Harry Potter und der Halbblutprinz-Review

Getestet von | 25.07.2009 um 00:00 Uhr

Der Mythos „Harry Potter“. Die Romane sind in 67 Sprachen übersetzt worden, weltweit wurden mehr als 400 Millionen Exemplare verkauft. Die Autorin Joanne K. Rowling schrieb von Dezember 1998 bis Mai 2008 7 Bücher und hat bisher mehr als 570 Mio. brit. Pfund als Autorenhonorar verdient. Sie hat sogar Königin Elisabeth II. an Reichtum übertroffen. Nun kommt die Versoftung des sechsten Teiles auf die PS3.

Willkommen in Hogwarts
Harry Potter und seine besten Freunde, Hermine Granger und Ronald Weasley, beginnen ihr sechstes Jahr an der Zauberschule Hogwarts. Die Freunde müssen sich im neuen Schuljahr mit dem schweren Alltag eines Zauberschülers abkämpfen. Sie entdecken die Liebe und müssen sich den dunklen Mächten Lord Voldemorts entgegenstellen. Dessen Schergen, Todesser genannt, stiften in der ganzen Zauberwelt Chaos. Dazu kommt das der größte Widersacher unseres Helden, Draco Malfoy, etwas im Schilde führt. Harry versucht nun, mit Hilfe des Schuldirektors Albus Dumbledore, den Dunklen Lord aufzuhalten.

Lasst die (Mini)Spiele beginnen
Das Abenteuer beginnt im Fuchsbau, dem Haus der Weasley-Familie. Harry hat erfahren, dass er der neue Kapitän der Quidditch-Mannschaft von Gryffindor ist. Quidditch ist ein Sport, welcher von Zauberern hoch oben in den Lüften auf Besen gespielt wird. Das ganze wird nun als Minigame gespielt, in welchem man nur durch Sterne fliegen muss um dem Objekt der Begierde, dem Schnatz, näher zu kommen. Dazu läuft im Hintergrund eine Zeitspanne ab, die durch das Durchfliegen der einzelnen Sterne wieder aufgeladen wird. Verloren geht das Spiel nur wenn sich die Zeitspanne dem Ende neigt. Das ist beim ersten Mal noch ganz lustig verliert aber immer mehr an Reiz.

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Außerdem kann Harry auf dem Zauber-Campus noch Zaubertränke brauen und Duelle austragen. Diese beiden Minispiele machen schon etwas mehr Spaß als die Schnatz-Hatz jedoch bleibt die Motivation auch hier über kurz oder lang auf der Strecke. Insgesamt stehen 15 verschiedene Tränke und Gegengifte sowie 16 Duell-Gegner, welche nach und nach freigeschaltet werden, zur Verfügung. Jedoch wird sich Harry im Laufe des Schuljahres immer wieder gegen fiese Schüler und Todesser behaupten müssen. Bei der Zubereitung der diversen Zaubertränke, wobei Harry die meisten im Spiel weder einnehmen, noch anderen verabreichen kann, kommt das Buch des namensgebenden Halbblutprinzen zum Zuge. In diesem stehen nützliche Tipps und Hinweise die Harry aber selbstständig in die Rezeptur einarbeitet. Harry kann zu Beginn nur alle möglichen Zutaten zusammen mischen, unter anderem Nieswurz und Rattenleber, lernt aber später Tränke, bei denen er den Kessel erhitzen, den Trunk umrühren oder die Zutaten leicht schütteln muss bis das Ergebnis die vorgegebene Farbe erreicht.

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Wer zu lange umrührt oder zu stark erhitzt muss mit starkem Rauch rechnen, welcher durch abwechselndes drücken auf die Trigger-Tasten schnell beseitigt wird.
Bei den Duellen kommt noch am meisten Spaß auf. Es stehen euch 5 Angriffszauber (Stupor, Expelliarmus, Petrificus Totalus, Levicorpus und eine stärker Version des Stupor-Fluches) sowie der Verteidigungszauber Protego zur Verfügung. Diese werden im Laufe des Abenteuers freigeschaltet. Harry kämpft nun gegen seinen Opponenten bis dessen Lebensenergie auf Null fällt. Bis auf eine Stelle im Spiel wird es Harry maximal mit einem Gegner zu tun bekommen.
Nach der erfolgreichen Absolvation eines Minispiels werden die Leistungen von Harry benotet, 1 Stern steht für eine miserable und 5 Sterne für eine Perfekte Leistung. Für eine besondere Leistung bekommt unser Schüler eins von 30 Abzeichen verliehen.

Aus diesen 3 Minispielen gepaart mit Laufpassagen besteht Harry Potter und der Halbblutprinz. Abwechslung? Für die Entwickler wohl ein Fremdwort…

Ich schwöre feierlich…
…das ich ein Tu-Nicht-Gut bin. Mit diesen Worten öffnet Harry die Karte des Rumtreibers. Dies passiert aber nur wenn Harry ein neues Gebiet zur Verfügung steht. Da Voldemort und seine Schergen überall lauern könnten, wurde Hogwarts zu Beginn des Schuljahres größtenteils von den Auroren, eine Art Magier-Spezialeinheit, gesperrt. Im Verlauf des Jahres werden nun mehr und mehr Teile wieder geöffnet. Eine Karte zum zurechtfinden im Schloss gibt es nicht, jedoch kommt auf Knopfdruck der freundlich Geist von Sir Nicholas de Mimsy Porpington, besser bekannt als „Der Fast Kopflose Nick“ und führt euch zur jeweils nächsten Aufgabe. Um schneller zu den wichtigsten Standorten zu kommen, gibt es Abkürzungen die sich hinter bestimmten Portraits verbergen. Diese führen von der großen Treppe innerhalb des Schlosses zum Quidditch-Feld, zum Zaubertrank-Unterrichtsraum, zur Bibliothek und zu einer Grünfläche von der Harry in viele umliegende Gebiete kommt.
Leider ist die Zaubervielfalt in der freien Welt nicht so groß wie die in den Duellen. Gerade einmal 3 Zauber kann Harry einsetzen. Zur Verfügung stehen: Wingardium Leviosa ein Schwebezauber, Incendio ein Fluch der kleinere Dinge in Brand steckt sowie Reparo ein Reparaturzauber. Zudem setzt der Junior-Magier automatisch den Spruch Lumos ein, der das Gebiet erhellt wenn es dunkel wird. Diese Zaubereien muss Harry aber nur für eine bestimmte Angelegenheit benutzen. Überall in der Spielwelt gibt es Hogwarts-Wappen welche es zu sammeln gilt. Manche davon sind gut geschützt sodass der gute Harry erst eine Pflanze vor dem Wappen abbrennen muss um es dann mit dem Schwebezauber runterzuholen. Zusätzlich gibt es noch Mini-Wappen, diese verstecken sich in allen möglichen Gegenständen, welche durch eine Art leuchtende Blase gekennzeichnet werden. In der Nähe von solchen Objekten einfach den rechten Analogstick zweimal nach vorne drücken um die Mini-Wappen preiszugeben. Wenn Harry genug dieser kleinen Fundstücke aufgesammelt hat bekommt er ein großes Wappen. Insgesamt gibt es 150 Wappen, wobei 25 davon durch sammeln der kleineren Version aufgenommen werden können. In verschiedenen Abständen werden Belohnungen freigeschaltet, zum Beispiel: mehr Energie für Duelle.

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Wie im Film
Nicht nur die mangelnde Abwechslung und die geringe Zauberauswahl verderben den Spielspaß, auch die hakelige Steuerung kann ganz schön nerven. Harry ist ganz schön störrisch wenn es um das entgegennehmen von Befehlen geht. Sowohl die Kamerasteuerung als auch die Handhabung des Zauberlehrlings erweist sich teilweise als harte Fingerakrobatik. Gelegentlich Ruckler, welche besonders beim sprinten auftreten, sind da auch nicht besonders hilfreich.
Doch gibt es nicht nur negative Seiten. Durch die Original-Synchronstimmen wird das Feeling des Harry-Potter-Universums super transportiert. Man denkt jederzeit man wäre direkt in Hogwarts unterwegs und zaubert sich seinen Weg durch die Magieschule. Für den Soundtrack zeichnet sich James Hannigan aus, welcher auch Teile zum Soundtrack von Command and Conquer: Red Alert 3. Die Musik passt sich gut ins Gesamtbild des Spiels ein. Auch kurze Spielphasen als Ron und Ginny Weasley sind interessant. Da sie sich jedoch genau so steuern lassen wie Harry bringt das auch keine Abwechslung. Leider war es das auch schon mit den positiven Aspekten. Neben den sich dauernd wiederholenden Minispielen, wird die im Original wunderbare Story, leider in den Schmutz gezogen. Gerade einmal die wichtigsten Stationen der Haupthandlung werden umrissen und selbst unerfahrene Spieler werden das Spiel in ca. 5 Stunden durchgespielt haben. Die platten Dialoge zwischen den emotionslosen Charakteren tun ihr übriges dazu. Einige der Figuren bewegen nicht mal ihren Mund wenn sie reden. Das Aussehen der Zauberschule ist ebenfalls maximal durchschnittlich.

Nachspiel
Nach dem erfolgreichen absolvieren der Handlung, wird in den „Ewigen Tag“ gewechselt. Dort kann man sich alle Wappen holen die man verpasst hat und die sich restlichen Abzeichen verdienen. Wirklich Spaß macht das dann auch nicht und spätestens wenn alle Abzeichen gewonnen wurden und alle Wappen gefunden worden, gibt es nur noch eins was einen an Harrys neuestes Abenteuer bindet: Den 2 Spieler-Duell-Modus. Dieser spielt sich jedoch wie der normale Duell-Modus und hat kaum noch Reiz wenn man sich im Singleplayer schon an den vielen Gegnern gemessen hat.

Fazit: Dem kompletten Spiel fehlt die Langzeitmotivation, da es nur aus Minispielen besteht. Über die emotionslose und langweilige Erzählweise täuscht auch die gelungene Synchronisation nicht hinweg. Harry Potter und der Halbblutprinz ist durch die geringe Spielzeit, die Monotonie und die geringe Zauberauswahl nur etwas für Hardcore-Potter-Fans.

Gutes

+tolles Harry-Potter-Flair
+super Soundtrack & tolle Synchronisation
+kurzweilige Minispiele...

Schlechtes

-...die leider schnell langweilig werden
-emotionslose Erzählweise und Mimik der Charakter
-mangelnde Abwechslung
-hakelige Steuerung

5.0 Fans only

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