Injustice: Götter unter uns – Review

Getestet von | 20.04.2013 um 12:29 Uhr

Ein Spiel, in dem so ziemlich alle bekannten Superhelden eine Rolle spielen und vorkommen, das wäre ein Traum, nicht wahr? Einmal in die Rolle von Batman schlüpfen und Superman gehörig den Hintern versohlen oder mit Joker gegen Flash kämpfen und ihm eine explodierende Torte schenken. Was für eine Vorstellung! Injustice: Götter unter uns macht es möglich, doch wie spielt sich das Superheldenprügelspiel? Was dürfen wir erwarten? Und vor allem: Hat es eine Story?

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Vorhang auf für: Die Story!

Ja, ja, ja! Injustice hat eine Story, die ziemlich tief blicken lässt. Zunächst einmal befindet man sich mitten in einer prickelnden Situation, denn der Joker möchte ganz Metropolis mit einer Atombombe zerstören und somit Batmans Leben vernichten, indem er so seine Familie tötet. Das können die bekannten Helden wie Superman, Batman, Greent Lantern, Wonder Woman und viele weitere nicht auf sich sitzen lassen, weswegen sie losstürmen und versuchen, den Joker aufzuhalten. Durch die geballte Energie, die am Ziellort aufgebaut wird, da viele unterschiedliche übermenschliche Kräfte aufeinandertreffen, passiert jedoch etwas Unvorhergesehenes: Sämtliche Figuren werden in ein Paralleluniversum transportiert, indem nichts mehr so ist, wie es vor wenigen Minuten noch war.
Der Böse hier ist nun nicht mehr der Joker mit seinen Gefolgsleuten, sondern Superman und sein Erzfeind ist Batman. Superman versucht die Superhelden zu unterjochen und auf seine Seite zu ziehen. Gegen ihn kämpfen, wie schon erwähnt, Batman und der Joker. Und nun obliegt es dem Spieler, die Lage zu retten und wieder zurück in das eigene Universum zu gelangen. Dass das nicht unbedingt leicht werden wird, kann man bereits im Vorfeld erahnen.injustice-gods-among-us-03
Injustice weist eine Story auf, die sehr gut ist und ein interessantes Setting aufweist. Im Grunde verläuft das Ganze so, dass man sich eine Cutscene ansieht und im Anschluss mit einer bestimmten Figur gegen einen Gegner kämpft, sodass die Geschichte vorangetrieben wird. Hierbei ist die Story in mehrere Kapitel aufgeteilt, in denen man die unterschiedlichen Helden, ihre Fähigkeiten und ihre Steuerung kennenlernen kann. So schlüpft man nicht nur in die Haut von Batman, sondern kann sich auch als Joker, Green Arrow, Wonder Woman oder Cyborg versuchen. Weiterihn erhält man so auch einen Einblick in die Beweggründe der einzelnen Figuren und in ihre Persönlichkeit. So erfährt man beispielsweise auch etwas über Wonderwomans Vergangenheit und ihre Nähe zu Athene und den Konflikt zum Kriegsgott Ares. Wer nicht sonderlich viel Ahnung über diese Superhelden hat, wird sich manchmal ein wenig im Stich gelassen fühlen, doch man bekommt recht schnell ein Bild über die verschiedenen Beziehungen untereinander. Dennoch ist es nicht unbedingt wichtig, die Beziehungen zu kennen, da sich innerhalb des Parralleluniversums ohnehin alle Gruppen vermischen und nur Weniges bekannt ist.

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Ich schlage dich für die Liebe!

Das Kampfsystem weist kaum Neuerungen auf: Wir haben es mit dem klassischen Stil zu tun, wo sich die Kontrahenten gegenüberstehen und auf einer 2D-artigen Map aufeinander losgehen. Wie auch in anderen Prügelspielen kann man die Umgebung dazu nutzen, mehr Schaden zu machen und so den Gegner beispielsweise gegen ein Gerüst zu werfen oder mit einem Wasserstrahl zu attackieren. Diese Möglichkeiten sind ganz nett und verhelfen einem manchmal zum Sieg. Die Angriffe an sich gleichen den bekannten Mustern: Man kann greifen und starke Attacken durchführen. Verwendet man eine bestimmte Kombo ist man sogar in der Lage, zum Beispiel mit Batman Feldermäuse zu rufen und diese dann auf die Gegner zu hetzen.
Bemängeln lässt sich, dass manchmal die Steuerung nicht das macht, was man möchte. Innerhalb des Tutorials zum Beispiel muss man verschiedene Kombinationen nutzen, allerdings war es manches Mal egal, ob wir die Tasten in schneller oder langsamer Reihenfolge eingaben, da die Figur nicht das machte, was wir ihm implementiert hatten. Außerhalb des Tutorials haben dann die einzelnen Kombos besser funktioniert, allerdings blieben wir dann doch nur bei den Standardkombinationen.
Wildes auf die Tasten hämmern ist bei Injustice nicht ganz so sinnvoll, weil zumindest die einfachen Kombos bekannt sein sollten. Das Button-Mashing sorgt eher dafür, dass man kaum Treffer landet, weswegen wir dann doch eher zu den einfacheren Kombos raten. Wer ein wenig üben möchte, kann dies auch im dafür vorgesehen Modus tun, wie es sich für ein Prügelspiel gehört.
Geht ein Kampf in die entscheidende Phase, kommt es zu einem besonderen Event, bei dem man verschiedene Objekte angreifen muss, damit diese einen nicht treffen. Währenddessen kommt der Gegner auch auf einen zu, sodass man auch diesen angreifen muss. Diese Kämpfe sorgen für Abwechslung zwischendurch und ergänzen das Gameplay hervorragend. Auch klappt die Steuerung hierbei hervorragend, man muss nur manchmal schnell genug sein, um den Gegenstand zu erwischen, bevor dieser bei einem angelangt ist.
Witzig sind dabei die verschiedenen Sprüche, die die Charaktere von sich geben, wenn sie einen Spezialangriff starten oder Schaden zufügen. So lässt der Joker öfter verlauten: “Ich schlage dich für die Liebe” als er gegen seine Harley Quinn antritt. Diese Sprüche lockern oft das Kampfgeschehen auf und punkten in ihrer Vielfalt, da es schon eine ganze Weile dauert, bis ein Spruch wiederholt wird.

Injustice-Gods-Among-Us-Wallpaper-HarleyLeih mir deine Stimme

Injustice: Götter unter uns überzeugt auch beim Sound, der zwar gut gewählt, aber wieder einmal nicht richtig abgemischt ist. Erst durch Nachstellen der Einstellungen war es ganz in Ordnung, da dann die Tonspuren der Figuren so waren, dass man sich auch verstanden hat. Netterweise gibt es zudem auch Untertitel, die man einstellen kann, um das Ganze noch ein wenig besser zu verstehen. Die einzelnen Synchronsprecher sind auch recht lippensynchron und passen sehr gut zu den einzelnen Figuren, aber die Sprecher kommen auch nicht von ungefähr. Warner hat sich da nämlich nicht lumpen lassen und einige bekannte Synchronsprecher ins Boot geholt. So wird Batman von Jaron Löwenberg gesprochen, der verschiedenen Figuren wie Dr. Chris Taub (Dr. House) seine Stimme lieh. Der Joker bekommt seine Stimme von Michael Iwannek, der seit der vierten Staffel von Detektiv Conan den Genta spricht und auch Figuren aus Emergency Room seine Stimme schenkte. Harley Quinn wird von der deutschen Synchronstimme von Ashley Tisdale gesprochen. Auch weitere bekannte Synchronsprecher lassen sich zur Besetzung zählen, die wirklich eine gute Arbeit abgeliefert haben.
Auch grafisch kann Injustice begeistern, so geschehen nur gelegentlich Clippingfehler: Manches Mal verschwindet der Umhang im Kämpfer, aber das geschieht höchst selten. Die einzelnen Figuren sind liebevoll umgesetzt und den Originalen zum größten Teil treu geblieben. Einzig scheint es je nur ein Modell für die Figuren gegeben zu haben, so ähneln sich Batmen und Superman vom Körperbau und der einzige Unterschied zwischen Wonder Woman und Hawkgirl besteht lediglich in der unterschiedlichen Oberweite. Hier hätte man sich ein wenig mehr Vielfalt wünschen können, dennoch sind die Charaktere alle ganz liebevoll umgesetzt und weißen verschiedene Details auf, die die Figuren noch glaubwürdiger gestalten.

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Manchmal braucht man Superhelden…

… Und manchmal auch nicht, aber Injustice macht soweit alles richtig, sodass es sich problemlos in die Liste der soliden Prügler einordnen kann, glänzt jedoch in der Story, die doch einige interessante Tiefen der bekannten Figuren offenbart. Auch grafisch kann sich der Titel sehen lassen, leider hapert es dann doch am Gameplay, sodass beispielsweise verschiedene Kombos nicht akzeptiert werden. Die deutschen Synchronsprecher sind – wenn auch stellenweise asynchron – gut gewählt und geben die Charaktere der Figuren gut wider. Immerhin sind auch einige bekanntere Stimmen dabei. Injustice lässt sich hören und sehen, hapert nur ein kleines bisschen in der Steuerung und kann zudem mit einer guten Story aufwarten. Kaufempfehlung für Prügelfans!

Gutes

+ Tiefe Story
+ Gute Synchronsprecher
+ Witzige Kampfsprüche
+ Viele verschiedene Superhelden

Schlechtes

- Schwammige Steuerung
- Schlechte Abmischung

8.0 Sehr gut

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