God of War III – Review

Getestet von | 04.05.2010 um 00:00 Uhr

Zählt man die Titel auf, die im ewigen Konsolenkampf exklusiv mit dem Namen Sony in Verbindung gebracht werden, so fällt einem als erstes God of War ein. Seit 2005 zaubert Sony Santa Monica das Action Adventure auf die hauseigene Konsole. Jetzt ist die dritte Auflage der kampfstarken Serie erschienen und erneut ist es die griechische Mythologie, die God of War III die gewisse Würze verleit. Obwohl inzwischen schon fast alles zum Spiel gesagt wurde, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, ob das langersehnte Abenteuer auch den Geschmack von PS3inside getroffen hat. Es ist angerichtet…

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Achtung Vorgeschichte!

Bevor wir uns in die aktuellen Geschehnisse stürtzen, ist ein Blick auf die Vorgeschichte angebracht. God of War III kann man nämlich erst dann richtig genießen, wenn man weiß, wie der Hauptdarsteller zu dem geworden ist, den wir heute erneut spielen dürfen. Wir bedienen uns Kratos, einem spartanischen Heerführer, der immer wieder von den Göttern aufs Kreuz gelegt wurde. Um seine Armee zum Sieg zu führen, hat Kratos einst seine Seele an Ares den Kriegsgott verkauft. Durch eine List des Gottes hat Kratos versehentlich seine eigene Familie getötet und Ares daraufhin Rache geschworen. Ares tötet Kratos, Kratos entkommt mit Hilfe von Athene aus dem Reich der Toten und tötet Ares. Kratos wird neuer Kriegsgott. Er dachte, dass er zur Belohnung seiner treuen Dienste endlich von den schrecklichen Visionen des Mordes an seiner Familie befreit wird. Doch die Götter verweigern ihm diesen Gefallen. Getrieben von Hass und Verzweiflung wirft sich der neue Kriegsgott in immer mehr Schlachten und sein Heer richtet schlimmerer Schäden an, als Ares es jemals getan hat. Kratos hasst die Götter, die ihn nicht von seinen Visionen befreien und ihm nicht einmal den Freitod gewähren. Während einer Invasion auf Rhodos steigt Kratos dann vom Olymp, um die Insel zu vernichten. Das geht den Göttern zu weit und Zeus beraubt ihn letztendlich all seiner göttlichen Mächte. Kratos wird wieder sterblich. Im Kampf gegen den Göttervater fällt der Spartaner und steigt abermals hinab in das Reich des Hades. Aber schon wieder kommt ihm eine Gottheit zu Hilfe. Gaia, die Mutter der Titanen hilft Kratos, dem Hades zu entkommen. Eine kleine Zeitreise bringt ihn zurück, in die Zeit als Zeus ihn töten wollte. Im großen Kampf zwischen beiden gewinnt Kratos die Oberhand doch kurz bevor er Zeus vernichten kann erscheint Athene und opfert sich zum Wohle des Olymp für den Göttervater. Sterbend erklärt sie dem Spartaner, dass Zeus sein Vater ist. Seine Rache ist trotzdem ungestillt und er reist erneut in der Zeit zurück, um seinen Vater zu töten. Hier sind wir nun endlich beim Handlungsstrang von God of War III angekommen. Kratos erklimmt zusammen mit Gaia und den anderen Titanen den Olymp. Am Gipfel warten Zeus und die anderen Götter, bereit für einen letzten Kampf. Die Geschichte von God of War III hält, wie alle Teile zuvor, noch so manche Wendung bereit. Es kracht jedoch von der ersten bis zur letzten Minute. Spannend, actionreich, episch, genial!

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Die Klingen geschärft

Im Kampf gegen Untote, Hydras, Zyklopen und anderes Getier ist eine Mischung aus Schwertkampf und Magie angesagt. Die Kämpfe sind äußerst brutal und kommen komplett ungeschnitten in den deutschen Handel. Der Preis dafür ist allerdings eine ab 18 Freigabe und das ist auch gut so. God of War III gehört nicht in Kinderhände! Das Kampfsystem ist an die Vorgängertiteln angelehnt. Durch das Töten von Gegnern, das Öffnen von Kisten oder das ganz banale Zerstören von Gegenständen werden Orbs eingesammelt. Diese dienen dem Auffüllen der Magiereserven oder für einen Schub Lebensenergie. Rote Orbs können gesammelt und in neue Waffen und Zauber oder deren Verstärkung investiert werden. Dieses Minimum an Rollenspielelementen hat sich in den Vorgängertiteln schon bewährt und wurde glücklicherweise beibehalten. Die Kämpfe sind erfeulich flüssig selbst dann, wenn der Bildschirm nur so von Untoten wimmelt. Neben unzähligen Kombo-Attacken sind auch Quicktime-Events wieder mit am Start. In den unzähligen Bosskämpfen sind sie eine schöne Abwechslung zum sonstigen Aktionstasten-Gehämmer. Auch Rätselfreunde kommen auf ihre Kosten. Besonders anspruchsvoll sind die Aufgaben nicht aber zu viel sollte man von einem spartanischen Heerführer auch nicht verlangen. Das Gesamtpaket ist stimmig. Einzig das altbackene Speicherpunkt-System nervt.

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Die Steuerung des Kratos geht insgesamt erfreulich intuitiv von der Hand und wird auch von God of War Neulingen schnell verinnerlicht sein. Einsteiger werden etwas Zeit brauchen, um sich mit der Belegung des rechten Analogsicks abzufinden. Wo sonst hauptsächlich die Kamerasteuerung zu finden ist, liegt bei God of War III das Ausweichen in alle Himmelsrichtungen. Im unübersichtlichen Getümmel des Kampfes liegt sie dort auch genau richtig aber leider geht das zu Lasten der freien Kamera. Die Kameraführung ist gelegentlich eher hinderlich und verwehrt uns einen vernünftigen Blick auf die Geschehnisse. Das ist aber kein großes Unglück und sollten wir zwischen Ausweichen und Kamera wählen können, würden wir uns für das Ausweichen entscheiden. Ansonsten liegen alle Aktionen am rechten Platz und nach nur wenigen Minuten fühlt sich auch der God of War Anfänger heimisch damit.

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Farbenfrohes Gemetzel

Die technische Seite von God of War III ist makellos. Grafisch bietet Sony uns einen echten Leckerbissen. Auf Kratos nackter Haut ist praktisch jede Pore zu sehen. Die Blitze der Nemesisklingen zucken über den Bildschirm und die Flammen in den Ecken hüllen die Szenerie in eine tolle Licht und Schattenatmosphäre. Unser Krieger spiegelt sich im Marmor der Tempelhallen und das Wasser, das er gelegentlich durchqueren muss ist glasklar und schmiegt sich flüssig um seine Stiefel. Videosequenzen werden in Spielgrafik gezeigt. Das reißt uns nicht aus der Handlung raus und ist bei der hohen Qualität auch kein Minuspunkt. Die grafische Meisterleistung wird durch epischen Orchesterklang unterstrichen. Insgesamt kann festgehalten werden, dass God of War III derzeit die technische Referenz auf der Playstation 3 ist. Kein anderes Spiel sieht so gut aus, hört sich so gut an und läuft glechzeitig so flüssig wie Kratos Rachefeldzug.

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Chapeau

God of War III war eines der heiß ersehntesten Spiele in diesem Jahr. Die Erwartungen an Sony Santa Monica sind dementsprechend hoch gewesen. Diese Erwartungen hat das Entwicklerstudio mit Bravour gemeistert. Der dritte Teil um Kratos Leidensweg bietet zwar keine großartigen Überraschungen, erfüllt aber hinsichtlich Story, technischer Qualität und Steuerung sämtliche Anforderungen, die auch der hartgesottenste Fan der Serie hätte stellen können. Spieler, die noch völlig unbedarft an die Geschichte rangehen sollten überlegen, ob sie vor diesem Feuerwerk vielleicht doch zuerst noch God of War und God of War II spielen. Sony hat die beiden Teile in HD remastered und somit auch für Grafik-Fetischisten spielbar gemacht. Es ist keine Voraussetzung, um God of War III zu genießen. Es ist aber auf jeden Fall Voraussetzung, um sich vernünftig in das Auf und Ab des Kratos hineinzufühlen. Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet. Kein Weg führt dieses Jahr an God of War III vorbei.

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Gutes

Epische Geschichte
Geniale Grafik
Tolles Kampfsystem

Schlechtes

Speicherpunkte nicht mehr zeitgemäß
Ungünstige Kameraführung

9.0 Must Have

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