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Fortnite (Early Access) – Preview

Artikel von | 27.07.2017 um 17:36 Uhr

Ende 2011, während der Spike Video Game Awards, wurde mit Fortnite das neue Spiel von Epic Games angekündigt. Zusammen mit People Can Fly, die am bekanntesten für Bulletstorm sind, werkelt man nun viele Jahre an dem Titel. Komplett fertig ist er eigentlich immer noch nicht, doch wer ein wenig Geld in die Hand nimmt, darf Fortnite jetzt im Early Access spielen. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, was wohl irgendwann 2018 der Fall sein soll, wird Fortnite Free 2 Play werden. Wir haben uns jetzt schon mal die Early Access Version etwas genauer angeschaut und verraten euch, ob es sich lohnt etwas früher für den Titel zu zahlen oder zu warten, bis die Free 2 Play Version da ist.

Die Welt ist am Ende

Fortnite spielt in einer Post-Apokalyptischen Welt. Eines Tages ist ein zerstörerischer, dunkler Sturm auf der Erde aufgetaucht. Dieser hat direkt 98% der Menschheit vernichtet und die letzten Menschen haben jetzt natürlich nur ein Ziel, überleben. Woher der Sturm kam und warum er der Erde schadet, ist nicht bekannt. Doch überall wo er auftaucht, bringt er Zombieartige Monster mit sich, die in verschiedenen Formen und mit verschiedenen Fähigkeiten daherkommen. Zur Verteidigung gegen die schier unendlichen Gegnermassen, haben die Menschen sichere Festungen gebaut und diese mit zahlreichen Fallen ausgestattet. Auch die wenigen Überlebenden helfen bei der verteidigung, doch zu denen kommen wir gleich nochmal genauer. Während verschiedenen Missionen auf der Erde trefft ihr immer wieder auf andere Menschen und auch den Roboter Ray, der euch auf euren vielen Missionen mit Ratschlägen zur Seite steht. Leider gibt es nicht viel mehr zur Story und den Charakteren zu sagen. Das alles wirkt sehr dünn und nur als Rahmen für das Gameplay. Da das Spiel aber noch in der Early Access Phase ist, ist es möglich, dass in der finalen Version etwas mehr geboten wird.

Wenn Minecraft auf Left 4 Dead trifft

Nach einer kurzen Tutorial Mission, dürft ihr euch einen Namen für eure Festung ausdenken und dort einen Schildgenerator platzieren. Anfangs habt ihr hierfür noch nicht so viel Material und könnt erstmal nur ein paar Wände und den Boden bauen, doch später könnt ihr ein richtiges Fort bauen. Dabei könnt ihr auf drei verschiedene Materialien zurückgreifen – Holz, Stein und Metall. Eins stabiler als das andere. Diese bekommt ihr, wenn ihr mit eurer Spitzhacke Bäume fällt, Mauern einreißt oder Autos zerlegt. Das Bauen ist hier sehr simpel gehalten. Ihr könnt an sich nur Böden, Wände, Treppen und kleine Pyramiden bauen. Doch könnt ihr diese drehen, die größe ändern oder Löcher rein bauen. Auch wenn es es simpel ist und die Möglichkeiten ein wenig begrenzt sind, kann man viel daraus machen. Beim bauen kann man auch auf Fallen zurückgreifen und diese sind auch sehr wichtig. Später trefft ihr auf immer mehr und stärkere Gegner und dann reicht die eigene Bewaffnung nicht mehr aus und ihr müsst Fallen zur Hilfe nehmen. Dabei gibt es Stachelfallen die für Schaden sorgen, Fallen die den Gegner umwerfen oder Fallen die den Gegner verlangsamen. Diese kommen übrigens immer in Wellen, daher ist Fortnite bis zu einem gewissen Grad auch ein Tower Defense Spiel. Ihr könnt euer Fort nämlich auch so massiv mit Fallen ausrüsten, dass ihr gar nicht mehr selbst eingreifen müsst, jedenfalls wenn es nicht allzu viele Gegner sind. Später sind diese nicht nur zahlreicher und stärker, sondern kommen auch in verschiedenen Elementen daher. Dann ist es hilfreich, eine passende Waffe mit dem konter Element zu haben, beispielsweise Eis gegen Feuer. Da man aber immer mehrere Waffen dabei haben kann, sollte dies kein Problem darstellen.

Fallen, Materialien und Munition können auch in Kisten erbeutet werden, denn von denen gibt es auch einige zu finden. Denn wenn ihr nicht euer eigenes Fort verteidigt, geht ihr auf verschiedene Missionen in der restlichen Spielwelt. Hierbei werden die Areale immer neu generiert, so bekommt ihr ständig andere Level zu sehen. Bevor die Missionen starten, wählt ihr einen Helden und dann geht es alleine los, mit drei Freunden oder mit drei zufälligen Spielern. Die Helden sind hierbei in vier Kategorien unterteilt – Soldaten, Erbauer, Forscher und Ninjas. Im Kern sind alle vier gleich, doch haben sie einzigartige Fähigkeiten. So kann der Erbauer schneller bauen und braucht dafür weniger Material, Ninjas sind versierter im Nahkampf, Forscher bekommen mehr und bessere Beute aus Kisten und der Soldat ist am nützlichsten im Fernkampf. Da der Loot jedoch bei jedem Charakter geteilt ist, kann man nicht einfach mit dem Forscher alle Kisten öffnen und dem Erbauer die Items überlassen, sondern jeder muss selbst mit seinem Items wirtschaften. Bei den Waffen muss natürlich jeder wie gewohnt wissen was er einsammelt und wie viel Munition er für die nächste Konfrontation braucht.

Beim besagten Kampf greift ihr auf zahlreiche Waffen zurück, die allesamt verschiedene Vor- und Nachteile haben. Erhalten könnt ihr diese, durch das öffnen von Kisten nach Missionen und durch Pinatas, doch der Reihe nach. Noch ein kurzes Wort zu den Missionen. Zwar sind die Areale immer anders und dadurch müsst ihr auch immer beim bauen neu ansetzen, doch dafür ist der Ablauf immer ziemlich ähnlich. Ihr müsst ein Ziel erreichen, dieses dann verteidigen und naja, dass wars dann auch schon. Doch auch hier muss wieder gesagt werden, dass der Titel im Early Access ist und sich da noch was ändern kann. Je nachdem wie gut ihr euch bei den Missionen anstellt, umso besser ist die Kiste, die ihr danach bekommt. Diese starten bei Level 1 und können bis zu Level 6 gehen, wodurch ihr dann logischerweise den bestmöglichen Loot bekommt. Was die Pinatas angeht, diese sind defacto auch wie Kisten, werden jedoch freigespielt, können aber auch gekauft werden und dann dürft ihr sie zerschlagen, also öffnen. Hier gibt es auch verschiedene Pinatas, die verschiedenen Dinge beinhalten können. Wenn ihr ganz viel Glück habt, ist die Pinata beim zerschlagen aus Metall, wodurch sie dann besonders viel oder seltenen Loot bietet. Denn wie üblich bei Loot, kommt dieser auch bei Fortnite in verschiedenen Seltenheitsstufen daher und ist dementsprechend besser.

Ab und an sind auch verschiedene Charaktere, Upgrades oder Erfahrungspunkte in Kisten und Pinatas zu finden. Die Upgrades sind da, damit ihr eure Waffen umbauen könnt. Erfahrungspunkte gibt es für Charaktere und Waffen. Bei beiden sind sie zum verbessern gedacht. Waffen laden schneller nach, machen mehr Schaden, schießen schneller, das übliche halt. Bei den Charakteren ist es aber ein wenig anders, denn bei denen gibt es ein paar Unterschiede. Da wären einmal die Helden, die Überlebenden und die Verteidiger. Verteidiger können gerufen werden und euch dann beim verteidigen eures Forts helfen. Überlebende können in verschiedene Einheiten gesetzt werden und dadurch bekommt ihr und euer Fort Vorteile. Ihr macht mehr Nahkampfschaden, euer Schild regeneriert euch schneller und ähnliches. Die wichtigsten Charaktere sind aber die Helden. Diese spielt ihr nämlich. Deren Unterteilung und Fähigkeiten hatten wir ja bereits erwähnt, doch mit Erfahrungspunkten könnt ihr sie leveln. Dadurch werden sie stärker und bekommen neue Fähigkeiten. Neben Schusswaffen, Nahkampfwaffen und Fallen, könnt ihr euch auch mit Fähigkeiten wehren. Diese können Granaten darstellen, Ninjasterne oder aber passive Hilfen wie Doppelsprung oder Teleportation. Als letztes gibt es noch Kampfpunkte und Forschungspunkte. Die Kampfpunkte Leveln quasi euren Account und pro Levelaufstieg, gibt es einen Fähigkeitspunkt. Diese könnt ihr dann im Talentbaum nutzen, wo ihr die üblichen Rollenspiel Dinge geboten werden. Gleiches gilt für die Forschungspunkte, nur dass diese mit der Spielzeit angestaut werden und dann per Knopfdruck aufgesammelt werden. Allgemein lässt sich also sagen, dass sehr viele Dinge zum Leveln gibt und noch mehr zum verbessern und sammeln gibt. Anfangs waren wir durch das alles auch ein wenig überfordert, doch man findet sich recht schnell rein.

Pixar präsentiert Fortnite

Was die Optik angeht, so erinnert Fortnite ein wenig an neumodische, animierte Filme. An sich sieht das alles ganz nett aus und wirkt auch stimmig, doch man wird das Gefühl nicht los, dass da auch mehr möglich gewesen wäre. Beim Sound merkt man, dass das Spiel noch im Early Access ist. Zwar gibt es an sich großen Probleme, doch manche Texte sind leider noch nicht komplett übersetzt. So gibt es beispielsweise folgende Sätze zu hören: “Ok, die Festung steht, now watch out for the attack” oder “Good job guys, auf zur nächsten Mission”. Irgendwie zieht einen das manchmal raus, doch irgendwie ist es manchmal auch recht amüsant. Ab und sind auch die Untertitel länger als der gesprochene Text, wodurch es manchmal abgebrochene Sätze gibt. Toll ist das natürlich nicht, aber es ist auch nicht wirklich schlimm. Allgemein gibt es keine wirklich gravierenden Kritikpunkte am Spiel. Es ist zwar alles andere als perfekt, doch für einen Early Access Titel, ist das schon ganz gut. Da Fortnite am Ende der Early Access Phase Free 2 Play sein wird, gibt es natürlich auch Mikro-Transaktionen. Diese umfassen derzeit nur V-Bucks, doch es ist nicht auszuschließen, dass da noch Helden, Skins oder Waffen dazu kommen. V-Bucks sind übrigens eine Währung, mit der ihr Pinatas kaufen könnt. Eine Pinata kostet mindestens 100 V-Bucks, was dann umgerechnet in etwa 1€ ist. Das kleinste Pack kostet 10€ und gibt euch 1000 V-Bucks. Das Teuerste kostet 100€ und bringt 10.000 V-Buck + 3.500 extra. Da es in der Early Access Phase aber nach jeder Mission eine Kiste gibt und auch immer wieder mal eine Pinata, kommt man derzeit auch gut ohne Echtgeld klar. Wie es aber im Endeffekt in der Vollversion aussehen wird, muss sich noch zeigen.

Fazit – Warten oder zahlen?

Es ist bereits bekannt, dass Fortnite am Ende seiner Entwicklung Free 2 Play sein wird. Daher ist die wirklich entscheidende Frage, ob man lieber wartet und Geld spart oder direkt zuschlägt. Wer gerne im Koop spielt und die Mischung aus Tower Defense, Aufbauspiel, Rollenspiel und Shooter mag, der wird sehr viel Spaß mit Fortnite haben. Wer sich angesprochen fühlt, sollte sich mal ein wenig Gameplay anschauen und dann entscheiden, ob er wirklich die Early Access Version kaufen will. Alle anderen sollten vielleicht warten, da es im Endeffekt eh kostenlos sein wird. Wer nicht gerne alleine spielt oder ungern mit Fremden, wird auch nicht lange Freude mit dem Titel haben, da er halt auf mehrere Spieler ausgelegt ist und man nur zusammen richtig Spaß haben kann. Wenn wir dem Titel derzeit bewerten müssten, wäre die Tendenz wohl bei einer soliden 7/10.

Fortnite Testbericht

Fortnite

  • Release: 25.07.2017
  • Genre: Action-Aufbauspiel, Third-Person
  • Entwickler: Epic Games
  • Publisher: Epic Games, Gearbox

Gutes

- Gelungene Mischung aus Rollenspiel, Aufbauspiel und Tower Defense
- Viel zum freischalten, verbessern und aufleveln
- Areale dank zufallsgenerierung immer anders
- Bauen ist simpel, bringt aber dennoch viele Möglichkeiten

Schlechtes

- Missionsdesign etwas eintönig
- Ton manchmal mehrsprachig und mit Aussetzern
- Story und Charaktere mehr als dürftig

7-8 / 10 Gut

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