G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra Review

Getestet von | 02.10.2009 um 00:00 Uhr

Lang lang ist’s her. Bereits 1964 kam eine Action-Figur mit dem Namen G.I. Joe auf den Markt. Aus der einzelnen Figur ist mittlerweile eine ganze Spezialeinheit geworden, die im Sommer des Jahres sogar den Sprung auf die Kinoleinwand geschafft hat. Passend zum Film, hat EA ein Spiel zu den Helden der Global Integrated Joint Operating Entity veröffentlicht. Wir haben für euch getestet wie sich die Joe’s auf der PS3 schlagen.

Hi Joe
Seit vielen Jahren beliefert das Military Armaments Research Syndicate (kurz M.A.R.S.) die Spezialeinheit G.I. Joe mit den modernsten Waffensystemen. Doch nun hängt der Haussegen schief, die Waffenlieferungen bleiben aus. Stattdessen kooperiert M.A.R.S. mit einer Untergrundorganisation die sich die Cobras nennen. Den Joes ist es aber gelungen Baroness, eine Agentin der bisher unbekannten Einheit, gefangen zu nehmen. Während einer Besprechung der Joes mit ihrem Leutnant Hawk, kann Baroness – die mit bürgerlichen Namen Anastasia DeCobray heißt – jedoch mit Hilfe einiger Agenten entkommen. Zum Leidwesen der G.I.s kann der Feind Hershel Dalton gefangen nehmen. Aber nicht nur das ein Joe gefangen genommen wurde, nein, überall auf der Welt häufen sich die Fälle von verschwundenen Mitgliedern von G.I. Joe.
Die erste Aufgabe des Spiels besteht darin, Hershel Dalton, den Joe mit dem Codenamen Heavy Duty zu finden, welcher zu einem Stützpunkt der Cobras verschleppt wurde und sicher zurückzubringen. Zu Beginn stehen nur zwei Helden zur Auswahl: Major Conrad „Duke“ Hauser sowie Sergeant Shana „Scarlett“ O´Hara. Im Laufe der Story werden immer mehr Spieler freigeschalten, am Ende kann man aus einem Dutzend verschiedener Charaktere wählen.

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Allerlei Unterstützung
Die verschwunden Mitglieder der Einheit sind nicht das einzige was man in G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra sucht. Stichwort Abwechslung. Das komplette Spiel besteht aus schlauchartigen Levels, welche sich nur durch die verschiedenen Schauplätze unterscheiden. Ob im tiefsten Schnee oder in einem geheimen Bunker der Cobras das Spielprinzip bleibt immer gleich. In Deckung gehen, alle Gegner niederschießen und weiter geht es. Das wiederholt sich bis zum Ende des jeweiligen Auftrages. Während man sich durch die Gegnermassen schießt, muss nicht einmal Rücksicht auf Munitionsmengen genommen werden, da der Vorrat unbegrenzt ist. So kann man praktisch die Schusstaste (standardmäßig auf R2) über das komplette Spiel gedrückt halten. Falls es aber doch mal hart auf hart kommt, steht jedem Mitglied der Spezialeinheit eine individuelle Spezialattacke zur Verfügung, die meist mehrere Gegner auf einmal zur Strecke bringt. Bis zu drei Stück von diesen machtvollen Angriffen kann ein Held speichern, um sie dann per einfachen Knopfdruck zu entfesseln. Zusätzlich haben alle Joes Zugriff auf den sogenannten „Beschleunigungsanzug“. Dieser kann aktiviert werden, nachdem ein gewisse Anzahl an Gegnern getötet wurde, ohne das der eigene Charakter schaden genommen hat. Er erhöht für eine kurze Zeitspanne die Geschwindigkeit, mit der sich euer virtueller Alter Ego bewegt, und rüstet ihn mit stärkeren Waffensystemen auf. Außerdem bewahrt der Anzug den Joe vor jeglichem Schaden. Die Spezialangriffe sind jedoch, während der Zeitspanne in der der Anzug aktiviert ist, nicht verfügbar. Dafür steht ein unbegrenzter Vorrat an Tri-Stinger-Raketen zur Verfügung. Wem das immer noch nicht reicht, kann an bestimmten Stellen im Spiel mit verschiedenen Fahrzeugen durch die gegnerischen Cobras rasen. Die Steuerung dieser Vehikel ist jedoch miserabel ebenso wie die Fahrphysik. Seltener kann man sogar Luftunterstützung anfordern.
Mit diesen Hilfsmitteln kämpft man sich nun durch die Aufträge. Jede der Missionen ist in drei Abschnitte unterteilt. Nach jedem gemeisterten Teil werden die im jeweiligen Part gesammelten Punkte zusammengezählt. Diese helfen euch beim Erreichen der verschiedenen Ränge. Die höchsten Ränge kann man jedoch nur auf den höchsten Schwierigkeitsgraden erspielen. Je nachdem welchen Rang man erreicht, bekommt man Punkte auf ein Konto gutgeschrieben. Diese Battle Points können genutzt werden um Extras freizuschalten und um die befreiten Joes für den nächsten Einsatz zu rekrutieren.

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Alles Altbacken
Das ist leider auch schon alles was G.I. Joe zu bieten hat. Die an den Film gebunden Story wird wohl keinen Innovationsaward gewinnen, die Grafik wird sogar von so manchen PS2-Titeln übertroffen und auch der Sound ist maximal durchschnittlich. Die Synchronsprecher passen oft nicht zu den Charakteren und wirken unfreiwillig komisch, ebenso sind die Waffensounds nicht das gelbe vom Ei. Ein kleiner Trost ist der Multiplayer-Modus, der jedoch nicht anders abläuft als der Single-Modus. Immerhin macht es mit einem Freund gleich mehr Spaß. Jedoch kann selbst der Spaß mit einem Kumpel nicht über die trist gestalteten Schlauchlevel, die miese Grafik und dem schlechtem Sound hinwegtäuschen. Jeder der schon wenigstens einmal im Leben einen Shooter gespielt, wird hier glatt unterfordert.
Sauer aufstoßen wird ebenfalls die grottenschlechte Kameraführung. Selber steuern kann man die Kamera nämlich nicht. Das wäre kein Problem, wenn der Kameramann seine Arbeit machen würde, doch manchmal sieht man alles, nur nicht das wahre Geschehen. Ab und Zu muss man mehrere Schritte zurückgehen, damit die Kamera überhaupt wieder auf das Wesentliche zoomt. Diese Tatsache mindert das ohnehin schlechte Gesamtbild des Spiels leider noch mehr.

Fazit: G.I. Joe: Geheimauftrag Kobra ist selbst für einen Lizenztitel – welche sowieso nicht für ihre Top-Qualität bekannt sind – schlecht. Nur hartgesottene G.I. Joe Fans sollten sich diese Blu-Ray ins PS3-Laufwerk legen.

Gutes

+ viele freispielbare Charaktere & Extras

Schlechtes

- technisch unterer Durchschnitt
- stupide Schießorgien
- es fehlt jegliche Abwechslung
- miserable Kameraführung

4.0 Schlecht!

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