Homefront – Review

Getestet von | 26.03.2011 um 00:00 Uhr

Um in der Welt der Shooter mit mischen zu können, muss man heutzutage eine ganze Menge leisten. Packende Story und ein langzeitmovierender Online-Modus ist mittlerweile Pflicht. THQ möchte nun in der Welt der Shooter mitmischen und bringt nach zwei Jahren der Ankündigung ihr bisher größtes Projekt Homefront auf den Markt. Der Shooter wurde im Vorfeld mit viel Marketing angepriesen. Ist der Titel auch ein Überflieger, oder nur ein weiterer Shooter im weiten Shooter-Universum? Wir haben den Titel genau unter die Lupe genommen und vergeben nun unser Urteil.

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Der Alptraum

Es ist wohl der größte Alptraum der USA. Nach einer Wirtschaftskrise im Jahre 2017, verbünden sich Nord- und Südkorea und greifen 2027 die geschwächte USA an und besetzen diese. Durch die schlechte Wirtschaft kann die USA nichts anderes tun, als zusehen, wie ihr eigenes Land von den Koreanern überrannt wird. Fortan ziehen die Koreanischen Truppen, auch KVA genannt, die Fäden. Sie ermorden alle, die sich ihnen in den Weg stellen, treiben die Zivilisten wie Vieh zusammen und bringen die Leute unter Gewalt in ihre Reihen. Hier kommt nun ihr ins Spiel. Ihr seid ein ehemaliger Pilot der Armee und versucht euch irgendwie durchs Leben zu schlagen. Die KVA hat da jedoch andere Pläne und klopft an eure Tür. Einmal offen, werdet ihr von den Truppen in einen Bus gesetzt, eine Fahrt ins Ungewisse. Auf der Fahrt wird die Grausamkeit der KVA mehr als deutlich. Überall spritzt Blut, Kindergeschrei und weinen überall und Leichen, die auf der Erde liegen. Ein wahrer Schauer. Nach kurzer Fahrt werdet ihr jedoch urplötzlich von einem Fahrzeug gerammt. Ein Typ reicht euch eine Pistole und ihr werdet aufgefordert mitzukommen. Genau so sieht das Intro der Kampagne von Homefront aus. Was nun folgt ist ein Flucht vor der KVA. Ihr werdet nun mit der Steuerung von Homefront vertraut gemacht. Ihr bahnt euch also euren Weg durch Gassen und Hinterhöfe und müsst dabei der KVA immer einen Schritt voraus sein. Eure beiden Retter sind ein Mann und eine Frau, die euch offenbar gezielt gesucht haben. Ziemlich schnell seid ihr an eurem Ziel. Ein Mann mit dem Namen Boon braucht euch wegen euren Fähigkeiten als Pilot. Die Reise und der Kampf gegen die KVA beginnen. Zeit um schon mal ein wenig auf die Technik zu schauen. Was der Spieler hier zu Gesicht bekommt, ist leider alles andere als gut. Die Grafik ist nicht mal mehr Mittelmaß und kann sich mit Genre-Kollegen wie Killzone, Battlefield oder Medal of Honor nicht messen. Alles wirkt sehr altbacken und irgendwie rustikal. Auch die Charaktermodelle überzeugen nicht und haben sogar weiße Ränder, wenn sie an einer Mauer stehen. Die Grafik im Hintergrund ist auch nicht schön und gerade Bäume haben teilweise PS2-Grafikniveau. Technisch ist es auch nicht das Meisterwerk. Zwar ruckelt das Spiel nicht, jedoch ist hier die Treppchen-Bildung extrem. Auch die KI nervt. Eure Gegner sind extrem unfähig. Nur ihre extrem gute Zielgenauigkeit von 100% machen sie gefährlich. Auch sieht man dem Spiel an, dass es sehr viel gescripted ist. Eure Wege sind strickt vorgegeben, Ereignisse, die passieren, sind alle vom Spiel „geplant“ und ihr müsst immer auf euren KI-Partner warten, um durch eine Tür zu gehen, was echt nervt. Soundtechnisch hat man das Gefühl, man hat immer dieselbe Waffe in der Hand, denn die klingen alle irgendwie gleich. Auch fühlt sich das Gameplay anfangs recht komisch an, irgendwie fast unnatürlich. Es funktioniert jedoch gut und man findet alles da vor, wie man es erwartet. Negativ ist jedoch, dass man nur eine Tastenbelegung benutzen kann, nämlich die die vorgegeben ist. Nicht mal einzelne Befehle kann man austauschen. Da bekommt man fast Glücksgefühle, überhaupt noch die Empfindlichkeit der Kamera einstellen zu dürfen. Wir halten also fest, die Technik überzeugt kein Stück. Man darf dies aber auch nicht falsch verstehen. Man kann mit dem Gesamtpaket durchaus leben, nur ist es klar, dass Homefront deutlich ein unteres Niveau an Grafik und Technik besitzt.

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Freiheitskämpfer

Aber weiter im Text. Als nächstes werdet ihr mit Goliath bekannt gemacht. Dies ist ein Fahrzeug, welches von einem der Freiheitskämpfer entwickel wurde. Dies ist sozusagen ein neu-modernes Raupenfahrzeug mit einem fetten Geschütz auf dem Dach. Der Goliath kann auch durch Häuser und ist schnell und wendig. Als euch die KVA entdeckt, müsst ihr nun den Goliath gegen die Truppen einsetzen. Die Bedienung ist sehr simpel. Feinde markieren und schon schießt der Golitah los, also nichts besonderes, aber dennoch eine nette Idee um ein wenig Abwechslung ins Spiel zu bringen. Abwechslung ist das richtige Stichwort, denn diese ist leider kaum vorhanden. Dies liegt zum Teil sehr an der Linearität des Spiels, sowie an der Länge. Auch wenn man kurze Kampagnen gewöhnt ist, so setzt Homefront dem ganzen nochmal einen drauf. Mit gerade sieben Kapiteln wirkt das Spiel selbst gegen CoD, Killzone und Co. extrem kurz. Da die meisten Kapiteln nach weniger als 30 Minuten fertig gespielt sind, kommt man auf eine Spielzeit von 4-5 Stunden. Nicht gerade lang, wenn man im Vorfeld doch so viel von der Story gehört hat. Die eigentliche Story ist jedoch gut gemacht, kommt durch die schlechte Technik jedoch kaum zur Geltung. Hier wird sehr der amerikanische Patriotismus angesprochen und dieser wird immer wieder in Frage gestellt. Die Story ist zudem sehr düster und ernst. Sequenzen gibt es kaum. Auch fällt auf, dass das Game im Zuge der Story öfter mal zu dominierenden Genre-Kollegen wir CoD und Battlefield geschaut haben. So gibt es eine Stealth-Sniper-Mission in der Story, oder eine komplette Mission wo ihr als Heli-Flieger unterwegs seid. Ihr haltet euch dabei immer in ländlichen Gebieten der USA auf. Am Ende gibt es jedoch einen schönen Showdown auf der Golden Gate Bridge, was so ziemlich das Highlight der Story ist. Zu euren Missionen gehören meist Aufgaben wie, halte die Stellung, befehlige Goliath, oder schalte dies und das aus. Euch steht dabei ein kleines aber feines Waffenarsenal zur Verfügung. So gibt es aktuelle Sturmgewehre, MP’s, Sniper, LMG’s und Schrotflinten. Bis auf zwei Sturmgewehre sind diese auch alle der Realität entsprungen. M4, SCAR-H, oder M200, um nur ein paar zu nennen.

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Überraschend

Wenden wir uns nun dem Online-Part des Games zu. Hier sei zu aller erst gesagt, dass dieser um einiges besser als die Story ist. THQ hat hier um einiges zugelegt. Die Grafik ist natürlich geblieben, aber THQ hat sich bemüht einige gute Dinge aus anderen Spielen zu einem zusammen zu bringen, mit Erfolg. Ihr habt im Grunde zwei Modi in jeweils zwei Varianten. Der erste ist der Hauptmodus für 32 Spieler. Hier gibt es drei Zonen auf der Karte. Euer Team muss nun versuchen, so viele möglich einzunehmen und zu halten. Wer es geschafft hat als erster die Anzeige zu füllen, gewinnt, jedoch noch nicht das Game. Das geht nämlich weiter und es wird einfach ein neuer Abschnitt der Map geöffnet und dort erscheinen drei weitere Punkte, das Spiel startet sozusagen neu im Spiel. Eine tolle Idee die gut funktioniert. Schafft das gegnerische Team den Ausgleich, geht es wieder auf den vorherigen Schauplatz zurück und dort gibt es dann die dritte entscheidende Schlacht. Der andere Modus ist ein klassicher Team-Deathmatch Modus für 24 Spieler. Beide Modi gibt es noch im Battlecommand Modus. Hier bekommt der Spieler Sterne für Killstreaks. Dies ist jedoch für alle auf der Map sichtbar und so ist es schwer, eine gute Wertung zu erzielen. Wie auch in allen anderen Shootern bekommt ihr für das Einnehmen von Punkten, Kills und Assist’s Punkte. Diese gehen dann auf euer Rangkonto und, und jetzt kommt das Hauptfeature in Homefront in Fahrzeuge und Killstreaks. Jeder der im Spiel verdienten Punkte gehen auch auf euer Konto im Spiel. Ihr habt zudem zwei von euch gewählten Killstreaks die ihr nun kaufen könnt. Habt ihr z.B einen Panzer vor euch, kauft ihr gegen eine gewisse Anzahl an Punkten einen Raketenwerfer. Wollt ihr eure Gegner ausspionieren, dann kauft man sich eine kleine Drohne, entweder zur Luft oder zu Land, die ihr selbst steuern könnt. Wollt ihr es richtig wissen, dann kauft ihr gleich einen Luftschlag und bestimmt, wo dieser Aufschlagen soll. Das System funktioniert ausgesprochen gut und ist nicht unfair. Alles hat seinen gewissen Preis. Während eine Radardrohne nur 300 Punkte kostet, kosten zwei Hellfire Rakten gleich 1300 Punkte. Auch Fahrzeuge könnt ihr darüber kaufen. Ihr habt nämlich immer die Wahl, ob ihr als Infanterie, oder in einem Fahrzeug startet. Dies müsst ihr jedoch kaufen. Es können ein Humwee, ein Panzer und Helikopter ausgewählt werden, natürlich gegen eine dicken Batzen an Punkten. Auch muss man sich die Boni erst freispielen. Eine Phosphor-Rakete ist beispielsweise erst später möglich. Genauso sieht das mit eurem Klassen aus. Es gibt 6 Klassen die vorgegeben sind. Diese könnt ihr nach Belieben verändern. Hier kann nun die Waffe ausgetauscht werden. Auch die Waffen müssen erst nach und nach freigespielt werden. Durch Kills mit der Waffe schaltet ihr zudem neue Aufsätze wie Visiere, Schalldämpfer und unterm Lauf angebrachte Dinge frei. Durch Killstreaks und Rangaufstiege schaltet ihr Tarnungen frei. Auch die beiden Objekte könnt ihr hier auswählen. Zusätzlich gibt es noch so etwas wie Perks. Dies sind Vorteile wie schnelleres Nachladen, besseres Zielen etc. Diese Dinge sind je nach Vorteil unterteilt in Punkte von 1-3. Ihr könnt maximal vier Punkte ausgeben. Also könnt ihr entscheiden wie ihr die Perks gewichtet. Durch Rangaufstiege, von denen es mehr wie 70 gibt, schaltet ihr mehr Perks frei und erhöht die Punktzahl. Homefront hat leider eine etwas magere Mapauswahl. 8 Maps habt ihr zur Verfügung, von denen sich die meisten sehr ähneln. Trotzdem ist die Gestaltung ordentlich und ist gut spielbar. Auch Private Server kann man erstellen und bis zu 16 Leute in einer Lobby haben. Leider funktioniert das Zusammenspiel recht schlecht, da es hier oft zu Freezes kommt. Sehr häufig ist uns beim Suchen eines Games die Konsole gefreezt oder Freunde wurde beim Suchen einfach aus der Lobby geworfen. Das muss echt nicht sein und trübt den Spielspaß erheblich, macht der Multiplayer sonst nicht sehr viel falsch.

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Fazit:

Homefront ist leider nicht das, was man sich erhofft hat. Die Technik ist mau und die Kampagne zu schnell zu Ende. Der Multiplayer ist jedoch recht gelungen und hat versucht viel richtig zu machen. Mit der Idee der Punkte und den Modi ist dies auch durchaus geglückt. Leider sind die immer wiederkehrenden Freezes ein wahrer Dorn im Auge und bringen einen echt zur Weißglut, da diese zeitweise das Spiel online unspielbar machen. Homefront hatte somit viel Potential, was es verspielt hat. Insofern ist der Titel mal was für Zwischendurch.

Gutes

+ Storymäßig mal ein unverbrauchtes Thema.
+ Nette Ideen im Multiplayer.

Schlechtes

- Technik ist schlecht
- Ebenso wie Grafik
- Story zu schnell zu Ende und extrem gescripted
- Freezes machen den Online-Part teilweise unspielbar.

6.5 Mittelmäßig

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