Jotun: Valhalla Edition im Test – Beeindruckt die Götter

Getestet von | 13.09.2016 um 18:36 Uhr

Schon seit September 2015 darf man auf dem PC in die nordische Mythologie von Jotun eintauchen. Seit dieser Woche kann man das auch auf der PlayStation 4 und zwar in der Valhalla Edition. Der Unterschied zur normalen Version ist, dass es noch den Valhalla Modus gibt, in welchem man gegen einem Boss nach dem anderen unter erschwerten Bedingungen antritt. Ob der Titel auch was taugt, verrät unser Test.

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Auf dem Weg nach Valhalla

Die Story in Jotun ist recht simpel. Ihr spielt die Nordische Kriegerin Thora, deren Name vom Gott des Donners inspiriert ist. Leider stirbt diese direkt zu Beginn des Spiels auf recht unehrenhafte Weise und nun muss Sie den Göttern beweisen, dass Sie würdig ist, Valhalla zu betreten. Um dies zu tun, muss Sie sich verschiedenen Herausforderung stellen und diese natürlich alle erfolgreich beenden. Ja, viel mehr macht die Handlung auch nicht her, doch nebenbei erfährt man viel über die nordische Mythologie. Das bringt einiges an Mehrwert. Während des Abenteuers trifft man nämlich auf verschiedene Kreaturen und besucht mehrere Orte, die alle eine Bedeutung haben. So bekommt man in einem Level die Schmiede zu sehen, in der Thors Hammer, Mjölnir, geschmiedet wurde oder man sieht die Schlange Nidhogg an der Wurzel von Yggdrasil. Wenn dies geschieht, kommt Thoras Erzählerstimme zum Einsatz und man bekommt interessante Infos aus der nordischen Mythologie präsentiert. Die Sprachausgabe ist dabei in isländisch gehalten und man bekommt deutsche Untertitel.

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Keine Ermüdungserscheinungen

Ebenso so simpel wie die Handlung, ist auch das Gameplay gehalten. Doch auch wenn nicht viel Tiefgang geboten wird, sorgt man für sehr viel Abwechslung. Im Spiel gibt es verschiedene Areale, die jeweils bis zu 2 Bereiche bieten. Jeder dieser Bereiche hat verschiedene Anforderungen an den Spieler, wodurch keinerlei Langeweile aufkommt. In einem Bereich muss man Sternenbilder nachbilden und dabei Blitzen ausweichen. In einem anderen eine Zwergenstadt erkunden und gegen Massen von Gegnern kämpfen. Anderswo muss man die Äste des Baumes Yggdrasil heraufsteigen und sich dabei dem Adler des Weltenbaumes erwehren. Hier wird auch super der Spagat zwischen Kampf und Rätseln geschafft. Wenn ihr dann mal austeilen müsst, tut ihr das mit eurer treuen Axt. Mit dieser könnt ihr normale Hiebe und schwere Hiebe austeilen. Zusätzlich kann man noch ausweichen und auf Götter-Fähigkeiten zurückgreifen. Letztere erhaltet ihr durch das Beten an Götterschreinen, die in der Welt verteilt sind. Loki bringt euch hierbei Doppelgänger, die die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich ziehen, wohingegen Frigga euch beispielsweise mit Heilung versorgt. Die Nutzung der Fähigkeiten ist jedoch begrenzt, doch an den Brunnen von Mimir kann man sie wieder auffrischen und zeitgleich dienen diese als Checkpoints. Diese sind auch bitter nötig, denn auch wenn das Spiel größtenteils ganz gut machbar ist, sind die Bosse teilweise sehr schwer. Meist sind diese nämlich arg groß und können dementsprechend austeilen. Bis auf einen Boss, haben wir keinen beim ersten Anlauf geschafft. Simples draufhauen reicht da meistens auch nicht. Da jeder Boss ein anderes Element hat und andere Angriffe bietet, muss man diese erstmal kennenlernen, um sich darauf einstellen zu können. Des öfteren hatten wir das Gefühl, dass die Grenze zwischen schwer und unfair sehr dünn bei Jotun ist. Nicht selten hat uns ein Treffer des Bosses erwischt, wodurch wir kurz angeschlagen waren und direkt den nächsten Treffer kassiert haben. Hier war manchmal etwas Glück von Nöten, was ein wenig nervig war. Wenn es an Energie hapert, kann man hier zumindest etwas Abhilfe schaffen. Neben den Götterschreinen sind auch Ithunns Äpfel in der Welt verteilt. Wenn ihr diese findet, wächst eure Energieleiste, was besonders hilfreich ist, wenn man alle findet, da man so gleich doppelt so viel Energie wie normal hat.

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Handgezeichnet

Bei der Optik bekommen wir handgezeichnete Umgebungen und Charaktere geboten. Diese sehen wunderbar aus und wirken sehr stimmungsvoll. Bei der Perspektive wird auf Iso gesetzt, was besonders bei den Kämpfen gegen die riesigen Bosse für die nötige Übersicht sorgt. Dazu kommt noch der epische Soundtrack, der gerade bei den Bossen begeistern kann. Was das Audiovisuelle angeht, ist der Titel einfach ein wunderbar geschnürrtes Paket, dass stimmiger kaum sein könnte. Trotz der Iso-Perspektive bietet das Spiel teilweise sehr schönen Panoramen und interessante Hintergründe. Ebenso überzeugend ist die Steuerung, die sehr schnell erlernt und wunderbar von der Hand geht. Allerdings muss man auch sagen, dass der Titel eigentlich nur 5 Knöpfe und den linken Stick braucht. Bleiben noch ein paar Details, die nicht unausgesprochen bleiben sollten. Neben der etwas mageren Story und den dezent unfairen Bossen, gibt es auch noch ein wenig mehr zu meckern. Zwar sind die Bosse fordernd und die Mischung zwischen Kampf und Rätsel ist sehr gelungen, doch Kämpfe gegen normale Gegner sind immer ziemlich lahm gestaltet. Meist brauchen diese 2-3 Schläge und das war es schon und groß wehren tun sie sich dabei auch nicht. Die Rätsel sind auch nicht ohne Schwächen. Zwar muss man immer was anderes machen, aber wenn man manchmal Wege doppelt und dreifach abklappern muss um den richtigen Weg zu finden, wird das etwas nervig. Erwähnenswert ist auch, obwohl das dem Spiel selbst nicht schadet, dass manche Trophies bei uns nicht freigeschaltet wurden. Die Spielzeit liegt bei 5-6 Stunden, vielleicht auch 7, wenn man bei den Bossen etwas länger hängt. Danach gibt es dann noch den Valhalla Modus, bei dem man unter erschwerten Bedingungen gegen alle Bosse nacheinander antreten muss.

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Fazit – Klein, aber fein

Jotun: Valhalla Edition ist ein super Spiel für einen verregneten Sonntag oder ein Wochenende, je nachdem wie viel am Stück ihr spielt. Dabei kommt keine Langeweile auf, da das Spiel viel Abwechslung bietet und euch bei den Bossen ordentlich fordert. Leider aber nur bei denen, da normale Gegner einfach nur Statisten sind. Zwischen den Kämpfen gibt es immer wieder Rätsel, die zwar meist gut gelungen sind, manchmal aber etwas nervig sind, da man Wege mehrfach ablaufen muss. Außerordentlich gelungen sind hingegen die wunderbare Optik und der super Soundtrack. Die Story auf der anderen Seite ist zwar ziemlich dünn geraten, doch die eingstreuten Hintergrundinfos zur nordischen Mythologie sind sehr interessant, davon hätten wir uns sogar noch mehr gewünscht. Die Spielzeit ist mit 5-7 Stunden ganz ok für den Preis von 17,99€ (15,29€ mit PS Plus). Wir können Jotun durchaus empfehlen, besonders wenn ihr ein Faible für Odin und Co. habt.

 

Gutes

- Sehr kurzweilig, durch abwechslungsreiche Aufgaben und Areale
- Epischer und zeitgleich atmosphärischer Soundtrack
- Tolle Hintergrundinfos zur nordischen Mythologie
- Fordernde und Abwechslungsreiche Bosse

Schlechtes

- Story ziemlich mau
- Kämpfe gegen normale Gegner langweilig
- Rätsel machmal etwas nervig

7.5 Gut

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