Guitar Hero: Van Halen – Review

Getestet von | 25.03.2010 um 00:00 Uhr

Wenn heutzutage ein neues Musikspiel erscheint, ist niemand mehr großartig überrascht. Seit nun der erste Guitar Hero Ableger in die Läden kam, gab es für den Bereich Musikspiele keinen Halt mehr und nun kommen jährlich mehrere davon raus. Dabei bekriegen sich Activision und EA mit ihren jeweiligen Serien. Nachdem nun mit Green Day Rock Band der dritte spezielle Bandableger angekündigt wurde, zieht Activision nach und bringt einen der größten Gitarristen, zusammen mit einer großartigen Band direkt in die heimische Bühnenkulisse. Die Rede ist natürlich von Eddie Van Halen und der gleichnamigen Band Van Halen. Was steckt also drin im dritten Bandableger eines Guitar Hero? PS3inside hat sich durch sämtliche Solos gespielt und vergibt nun sein Testurteil.

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Alte Schule und alte Technik

Das Spielprinzip hat sich natürlich in keinster Weise verändert, warum auch? Ihr spielt die Songs weiterhin mit euren Plastikinstrumenten, die mittlerweile neben Gitarre auch ein Mikrofon und ein Schlagzeug umfassen. Spielt ihr einen Song, gibt es fünf verschiedene Farben und nun folgen auf den jeweiligen Farben unterschiedliche Noten. Spielt ihr diese korrekt, hört ihr die jeweilige Note des Songs. Spielt ihr falsch, hört ihr sie nicht. Je schwieriger ihr den Songs wählt, desto realistischer wird dieser. Denn erst bei ‚Schwer‘ kommen alle fünf Farben ins Spiel und erst bei Profi kommen wirklich alle Noten die ein Song hat. Spielt ihr zu schlecht, versagt ihr bei dem Song und das Video-Publikum buht euch aus.
Aber genug vom Grundprinzip, was ist neu und was ist alt?
Neu ist in erster Linie das Aussehen des Spiels und der ganzen Grafik. Allerdings hat sich die Grafik eher verschlechtert als großartig verbessert. Tatsächlich scheint das Spiel auf denselben Grafikstand wie World Tour zu basieren. Eigentlich ziemlich schade wenn man bedenkt, dass Guitar Hero 5 eine ziemlich tolle Grafik geboten hat. Warum nun ein Spiel was ein halbes Jahr später erscheint eine schlechtere Grafik besitzt, blieb uns ein Rätsel. Aber nichts destotrotz sind Technik und auch der Sound der gewohnte Guitar Hero Standard und sind überzeugend.

(K)ein neuer Karriere-Durchlauf

Im Hauptmenü findet der Spieler die Guitar Hero gewohnten Menüpunkte wieder. Karriere, Schnelles Spiel, Einstellungen, Online und das Tonstudio sind auch hier vertreten. Großartig verändert hat sich das Tonstudio allerdings nicht. Was sich allerdings stark verändert hat, ist der Karriere-Durchlauf, den man wirklich als ein starkes Stück bezeichnen könnte.
Wer nun glaubt, er bekommt die Karriere von GH5 zu spielen, der hat sich stark geirrt. Tatsächlich spielt ihr einfach bloß jeden Song der Setliste einmal runter. Ihr sammelt immer Sterne und nach einer bestimmten Anzahl Sterne bekommt ihr die nächsten fünf Songs. Das Ganze ist aber derart simpel und langweilig inszeniert wie gestaltet, dass man sich echt wie im falschen Film vorkommt. Zumal einem der Karriere-Modus eigentlich nichts einbringt. Jeder Song ist bereits zu Beginn verfügbar. Also bei allem Respekt, aber hier hätte sich Activsion deutlich mehr Mühe geben sollen.

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Klein aber Fein

Aber genug der Kritik, denn Guitar Hero Van Halen hat natürlich auch seine positiven Seiten.
Da wären zuerst einmal die vier Charaktere der Band, die ordentlich in Spielgrafik umgesetzt wurden. Hierbei sei allerdings gesagt, dass als Sänger nur David Lee Roth dabei ist und folglich, die Setlist auch nur Songs mit David Lee Roth beinhaltet. Fans vom späteren Sänger Sammy Hagar werden hier nicht auf ihre Kosten kommen.
Ihr habt übrigens die Wahl, ob ihr als neue, oder 80er Jahre Version abrocken wollt. Im Spiel findet ihr Nachbauten aus der erfolgreichen Zeit der 80er, oder ihr freundet euch mit den Modellen von heute an. Dies ist gleichzeitig einer der wenigen Dinge, die ihr im Verlauf der Karriere freischalten könnt.
Freischalten ist auch bei den Songs ein wichtiges Wort. Zwar ist jeder Songs im Schnellen Spiel bereits freigeschaltet, jedoch könnt ihr im Karriere-Modus Extras zu jedem einzelnen Song erspielen. Diese Extras belaufen sich auf zwei Dinge. Einmal könnt ihr euch die Lyriks zu jedem Song anschauen. Während ihr das tut, spielt der Song auch gleichzeitig von Anfang bis Ende. So kann sich der Spieler in Ruhe zurück lehnen und sich einen Song per Spiel anhören.
In Ruhe zurück lehnen kann der Spieler auch beim zweiten Extra.
Dieses hört auf den Namen ‚Rock Facts‘ und wie der Name schon sagt, kann man dort einige Fakten über jeden Song in Erfahrung bringen. Das ganze läuft dann so ab. Ihr sucht euch den Songs aus und startet die Bühnenshow, die ihr sonst auch sehen würdet, wenn ihr diesen Song mit einem Instrument spielt. An Stelle von Noten, stehen aber kleine Texte am unteren Bildschirmrand, die euch allerlei zum jeweiligen Song berichten. So erfährt der Spieler, dass im Song ‚Panama‘ von Van Halen ein Lamborghini zu hören ist, dass der Song ‚Pretty Fly For A White Guy‘ eigentlich nur dazu gemacht wurde, um die Wannabeese zu verhöhnen und, und, und.
Diese Funktion ist wirklich recht erfreulich und wird hoffentlich in Zukunft auch fortgeführt, da diese Funktion in noch keinem anderen Guiatr Hero zu finden ist.

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JUMP

Wie auch in jedem anderen Guitar Hero ist natürlich die Setlist Der entscheidende Kaufgrund überhaupt. Wer Van Halen mag bzw Fan ist, der ist natürlich mit 25 Songs + 3 Solos gut bedient. Unter den Songs befinden sich Klassiker wie ‚Ain’t Talkin‘ ‚Bout Love‘; ‚Panama‘ und natürlich der Van Halen Song schlechthin ‚Jump‘.
Auch unsere virtuellen Bandmitglieder legen für jeden Song eine passende Bühnenshow hin. So wurde zum Beispiel bei Jump der breitbeinige Sprung von Lee Roth aus dem Original-Video übernommen. Bei den Solos von Eddie kommt dann jeder ins Schwitzen. ‚Cathedral‘; ‚Spanish Fly‘ und ‚Eruption‘ sind die drei Solos, von denen Eruption wohl das bekannteste ist. Aber bekannt oder nicht, jedes Solo stellt eine große Herausforderung dar es zu meistern.
Neben der eigentlichen Band kommen noch 19 Gastauftritte zum Einsatz. Hier sind bereits alte Gesichter vertreten, denn viele Künstler kennt man bereits aus vielen anderen Teilen der Serie. So sind Queens of the Stone Age, Foo Fighters oder Blink-182 einmal mehr vertreten. Außerdem gibt es hier einige wenige Songs, die es auch bei der Konkurrenz Rock Band 2 schon gibt. Die Insgesamt 44 Songs und drei Solos sind aber recht nett, wenn auch keine Hammer-Setlist.

Fazit:

Was kann man also abschließend zu Guitar Hero Van Halen sagen?
Das Spiel wirkt schon fast gezwungen dahin entwickelt, denn man hat nicht das Gefühl, dass dieses Spiel ernsthaft entwickelt wurde. Das ganze grafische Grundgerüst basiert auf einer älteren Version als der von GH5, welches ein halbes Jahr davor erschienen ist. Der Karriere-Modus wirkt wie eine billige Zugabe um die Spielstunden etwas zu verlängern und auch die Setlist hat schon mal bessere Tage gesehen. Zwar gibt es mit einigen wenigen Features wie den Rock Facts etwas wirklich nettes und sogar Neues zu bestaunen, jedoch entschädigt das nicht für die sonst eher härtere Kritik, zumal man bedenken sollte, dass dieses Spiel als ein Vollpreisspiel verkauft wird und das ist nun wirklich eine Frechheit. Empfehlen ist dieses Spiel nur eisenharten Musikspielern, oder Van Halen Fans.

Gutes

+ Einige tolle Van Halen Klassiker
+ Rock Facts zu jeden Song

Schlechtes

- Grafisch auf den Stand von Guitar Hero 4
- Karriere ohne jeden Sinn
- Mangelnder Umfang und kaum Ideen
- zu teuer für das, was es bietet

7.5 Gut

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