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God of War im Test – Willkommen im Norden

Artikel von | 23.04.2018 um 10:47 Uhr

Im Jahr 2005 hat Sony Santa Monica einen Überraschungshit veröffentlicht, der den Grundstein für etwas ganz Großes legen sollte. Kratos war geboren und mit God of War wurde ein Spiel geschaffen, dass selbst 13 Jahre und 7 Titel später noch zu den Besten der Besten gehört. 2013 erschien mit God of War: Ascension vorerst der letzte Teil und Ermüdungserscheinungen machten sich breit. Eigentlich wollte Sony die Marke aufgeben, doch Director Cory Barlog machte einen Vorschlag, für eine Art Neuanfang der Reihe. Diese Idee kam bei Sony gut an und so begann die Entwicklung eines neuen God of War, welches uns nun endlich erreicht hat und wir haben es natürlich ausführlich getestet.

Anders als gewohnt, aber auch besser

Fans erinnern sich garantiert an das fulminante Ende von God of War 3. Kratos hat seine Rache vollendet und sich selbst mit dem Schwert der Götter aufgespießt. Eigentlich schien es so, als wäre der Geist von Sparta tot. Doch am Ende bekam man noch zu sehen, wie er es bis zum Rand einer Klippe geschafft hat, mehr wusste man nicht. Nun haben wir aber die Gewissheit, dass Kratos überlebt hat und es ihn aus der griechischen, in die nordische Mythologie verschlagen hat. Das neue God of War setzt einige Jahre nach dem Ende von Teil Drei ein und das sieht man Kratos auch an.

Alles beginnt mit einem traurigen Unterton, denn Kratos Frau Faye ist gestorben und er muss sie gleich zu Beginn beerdigen. Dabei ist sein Sohn Atreus an seiner Seite und schon kurz nach dem emotionalen Einstieg, gehen die beiden jagen. Dies macht Kratos um zu sehen, ob sein Sohn für “die Reise” bereit ist. Faye hatte vor ihrem Tod nämlich den Wunsch, dass die Beiden ihre Asche auf den höchsten Berg der Welt bringen. Leider stellt sich heraus, dass Atreus noch nicht bereit ist für dieses Unterfangen und daher geht es erstmal wieder nach Hause. Hier bekommen die beiden aber unerwarteten Besuch und Aufgrund gewisser darauffolgender Ereignisse, hat Kratos keine Wahl mehr. Er muss mit Atreus trotz Bedenken aufbrechen und so beginnt die Reise zum Gipfel des Berges. Dabei treffen sie auf allerlei andere Personen, Götter, Zwerge und natürlich zahlreiche Gegner. Nach einer gewissen Zeit fragt man sich, wie schwer es doch sein kann, Asche auf einen Berg zu bringen, doch das solltet ihr schon selbst raus finden.

Ohne mehr als nötig zu verraten, kann man sagen, dass God of War eine bessere Geschichte als alle Teile davor erzählt. Es geht nicht mehr um stumpfe Rache, sondern um die Beziehung zwischen Vater und Sohn, was es bedeutet ein Gott zu sein, Kratos Vergangenheit und einiges mehr. Sowohl Story, als auch Charaktere bieten hier viele Facetten und wirken ausgereifter als von der Reihe gewohnt. Unterstützt wird das Ganze durch eine großartige Lokalisierung. Doch selbst wenn euch die deutschen Stimmen nicht zusagen sollten, könnt ihr problemlos auf die englischen Sprecher wechseln, welche natürlich auch erstklassig sind.

Doch bevor wir nun zum nächsten Punkt kommen, müssen wir noch eine Kleinigkeit kritisieren. Uns haben die ernsten und emotionalen Momente zwischen Vater und Sohn sehr gut gefallen, nur leider sind diese oft etwas schnell zu vorbei. Immer wenn man an den Lippen der beiden klebt und unbedingt mehr sehen und hören will, ist es auch schon wieder vorbei. Das liegt natürlich auch und Kratos und seiner wortkargen Art. In diesem Punkt ist der Hüne oft wie man ihn kennt. Auf der anderen Seite gibt es durch die offene Art von Astreus auch den ein oder anderen lustigeren Moment, einst ein Novum in God of War.

Das Dark Souls der God of Wars

Früher hat Kratos sich in schnellen Gefechten mit seinen Chaosklingen zur Wehr gesetzt. Jetzt hat der Spartaner aber eine neue Waffe zur Hand und spielt sich daher auch anders. Im Norden kämpft er jetzt mit der Leviathan Axt, seinen Fäusten und einem Schild. Letzteres ist immer schnell zur Hand, denn neben dem Angriff, muss man damit regelmäßig Angriffe blocken oder parieren. Die Fäuste hingegen kommen zum Einsatz, wenn man den Gegner betäuben will. Dies geschieht, wenn die Anzeige dafür gefüllt ist und dann kann man den Gegner mit einem gewohnt heftigen Finisher die Haut vom Fell ziehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem muss man die Fäuste auspacken, wenn die Axt mal nicht zur Hand ist. Diese kann man nämlich wahlweise auch werfen, was nicht nur im Kampf, sondern auch bei Rätseln nützlich ist, doch dazu kommen wir noch.

Die Reichweite der Chaos Klingen bleibt bei Fäusten und Axt natürlich aus, abseits vom werfen natürlich. Doch durch das Schild ist es kein Problem, den Gegnern nun direkt auf die Pelle zu rücken. Neben blocken und parieren, gehört auch das getimte Ausweichen zu Kratos neuesten Fähigkeiten. Durch diese Aspekte und den etwas gemächlichen und kontrollierten Ablauf im Kampf, kann der Dark Souls Vergleich einfach nicht ausbleiben. Dadurch fühlt es sich schon merkbar anders als die Vorgänger an, doch schlechter ist es dadurch in keinem Fall. Uns persönlich gefällt der neue Ansatz sogar besser, da hier mehr als nur stumpfes Button Mashing gefragt ist.

Neben den eigenen Waffen, gibt es aber noch Atreus. Dieser ist immer an Kratos Seite und versteckt sich nicht bei jedem Kampf in der Ecke, sondern mischt aktiv mit. Dafür hat er seinen Bogen zur Hand und neben passender Ablenkung, kann er den Gegner auch kurzzeitig betäuben damit Papa dann zum Gnadenstoß ansetzen kann. Dadurch wirkt er nie störend, sondern ist eine Bereicherung für den Kampf.

God of War typisch kann man seine Waffen natürlich verbessern und somit neue Angriffe freischalten. Hier gibt es aber eine kleine Veränderung. Man hat nun für jede Waffe einen Skilltree und dort kann man gegen Erfahrungspunkte selbst entscheiden, welche Angriffe und Fähigkeiten man freischalten will, wenn die Waffe denn genug verbessert wurde. Dies geschieht durch die Schmiede und neben Verbesserungen für Waffen, kann man dort auch neue Rüstungen herstellen oder bestehende aufwerten, was sich auch in der Optik widerspiegelt. Dafür braucht man aber das nötige Material und Hacksilber, welche man auf verschiedene Wege erhalten kann.

Was mach ich nur als nächstes?

Neben dem Material das Gegner fallen lassen, gibt es auch noch zahlreiche Nebenaufgaben und Truhen die euch mit zahlreichen Dingen versorgen. Besonders letztere gibt es zu genüge in allen Ecken. Neben Material und Hacksilber, bringen diese euch aber auch Juwelen und Runen. Juwelen könnt ihr in eure Rüstungsteile einsetzen und bekommt dadurch mehr Angriff, Abwehr oder andere Vorteile. Runen hingegen sind für Waffen gedacht. Mit diesen bekommt man dann leichte oder schwere Spezialangriffe. Diese sehen nicht nur toll aus und hauen ordentlich rein, sondern haben auch verschiedene Attribute wie Betäubung oder Elementarschäden. Allgemein merkt man dem Spiel den etwas stärkeren Rollenspiel Einfluss an und gemessen am neuen Gameplay, passt das auch seht gut.

Neben dem veränderten Gameplay und den Rollenspiel Elementen, ist auch die offene Welt eine Neuerung. Zwar geht die Story immer nur in eine Richtung, doch beim drumherum gibt es zahlreiche Ablenkungen. An einem Punkt im Spiel dachten wir uns “ach, gucken wir uns mal kurz um”. Drei Stunden später gings dann bei der Story weiter, da wir immer wieder ein neues Ziel hatten. Neben zahlreichen Sammelgegenständen, gibt es auch richtige Nebenaufgaben und einige Rätsel. Letztere reichen simplen Suchaufgaben, bis zu richtigen Umgebungsrätseln, bei denen auch die Axt zum Einsatz kommt.

Es gibt nämlich des öfteren Hebel oder andere Mechanismen, die nur aus der Entfernung aktiviert werden können und da muss dann die Axt herhalten. Glücklicherweise kommt diese auf Knopfdruck sofort zu euch zurück, ähnlich wie Thors Hammer, Zufall? Da die Axt mit dem Eis-Element ausgestattet ist, müsst ihr damit auch des öfteren mal was einfrieren. Aber es gibt auch Punkte, wo andere Elemente gebraucht werden, wie Beispielsweise Donner oder Feuer. Es kommt daher nicht selten vor, dass man an einem Punkt erstmal nicht weiter kommt, da man erst die nötige Fähigkeit freischalten muss. Dadurch lohnt es sich, bereits besuchte Bereiche, später erneut aufzusuchen. Letzteres macht man ohnehin immer wieder mal.

Doch kommen wir nochmal kurz zu den Nebenaufgaben. Diese heißen im Spiel “Gefallen”, was nicht von ungefähr kommt, immerhin tut man meistens anderen Charakteren damit einen Gefallen. Während manche davon im Verlauf des Spiels nebenbei abgehakt werden, gibt es auch solche, die euch in komplett optionale Gebiete führen. Diese erreicht man mit dem Boot oder per Schnellreise. Wer sich nun sorgen macht, dass man dauernd im Boot sitzt und langeweile schiebt, können wir entwarnen. So gut wie immer gibt es Unterhaltungen auf dem Boot oder Geschichten werden erzählt. Diese sind so interessant, dass wir öfters mit dem an Land gehen gewartet haben, weil wir das Ende hören wollten.

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God of War (PS4) Testbericht

God of War (PS4)

  • Release: 20.04.2018
  • Genre: 3rd Person Action, Hack & Slay
  • Entwickler: SCEA Santa Monica
  • Publisher: Sony

Gutes

- Story und Charaktere sehr gelungen
- Taktische und spaßige Kämpfe, die auch fordern
- Viel zu erkunden, erledigen und sammeln
- Ein technisches Meisterwerk und zwar in allen Belangen
- Tolle Synchronisation mit super Musik
- noch so viel mehr

Schlechtes

- Gelegentliches Backtracking
- Gegner könnten etwas mehr Vielfalt vertragen
- Zu wenig richtige Bosse

9.4 / 10 Must Have

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