inFamous – Review

Getestet von | 05.07.2009 um 00:00 Uhr

Stellt euch einmal vor, eine gewaltige Explosion zerstört eure gesamte Stadt. Tausende Menschen schreien, werden verletzt, sterben. Die Überlebenden verlieren alles, was ihnen lieb und teuer ist. Und ihr? Ihr wacht auf und habt auf einmal Kräfte. Kräfte die euch zunächst unheimlich erscheinen, doch mit der Zeit lernt ihr, sie zu kontrollieren und sie zu eurem Vorteil zu nutzen. Was würdet ihr tun, wenn ihr stärker seid, als alle anderen?

Nun, im realen Leben würde dies natürlich nicht passieren, aber in inFamous passiert dem Spieler genau das. Ihr wacht in der Haut des Mannes Cole auf. Er ist ein einfacher Bote und die Hauptperson im Spiel. Cole weiß nicht was passiert ist, nur, dass er unter Schmerzen versucht, zu seinem Freund Zeke zu kommen. Dies stellt das Intro des Spiels dar und ist absolut bombastisch in Szene gesetzt. Während um euch herum alles explodiert, Gebäude einstürzen und Autos in Flammen aufgehen, muss Cole durch ein Parkhaus über die Brücke in das Neon-Viertel. Dies ist gleichzeitig ein Tuturial, indem euch die wichtigsten Dinge gezeigt werden. Zwischendurch bekommt ihr immer wieder Stromschläge verpasst und ihr setzt ungewollt Attacken frei, die euch letztendlich bis zur Bewusstlosigkeit führen. Danach wird euch in einem Comicfilm alles erklärt. Diese Comicfilme tauchen im Laufe des Spiels immer wieder auf. Meistens, wenn etwas wichtiges passiert.

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Freund oder Feind?

Nachdem Intro und Erklärung geschafft sind, seid ihr nun endlich in Empire City und könnt tun und lassen was ihr wollt. inFamous ist nämlich ein Sandbox-Spiel, ähnlich wie GTA oder Burnout Paradise. Neulinge erkunden erstmal das riesige Empire City, während die Pros schon gekonnt über die Dächer hüpfen und die Stadt auswendig kennen. Die Stadt selber hat 3 große Stadtteile, die ihr nach und nach immer mehr freischalten müsst. Anfangs steht euch nur das Neon-Viertel zur Verfügung. Auch grafisch macht Empire City was her. Zwar ist inFamous nicht das grafische Wunder, aber die Passanten, Charaktere und die Stadt wurden alle sehr gut dar gestellt. Außerdem läuft inFamous fast ganz ruckelfrei und die Framerate bleibt stabil. Aber nur die Stadt erkunden bringt euch nicht weiter. Um voran zu kommen müsst ihr Missionen spielen. Missionen, bringen euch in der Story weiter und sind mehr oder weniger das Herzstück des Spiels. Die ersten zwei Missionen sind dafür da um euch alles zu zeigen. Cole kann nämlich mehr als nur laufen, springen und sich ducken. Durch die Explosion wurde er mit Kräften ausgestattet. Cole kann Blitze schießen und der Strom ist seine Waffe. Aber Cole hat noch mehr drauf. Er kann von Häusern springen, oder gekonnt an ihnen hochklettern. Das Hochklettern ist relativ simpel gehalten und bereite keine Probleme, aber wieder runter zu kommen ist schon eine ganz andere Sache. Wollt ihr nämlich einfach nur von einer Häuserwand auf die Straße springen, kann dies meistens erst nach mehrmaligen Versuchen gelingen. Cole springt nämlich nicht einfach auf die Straße, sondern hängt sich immer wieder an was neuen. Dies kann ganz schön nervig sein, ist aber nur ein kleines Manko. Viel wichtiger als auf Häuser zu klettern und wieder runter zu kommen, ist nämlich euer Ruf in Empire City. Euer Ruf ist ein sehr wichtiges Feature in inFamous, denn er bestimmt euren Rang und hat Auswirkungen auf ganz Empire City. Ihr habt gleich in der ersten Mission die Qual der Wahl, welchen Weg ihr bestreiten wollt. Den eines Helden, oder den eines Schurken. Diese Entscheidung muss der Spieler in Form eines Karma-Moments treffen. Karma-Momente kommen immer wieder im Spiel vor. Durch sie könnt ihr euren Rang stets steigern oder verringern. Oft sehen diese Momente wie folgt aus. Es gibt irgendein Problem und ihr habt nun die Wahl euch mit der rabiaten Art das Problem vom Hals zu schaffen, oder aber ihr löst das Problem friedlich. Je nachdem was ihr genommen habt steigt euer Ruf und ihr werdet Heldenhafter, oder er sinkt und ihr werdet immer gefürchteter.
Allerdings sollte der Spieler sich von vornerein festlegen, da es nichts bringt immer mal gut oder mal schlecht zu sein. Dies hilft euch nicht in den späteren, härteren Missionen. Es ist allerdings auch sehr interessant zu sehen, welche Auswirkungen ihr auf die Bürger in Empire City ausübt. Seit ihr nämlich ein Held, kommen die Leute an, machen ein Foto, winken euch zu, sagen euch auch manchmal hallo und bitten euch hier und da sogar um Hilfe. Wenn ihr ein Schurke seid, passiert das genaue Gegenteil. Die Leute rennen schreiend vor euch weg, bewerfen Cole mit Steinen und beschimpfen ihn. Auch auf die Story hat euer Ruf Einfluss. Denn die Enden sind unterschiedlich, je nachdem was ihr spielt. Somit ist der Wiederspielwert natürlich recht groß, denn gerade Perfektionisten wollen natürlich beide Enden sehen.

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Elektrostatisch geladen!

Für abgeschlossene Missionen bekommt ihr XP, welches ihr für neue Upgrades einsetzen könnt. Im „Kräfte-Menü“, sind alle Attacken aufgelistet die Cole bereits erlernt hat. Für jede Rangstufe gibt‘s ein Kraft-Upgrade, die eure Attacken immer mächtiger werden lassen. Manche Attacken bekommt ihr aber nicht nur für XP. Eine schaltet ihr z.B durch Nebenmissionen frei. Nebenmissionen sind rein optional, doch sie lohnen sich, da sich die Missionen als simple Aufgaben entpuppen. So bittet euch ein Krankenpfleger seine Station von Feinden zu befreien, oder eine Frau bittet euch Gefangene zur Hilfe zu eilen. Auch für solche Missionen bekommt ihr XP und könnt euren Rang steigern. Die Nebenmissionen sind leider aber nicht allzu abwechslungsreich, sodass sie auf Dauer eher langweilig werden. Die Storymissionen sind dagegen recht abwechslungsreich und bieten neben der gut erzählten Story auch viele Überraschungen. Allerdings sind die Missionen am Anfang recht öde im Gegensatz zu den Missionen ab Stadtteil zwei.
Natürlich bekommt es Cole auch mit einigen Feinden zu tun, sonst wäre das ganze Spiel ja langweilig. Seine Feinde sind alles Kleinkriminelle, die von der biologischen Seuche infiziert wurden. Diese Leute kontrollieren die ganze Stadt, klauen den Leuten ihr letztes Essen und versetzten alle Bürger in Angst und Schrecken. In jeder Mission bekommt ihr es mit diesen miesen Typen zu tun, die alles daran setzten euch zu stoppen. Doch ihr seid natürlich schlauer und schaltet sie alle aus. Anfangs sind eure Gegner noch recht ungeschickt und rennen lediglich mit einer Knarre in der Hand auf euch zu, doch später kommen immer härtere Gegner, die euch alles abverlangen.
Doch was tut Cole wenn er verletzt ist? Ganz einfach, per Knopfdruck könnt ihr Gegenstände ausfindig machen, die Strom geladen haben. Cole kann sich an diesen Dingen aufladen und kann so seine Lebensenergie wie stärken. Außerdem wird seine Energie wieder aufgeladen, die in Form von kleinen Kugeln in eurem HUD dar gestellt sind. Viele Attacken wie z.B. die Schockgranaten, kosten Cole einen Teil dieser Energie. Ist sie alle funktionieren diese Attacken nicht mehr bis Cole wieder Strom in seinen Körper saugt oder Gegner erledigt.
Natürlich könnt ihr die Energie von Cole erweitern und zwar in Form von Explosionsscherben. Diese Scherben sind überall in Empire City verteilt und sind Überreste von der Explosion. Für eine bestimmte Anzahl bekommt ihr dann eine Energiekugel mehr in eurem HUD. Das Suchen der Scherben bringt natürlich noch mehr Motivation und erweitert den Spielspaß nochmal locker um 2-3 Stunden. Apropos Spielspaß. inFamous hat einen riesen Umfang. Es gibt mehr als 40 Storymissionen und dann natürlich die Nebenmissionen. Insgesamt habt ihr über 100 Missionen die von euch erledigt werden wollen. Und danach kommen natürlich noch die Explosionsscherben und es gibt auch so genannte Audiolaufwerke, die euch etwas über den Ursprung der Explosion erzählen. inFamous ist allerdings ein Spiel, welches nur für Einzelspieler gedacht ist, da es keine Onlineschlachten oder Multiplayer mit Freunden gibt. Es gibt allgemein kein Hauptmenü, da ihr sobald ihr das Spiel startet, euch in der Stadt wieder findet. Aber das alles ohne lange Ladezeiten, doch dafür muss das Spiel installiert werden, doch das ist zu verschmerzen.

Fazit:

inFamous ist ohne Frage ein schönes Spiel welches sehr viel Spaß macht, auch wenn es ein paar kleine Fehler und Bugs enthält. Im großem und ganzem hat der Titel allerdings alles was ein guter Exklusivtitel braucht. Hübsche Grafik, gute Story und spielerisch geht alles sehr leicht von der Hand. Auch der Sound ist gut und passend zum Spiel. Mit inFamous kann man auf jeden Fall nichts falsch machen, da dieser Titel mal wieder etwas für Einzelspieler ist, denn so ein riesen Umfang haben nicht viele Spiele.

Gutes

+ Riesen Umfang
+ Steuerung geht sehr gut von der Hand
+ Coles Blitzattacken sind einfach der Hammer
+ Karma-Momente, die Auswirkungen auf alles im Spiel haben

Schlechtes

- Cole hängt sich an alles, was manchmal nerven kann
- Nebenmissionen wiederholen sich zu oft
- Zu wenig Bosskämpfe

8.5 Sehr gut

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