FUSE – Review

Getestet von | 12.06.2013 um 18:22 Uhr

Was wäre, wenn? Diese Frage stellte sich das Entwicklerstudio Insomniac Games, bekannt durch die Resistance Reihe. Was wäre, wenn es wirklich einen UFO Absturz in Roswell gegeben hätte? Im Juli 1947 gab es einen Vorfall im kleinen Örtchen Roswell in New Mexico. Die US Regierung gab damals die offizielle Stellungnahme, dass es sich hierbei um einen abgestürzten Wetterballon handelt. FUSE basiert nun auf einen wirklichen Absturz eines dieser unbekannten Flugobjekte. Insomniac hat sich durch die Resistance Reihe etabliert und weiß wie man Science Fiction schreibt. Wie sich das neue Machwerk unter dem Publisher EA macht, seht ihr hier.

Die Ruhe ...

Die Ruhe …

Weltallschleim

Ihr schlüpft in die Haut eines Agenten des Overstrike Teams. Dieses besteht aus Isabelle Sinclair, Dalton Brooks, Jacob Kimble und Naya Devoraux. Die Regierung hat seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr zu der Hyperion Basis. Die Informationen sind spärlich und so macht sich das Team auf, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Schnell stellt sich heraus, dass die Regierung geheime Experimente in dieser Basis, mit der sogenannten FUSE Substanz, durchführt. Diese wurde damals bei dem UFO Absturz geborgen. Die terroristische Einheit Raven hat sich mit Gewalt Zugang zu dieser Station verschafft, um sich diese Technik unter den Nagel zu reißen. Zuerst bekommt ihr nur den Einblick auf die technischen Möglichkeiten der Aliensubstanz. Modifizierte Schusswaffen oder die Energiegewinnung durch FUSE Generatoren sorgen für Aufmerksamkeit. Doch Raven geht mit ihrer Forschung ein Stück weiter. Die Würde des Menschen ist unantastbar, aber diese Hürde haben auch sie genommen. Im weiteren Spielverlauf trefft ihr auf genveränderte Soldaten und verfeindete Maschinerien, angetrieben von eben dieser Substanz. Für viel mehr Überraschungen sorgt die Story aber nicht. Typisch amerikanisch soll das Overstrike Team wieder für Recht und Ordnung sorgen.

...vor dem Sturm.

…vor dem Sturm.

FUSE sei Dank

Eigenartig, denn wenn diese sogenannten Xenotech Wummen fehlen würden, würde FUSE in dem Third Person Shooter Standard untergehen. FUSE ist ein Mix aus Resistance und Army of Two. Jedes Teammitglied bekommt eine dieser abgedrehten Waffen in die Finger. Die einzelnen Alienmodifikationen könnten unterschiedlicher nicht sein und auch deren Art der Unterstützung. Die Handfeuerwaffe mit dem Magnetschild absorbiert fast jedes Projektil und gleichzeitig lässt sich eine Druckwelle abgeben, die Gegner von den Füßen haut. Die Splitterkanone verwandelt Gegner nach einigen Treffern in eine Kristallsäule. Danach können sie mit erneuten Treffern in tausend Teile zerschlagen werden. Der Bogen ist eine Scharfschützenwaffe mit Quecksilberbolzen und die interessanteste unter ihnen ist die Warp Kanone. Ein Wurmloch entsteht nach mehreren Treffern und wenn mehrere Feinde markiert sind, geraten diese in das schwarze Loch. Leider nutzt sich dieser Effekt nach mehreren Stunden ab und es hätte ruhig mehr dieser abgedrehten Waffen geben können. Da reicht auch nicht die Möglichkeit, während des laufenden Spiels zwischen den Charakteren zu wechseln, um so einmal jeden gespielt zu haben. Die Steuerung ist dem Third Person Standard verfallen und wirkt träge. Das Deckungssystem ist wie bei Army of Two: The Devils Cartel, nur hier ist es besser gelöst. Angepresst an der Deckung, könnt ihr mit dem Analogstick entscheiden, ob ihr die Deckung wechseln wollt oder auf die Nächste zu stürmen möchtet. Das klappt recht gut, gerade weil ihr immer in Bewegung bleiben solltet. Raven Soldaten sind immer in der Überzahl und die unterschiedliche Gruppierung von Snipern und Nahkämpfern zwingt zum schnellen Stellungswechsel. Hier agiert die KI wirklich gut und Aussetzer sind selten. Eure Kollegen sind, wenn ihr offline spielt, schlaue Agenten. Sie bewegen sich klug und eigenständig. Auch hier sind selten dumme Vorgehensweisen zu erkennen. In bestimmten Situationen hätten wir uns einige Befehle gewünscht, denn die gibt es gar nicht. Überrumpelt euch die schlaue KI dennoch mal, dann wehrt euch mit dem Gewehrkolben. Im Nahkampf seid ihr wirklich stark, denn nur mit einem Knopfdruck schickt ihr den Standard Soldaten in die ewigen Jagdgründe. Hier wirkt der Nahkampf zu übermächtig.

warploch

Wer von euch hat das Wurmloch bestellt?

Seid ihr mal nicht schnell genug in Deckung gegangen oder habt eine Granate übersehen, geht euer Agent zu Boden. Jetzt bleibt euch ein wenig Zeit, Schutz zu suchen und zu hoffen, dass einer eurer Kollegen zu Hilfe kommt. Wenn er euch genug stabilisiert hat, kann der Kampf weitergehen. Natürlich könnt ihr, als netter Kollege, auch eine helfende Hand reichen. Aber es ist wohl klar, dass wenn alle vier Agenten zu Boden gegangen sind, der Game Over Bildschirm droht. Der weitere Storyverlauf zeigt euch einen kleinen Einblick in die verschiedenen Persönlichkeiten der Truppe, aber es bleiben flache Charaktere. Tiefgang braucht ihr nicht zu erwarten. Jeder Einzelne von ihnen mag oberflächlich sein, aber sie haben alle ausbaufähige Fertigkeiten. In Rollenspielmanier besitzt jeder Agent seinen eigenen Talentbaum. Sammelt Erfahrungspunkte durch Abschüsse oder das Erledigen der Aufgaben, um einen Level höher zu steigen. Die Qual der Wahl für welche Fähigkeit ihr den Punkt verteilt, ist nicht zu schwer. Der Talentbaum ist eher ein kleiner Zweig und bietet nicht viele Möglichkeiten. Trotzdem sind interessante Fähigkeiten dabei, wie die Tarnung von Naya Devoraux. Sie kann für eine bestimmte Zeit unsichtbar, Gegner ausschalten. Motivierend ist der gesamte Spielablauf nicht. Er ist nur Mittel zum Zweck, die Story weiterzuspinnen. FUSE ist geradlinig und Schlauchlevels sind an der Tagesordnung. Ab und an versperren Türen, Geschütztürme oder Konsolen den Weg. Diese wollen gehackt werden, leider ohne jegliche Herausforderung. Keine Minispiele, keine Quick Time Events. Schade, es hätte hier wunderbar gepasst. Eine weitere Auflockerung zur Ballerei, sind die Kletterpassagen. So anspruchsvoll wie in Uncharted oder Tomb Raider sind sie aber allemal nicht. Hier kann nichts falsch gemacht werden und abstürzen geht auch nicht. Andere Highlights gibt es nicht. Nach jedem Abschnitt wartet ein Bossgegner auf euch, der sich nur mit viel Bewegung, Ausdauer und Taktik besiegen lässt.

Optik ist nicht alles

Hier verhilft es dem Spiel aber zu einer positiveren Bewertung. Die Innenareale sind schön gemacht, auch wenn es sich nur um schlauchartige Forschungsanlagen handelt. Später betritt das Overstrike Team auch eine Insel, die euch hübsche Licht- und Regeneffekte zeigt. Hier werden dann auch die Areale etwas größer und bieten mehr Freiraum. Die deutsche Synchronisation lockert mit flotten Sprüchen die Situation auf und passt zum Rest des Spiels. Auch der Sound fügt sich ins Gesamtbild. Hier gibt es weniger zu meckern.

Explosion

Wir waren das nicht

Mehr für mehr Spaß

FUSE lässt sich offline und online, alleine oder mit bis zu vier Freunden bewältigen. Spielt zusammen die Story oder den Echolon Modus. Bei Letzteren müsst ihr Gegnerwellen bezwingen oder bestimmte Ziele ausschalten. Für den Abschluss winken FUSE Credits. Diese findet ihr natürlich auch in der Story, aber nicht in den Mengen. Die braucht ihr auch, denn die überaus hilfreichen Teamtalente haben eine stolzen Preis. Diese Talente wirken, wie der Name schon sagt, auf das gesamte Team. Die Gruppe erhält dann mehr Munition oder Erfahrungspunkte. Ihr merkt schnell, dass FUSE genau für diese Momente geschaffen wurde. Die Story ist noch halbwegs unterhaltsam, aber der Echolon Modus ist eine härtere Nuss und mit bis zu vier Verbündeten ein heiden Spaß. Offline müsst ihr aber mit Defiziten rechnen, da der Bildschirm dementsprechend aufgeteilt wird.

FUSE für den Alltag?

Was verlangt der Spieler heutzutage für 60 Euro? Innovation, eine gelungene, klug erzählte Story und Freiraum verpackt in einer schönen Optikschachtel. FUSE hakt nicht alle Punkte ab und so bleibt das Spiel ein solider Shooter, der zu unterhalten weiß. Das verdankt es den Xenotech Waffen. Ansonsten geht dieses Koop Spektakel in der großen Playstation 3 Konkurrenz unter. Zu empfehlen ist es für diejenigen unter euch, die Resistance und Army of  Two mochten und einen unterhaltsamen Koop Shooter suchen.

Gutes

+ Abgedrehte, getunte Alienwaffen
+ Super Multiplayer Erfahrung
+ Gute KI

Schlechtes

- 08/15 Story
- Wird schnell eintönig
- Schlauchartige Umgebung

7.5 Gut

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren