Hell Yeah! Wrath of the Dead Rabbit – Review

Getestet von | 16.10.2012 um 00:00 Uhr

Das Studio Arkedo ist schon lange bekannt für ihre wahnwitzigen und albernen Arcarde-Titel. Auch wagen sie sich ständig an kreative Experimente, die sich am Schluss auch sehen lassen können. So auch Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels das nur so von skurillen Ideen vollgestopft ist. Kann die bunte Hölle aber auch wirklich überzeugen?

Tot den Social-Plattformen
Die Geschichte in Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels ist schnell erzählt. Der Prinz der Unterwelt (ein Kaninchen) wird zum Opfer sozialer Netzwerke. Ein überaus gut detailliertes Nacktfoto zeigt den Prinzen Ash, wie er in der Badewanne sitzt. Das Ganze wäre natürlich nicht aufsehenerregend, wenn man nicht die Vorlieben des Prinzen auf dem Foto erkennen könnte: Eine Gummiente mit der Überschrift: „The Prince is a pussy!“. Da dieser Eintrag der Lacher schlechthin ist in der Unterwelt, macht sich Ash auf, die besagten Personen ausfindig zu machen und sich auf die brutalst mögliche Art zu rächen. Und da solche Plattformen nicht gerade nur einen oder zwei User beherbergen, muss der Prinz sage und schreibe 100 Dämonen in Jenseits befördern. Wie soll das denn gehen?

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Altbekanntes und frisches in der Mixtur
Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels erfindet das Sidescroller-Segment nicht neu. Eigentlich ist es ein stinknormales Jump n‘ Shoot im Stil eines alten Castlevania oder im neueren Outland. Auf jedenfall erforscht man das typische 2D Höhlendesign. Der Prinz bekommt von seinem treuen Lakaien einen fahrbaren Untersatz. Ein sogenanntes Kreissägen-Jetpack. Mit diesem Vehikel fräst man nicht nur durch Stein, Fleisch oder Knochen, man kann auch verdammt hoch springen und ein bisschen in der Luft gleiten. Wenn auch nicht allzu lange. Doch nur eine Waffe ist nun einmal wenig beziehungsweise gar nichts. So gesellen sich Genre typisch noch MG, Raketenwerfer oder andere Wummen dazu, die man im Verlauf der Geschichte freischaltet, bekommt oder einkauft. Es dauert ein bisschen bis man das Gameplay perfektioniert hat. Vor allem deswegen weil sich der Hase leicht schwammig steuert. In der meisten Zeit ist das nicht so schlimm. Nur bei manchen Bossgegnern, wo der Platz auch noch eng gehalten worden ist, kommt dann diese schwammige Steuerung zum Vorschein und sorgt dabei ein bisschen für Frust. Aber das ist etwas, was man mit Geschick und Übung aus der Hölle tilgt.

Da die Aufgabe von Anfang an bekannt ist, macht man sich auf die Suche diese 100 Gegner zu „eliminieren“. Da die Hölle bekannter Weise groß ist, bekommt man einen Radar sowie eine Zoomfunktion. Somit sollte niemand verloren gehen. Schon nach den ersten paar Schritten stößt man auf einen Dämon, den man mit der Kreissäge gleich in tausend Stücke zerreißt. Doch schon kurze Zeit später kommen schon die ersten Dämonen, die sich auch wehren können. Jede dieser 100 Bosse hat mehr oder weniger was Originelles. Nicht in der KI aber im Abgang. Hat man die Bosse fast zu tote gequält, macht man einen kleinen Finisher Move. Diese werden teilweise in Reaktionstests ausgelöst. Da kann es schon mal vorkommen, dass einer mit einer Hairakete auf die andere Seite bugsiert wird oder dass man durch Pumpen von Luft, den Charakter förmlich zum Platzen bringt. Und das alles in einer quietsch bunten brutaler Art. Denn bunt ist das Spiel allemal.
Hin und wieder begegnet man einem Hip-Hop Blech Rapper, der Gute stellt diverse Verbesserungen für Ashs fahrbaren Untersatz her. Doch auch Kostüme kann man in seinem Shop aussuchen. Wer z. B. lieber mit einem Doughnut in der Hölle herumfährt kann dies gerne machen.

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Von der Hölle hat man als Kind ein eigenes Bild. In Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels wird das Ganze umgeschrieben. Noch nie wurde die Hölle als quietsch bunter Bonbonort dargestellt. Die kräftigen Farben, der knuddelige Look. Alles passt zu dem Abenteuer. Man kann zwar denken, dass die brutale Art nicht zum Setting passt, aber nach den ersten paar Toden wird man eines Besseren belehrt. Auch wenn der Bildschirm in regelmäßigen Abständen mit Blut und Gedärmen gefüllt wird, stößt es in keinster Weise ab, da es vollkommen überzogen dargestellt wird. Man hat sogar ein Lächeln im Gesicht, wenn man sieht, wie die Dämonen davon buxiert werden. Leider muss man sagen, dass viele Grafik-Elemente kopiert worden sind. Egal ob Pflanzen, Totenschädel oder bewegbare Hintergründe, teilweise wurden sie gleich zu hundertfacher Form kopiert oder spiegelverkehrt wiedergegeben. Auch bei den Animationen und der KI der Gegner hat man gespart. So wackeln die Dämonen höchstens ein bisschen mit ihren Körpern und die KI ist meistens auch noch die gleiche.

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Ein Freizeitpark für Dämonen
Nun, wer in der Hölle landet, ist ja eigentlich schon Tod. In Hell Yeah! gibt es wohl mehrere Stufen des Todes. Hat man einen dieser Dämonen „beseitigt“, wird dieser nicht einfach vom Kollektivem gelöscht, nein, er wird auf einer Freizeitparkinsel verfrachtet, wo er für Ash arbeitet. Wenn auch nicht ganz freiwillig. So muss man den Gefallenen an Jobs weiterleiten, die sie für den Prinz der Unterwelt erledigen. So kann man beobachten wie die Gefallenen Blut spenden, lassen sich nochmals zerquetschen oder unter Strom zu setzen. Hat man eine gewisse Anzahl an Blut herausgeholt, bekommt der Prinz im Storymodus ein nettes Geschenk, das ihm beim Abenteuer behilflich sein sollte Das sollte natürlich nicht alles sein. Die Macher spendieren auch jedem Dämon seine eigene Hintergrundgeschichte. Die aber leider nur in Textform wiedergegeben wird. Wer sich aber ein bisschen Zeit nimmt und die einzelnen Texte durchliest, bekommt wahnwitzige Einblicke zu deren menschlichen Lebzeiten.

Hell Yeah! Der Zorn des toten Karnickels erfindet zwar das Rad nicht neu, es beherbergt aber so viele kranke Ideen, dass es geschafft hat sich im großen Sidescroller Markt herauszuheben. Mit seiner bunten Version einer Hölle ist es für Jedermann / Frau geeignet. Dies zeigt auch die USK, die das Spiel ab einem Alter von 12 Jahren empfiehlt. Diese Episode rund um das tote Kaninchen kann man im Playstation Network herunterladen.

Gutes

- Quietsch bunte Version einer Hölle
- Leicht zu erlernendes Gameplay
- Kranke Ideen die gut umgesetzt worden sind

Schlechtes

- Leicht schwammige Steuerung
- Kleinere Aussetzer beim Sound

8.5 Sehr gut

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