Ghostbusters – Review

Getestet von | 17.07.2009 um 00:00 Uhr

Geisterstunde

20 Jahre ist es mittlerweile her seit sich die Ghostbusters bis dato einen Namen gemacht haben. Und noch heute erinnert sich fast jeder an jene 4-köpfige Truppe die damals den Kampf gegen die geisterhafte Brut aufnahm. Mit Ghostbusters: The Video Game wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ob sich die Heldentruppe auf der PS3 genau so gut schlägt wie damals auf der Leinwand? Lest selbst ob sich eher Geister oder die Spieler fürchten müssen.

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Who you gonna call?

Ghostbusters basiert nicht nur auf den beiden Filmen, sondern schließt auch 2 Jahre nach dem Ende des 2. Films an. Für die Handlung selber wurden die ehemaligen Ghostbuster Darsteller Dan Aykroyd und Harold Ramis an Bord geholt. Dadurch wird ein durchgehend authentischer und glaubwürdiger Handlungsstrang gewährt. Auch wenn dem Spieler keine filmischen Vorkenntnisse auferlegt werden, entgehen diesem dennoch jede Menge Anspielungen. So auch der Beginn der Handlung, als in einem Museum eine „Gozer“ Ausstellung stattfindet. Ein übernatürlicher Gegner der im ersten Film besiegt werden konnte. Und jetzt scheinbar einen neuen Angriff auf die Lebenden starten möchte, indem er eine weitere Vernichterform annimmt. Wäre das nicht schon schlimm genug nutzen unzählige entkommene Geister die Gelegenheit mit Ärger zu stiften. Auch wenn die Ereignisse allen Anlass zu dunkler Stimmung geben, sorgen gerade die Ghostbusters für eine humorvolle Erzählweise. Die Zwischensequenzen stecken wie auch im Spiel selber voller witziger Dialoge die einem sofort wieder Szenen aus dem Film wach rufen lassen.

Niemals die Laserströme kreuzen

Peter Venkman, Ray Stantz, Egon Spengler und Winston Zeddemore. Die Frage welchen der 4 Geisterjäger zur Steuerung bereit gestellt wird, beantwortet das Spiel durch einen gerade eingestellten Kadetten. Trotz Neuling weiß dieser nach kurzer Einführung bereits mit dem ganzen Technikkram umzugehen. Die üblichen Krachmacher wie etwa Gewehre fallen angesichts bereits toter Gegner natürlich weg. Als waschechter Geisterjäger wird primär eine Protonen Laserkanone verwendet. Dessen Strahl Gegner bis zur Betäubung nach und nach Energie abnimmt. Mittels Fangstrahl wird dieser anschließend in die zuvor ausgelegte Geisterfalle geschleust. Geist erfolgreich gefangen. Zusammen mit dem restlichen Team ergeben sich dadurch effektreiche Zwischenkämpfe, die denn Flair von Ghostbusters perfekt einfangen. Und genau auf Teamarbeit wurde auch beinahe das gesamte Gameplay aufgebaut. Mehrere auf Gegner gezielte Protonenstrahlen betäuben Gegner nicht nur schneller, sondern sperren diese wesentlich effektiver in Geisterfallen ein. Wie Helden so sind wird auch kein Mann zurück gelassen. Bewusstlos zu Boden gegangene Teammitglieder werden sofort vom nächsten wieder kampffähig auf die Beine gestellt. Erst wenn das gesamte Team ausgeschaltet ist erscheint das entgültige Game Over. Auf eigene Gefahr hin sollte also auch selbst Erste Hilfeleistung unternommen werden. Auf höherem Schwierigkeitsgrad fallen die Kameraden allerdings beinahe im Sekundentakt. Damit es nicht bei einer Waffe bleibt werden dem Spieler nach und nach 3 weitere Waffen in die Hand gedrückt, die mit erspieltem Geld aufgerüstet werden können. Lassen sich 2 Waffen noch jeweils als eine Art übernatürliche Schrotflinte und Raketenwerfer beschreiben, kommt noch ein spezieller Schleimwerfer dazu. Gegner können dadurch mithilfe eines in sich zusammen ziehenden Schleimes sofort in eine Falle gezogen werden. Dieser Angriff stellt nur einen der sekundären Fähigkeiten dar, die in jede der Waffen eingebaut wurde. Zum Geisterjäger Grundsortiment gesellt sich auch das PKE-Meter dazu. Wie eine Art High-Tech Kompass lassen sich damit versteckte Gegenstände und Geister aufspüren. Zugunsten der Geisterjagd wurde beinahe völlig auf den Rätselanteil verzichtet. Das Öffnen von Türen mithilfe des Fang oder Schleimstrahls sollte nicht wirklich für rauchende Köpfe sorgen. Der Spielablauf selber läuft stets nach dem „Gelange von Punkt A nach Punkt B“ Prinzip ab. Wobei zusätzlich erwähnt sei das sämtliche Gegner für ein weiterkommen auch besiegt werden müssen. Ans Steuer des bekannten Einsatzfahrzeuges Ecto 1 lassen einem die Entwickler allerdings nicht. Der umgebaute Cadillac fährt dafür gelegentlich zur Unterstützung mit durchs Gameplay.

Protonenpäckchen Grundkurs

Zur Geisterbekämpfung kommen meist mehrere Steuerknöpfe zum Einsatz. Während die R2 Taste für das Primärfeuer eingesetzt wird, lässt sich mit der R1 Taste anschließend der Geist festhalten. Als letzter Akt wird dieser mit dem linken Analogstick in die Geisterfalle gedrängt, die sich mittels Quadrat-Taste zu Boden werfen lässt. Freischaltbare Fähigkeiten sorgen zudem für weitere Auslastung der Steuerung. Diese völlig neue Art des Gameplays sorgt anfangs für eine gewisse Gewöhnungssache. Schnell agierende Gegner fordern vor allem während der Einsperrphase eine gezielte Steuerführung. Nicht zuletzt auch wegen eines eher unpräzisen Primärstrahls, der sich dank Upgrades aber auch verstärkt in den Griff bekommen lässt. Nach einigen erfolgreichen Kämpfen kann jedoch behauptet werden das die Entwickler wohl kein besseres Kampfsystem für das Spiel hätten einbauen können. Auch die Belegung sämtlicher Waffen auf jeweils einen der 4 Steuerkreuz Tasten wurde gut gelöst. Die Fortbewegung selber findet im klassischen Stil statt. Während der linke Analogstick steuert, ändert der rechte die Kameraperspektive, die sich stufenlos um den Helden drehen und zoomen lässt. Bei Sprints mittels der Kreis-Taste lässt sich allerdings nur schwer die Richtung ändern, und sollten nur auf geradlinigen Strecken zum Einsatz kommen. Leider sorgen auch unsichtbare Ecken und Kanten das der Spieler gelegentlich an kleinsten Objekten hängen bleibt.

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Geisterstadt New York

Die Handlung von Ghostbusters spielt in einer geisteranfälligen Großstadt namens New York. Kenner der beiden Filme kommen sofort einige bekannte Schauplätze bekannt vor. So beginnt das Spiel direkt in der Ghostbusters Hauptzentrale, die mit fortschreitendem Erfolg öfters zur Lagebesprechung genutzt wird. Auch im Spiel gefundene Gegenstände finden sich hier wieder. Die erste Geisterjagd im Sedgewick Hotel stellt zudem eine Art Replay des ersten Films dar, in der ein schleimiger entflohener Geist namens Slimer in genau nachgebildeten Innenräumen bekämpft wird. Auf abwechselnde Schauplätze wurde besonders viel Wert gelegt. Abgesehen von einer Spur der Zerstörung gleicht kein Gebiet dem anderen. So durchjagt der Spieler unter anderem auch die New Yorker Straßen, ein Museum, wie auch einen Friedhof. Meist führt ein Hauptpfad zum nächsten Ereignis. Gelegentliche Seitenwege werden höchstens mit versteckten Objekten belohnt. Weiteres Hauptmerkmal eines jeden Abschnittes stellt die detailierte zerstörbare Innen und Außeneinrichtung dar. Möbeln, Autos, Grabsteine, etc. Was nicht bereits Opfer von Geistern wurde, hält einen verirrten Protonenstrahl nicht lange stand.

„Durchschaubare“ Gegner

Während des gesamten Spielablaufes begegnet dem Team kein einziger lebender Gegner. Geister, Dämonen, Untote sowie alle möglichen Manifestationen stellen sich hier in den Weg. Müssen geisterhafte Erscheinungen mühselig eingefangen werden, reicht bei vielen Gegnerarten bereits pure Zerstörungskraft. Bestimmte Golems zerstören sich wiederum erst nachdem mit dem Fangstrahl dessen Schwachstelle buchstäblich rausgerissen wird. Aber auch durch fliegende Kreaturen droht Gefahr. Etwa Feuervögel oder kleine versteinerte Engel. Nach genügender Gewalteinwirkung dürfen diese ebenfalls mit dem Fangstrahl eindrucksvoll auf den Boden zerschlagen werden. An Quantität führen allerdings die unzähligen Formen der wendigen Geister das Feld des Übernatürlichen an. Sämtliche Arten, egal ob etwa Bauarbeiter oder Geistersoldat, können durch Wände oder Böden verschwinden, und blitzschnell an anderer Stelle wieder auftauchen. Höhere Herausforderungen stellen zudem die zahlreichen Zwischenbosse dar. Etwa ein Geisterkoch der seine Küche gegen die noch Lebenden verteidigt. Am Ende eines jeden Schauplatzes kommt es zum Showdown mit einem Bossgegner. In diese wurde wohl auch der vernachlässigte Rätselanteil gepackt. Jeder einzelne muss mit einer vollkommen anderen Taktik bezwungen werden. Auch ein Wiedersehen mit dem allseits beliebten Marshmallow-Mann findet sich auf der Geisterliste wieder.

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Effektvolle Geisterjagd

Grafisch gesehen präsentiert sich das Spiel als zweischneidiges Schwert. Zum einen überzeugen zahlreiche Effekte wie Protonenstrahlen oder die Einsperr-Phase der Geister. Sämtliche Gegnerarten wurden liebevoll detailiert und spuken in kräftigen Farben durch New York. Ins Detail gingen die Entwickler auch bei wesentlichen Objekten wie etwa die auf dem Rücken geschnallten Protonenpacks. Besonders die Gesichter und dessen Mimik kommen glaubhaft rüber, und sehen ihrem filmischen Ebenbild unverkennbar ähnlich. Ein Wechselspiel erlebt das Auge allerdings bei den Texturen. Diese reichen von matschig völlig verwaschen bis sehr gut. Grafisch schaffen es die Ghostbusters deshalb leider nicht in die Oberklasse. Auch gelegentliche Ruckler und Tearing sorgen für Abstriche. Dafür weiß die Weitsicht zu überzeugen. Besonders Gegner können schon aus jeder möglichen Entfernung gesichtet werden.

Geistreicher Soundtrack

Ebenso wie das Geisterverbots-Logo ist auch der dazugehörige Song von Ray Parker Jr. weltweit bekannt. Da dieser allerdings nicht wirklich ins Gameplay passt, ertönt er inmitten der leider viel zu langen Ladezeiten. Die im Hintergrund ablaufenden Melodien wechseln sich je nach Situation ab. Wenn das Team nicht gerade mitten in einem Kampf steckt, verzichtet das Spiel auch öfters komplett auf jegliche Art von Melodie. Bedrohliche Soundstücke während der Konfrontation mit Gegner erinnern auch hier an jene der Filme. Überhaupt merkt man dem Spiel zu jedem Zeitpunkt an das die Entwickler in erster Linie ein Spiel für die Fans entwickelten. So kommen, je nach Wahl der Sprache, sowohl die englischen als auch die deutschen Originalstimmen zum Einsatz. Auch wenn es sich im Original etwas natürlicher anhört, bringen doch beide Versionen eine glaubhafte Art von Humor zustande. Überzeugen können auch die zahlreichen Soundeffekte. Egal ob etwa geisterhafte Schreie und Gelächter ertönen, oder mit einem Protonenstrahler diese eben wieder verstummen lassen.

I’m afraid of no Ghost

Im Gegensatz zum Singleplayer-Modus darf im Multiplayer neben dem Neuling auch wahlweise einer der 4 wahren Ghostbusters gesteuert werden. Jede der Spielrunden besteht zwischen 2-4 Spielern und ist besonders auf Zusammenarbeit ausgelegt. Typische Modi wie Deathmatch gibt es bei den Ghostbusters nicht. Stattdessen werden 6 relativ neue Spieltypen geboten. In Schleim-Versenker zählen etwa die meisten gefangenen Slimer. Bei Einsperrung dagegen sämtliche Geister. Weiteres muss bei Diebstahl verhindert werden das alles mögliche an Gegnern Artefakte klauen. Während bei Zerstörung wiederum Artefakte zerstört werden dürfen. Die letzten beiden Spieltypen erfordern jeweils pures Überleben oder das Aufladen von zu schützenden Generatoren. Dadurch gewonnenes Geld lässt dem Spieler im Rang aufsteigen, dass während des Spiels durch andersfarbige Kleidung verdeutlicht dargestellt wird. Insgesamt ein gelungener Ghostbuster Multiplayer, der allerdings durch technische Fehler heimgesucht wird. So kommt es immer wieder vor das der Spieler anstatt des Spielstarts eine Fehlermeldung zu Gesicht bekommt. Freezes, feststeckende Geister sowie 2 fehlerhafte Trophys sorgen für eine vergrößerte Bugauflistung. Eine Fehlerbehebung per nachgelieferten Patch bleibt abzuwarten. Auf einen Coop. Modus wurde leider gänzlich verzichtet. Gerade das auf Teamplay ausgelegte Gameplay von Ghostbusters hätte sich perfekt dafür erwiesen.

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BeGEISTERndes Actiongame?

Ghostbusters: The Videogame ist ein Spiel das besonders für die Fans der beiden Filme entwickelt wurde. Es vergeht keine Minute an dem nicht Anspielungen, Nachbauten oder ähnliches zu finden sind. Insbesondere die Handlung strotzt nur so vor Wiedererkennungswert. Auf keinen Fall sollten sich Spieler ausgeschlossen fühlen, die sich nicht zu den Kennern der Filme zählen. Denn gerade das einzigartige Kampfsystem sorgt für eine erfrischende neue Art des Spielgefühls. Während am Sound selber nichts auszusetzen ist, birgt jedoch die grafische Seite stellenweise verwaschene Texturen. Zudem stellen lange Ladezeiten zwischen den Abschnitten jeden Spieler auf eine harte Geduldsprobe. Je nach Spielweise kommt mit rund 8-10 Stunden auch die Spielzeit etwas zu kurz. Es ist das erwähnte Kampfsystem mit einer vielfältigen Anzahl an Gegnern, die viele der groben Schwächen überdecken. Selbige Punkte die auch den Multiplayer trotz aktuellen Bugs glänzen lassen. Besonders Ghostbusters Fans und Spielern die sich nach einer neuen Art von Gameplay sehnen, sei dieses Spiel ans Herz gelegt.

Gutes

+ Überzeugendes Kampfsystem
+ Abwechselnde detailierte Gegner
+ Farbenfrohe Spezialeffekte
+ Überzeugende Sprachausgabe

Schlechtes

- Lange Ladezeiten
- Nur 8-10 Stunden Spielzeit
- Fehlender Coop-Modus
- Teilweise verwaschene Texturen

8.0 Sehr gut

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