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inFamous 2 – Review

Artikel von | 10.07.2011 um 00:00 Uhr

Eine große Stadt, schreiende Menschen überall und im Zentrum dieser, ein von Kräften gezeichneter Mann, Cole McGrath. 2009 brachte Sucker Punch den Erfolgstitel inFAMOUS auf den Markt und der Titel bot eine lange Story mit ein paar frischen Ideen. Nun steht der Nachfolger bereit und will den erfolgreichen Vorgänger übertrumpfen, ob das jedoch gelungen ist, könnt ihr in dieser Review nachlesen.

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Alte Probleme, neue Bekannte

Gerade mal ein Monat ist verstrichen, wo ihr Kessler besiegt und die Rätsel der Strahlenkugel gelöst habt, doch hat Kessler euch eine weitaus gefährlichere Mission hinterlassen. Ihr seid derjenige, der ein großes Biest töten soll, welches die ganze Welt in Schutt und Asche legen wird. Dies wird euch als Intro nochmal direkt nach ersten Start des Spiels gezeigt und dann geht es auch sofort schon los. Kein Menü, kaum Ladezeiten und das Spiel kommt auch direkt mal auf den Punkt. Ihr befindet euch in Empire City, am Bootsanleger und wollt mit eurem Kumpel Zeke und einer Agentin, Lucy Kuo, gen Süden nach New Marais, doch bevor das Schiff ablegt, taucht mit einen mal das Monster, genannt die Bestie, auf. Cole fackelt nicht lange und stellt sich dem Biest, eine Schlacht beginnt. Dies ist bereits ein kleines Tuturial für den Spieler. Nach kurzem Kampf muss sich Cole allerdings geschlagen geben und flüchtet Richtung Schiff, doch die Bestie hat es auf ihn abgesehen und treibt ihn in die Bewusstlosigkeit. So und nicht anders sieht das Intro der Story aus, welches auf jeden Fall sehr imposant und actionlastig gehalten ist. Mit der nun folgenden Comicsequenz werdet ihr nun wieder ein wenig runter gefahren und als nächstes befindet ihr euch schon in New Marais. Durch die Vorfälle mit der Bestie lassen die Wachen jedoch keine Besucher innerhalb der Stadt, sodass ihr euren Weg durch die Sümpfe improvisieren müsst. Hier setzt sich das Tuturial fort. Am Ende der Sumpfblockade seid ihr dann endlich in New Marais, der neuen Stadt in inFamous 2, die sich zudem sehr von Empire City unterscheidet, da diese an New Orleans angelegt ist und vor allem andere Locations mit größerer Spielvielfalt bietet, dazu kommen wir aber noch. Nun gilt es aber erst Dr. Wolfe zu finden, der Grund, warum ihr überhaupt nach New Marais gereist seid. Er arbeitet für die Erst-Geborenen und kann eure Kräfte um ein vielfaches verstärken. Leider macht euch die örtliche Miliz einen Strich durch die Rechnung und zerstört sein Labor. Einmal dort, macht euch Wolfe mit dem R.F.I. vertraut. Dieses Gerät soll euch helfen die Bestie zu besiegen, ihr benötigt jedoch Explosionskerne, diese geben euch neue Kräfte und sind quasi Batterien für den R.F.I.

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Viel zu entdecken

Hat man nun diese Mission geschafft, hat man nun erst mal eine Pause nötig und kann sich in New Marais in Ruhe umsehen. Wie schon in Teil 1 gibt es eine ganze Menge zu erkunden und entdecken. Da wären zunächst wieder die Explosionsscherben, die euch nach einer bestimmten Anzahl einen neuen Punkt in eurem HUD geben, um so mehr Energie für Blitze zu haben. Auch Audiolaufwerke dürft ihr wieder sammeln. Hierfür müsst ihr jedoch jetzt Tauben vom Himmel holen, um dann die Speicherdaten mit den Gesprächen aufsammeln zu können. Ansonsten ist auch New Marais sehr belebt und es laufen überall Menschen umher und reden was das Zeug hält. Die Kommentare sind jedoch nicht allzu vielfältig, weshalb sich diese schnell wiederholen. Anders als in Empire City hat man hier jedoch mehr Möglichkeiten sein Karma aufzuwerten. So gibt es allerhand Symbole, die für euer Karma gedacht sind. Verbrechen auf frischer Tat ertappen, oder Entführungen verhindern bringt euch positives Karma; Polizei erledigen und Aufstände niederschlagen Negatives. New Marais hat im übrigen auch eine andere Grundstruktur. So gibt es zwei große Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind. Auf der einen Insel lebt der Großteil der Bevölkerung, da diese der Wohnbereich ist. Es fahren Straßenbahnen überall, es gibt Friedhöfe und viele Wohnungen. Auf der anderen Insel befinden sich zwei Gebiete, ein überschwemmter Stadtteil, der einst bewohnt wurde mit einem großem Zugdepot und die andere Hälfte ist ein riesen Industriegebiet. inFamous typisch arbeitet man sich nach und nach zu den einzelnen Bereichen vor und so kämpft man zunächst nur in der Stadt.

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Brachial

Doch natürlich sind gerade die Neuerungen beim Kampf sehr wichtig und auch hier hat Sucker Punch einiges getan. So habt ihr zu Beginn mehr Kräfte als im ersten Teil. So greift Cole bereits auf seine Düsen zurück, kann auf Stromkabel gleiten und beherrscht seine Elektrogranate. Sucker Punch haben die Kräfte jedoch komplett umgekrempelt und haben mehr hinzugefügt. So wird man zunächst feststellen, dass auch beim normalen verschießen des Blitzes ein wenig Energie benutzt wird. So sollte man also immer ein wenig Energie haben und muss so ein wenig mehr Acht geben wie man seine Kräfte benutzt. Des weiteren muss man nun kleine Stunts ausführen, um Kräfte nach dem freischalten erwerben zu können. Diese Stunts sind jedoch leichte und kleine Aufgaben, wie 10 Feinde mit Kopfschuss erledigen, oder 5 Feinde vom Dach befördern, also alles kein Problem. Trotzdem ein wenig nervig, dass man erst so etwas machen muss um seine neue Kraft kaufen zu können. Kräfte kauft ihr nach wie vor mit XP. Diese bekommt ihr für so ziemlich alles im Spiel, für erledigte Missionen, Dinge zerstören, Menschen heilen, oder verletzen, oder einfach Feinde besiegen. Kommen wir jedoch zurück zur Story. Es gibt wieder Storymissionen, die logischerweise erledigt werden müssen, um die Story voran zu treiben und es gibt wieder einen Haufen an optionalen Missionen, also Nebenmissionen. Doch auch hier hat Sucker Punch eine Neuerung parat. Hier kommt nämlich die Online-Anbindung zum Einsatz, denn der Spieler kann jederzeit seine eigene Mission über ein umfangreiches Tool erstellen und so allen Spielern zur Verfügung stellen. Über ein Menü kann man sich auch solche Mission sortieren und so hat man überall in der Stadt verteilt grüne Symbole, die für den Start einer Spieler-Mission stehen, eine ziemliche gute Sache, da hier so quasi unbegrenzter Nachschub an Missionen geliefert wird. Leider haben es manche Spieler nicht so genau mit dem Tool, weshalb manche Mission eher schlecht als Recht sind, aber das kann man den Entwicklern nicht wirklich vorhalten. Was man den Damen und Herren bei Sucker Punch jedoch vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass die eigentlichen Nebenmissionen immer noch sehr häufig wiederholt werden, was heißt, dass diese nach und nach immer uninteressanter werden. Zwar stellt man fest das eine größere Vielfalt geschaffen wurde, diese ist jedoch immer noch zu klein. Doch sind Nebenmissionen ja nicht ganz für die Katz, bekommt man immerhin so schnell XP und schaltet auch noch neue Kräfte frei.

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Eine Augenweide

In den Hauptmissionen gibt es außerdem wieder Karma-bezogene Entscheidungen, diese sehen jedoch ein wenig anders aus, als in Teil 1, denn hier wird man meist vor Beginn vor die Wahl gestellt zwischen zwei Missions-Varianten und eine ist sozusagen gut, die Andere böse. Im allgemeinen wurde das Karma-System jedoch ein wenig zurückgefahren, da das Augenmerk mehr auf andere Dinge der Story gelegt wird, jedoch haben diese Karmastufen immer noch Auswirkungen auf eure Umwelt und vor allem euren Kräften, sodass diese nicht ganz zu verachten sind. Als letzte Neuerung wurde nun auch das Nahkampfsystem aufgewertet und verfeinert. Cole hat nun nämlich den AMP. Dies ist ein großer Metall-Stab, der Coles Energie absorbiert und mit dem er nun auf Gegner eindreschen kann. Während man schlägt baut man darüber hinaus noch kleine Combos auf und füllt eine Anzeige. Nachdem man einen bestimmten Punkt erreicht hat, kann man nun Finisher-Moves einsetzen. Diese sind nett in Szene gesetzt und bieten vor allem eine sehr effektive Variante des Kämpfens, wenn man seine ganze Energie aufgebraucht hat und kein Gerät da ist, wo man sich eben schnell aufladen kann. Nun kommt jedoch der wichtigste Teil von InFamous 2, nämlich die Verbesserungen in Sachen Grafik und Technik. Hier darf man Scuker Punch sehr loben, denn die Grafik wurde erheblich verbessert. Das ganze Spiel läuft nun flüssiger und auch die Charaktere und Umgebungen wurden ansprechender und schöner gestaltet. Was jedoch immer noch vorhanden ist, ist das Kantenflimmern, welches zum Glück jedoch nicht allzu sehr ins Auge springt. Technisch macht das Spiel ansonsten kaum was falsch und die Steuerung funktioniert gut, auch wenn sich Cole manchmal an Dinge hängt, an die man sich eigentlich nicht hängen wollte. Besonders zu loben ist der Soundtrack, der sehr gut zum Spiel passt und eigens dafür komponiert wurde. Auch Umgebungsgeräusche und Synchro sind gut gelungen.

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Fazit:

Mit inFamous 2 hat Sucker Punch einen wirklich guten Titel geschaffen, der seinen Vorgänger mehr als gut ablöst. Es wurde eine Menge verändert und viele Kritikpunkte wurden ausgemerzt. Besonders grafisch hat der Titel sehr zugelegt. Ansonsten ist alles beim hohen Standard geblieben, der Umfang ist groß und es gibt viel Nebenbei, mit anderen Worten, ein Exklusivtitel, den man sich holen sollte.

inFAMOUS 2 Testbericht

inFAMOUS 2

  • Release: 10.06.2011
  • Genre: 3rd Person Action, Action
  • Entwickler: Sucker Punch
  • Publisher: Sony

Gutes

+ Großer Umfang
+ Schicke Grafik
+ Gut inszenierte City
+ Endlos viele Mission dank Online-Anbindung
+ Überarbeitetes Kräftesystem

Schlechtes

- Noch immer viel Treppchenbildung
- Cole hängt sich immer noch an alles und es nervt
- Nebenmissionen immer noch zu eintönig

8.5 / 10 Sehr gut

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