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Final Fantasy XIII-2 – Unsere Eindrücke von der gamescom 2011

Artikel von | 06.02.2012 um 00:00 Uhr

In den letzten 25 Jahren Seriengeschichte hat Final Fantasy das Bestreben, sich mit jedem Teil weiter zu entwickeln und sich neu zu erfinden. Die Entwickler von Square Enix, früher Squaresoft, legen darauf großen Wert. Jeder Final Fantasy Teil bekam eine eigene Story und es gab nie einen direkten Nachfolger. Das sollte sich mit Final Fantasy X ändern. Die Geschichte um die junge Beschwörerin Yuna und ihre Begleiter kam so gut an, dass Square Enix 2004 einen direkten Nachfolger auf den Markt brachte. Nach vier weiteren, eigenständigen Titeln, (darunter zwei Online) entschieden sich Herr Kitase und Herr Toriyama für eine Sequel des dreizehnten Final Fantasy´s. Erwartet uns hier eine verbesserte und weiter entwickelte Version des dreizehnten Abenteuers? Sind die Fans erhört worden und die Kritikpunkte behoben? Wir zeigen euch, was sich in den letzten Jahren auf Grand Pulse getan hat.

Von Fal´Cie, L`Cie und anderen Wesen

Was in Final Fantasy XIII geschah: Fal´Cie, gottähnliche Wesen, wandeln auf den beiden Planeten Grand Pulse und Cocoon. Auf Grand Pulse leben wilde, unzähmbare Kreaturen, deshalb haben sich die Menschen auf Cocoon niedergelassen. Lightning, eine Ex- Soldatin, ist auf der Suche nach der eigenen Schwester, namens Serah. Durch einen Zufall wurden Lightning, Serah, Serahs Freund Snow und vier andere Personen von einem Fal´Cie auserwählt, um eine Bestimmung zu erfüllen. Diese Menschen nennt man L´Cie und sie sind durch ein Zeichen gebrandmarkt. Die Menschen fürchten sich vor den L´Cie und das ist auch der Grund, warum die Gruppe auf Grand Pulse verbannt worden ist. Im weiteren Spielverlauf wird sich die Gruppe ihrer Bestimmung immer mehr bewusst. Auf ihren Schultern lastet die Rettung der Menschheit und damit die Rettung des gesamten Planeten Cocoon. Der Fal´Cie Bathandelus hat den Plan, Cocoon mitsamt den darauf lebenden Menschen zu Opfern. Er will die heil versprechende Gottheit wieder zum Leben erwecken. Bathandelus will die Bestie Ragnarök beschwören, um seinen Plan durchzusetzten. Ragnarök, so die Legende, soll aus einem besonders starken L´Cie hervorgehen. Die Bestie wird beschworen, aber sie wendet sich gegen Bathandelus und verhindert die völlige Auslöschung des Planeten Cocoon. Die Menschen schöpfen nach ihrer Rettung wieder Hoffnung. So viel zu der Vorgeschichte.

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Am Anfang der Zeit

Starten wir das Spiel, empfängt uns der Titelbildschirm mit einer Auswahl an Optionen. Von hier aus können die üblichen Einstellungen verändert werden, Bonusinhalte können hier abgerufen werden und die wichtigste Neuerung ist die Möglichkeit DLC Inhalte zu beziehen. Das lässt darauf schließen, dass Square Enix das Spiel in Zukunft erweitern will. Wichtig auch für Storyneulinge: Die komplette Vorgeschichte ist hier in Kapitel aufgeteilt und nachlesbar. Das sollte auf jeden Fall nachgeholt werden, um die Story Zusammenhänge zu verstehen. Ist alles eingestellt und nachgelesen, kann es losgehen. Zu Beginn sehen wir Lightning in einem Glockenturm in dem unsichtbaren Reich Walhalla. Sie schwört der dort ansässigen Gottheit Etro, sie auf ewig zu beschützen. Lightning bereitet sich auf einen Krieg gegen Caius Ballad vor. Wie es zu all dem kam, wird nicht verraten. Beide beschwören eine Armee von Monster und der Kampf beginnt. Während Lightning zusammen mit ihrem Esper Odin kämpft, verwandelt sich Caius in Chaos Bahamut. Dieser Krieg und der Kampf der beiden Wiedersacher, sieht so gewaltig gut aus. Grafisch wurden wieder alle Register gezogen und auch der Sound überzeugt. Der Kampf ist actionreich gestaltet und bevor wir uns versehen, steuern wir auch schon Lightning. Ein Tutorial beginnt und das Grundwissen über den Kampf wird vermittelt. Der ATB Balken lädt sich auf und jeder Angriff verbraucht einen bestimmten Teil des Balkens. Das Kampfsystem wurde soweit vom Vorgänger übernommen. Eine Erweiterung bei den Boss Kämpfen nennt sich Aktions Modus. Ein Quick Time Event, in der die richtigen Tasten so schnell wie möglich gedrückt werden müssen. Dieser Modus lockert den Kampf etwas auf und treibt ihn in die nächste Runde oder beendet ihn sogar. Nachdem Chaos Bahamut geschwächt wurde und es eine kurze Verschnaufpause gibt, erscheint ein Portal am Himmel und ein Mensch fällt hindurch. Lightning nutzt die Gunst der Stunde und eilt zu ihm, denn er rast auf den Erdboden zu. Nach der Rettung stellt sich der Jüngling als Noel Kreiss vor, ein Zeitreisender, und er stammt aus einer weit entfernten Zukunft. Lightning erkennt ihn aus ihren Träumen. Sie teilt ihm mit, dass dieser Kampf noch nicht vorbei sei und in diesem Moment steht wieder Chaos Bahamut vor ihnen. Nach einem weiteren, Kräfte raubenden Kampf, bittet Lightning Noel um einen Gefallen. Er soll Serah, Lightnings Schwester, finden und sie nach Walhalla bringen. Nur sie kann helfen. Er willigt ein, denn auch er fühlt eine Bindung zwischen Lightning und Serah. Sie vertraut ihm auch Mog, einen Mogry, an. Eine kleine, schwebende Kreatur mit Bommel auf dem Kopf, die als Glücksbringer für Serah dienen soll. Während Noel ein weiteres Portal durchschreiten will, dreht er sich nochmals um und sieht, wie Caius wieder zu einem mächtigen Angriff ausholt. Ein riesiger Meteor stürzt vom Himmel herunter und bevor er den Boden erreicht, schafft es Noel das Zeitportal zu betreten. Drei Jahre sind vergangen und die Menschen haben sich von der beinahen Zerstörung des Planeten Cocoon wieder erholt. Sie versuchen eigenständig und ohne Hilfe der Fal`Cie, eine Zivilisation auf Grand Pulse aufzubauen. So entstand Neu Bodhum, ein kleiner Küstenort. Hier haben sich alte Bekannte, wie die Truppe NORA, eine Bürgerwehr, niedergelassen und auch Serah lebt hier und arbeitet als Lehrerin. Ihr Verlobter Snow, Anführer von NORA, ist losgezogen, um nach Lightning zu suchen, die seit den Ereignissen vor 3 Jahren verschwunden ist. Alle sind im Glauben, Lightning sei damals gestorben, nur Serah ist voll von Hoffnung sie eines Tages wieder in ihre Arme nehmen zu können. In letzter Zeit hat Serah diese seltsamen Träume. Sie sieht immer wieder ihre Schwester und diesen unbekannten, jungen Mann. Wieder vor Schrecken aufgewacht, erblickt sie am Himmel einen Meteoriten wie er in nächster Nähe einschlägt. Mit diesem Einschlag erscheinen plötzlich Monster, die die Bewohner Neu Bodhums angreifen. Mit dem Erscheinen der Monster begegnen sich auch Serah und Noel. Noel erklärt Serah, dass er ein Zeitreisender ist und den Auftrag hat, sie zu ihrer Schwester zu bringen. Serah erkennt ihn aus den Träumen und vertraut ihm. Noel überreicht Serah den Glücksbringer, Mog. Er erweist sich als äußerst nützlich, denn er kann sich in eine Waffe verwandeln. Nun gilt es, Neu Bodhum zu verteidigen. Wieder erscheint das Kampf Tutorial und es wird um ein paar Funktionen erweitert. Das Paradigmensystem und der Schockzustand werden erklärt. Aber dazu später mehr. Nachdem Neu Bodhum vor den Monstern beschützt worden ist, machen sich Noel und Serah auf den Weg nach Walhalla.

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Per Anhalter durch die Zeit

Schlauchlevel gehören der Vergangenheit an. Die Möglichkeit Portale für die Zeitreise zu nutzen, gibt einem mehr Entscheidungsfreiheit. Jedes Ziel kann auch immer wieder bereist werden und alle Portale sind in der Chronossphäre anwählbar. Hier gibt es Hintergrundinfos über die Zeit und den Ort eines schon mal benutzten Portals. Das Zeitreisen ist nicht so einfach wie es scheint, denn jedes Portal muss erst mit dem richtigen Artefakt aktiviert werden. Durchschreiten wir das Portal ist weder der Zielort, noch das Zeitalter bekannt. Das Artefakt muss erst in der Umgebung, in der das Portal steht, gefunden werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Artefakte zu finden. Manche Artefakte sind unsichtbar. Mog ist da die perfekte Hilfe. Er kann diese Items mit seinem Bommel erspüren und sichtbar machen. Aber es gibt auch Paradoxe, Zeitkrümmungen, die mit einem Gegner erscheinen, den es zu bekämpfen gilt. Zusätzlich können Anomalien den Weg versperren. Diese Anomalien müssen betreten werden, um das darin enthaltene Rätsel zu lösen. Diese Rätsel reichen von Kristalle in einer richtigen Reihenfolge einzusammeln, über gleichfarbige Kristalle zu verbinden, bis hin zu einem komplexen Uhrenrätsel. Natürlich alles unter Zeitdruck. Sind die Rätsel gelöst, verschwindet diese Anomalie. Neue Wege erscheinen, oder das Artefakt kommt zu Vorschein. Diese Rätseleinlage ist eine nette Abwechslung zu den ständigen Kämpfen. Der Übergang ist geschafft. Beleuchten wir das Kampfsystem. Eine Rückkehr feiert der Zufallskampf. Gegner erscheinen aus dem Nichts, aber der Kampf beginnt, dank des Mogronometers, noch nicht. Nun gilt es, den Gegner in einer bestimmten Zeit zuerst anzugreifen, um eine Chance auf einen Präventivangriff zu starten. Das bringt dem Team positive Zustandsveränderungen wie z.B. ‚Hast‘ und versetzt den Gegner kurz vor den Schockzustand. Das Kampfsystem hat sich zum Vorgänger nicht verändert. Für die gewisse Taktik sorgt immer noch das Paradigmensystem. Diese Paradigmen, eine Rolle die ein Charakter im Kampf annimmt, werden vorher festgelegt. Ziel ist es, den Gegner in den Schockzustand zu versetzten. Wenn der Gegner in diesen Zustand gerät, ist er sehr anfällig für Angriffe oder, von Feind zu Feind unterschiedlich, macht er ihn bewegungsunfähig. Im Gegensatz zu Final Fantasy XIII, gibt es keine Esper mehr und auch nur noch zwei Teammitglieder. Um den Verlust der Beiden auszugleichen, besitzt Serah eine ganz besondere Gabe: Sie ist eine Monsterbändigerin. Nach einem erfolgreich abgeschlossenem Kampf, gibt es eine geringe Wahrscheinlichkeit, ein Monster in einem Kristall zu bändigen. Dieses Monster kämpft nun auf Serahs und Noels Seite. Auch sie nehmen eine bestimmte Kämpferrolle ein, denn jede gefangene Kreatur besitzt auch ein Paradigma. Zusätzlich besitzen sie auch eine besondere Fähigkeit. Im Kampf füllt sich mit jeder erfolgreichen Aktion, eine Empathie Leiste. Ist diese Leiste gefüllt, steht ein spezial Angriff zur Verfügung. Startet das Helferlein den Angriff, erscheint ein Quick Time Event und je besser ausgeführt, umso stärker wird der Angriff. Jedes Monster lässt sich bändigen und das regt den Jagdtrieb an. Der Kampfablauf ist flüssig und die Angriffe sehen super aus. Physische und magische Angriffe sind sensationell zusammen gefügt. So schön wie der Kampf auch aussieht, wenn gleich mehrere Gegner auftauchen, wird es schnell unübersichtlich auf dem Bildschirm. Das trübt aber keinesfalls den Ablauf. Musikalisch ist alles dabei. Die Musik reicht von Japano Pop Sounds bis hin zur klassischen Musik. Haben Serah und Noel den Gegnern eingeheizt, erscheint am Ende die Kampfbilanz. Auch hier gibt es wieder einen feinen Unterschied. Für jeden Kampf gibt es eine Bewertung. Je besser, umso mehr Gil, ja es gibt wirklich wieder Geld nach einem Kampf, Kristallpunkte und Gegenstände erhalten die Beiden.

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Training oder Freizeit?

Mit einem Knopfdruck öffnen wir das Inventar. Sämtliche Informationen, die im Spiel zusammen getragen werden, sind hier nachlesbar. Waffen und Ausrüstung werden hier an- und abgelegt. Am wichtigsten ist aber die Verwaltung vom Paradigmensystem, dem Kristarium und der Monsterzucht. Vor dem Kampf ist nach dem Kampf. Im Paradigmensystem werden die unterschiedlichen Rollen zugeordnet. Es können bis zu fünf Paradigmen voreingestellt werden und es gibt viele Kombinationen, dadurch entsteht eine gewisse Taktik in jedem Kampf. Am Anfang stehen drei Paradigmen zur Verfügung: Der Brecher besitzt die höchste Angriffskraft, der Verheerer konzentriert sich auf magische Angriffe und der Verteidiger hat die meiste Abwehr. Zusätzlich zu erlernen, gibt es den Heiler, er erklärt sich von selbst, die Rolle des Manipulators: Er zaubert negative Zuständsveränderungen auf den Gegner, und der Augmentor: Diese Rolle unterstützt mit positiven Zustandsveränderungen die Truppe. Die eigentliche Levelerhöhung wird im Kristarium mit Kristallpunkten gekauft. Eine neue Stufe kann, für jedes Paradigma, gekauft werden und mit jedem neuen Level erhöhen sich die Attribute des Charakters. Welche sich erhöhen, hängt von der jeweiligen Rolle ab. Auch neue Fähigkeiten werden dadurch erlernt. Die gebändigten Monster lassen sich hier auch aufleveln. Der Unterschied liegt aber darin, dass keine Kristallpunkte verbraucht werden, sondern bestimmte Komponenten. Es lassen sich auch verschiedene Monster fusionieren, damit sich ihre Kräfte verbinden. Das erkämpfte Geld lässt sich am besten bei der fahrenden Händlerin Chocolina ausgeben. Auch sie ist nicht an einer Zeit oder an einem Platz gebunden. Sie bietet Waffen, Accessoires und Items gegen Geld an. Auch lassen sich hier Waffen und Gegenstände herstellen, sofern die benötigten Materialien vorhanden sind. Abseits der Story gibt es viel zu tun. In den verschiedenen Zeitabschnitten gibt es Menschen, die eure Hilfe brauchen. Botengänge sind zu erledigen und Anomalien sind zu enträtseln. In den Gesprächen mit den Mitmenschen fällt eines auf: Eine Erneuerung im Dialog ist dazu gekommen. Sie nennt sich Dialog Trigger und es gibt auf eine Frage mehrere Antwortmöglichkeiten. Jede Antwort verändert den weiteren Verlauf. Die verschiedenen, englisch synchronisierten Stimmen sind sehr gut umgesetzt. Da macht es nichts aus, den deutschen Untertitel nebenbei zu verfolgen. Habt ihr keine Lust weiteres Geld in Chocolinas Laden auszugeben, gibt es eine weitere Möglichkeit Gil zu investieren. Zocker unter euch aufgepasst. Irgendwo zwischen Zeit und Raum liegt Serendipity, eine Casinowelt. Hier ist das Glücksspiel zu Hause und das Chocoborennen feiert seine Rückkehr. Wettet auf das beste Tier, oder schickt euren eigenen Chocobo ins Rennen.

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Hört auf die Fans

Altes wurde übernommen und Neues wurde hinzugefügt. Eine offene Spielwelt, ein gut durchdachtes Kampfsystem und mehr Nebenaufgaben. Das Hinzufügen der Monsterbändigerfähigkeit war ein Schritt in die richtige Richtung. Die Zeitreisethematik ist gut durchdacht und durch die Möglichkeit in der Chronossphäre alle bereits besuchten Zeitabschnitte wieder bereisen zu können, gibt einem das Open World Gefühl. Durch das erledigen von Nebenquests, ist es auch möglich den Lauf der Zeit zu verändern. So kommen mehrere Endings zu stande. In Sachen Grafik macht Square Enix keiner etwas vor. Schöne Landschaften, zum Teil aus dem Vorgänger übernommen und mit neuen Gebieten versehen. Die Charaktere sind wie gewohnt schön anzusehen. Die Soundkoulisse, wie erwartet, ist im Japano Pop Gewand und auch neue, gewagtere Stücke im Metall Sound z.B. „Crazy Chocobo“ sind mit dabei. Nur die Speicherpunkte gehören der Vergangenheit an. Das Spiel speichert entweder automatisch oder ihr legt einen neuen Speicherstand in der Chronossphäre an. Der Storyverlauf ist in 30 bis 40 Stunden abgearbeitet. Wenn aber alles entdeckt und Gefangen werden will, dürften wohl bis zu 100 Stunden und mehr erreicht werden.

Final Fantasy XIII-2 Testbericht

Final Fantasy XIII-2

  • Release: 03.02.2012
  • Genre: Rollenspiel
  • Entwickler: Square Enix
  • Publisher: Square Enix

Gutes

+ Zeitreisen macht einfach Spaß und die Story ist super
+ Mehrere Endings sind möglich
+ Catch them all: Das Monsterbändigen sorgt für die nötige Sucht
+ Der Dialog Trigger bietet etwas mehr Möglichkeiten im Gespräch

Schlechtes

- Das Team hat im Kampf nur zwei Mitglieder
- Esper fehlen
- Der Kampf kann auch mal schnell unübersichtlich werden, wenn mehrere Gegner zu bekämpfen sind

9.0 / 10 Must Have

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