Germany’s Next Topmodel 2011 – Review

Getestet von | 19.03.2011 um 14:27 Uhr

“Drama, Drama, Drama!” Diesen Spruch kennt wohl jeder, auch wenn man von der Freundin nicht genötigt wurde, Germany’s Next Topmodel zu schauen. Nicht nur, dass es jedes Jahr eine Staffel dieser bescheidenen Sendung gibt, nein, auch ein Videospiel für die PalyStation 3 wurde veröffentlicht. Wir haben uns tatsächlich auf den Laufsteg von Germany’s Next Topmodel 2011 gewagt und in einigen Stunden den Rang “Topmodel” erreicht. Na, da staunt ihr, was? Leider, leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Was wir über das Modeln denken, erfahrt ihr in unserer Review zu Germany’s Next Topmodel 2011. Drama, Leute!

game_germany-s-next-topmodel-2011Vom Spargel bis zur Krone

Die “Story” von Germany’s Next Topmodel 2011 sollte eigentlich klar sein, fassen wir sie für euch trotzdem noch einmal zusammen. Ihr schlüpft in die Rolle eines Mädchen, das es irgendwie geschafft hat, in das Loft des Model-Castings zu kommen und nun natürlich den Weg nach oben anstrebt. Auf eurem Weg müsst ihr verschiedene Fotoshootings, Catwalks, Fotoshootings, Catwalks und Catwalks absolvieren und selbstverständlich gut abschließen, um gewinnen zu können. Und weil das so unglaublich spannend und motivierend ist, kommen wir auch gleich zu den Teilnehmerinnen.

Im Loft trefft ihr auf die Mädchen, die irgendwann auch einmal an irgendeiner Staffel beteiligt waren. So begegnet euch Lena Gercke, die als Siegerin aus der ersten Staffel (2006) hervorging, doch auch Sara Nuru, Marie Nasemann, Mandy Bork und Larissa Marolt (alle aus Staffel 4, 2009) sind mit dabei und noch einige andere, damit das Leben im Loft nicht allzu langweilig wird. Auch eine ehemalige Spargelkönigin ist mit von der Partie, die jedoch von Modelschreck Leonie immer wieder gemobbt wird. Also, ihr seht schon, dass euch im Loft unglaublich spannende Abenteuer erwarten werden.

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Fotoshooting, Schminken oder doch lieber Boxen?

Um Geld zu verdienen, müsst ihr verschiedene Aktivitäten absolvieren. Okay, ihr habt dabei nicht nur Fotoshootings oder den Catwalk zur Verfügung, wie wir es ein wenig überspitzt dargestellt haben. Ihr könnt euch immer den Aktivitäten stellen, die euch am Tag als Aufgabe gestellt werden oder ihr macht einfach so alles, was ihr findet, um dann shoppen gehen zu können. Im sogenannten Dressroom könnt ihr euch stylen, das bedeutet, eine Frisur auswählen, schminken oder euch umkleiden. Aber denkt bloß nicht, ihr könnt euch schminken oder kleiden, wie ihr wollt. Nein! Doch dazu später mehr. Einen Raum weiter findet ihr den Fotoraum, wo eure Fotoshootings stattfinden. Mehr ist dort leider auch nicht zu machen, spannender wird es erst im nächsten Raum. Hier könnt ihr nämlich euer hart verdientes Geld ausgeben und euch neue Kleidung kaufen, aber nur, wenn das Spiel das auch will. Etwa einmal pro Spielwoche landet dort je einmal ein paar Schuhe, ein Oberteil und ein Unterteil, also die Auswahl ist nun nicht besonders groß.
Nun gut, im nächsten Raum findet ihr das Wohnzimmer, wo ihr exakt ein Minispiel spielen könnt, um eure “Energie” wieder zu erhöhen. Ja, es gibt eine Art Energieleiste, die ist aber absolut nicht relevant. Ob die nun im Keller oder vollkommen gefüllt ist, ihr kommt trotzdem jedes Mal weiter. Dieses Minispiel ist an Fruit Smash angelehnt und eure Aufgabe besteht darin, immer mindestens drei gleiche Früchte zu einander zu schieben. Ist ganz einfach, aber eigentlich überflüssig. Weiter geht’s dann in den Fitnessraum. Hier wird die ganze Sache schon ein wenig interessanter, denn hier könnt ihr euch sportlich betätigen. Ihr könnt Boxen oder auf dem Hometrainer fahren oder euch am Yoga probieren. Wir raten vom Yoga ab, denn hier braucht ihr eine verdammt gute Auge-Hand-Koordination. Zu guter Letzt steht euch noch der Laufsteg zur Verfügung, auf dem ihr eben laufen könnt. Und somit erschöpfen sich auch alle Aktivitäten. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nach einem abwechslungsreichen Spiel, aber die Aktivitäten werden schnell langweilig und einige von ihnen gar zur Qual, wenn man sie jeden Spieltag wiederholen muss. Sehr schade, denn man hätte daraus wirklich etwas machen können, dass es wert ist, Spiel genannt zu werden. Kleine Mädchen werden vermutlich ihren Spaß daran haben.

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Die Einschränkungen

Man möchte doch meinen, dass man allerlei Freiheiten hat, wenn man ein Spiel namens Germany’s Next Topmodel spielt, zumindest was die Individualisierung des eigenen Models anbelangt. Erstellt man sich ein neues Profil, kann man das Gesicht, die Frisur, Haarfarbe und Kleidung auswählen. Soweit klingt auch das gut, allerdings hat erstaunlich wenig Dinge zur Auswahl. Es gibt genau zwei Gesichter, zwischen denen man wählen kann, und drei verschiedene Frisuren, die je mit drei Farben daherkommen. Lediglich bei der Auswahl der Kleidung habt ihr mehr Spielraum. Von einer Modelsimulation hätten wir erwartet, dass es viel mehr Dinge gibt, wie man seine Figur charakterisieren kann. Im Laufe des Spiels steht euch zwar der Kleiderschrank zur Verfügung, doch müsst ihr euch jedes Mal nach der Moodboard richten, sonst wirkt sich dies negativ auf eure Wertung aus und ihr könnt schlussendlich kein Topmodel mehr werden. Freiheit adé!
Weiterhin könnt ihr zwar mit den anderen Mädchen reden, aber dadurch steigen eure Beziehungen nicht. Ihr könnt ihnen nur solche Fragen á la “Wie gefällt dir das Loft?” stellen. Nur wenn das Spiel auch will, dass ihr richtig mit ihnen redet, könnt ihr das tun, dann ist es allerdings auch ein fester Termin, der in eurer Sedcard eingetragen ist. Hier wird definitiv Potential verschenkt!
Auch habt ihr einen PDA, auf dem ihr hin und wieder Nachrichten von euren Freunden oder eurer Familie erhaltet, allerdings könnt ihr nicht selbst irgendwelche vorgefertigten Nachrichten verschicken oder sonst irgendetwas damit tun.

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Wieso machst du nicht das, was ich drücke?!

Im Spiel gibt es fünf Animationen, die von den unterschiedlichen Charakteren in die Gespräche eingebunden werden. Oft passen sie nicht mit dem überein, was die Figuren sagen, dennoch werden die Bewegungen absolviert. Sicher, man erwartet mit Germany’s Next Topmodel 2011 keine perfekten Animationen, aber ein wenig Individualität der einzelnen Figuren hätte schon sein können. Sehr schade, da waren sogar die Spiele auf der PlayStation 2 weiter.
Während des Fotoshootings und auf dem Laufsteg müsst ihr verschiedene Knöpfe drücken, was zumindest auf dem Laufsteg einiges an Konzentration kostet, allerdings haben die vielen Tasten keine Auswirkungen auf die Bewegungen eures Models. Drückt ihr beispielsweise eine schnelle Abfolge, wird sie sich vermutlich nur in eine andere Richtung drehen, aber keine “Choreographie” oder etwas in der Art absolvieren. Bei den Fotoshootings ist es ähnlich. Die Models machen immer nur dieselben Bewegungen, nur die Knöpfe variieren. Hätte man sich mehr Mühe gegeben, hätte das Spiel gut werden können.
Und wenn wir gerade mal beim Meckern sind: Das hier ist eine Modelsimulation. Warum können die Models dann nicht in hohen Schuhen laufen, sondern schieben beim Gehen ihre Knie nach vorne? Warum blitzen die Beine durch enge Röcke? Warum ist die Innenseite der Oberschenkel nicht auch in einer Hose? Warum sieht man den blanken Hintern, wenn die Figur auf dem Rücken liegt? Warum sehen die Gesichter wie aufgemalt aus? Warum hat ProSieben das nicht besser hinbekommen? Der Titel wirkt von vorne bis hinten wie gewollt und nicht gekonnt. Man hätte es lieber lassen sollen, als so etwas abzuliefern.
Oh, Moment, wir haben die Synchronsprecher in unserer Meckertriarde vergessen. Lena und Co. werden zwar tatsächlich von den echten Models gesprochen, doch hätte man mit ihnen vielleicht das Sprechen üben sollen. Es klingt nicht nur wie abgelesen, auch die Betonungen sind miserabel und von der Atmung ganz zu schweigen. Auch hier wird wieder Potential verschenkt, das sieht nicht gut aus für dich, Germany’s Next Topmodel 2011.

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Fazit

Hallo Germany’s Next Topmodel 2011. Vielen Dank, dass du dich heute auf dem Laufsteg bewiesen hast. Wir mussten jedoch feststellen, dass du in den letzten Wochen sehr stark nachgelassen hast. Vermutlich lautet dein Motto derzeit: “Schwach anfangen und später stark nachlassen”, deswegen müssen wir dir leider sagen, dass wir heute kein Foto für dich haben. Vielen Dank, dass du es versucht hast, aber bitte, komm im nächsten Jahr nicht wieder.

Im ernst: Germany’s Next Topmodel 2011 zeigt, was es haben könnte, bleibt aber bereits vor der Startlinie liegen. Wir empfehlen das Spiel Mädchen im Alter von 6 bis 12, alle anderen werden sich nur über das Spiel lustig machen, aber was Anderes hat es auch nicht wirklich verdient. Wir wünschen uns für das nächste Mal (das hoffentlich viele, viele Monde auf sich warten lässt): Mehr Auswahl bei der Erstellung, mehr Freiheiten, mehr Aktivitäten, weniger Clippingfehler, mehr Animationen und Emotionen.

Gutes

+ Stimmen von echten Models
+ Große Auswahl an Kleidung
+ Für Kinder geeignet

Schlechtes

- Keine Freiheiten
- Keine Individualisierung des Models
- Clippingfehler
- Schlechte Synchronarbeit
- zu wenig Animationen

5.0 Fans only

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