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Grand Theft Auto V – Review

Artikel von | 18.09.2013 um 22:33 Uhr

Wenn ein neues GTA erscheint, dann handelt es sich meistens um den größten Launch des Jahres und zudem halten die Spieler dann ganz nebenbei noch das (neue) teuerste Spiel aller Zeiten in den Händen. Nun war es wieder so weit und Grand Theft Auto V ist endlich erhältlich. Ähnlich hoch wie das wahnsinnige Budget von 200 Millionen Dollar sind auch die Erwartungen der Spieler. Ob Rockstars Blockbuster diesen gerecht werden kann? Im Vorfeld sagte das Unternehmen, ihr Spiel fühle sich bereits wie ein Next-Gen Titel an.

Aller guten Dinge sind drei!

GTA_V_Artwork_1Claude Speed, Thomas Vercetti, Carl Johnson, Niko Bellic. Die Protagonisten der letzten vier großen GTA-Ableger. Doch sollten wir diese Liste für den nächsten Teil ergänzen, werden wir nicht nur einen Namen hinzufügen müssen, denn Rockstar bietet in Grand Theft Auto V gleich drei spielbare Protagonisten. Mit dieser Ankündigung sorgten die Entwickler schon vor längerem für Aufsehen, denn natürlich könnt ihr sie nicht nur linear zu vorgegebenen Zeitpunkten spielen, sondern (bis auf wenige Ausnahmen) jederzeit zwischen ihnen hin- und her wechseln.
Drei Figuren bedeuten auch, dass die Story von GTA V komplexer ist als die seiner Vorgänger, oder sagen wir zumindest: Authentischer. Es wurden hier drei Typen gezeichnet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Franklin ist ein typischer GTA-Gangster, jemand, der etwas erreichen möchte und sich dabei auch auf wenig vielversprechende Zeitgenossen einlässt. Am Anfang des Spieles trifft er auf Michael, ein Ruheständler, der jedoch sehr schnell wieder im Geschäft ist, zumal er sich noch Schulden bei einem Mafiaboss aufgehalst hat. Viel mehr wollen wir euch gar nicht verraten, nur so viel: Der dritte im Bunde, Trevor, tritt erst nach ein paar Spielstunden (je nach dem, wie ihr rangeht) hinzu, und das auf sehr spektakuläre Weise! Doch das solltet ihr euch wirklich selbst ansehen.
gta v dogMit den dreien ist es aber in GTA V noch lange nicht getan, denn erstens gibt es natürlich jede Menge Nebenfiguren und Auftraggeber, die uns das Spiel über begleiten, doch dann ist da noch Chop, das erste Haustier der GTA-Geschichte. Am Anfang der Story wird es Franklins Aufgabe, sich um Chop zu kümmern. Ihr könnt viel Zeit mit ihm verbringen, und zwar nicht nur damit, seine Haufen aus dem Garten zu entfernen, sondern mit ihm Gassi gehen und ihn trainieren, sodass er euch schließlich zwischendurch auch bei Missionen nützlich sein kann, beispielsweise für das Aufspüren von anderen Kriminellen. Das Trainieren funktioniert am besten über die iFruit App, die für Smartphones ab sofort erhältlich ist. Aber Achtung, nicht auf eurem Smartphone in GTA V, sondern für euer echtes! Über die App könnt ihr auch noch an euren Wagen werkeln, was eine richtig gute Idee ist. Die Autos sind auch so etwas wie Haustiere, denn jeder der drei Protagonisten hat ein eigenes Fahrzeug, das ihr nach und nach ausbauen und anpassen könnt. GTA V hat übrigens endlich gelernt, sich zu merken, wo ihr euer Fahrzeug abstellt. Meistens ist auch nach einer Mission noch da, wo es sein soll.
Die Story von GTA V ist an einigen Stellen etwas verwirrend, weil nicht immer auf Anhieb klar ist, was die Figuren gerade bezwecken wollen. Doch gerade das macht die Sache irgendwie so authentisch, denn gerade Trevors Motive wollen wir in manchen Fällen gar nicht verstehen. Möglicherweise sind dem einen oder anderen einige Entscheidungen auch zu krass. Doch man sollte sich damit abfinden, dass wir es eben nicht mit zimperlichen Figuren zu tun haben.

Die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten

Zu vielen Spielen lässt sich problemlos ein Abschnitt zum Gameplay verfassen. Bei GTA V ist das nicht so einfach möglich, denn was die Entwickler angekündigt und versprochen haben, ist tatsächlich wahr geworden: Los Santos und seine Umgebung ist eine riesige, lebendige und vielfältige Spielwelt geworden, die viel mehr ist als nur die Kulisse für die bereits sehr komplexe Story.
GTA_V_13.08_18Tatsächlich werdet ihr euch immer wieder erwischen, wie ihr stundenlang nicht den Hauptmissionen folgt, da es einfach immer etwas zu tun und zu entdecken gibt. Und dabei sprechen wir nichtmal von den 50 versteckten Gegenständen, die sich jeweils irgendwo in San Andreas befinden. Wir reden hier von zahlreichen Nebenmissionen, die die Protagonisten immer wieder von ihren alten Bekannten erhalten und wobei es sich um verschiedene Aufträge handelt, so ist Trevor mal als Kopfgeldjäger unterwegs oder Franklin schleppt Fahrzeuge für einen Kumpel ab, der besoffen unterm Tisch liegt. Einiges davon funktioniert das ganze Spiel über, denn es kommen natürlich immer wieder neue Aufträge rein.
Wesentlich für die Nebenaktivitäten ist euer Smartphone, das wie das im richtigen Leben in GTA V zu einer wahren Mitteilungszentrale geworden ist und mit dem ihr kommuniziert, aber auch ins Internet gehen könnt. Glücklicherweise werdet ihr nicht ständig von euren Freunden angerufen und sollt mit ihnen ausgehen, sondern sie kontaktieren euch nur, wenn’s wirklich wichtig ist. Oder sie schreiben euch E-Mails bzw. SMS, in denen ihr eure Hinweise oder Auftragsinformationen bekommt.
Wollt ihr keine richtigen Missionen erledigen, könnt ihr auch einfach mal ausspannen oder euch sportlich betätigen. Da gibt es Tennis, Yoga, Dart und vieles mehr. Diese sind jeweils als eine Art Minispiel realisiert, die sich spaßig und anspruchsvoll spielen. Allein hiermit kann man durchaus viel Zeit verbringen. Zudem gibt es dann noch Straßenrennen (aber nur von 22 bis 5 Uhr, ingame natürlich), Stuntrennen per Fahr- oder Flugzeug, Rennen auf dem Wasser… Die Liste lässt sich noch um einige Punkte erweitern, aber wir wollen euch gar nicht alles verraten.
gta_v-5Wollt ihr in Los Santos finanziell den ganz großen Aufstieg schaffen, bietet sich das Kaufen von Immobilien und das Handeln mit Aktien an. Immobilien werfen wöchentlich oder je nach Auftrag Einnahmen ab und deren Manager haben zudem ab und zu noch weitere Aufräge für euch. Der Handel mit Aktien funktioniert bequem per Handy, zudem könnt ihr aber auch an vielen Rechnern online gehen.
Zu guter Letzt gibt es dann noch reine Vergnügungs- bzw. “Abhängaktivitäten” wie Fahrgeschäfte und Fernsehen bzw. Kinos, die ganz spaßig sind und für Kurzweil sorgen. Hier kann man den Controller auch mal aus der Hand legen und einfach nur lauschen bzw. schauen.
Geht ihr dann den Hauptmissionen nach, so erwarten euch ebenfalls abwechslungsreiche Aufträge, die hauptsächlich vom Laufen, Fahren und Schießen geprägt sind. Anstatt euch diese Elemente überflüssigerweise noch bis ins Detail zu erklären, wollen wir hier noch auf Charakterentwicklung und die Steuerung eingehen. Ihr könnt nämlich die Fertigkeiten aller drei Charaktere verbessern, beispielsweise eure Fahrkünste, indem ihr viele spektakuläre Manöver hinlegt, oder eure Waffenfertigkeit, indem ihr haufenweise Kopfschüsse austeilt. Hier haben die Entwickler ein gutes Maß gefunden, denn die Entwicklung geht nicht zu schnell, aber nachvollziehbar vonstatten. Wollt ihr eure Fertigkeiten für die Hauptmissionen verbessern, solltet ihr zahlreichen Nebenaktivitäten nachgehen, um das zu erreichen.
Zum Thema Steuerung muss sich Grand Theft Auto V in diesem Test erstmals etwas negativ ankreiden lassen, denn wenn man zu Fuß unterwegs ist, ist sie mitunter etwas unpräzise und in engen Gängen oder auf kleinen Dächern funktioniert nicht immer alles so, wie es soll. Dafür wurde das Deckungssystem im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert und funktioniert nun problemlos, ebenso lassen sich die meisten Mechaniken wie Waffenwechsel oder das Bedienen des Smartphones problemlos absolvieren. Die Steuerung der Fahrzeuge ist sehr gelungen und überzeugt vor allem dadurch, dass sich unterschiedliche Boliden auch tatsächlich anders steuern – Ihr merkt sofort, ob ihr im Sportflitzer oder im LKW sitzt.

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 Testbericht

  • Release:
  • Genre:
  • Entwickler:
  • Publisher:

Gutes

+ Beeindruckende, vielfältige und faszinierende Spielwelt, die bislang ihresgleichen sucht
+ Fesselnde Story mit krassen Charakteren
+ Unendlich viele Aktivitäten
+ NPCs reagieren auf alle Aktionen
+ Einmalige Synchronisation
+ Beeindruckende Weitsic

Schlechtes

- Kantenflimmern und Texturprobleme
- Leichte Framerateeinbrüche
- Kleinere Macken in der Steuerung
- Seltene KI-Aussetzer

10.0 / 10 Meisterwerk!

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