GRIP – Combat Racing im Test: Nostalgiker mit Schwächen

Erinnert ihr Euch an das PlayStation 1 Spiel Rollcage? Damals ging es mit futuristischen, bis an die Zähne bewaffneten, Fahrzeugen auf die Strecke. Highspeed und Action – ein echter Spaß. Zudem konnten die Fahrzeuge auf beiden Seiten fahren, noch heute gibt es RC Cars, die zumindest das können. Mit GRIP: Combat Racing ist ein Titel für PlayStation 4 erschienen, welcher an eben dieses Genre anknüpft. Ob dem Titel aus dem Hause Wired Productions das gelingt, verrät euch unser Test.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

GRIP: Combat Racing bietet zwar keinen Story-Modus, aber dennoch eine sehr reiche Solokampagne. In verschiedenen Ligen fahren wir Rennen um Rennen und schalten so neue Fahrzeuge, Strecken, Upgrades und Power-Ups frei.

Der Einstieg ist dabei sehr einfach gestaltet: Die ersten Rennen finden auf relativ einfachen, wirklich eingängigen Strecken statt. Ganz zu Anfang finden wir auch nur Geschwindigkeits-Powerups welche uns bei Aktivierung einen kurzen aber ordentlichen Speedboost bescheren. Allerdings fällt auf, dass, obwohl wir uns mit gut 400 km/h in der Spitze vorwärts bewegen, es ziemlich gemächlich, fast schon entspannt zur Sache geht. Es gibt hier und da mal einen Rempler mit den Kontrahenten auf der Strecke. Aber ansonsten spulen wir gemütlich unsere Runden ab. Speziell in dem Karriere-Menü fällt auch auf, dass es nicht nur den Schwierigkeitsgrad “Leicht” gibt. Auch die Geschwindigkeit wird angegeben. Zu Anfang mit “Normal”. Um so weiter wir kommen, desto höher fallen die Schwierigkeitsgrade und die Geschwindigkeiten auf.

Zwar dienen die ersten Rennen rein als Tutorial um sich mit dem Gameplay vertraut zu machen und das ist auch ein Stück weit lobenswert. Aber es passiert so früh, dass GRIP: Combat Racing etwas langweilig wirkt. Man will endlich mit Raketen Gegner von der Strecke fegen und mit irren Geschwindigkeiten über die virtuellen Pisten brettern. Aber dafür braucht man einfach etwas Geduld.

Das Weiterkommen, gerade zu Beginn, sollte nicht allzu schwer fallen. Die Strecken sind eingängig, die Gegner keine wirkliche Herausforderung. Alles kein Problem. Allerdings zieht der Schwierigkeitsgrad dann fast schon schlagartig an – was nicht allein an den Gegnern liegt. Fährt man die ersten Rennen, welche mit “Schnell” betitelt sind, bekommt man eine erste Vorstellung davon, was man von GRIP: Combat Racing erwarten kann. 600 oder gar 700 Kilometer pro Stunde sind schon eine etwas andere Hausnummer als schlappe 400 km/h. Das ist wirklich irre schnell. Aber, es geht noch schneller. Gerade in den späteren Ligen gehören auch Geschwindigkeiten Jenseits der 900 Kilometer pro Stunde zum guten Ton. Und natürlich werden auch die Gegner nicht schwächer, oder gar langsamer. Sind sie gerade zu Beginn noch lieb, nett und freundlich, kämpft man im weiteren Verlauf der Kampagne wahrlich um jeden Zentimeter auf der Strecke. Nicht selten kommt es vor, dass eine Stoßstangenbreite über den ersten oder zweiten Platz entscheidet.

Um gute Platzierungen müsst ihr also Kämpfen – das Verrät schon der Name des Titels. Dafür gibt es die erwähnten Power-Ups. Ihr schaltet mächtigere und stärkere frei, um so weiter ihr in der Kampagne zu kommen. Wie bereits erwähnt, sind es  anfangs ausschließlich Booster, welche euch einen Geschwindigkeitsschub verpassen. Dazu gesellen sich später einfache Zielsuchraketen, Laser, Schilde oder auch spezielle Raketen, welche Ausschließlich den aktuell Erstplatzierten im Visier haben. Zu sehr freuen solltet ihr euch über neue Power-Ups allerdings nicht – denn die erhalten eure Kontrahenten automatisch auch. So entstehen bei 650 km/h hitzige, hektische Kämpfe. Nicht selten fliegen einem die abgeschossene Kontrahenten um die Ohren. Es kracht und heult ohne Unterlass. Das macht wirklich Spaß und erinnert unweigerlich an alte Zeiten oder an ähnlich beliebte Kart-Spiele.

Wer einmal genug vom Rundkurs-Einerlei hat, darf sich auf spezielle Arena-Matches innerhalb der Kampagne freuen. Ähnlich des klassischen Death-Matches kämpft ihr hier in der Arena mit euren Fahrzeugen ums überleben. Es gilt Power-Ups einzusammeln und Gegner abzuschießen um so der letzte zu sein, der noch einen fahrbaren Untersatz sein eigen nennt. Diese Arena-Events sind äußerst fordernd, machen aber einfach Spaß, bieten sie doch eine manchmal willkommene Abwechslung zu den wilden Straßenschlachten. Wer glaubt, sein Vehikel wirklich unter Kontrolle zu haben kann sich auch in Carcour´s beweisen. In diesen speziellen Events gilt es, wie es der Name erahnen lässt, Parkours möglichst elegant und mit dem nötigen Zeitdruck hinter sich zu bringen. Sehr fordernd – aber auch spaßig. Mit eurem Fortschritt in all den Modi schaltet ihr neue Fahrzeuge frei. Alle Vehikel haben dabei besondere Stats. Sei es die Beschleunigung, die Panzerung oder etwa das Handling. Jedes der Fahrzeuge hat eigene Stärken und Schwächen welche es abzuwägen gilt. Für etwas Individualismus könnt ihr Lackierungen erstellen, Sticker anbringen oder Reifen und Felgen anpassen. Das klingt umfangreich, ist es aber leider nicht, was fast ein bisschen Schade ist.

Gutes

- Grafik zwar altbacken, aber passend
- toller Soundtrack
- Splitscreen-Modus
- Arena-Kämpfe und Carcours bieten willkommene Abwechslung
- im späteren Verlauf irre schnell
- GRIP macht einfach Spaß...

Schlechtes

- ...trübt ihn aber hin und wieder
- viele kleine Fehler und Macken
- Online herrscht (leider) tote Hose
- gelegentliche Ruckler
- K.I. ist böse

7 Gut

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