Guitar Hero 5 – Review

Getestet von | 20.09.2009 um 00:00 Uhr

Ein neues Jahr, ein neues Guitar Hero. Seit 2005 bringt Activision pünktlich zum Jahresende ein Guitar Hero auf den Markt. Mit Teil fünf der Erfolgsserie schlagen die Entwickler allerdings einen neuen Kurs ein, der erfrischenden Wind in die Serie bringt und mit einer Setlist, die gemischter nicht sein kann.

Ich sehe lauter Sterne

„Here we go again“… denkt sich wohl jeder, der bereits einen Guitar Hero Teil zu Hause liegen hat. Einfach Spiel einlegen und dann dieselbe Karriere wie jedes Jahr bestreiten, um immer mehr Songs frei zu schalten und danach ist das Spiel uninteressant. So erging es einem bisher bei allen Guitar Hero Ablegern, aber nicht bei dem neusten Teil Guitar Hero 5.
Vorbei mit stumpfer „ein-Song-nach-dem-Anderen“ Karriere Durchlauf und langen Ladezeiten. Vorbei mit mittelmäßiger Grafik und wenigen Mehrspielermodi, vorbei mit Guitar Hero?!

Na gut, so drastisch ist es nun auch nicht, aber Activision haben aus ihren Fehlern, die besonders im letzten Titel World Tour bemängelt wurden, gelernt. Dies fällt einem schon gleich beim Start des Spiels auf. Die Ladezeiten wurden erheblich verbessert und sind nun um einiges kürzer. Einer der besten Neuerungen, die wohl für viele auch zur größten Überraschung des Spiels wird, ist der völlig überarbeitete Karriere Modus. Dieser ist nun eine Art Challenge Modus indem ihr Sterne sammeln müsst, um voran zu schreiten. Für jeden Songs könnt ihr maximal 9 Sterne holen. Sechs bekommt ihr wenn ihr den Songs perfekt spielt und je nachdem wie viele Fehler ihr beim Spielen macht gibt es abzüge. Wie viel Sterne ihr schon gesammelt habt könnt ihr während des Songs immer verfolgen, denn je besser ihr spielt, desto schneller füllt sich die entsprechende Anzeige für eure Sterne. Es kommt allerdings auf die restlichen drei Sterne an, denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Screenshot

Für jeden Song den ihr in eurer Karriere spielt, gibt es eine Herausforderung mit einem bestimmten Instrument. Dies kann z.B. eine Notenserie von 150 sein, oder man muss so und so viele tapping Abschnitte treffen. Außerdem sind diese Herausforderungen in drei Stufen aufgeteilt, nämlich Gold, Platin und Diamant. Je nachdem welche Stufe ihr schafft, bekommt ihr die Sterne, also für Gold einen, für Platin zwei und für Diamant drei. Allerdings gibt es hier einen großen Nachteil für viele, die das Bandpack nicht besitzen. Denn die Karriere verlangt vom Spieler folgende zwei Dinge. Man braucht eine Gitarre, ein Mikro und ein Schlagzeug um auch wirklich jede Challenge machen zu können und man muss mindestens den schweren Modus bei allen Instrumenten beherrschen um überhaupt in die Nähe von Diamant zu kommen. Zwar animiert man die Spieler dadurch immer mehr zu spielen um schließlich Profi zu schaffen, aber gerade Trophy Hunter oder Perfektionisten werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Hinzu kommt außerdem das die Bandchallenges, die es auch immer wieder im Verlauf der Karriere gibt, mit zwei Leuten fast unschaffbar sind. Hier hätten die Entwickler ruhig etwas gnädiger sein dürfen, gerade was Spieler angeht, die erst im leichten bzw. mittleren Modus spielen. Nichts desto trotz ist der neue Karriere Modus um einiges besser als der von World Tour und bietet längere Motivation.

Mit mehreren macht es doch einfach mehr Spaß

Eines der besten Dinge an Guitar Hero 5 ist ohne Frage der neue Partymodus. Ihr habt jederzeit die Möglichkeit in den Modus zu wechseln und per Zufallsprinzip wird irgendein Song aus der Setlist gewählt und ihr könnt drauf los spielen. Das schöne ist, dass ihr den Song nicht „verpatzen“ könnt und ihr also auch auf einem schwereren Schwierigkeitsgrad spielen könnt. Will ein Kumpel mitspielen? Kein Problem, denn ihr könnt jederzeit ein weiteres Instrument anschließen und der neue Mitspiele, kann sofort mit in den Song „joinen“. Diese Möglichkeit bietet euch auch der normale Schnelles Spiel Modus. Der Unterschied ist nur, dass ihr vorher in einer Lobby beitreten müsst und auch dann Songs eurer Wahl auswählen könnt, oder ihr euch sogar eine Playlist erstellt. Ein weiteres neues Feature was Activision dem Spieler gibt, ist die Möglichkeit einen Spieler zu retten. Musste man in anderen Teilen sofort aufhören wenn jemand zu schlecht war, hat man nun die Möglichkeit das Publikum für sich zu gewinnen, um den Spieler wieder zurück ins Geschehen zu holen. Um das zu schaffen muss man allerdings so perfekt wie möglich spielen, da man eine kleine Anzeige bis zum Anschlag füllen muss. Spielt ihr allerdings falsch, singt diese Anzeige immer schneller und ihr habt den Songs alle verpatzt.

Screenshot

Auch in punkto Mehrspieler hat Activision einiges getan. Es gibt jetzt verschiedene Spielmodi wie etwa das Rockfest, welches mit maximal vier Spielern an einer Konsole, oder mit bis zu acht Spielern online bestritten werden kann. In diesem neuen Modus, fängt der Spieler auf leichter Stufe mit seinem Instrument an. Wer dann 25 Noten hintereinander ohne Fehler schafft, wird automatisch eine Stufe höher gesetzt. Das Ganze geht dann bis Profi so weiter. Spielt ihr allerdings eine Note verkehrt, werdet ihr um eine Stufe tiefer gesetzt. Das Ziel des Spiels ist es, so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Das Schöne an diesem Modus ist, dass es ihn in zwei Variationen gibt. Ihr könnt offline sozusagen Jeder gegen Jeden spielen und online könnt ihr euch als Band zusammen tun, um dann gemeinsam gegen eine andere Band zu spielen. Allerdings gibt es auch hier wieder einen Nachteil, denn es gibt so gut wie nie Spiele in diesem Modus, denn die meisten haben nicht alle Instrumente und spielen daher nur das Gitarren-Duell, welches auch in Guitar Hero 5 wieder mit von der Partie ist und schon aus anderen Teilen bekannt ist. Der Online-Modus läuft allerdings ohne jegliche Probleme, bloß mit dem Kommunizieren per HeadSet sieht es etwas mau aus, denn eigentlich hört man sich so gut wie nie. Dies kann man allerdings verschmerzen, da sonst wirklich alles Problemlos verläuft.

Nur noch ein Song, dann mach ich aus, oder lieber doch zwei?

Wie in jedem Guitar Hero ist auch hier die Songliste einsr der wichtigsten Dinge in dem Spiel. Auch dieses Mal hat Activision eine Reihe von alten Klassikern, bis hin zu den neusten Hits des Rocks zusammen gestellt. Von den Rolling Stones über Iron Maiden, bis hin zu den Kings of Leon ist alles dabei. Insgesamt gibt es 85 Songs von 83 verschiedenen Künstlern. Acuh sind wieder verschiedene Stars am Start, die ihren Weg ins Spiel geschafft haben, darunter Kurt Cobain, Carlos Santana, oder Shirley Manson. Diese Stars werden auch gleich mit speziellen Challenges in ‚Pose‘ gesetzt, da jeder Star auf der Bühne ein Lied von sich selber spielt. Und außerdem hat es der Song „Smells Like Teen Spirit“ endlich in das Spiel geschafft, nachdem Nirvana fast immer vertreten ist.
Im allgemeinen ist die Songliste recht gelungen und bietet vom klassischen Rock, bis hin zu Death-Metal alles was das „Rockerherz“ begehrt. Auch neu ist die Intensität-Anzeige. Wählt ihr ein Song im Schnellen Spiel aus, wird euch die neben der Länge auch die Schwierigkeit für alle vier Instrumente angezeigt. Sehr hilfreich für alle die ein gewisses Maß an Schwierigkeit, oder an Leichtigkeit suchen.

Mit Guitar Hero 5 schlägt Activision einen neuen Weg der Serie ein. Es sind zwar die meisten Sachen geblieben, jedoch wurde besonders an den bemängelten Stellen mächtig gewerkelt und so sind nun Grafik, Ladezeiten und der Multiplayer deutlich besser. Neulinge haben sicherlich ihren Spaß mit Teil 5, jedoch ist er indirekt mehr an die Fans gerichtet, oder zumindest die, die alle Instrumente besitzen, da besonders der Karriere Modus dadurch beeinflusst wird. Alles in allem ist Guitar Hero 5 trotzdem ein würdiger Nachfolger von Teil 4 mit erheblichen Verbesserungen.

Gutes

+ Die Grafik wurde erheblich verbessert...
+ ... was man ebenfalls von den Ladezeiten sagen kann.
+ Der neue Karriere Modus bringt frischen Wind in die Serie.
+ Die Songlist hat ordentliche Titel am Start.
+ Guter neuer Multiplayer, der auch online su

Schlechtes

- Den neuen Karriere Modus kann man nur mit allen Instrumenten "komplett" spielen.
- Auch der neue Titel kann nicht langfristig fesseln.

8.0 Sehr gut

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