen Ruinen treffen suchfreudige Spieler auf Steintafeln, die eine Geschichte erzählen. Doch diese Geschichte ist am Anfang noch wirr und zu konfus, um ihr überhaupt nachzukommen. Dies legt sich schlagartig als eine Gottheit vor dem Reisenden erscheint. Sie oder Er zeigt dem Reisenden die Vergangenheit dieser Welt. Anscheinend gab es vor dem Wanderer schon eine Spezies, die aber nur durch göttliche Kraft miteinander leben konnte. Doch diese Kraft verschwand urplötzlich und die Spezies entwickelten Waffen und griffen sich gegenseitig an. So war der Untergang dieser Zivilisation. In Journey wird kein einziges Wort gesprochen, auch keine Texte wird man zu Gesicht bekommen. Wer aber trozdem in der Geschichte nachkommen möchte, kommt nicht drum herum, sein Gehirn einzuschalten und mit seiner eigenen Fantasie die fehlenden Lücken zu schließen.

Screenshot

Hat man die heiße Wüste hinter sich gebracht, so landet man in der Ruine der verlorenen Zivilisation mit ihrer kalten und rauen Umgebung. Denn wo die Wüste nur durch die Sonne den Tod bringen konnte, so machen jetzt die gebauten Kriegsmaschinen des verlorenen Krieges den Reisenden zu schaffen. Denn im Keller dieser Stadt tummeln sich einige dieser Steinmonster, die nur darauf warten, wieder was zwischen die Zähne zu bekommen. Durch einen Suchstrahl suchen sie den Raum ab; finden sie einen Wanderer wird er mit brutaler Aggression gejagt und ein Teil seines Umhangs löst sich in Luft auf. Doch als die dunkle Stunde erreicht war, so kann man in der Ferne einen Laut vernehmen. Ein Laut, der immer besser hörbar ist, bis vor einem ein anderer Reisenden erscheint. Dies ist ein neues Feature von Journey, das man auch in der Wüste antreffen kann. Denn Journey ist ein reines Onlinespiel. Doch dieses Onlinespiel ist anders als die anderen. Es gibt keine Lobby, keine Funktion mit Freunden zu spielen. Mitspieler erscheinen auf der Karte ohne Namen oder sonstiges. Man kann sich dann selbst entscheiden, ob man mit diesem Reisenden weitergeht oder ob man lieber selber den Weg finden möchte. Die Kommunikation unter den Spielern wir ausschliesslich mit der Lauttaste gemacht. Doch zu zweit geht die Reise einfacher, nicht nur das man mehr Augen und Ohren hat für die Gefahren, nein wenn die Helden dicht bei einander sind, laden sie ihre Schale wieder auf und können somit die Wüste, Kerker und Berggipfel schneller überqueren. Ob einzeln oder zu zweit, mit der Zeit kristallisiert sich die Aufgabe heraus den Berggipfel dieses mystischen Berges zu erklimmen. Den wer sich Richtung Berggipfel bewegt, sollte unbedingt einen zweiten Wanderer auf seiner Seite haben. Denn nicht nur die Steinmonster machen das Leben der Helden schwer. Auch die Natur, allen voran die eisige Luft lässt euch immer wieder festfrieren. Und nur durch einen zweiten Mitspieler erreicht man schneller den Berggipfel, wo dann die Lösung der Reise zu finden ist. Dies sind mal die drei großen Territorien im Spiel. Doch die einzelnen Stages beherbergen aber auch anderes. So surft man auf dem heißen Sand Richtung Ruine oder betätigt danach Schalter, die einen in luftige Höhen befördern. Befreit weitere Stofftiere, die euch begleiten und zum Ziel begleiten. Doch auch vereinzelte Stofffetzen, die in die Höhe ragen sind dafür da, um das Ziel zu erreichen.

Screenshot

Der etwas andere Weg

Journey geht wieder einen gänzlich künstlerischen Weg. Wer mit fl0w und flower schon seinen Spaß hatte, wird mit Journey keinesfalls enttäuscht werden. Wie schon die oben genannten zwei Spiele, ist auch Journey nur im PSN zu erstehen. Auch wenn das Spiel vom Umfang her nicht an die zwei genannten herankommt, denn eine Reise dauert zwischen 1 ½ bis 3 Stunden. Je nachdem wie man reist und ob man wirklich jeden Flecken nach Stofffetzen oder Steinplatten absucht. Ein Wiederspielwert hat das Spiel immer, denn nebst der Grafik die überzeugen kann, ist wieder die Musik die leidtragende Sache bezüglich der Atmosphäre. Egal ob gleißende Sonne, düstere Kerker oder schneebedeckte Hügel. Jeder Bereich hat sein eigenes Musikstück, das nicht penetrant ist und eher luftig leicht im Hintergrund vor sich hinklingelt. Eine Sprachausgabe gibt es leider nicht, man muss wie bei ThatGameCompany Games üblich, mit seiner eigenen Fantasie die Eckpunkte der Geschichte selber zusammenreimen. Doch durch die Steintafeln und die paar Cutscenes, die erscheinen, kommt jeder Zocker drauf, was da passiert sein mag.

Gutes

- sowohl stylisches als auch musikalisches hochwertiges PSN Spiel
- interessanter Multiplayer
- leicht zu erlernen und bildschirmfesselnd
- Interessante Geschichte, die mehrheitlich im eigenen Kopf vorangetrieben wird

Schlechtes

- Preis Leistung stimmt nicht ganz. Das Abenteuer ist noch ein bisschen zu teuer im PSN
- Das Abenteuer hätte ruhig ein bisschen länger dauern können
- Einen Abschnitt in Grün wäre nicht schlecht gewesen

9.5 Must Have

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