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FIFA Street – Review

Artikel von | 07.04.2012 um 00:00 Uhr

Was den Fußball auf der Konsole betrifft, so hat sich EA Canada in den letzten Jahren eine Vormachtstellung mit ihrer FIFA Serie geschaffen. Jährlich kommt das neuste FIFA mit aktuellen Mannschaften, Spielern und immer ein Stückweit besser als sein Vorgänger auf den Markt. Was die Serie und auch andere Fußballspiele bisher jedoch nicht geschafft haben, ist den Straßenflair aufkommen zu lassen. Ein einfacher Platz, 5 Spieler pro Seite und keine Regeln. Tricks und Panna’s soweit das Auge reicht und Präzision, statt Taktik und Stellungsspiel. In FIFA Street werden genau diese Dinge bedient, doch missglückte der dritte Teil im Jahre 2008 völlig. In einem neuen Versuch entwickelt kein geringer als die Fußball-Halbgötter EA Canada daran und bringt nun das Reboot FIFA Street auf den Markt. Was wir auf dem Platz erlebt haben lest ihr in der nachfolgenden Review, auf PS3inside.de

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Alles Neu

Bevor wir das Hauptmenü begutachten dürfen, kommt wie immer zuerst das Geschäftliche. Pässe müssen eingegeben und Dinge installiert werden, eine fade Prozedur. Besitzer eines Online-Passes genießen die Vorteile des gesamten Spiels, während Andere, die keinen Pass haben, lediglich eine 2-tägige Probezeit bekommen. Soweit so gut, wir befinden uns im Hauptmenü, welches sich aus vier Oberpunkten zusammensetzt. Bevor wir uns mit denen befassen, schauen wir aber zunächst einmal in den Online-Bereich rein, oder vielmehr eure Zentrale. Per Select-Taste ruft ihr ein Menü auf, indem die neusten Erfolge eurer Freunde verzeichnet sind. Außerdem könnt ihr selbsterstellte Videos von euch und euren Freunden ansehen und natürlich Ranglisten begutachten. Dies steht auch allen Leuten zur Verfügung, ob mit- oder ohne Pass. Neben diesem, gibt es auch noch das Extras Menü. Hier habt ihr Optionen zur Verfügung und andere Kleinigkeiten. Ergänzt wird das Menü dann nur noch durch das eHandbuch, welches ihr abrufen könnt. „Ab auf die Straße“ heißt es, wenn wir uns sofort in die Action stürzen wollen und das machen wir doch gleich mal. Was wir nun haben ist ein Menü, indem wir ein Spiel ganz nach unseren Wünschen gestalten dürfen. Matchart, Arena, Spielzeit und vieles mehr darf ganz nach Belieben konfiguriert werden. Wer die Street Serie bereits gespielt hat, wird mit den Matcharten vertraut sein. Neulinge müssen sich erst einmal einspielen und an die große Vielzahl an Spielarten gewöhnen. Neben Standard Matches wo 5-gegen-5, oder 6-gegen-6 angesagt ist, gibt es noch Panna-Conteste, Freestyle, Last Man Standing und Futsal. Auch wenn die Schwerpunkte der verschiedenen Spielmodi teilweise unterschiedlich ist, so muss doch stets das Runde ins Eckige, dies bleibt überall gleich. Haben wir uns für einen Spielmodus entschieden, dürfen wir dann unseren Platz auswählen. Die Auswahl erstreckt sich dabei über eine große Vielzahl und so reicht die Platzwahl von Hinterhöfen, über klassische ‚Bolzer‘, bis hin zu richtig kleinen Arenen, die in vielen Fußballmetropolen sind, wie Berlin, London, oder auch Rio. Zu guter Letzt darf sich ein Team ausgesucht werden und da kann man sich schon denken, dass Street durch EA Canada über ganz viele Lizenzen verfügt. Neben allen Nationalmannschaften, lassen sich auch einige Lizenzen zu einigen Ligen finden, wie z.B. die Deutsche 1. Bundesliga. Jeder Spieler wurde originalgetreu nachgebildet und hat seine eigenen Attribute und damit eine Gesamtzahl der Stärke für diesen Spieler. Dies haben auch alle Mannschaften.

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Besser als Messi und Co.

Während das Schnelle Spiel nicht gerade den größten Reiz auf einen ausübt, wenden wir uns dann doch mal lieber dem Herzstück des Spiels zu, der World Tour. Wie man sich sicher schon denken kann, steigen wir hier von einem unbekannten kleinen Hinterhof-Kicker, zu einem ganz großen Weltspieler auf. Dazu müssen wir uns aber erst einmal ein Ego erstellen. Der Editor ist zwar nicht der umfangreichste, langt jedoch vollkommen aus, um einen neuen Star zu kreieren. Einmal fertig mit diesen ganzen Vorbereitungen, geht es auch schon mitten auf die Straße. Ihr seid einer von mehreren Straßenkickern, die gerade ein kleines Spielchen veranstalten wollen. Bevor das aber losgeht, müssen wir noch den Start unserer Fußballkarriere bestimmen. Mehrere europäische Länder stehen uns zur Auswahl. Hat man sich für ein Land entschieden, muss man noch seine Region bestimmen uns los geht es. Dies bringt uns aber zu einem Kritikpunkt, denn so schickt einen FIFA Street ohne Vorwarnung direkt in die Action. Dies ist insofern schlecht, weil wir vorher keine Tuturials vorgesetzt bekommen. Lediglich kurze Videos erklären uns ein paar wichtige Spielelemente, doch gerade ungeübte Spieler merken schnell, das reicht nicht. Es wäre deutlich besser gewesen, ein paar Einführungsübungen zu haben. So muss man sich alles selbst beibringen und das bekommen Spieler in ihren ersten Matches bitterböse zu spüren. Auch wenn das Grundprinzip sehr schnell klar wird und man sich an die Steuerung im allgemeinen gewöhnt, der größte Kritikpunkt ist der, dass sie eine lange Einarbeitungszeit benötigt, bis man sich von dem Standard-Gekicke abhebt und den richtigen Zauberfußball an den Tag legt, aber davon gleich mehr. Wie das Match letztendlich ausgeht ist relativ belanglos, ihr sammelt Erfahrung und kommt nebenbei auf die glorreiche Idee, eure eigene Mannschaft zu gründen. In dem passenden Menü erstellt ihr nun eure Mannschaft und könnt nun mehrere Spieler in euer Team holen, alles erdachte Spieler, die ihr entweder aus einer Vorlage nehmen könnt, oder alle eigens erstellen könnt. Euer Aufstieg ist nun in vier Kapiteln unterteilt. Während das erste Kapitel relativ überschaubar auf regionale Ebene stattfindet, findet die zweite schließlich schon auf Landesebene statt. Danach in ganz Europa und schließlich weltweit. Der Umfang steigt mit jeder Stufe und es werden nahezu alle Eventtypen ausgeschöpft. So entsteht eine schöne Abwechslung. Für die Länge der Story sorgen dann die vielen Turniere. Nehmen wir Futsal als Beispiel. Futsal ist ein Spiel nach normalen Hallenregeln. Es wird als mit Ecken und Einrollen gespielt, Fouls werden hier normal gepfiffen. Ihr startet in einer Vorrunde gegen drei Mannschaften. Kommt ihr unter die ersten zwei, geht es in einem Viertelfinale weiter, bis hin zum Finale. Da jede Halbzeit drei Minuten dauert, gehen solche Turniere recht lange.

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Stil ist alles

Doch nicht nur die Eventauswahl wird größer, auch das Talent eurer Mannschaftsspieler wird zunehmend größer und umfangreicher. Die Rede ist hier von einer Art Skill-Menü. Jeder Spieler hat eine Rangeinstufung. Mit jedem Rangaufstieg bekommt ihr Punkte, die in Tricks, Attribute und Moves setzen könnt. Letzteres ist dabei eher zu verachten, da es sich hierbei lediglich um euren Torjubel handelt. Wichtig sind hier ganz besonders die Attribute. Hier entscheidet ihr über die Rolle des Spielers. Investiert ihr viele Punkte in das Attribut „Tricks“, dann wird euer Spieler automatisch zum Dribbler. Ein Schussstarker und schneller Spieler wird hingegen zum Torjäger und ein Abwehrstarker Spieler zum Vorstopper erkoren. Es bietet sich natürlich an, sich ein breit gefächertes Feld zusammen zu stellen. Als dritten Punkt gibt es dann die Tricks. Dies ist zu Anfang noch ein wenig irreführend. Für jeden Trick bekommt man Stilpunkte. Je komplexer, desto mehr Punkte und das wirkt sich dann schlussendlich auf eure Rangaufstiege aus, wie schnell das geht. Wenn ihr euch einen Trick freischaltet, heißt das nichts weiter, als das ihr für den Trick nun einen Batzen an Punkten bekommt. Ihr könnt dennoch mit jedem Spieler die meisten Tricks ausführen, nur wird euch dann öfter angezeigt, dass der Trick noch gesperrt ist und ihr deshalb nicht so viele Punkte bekommt. Ein wenig irreführend, aber man findet sich damit ab. Ein Blick auf das Menü legt auch erstmals offen, was für eine große Trickvielfalt FIFA Street bietet. Um sich doch ein wenig zu trainieren, kann man im Menü nun auf den dritten Punkt gehen, einer kleinen Arena. Wie auch schon in der normalen FIFA Serie, könnt ihr hier alles probieren und testen, ohne auf Zeit, Gegner, oder Regeln achten zu müssen. Das entschädigt zwar nicht im geringsten die nicht vorhandenen Tuturials, aber es ist zumindest etwas, wo man mal in Ruhe Trickkombos testen kann. Unpassender Weise mach es einem das Spiel dann auch noch ein Stück schwerer, als das der Schwierigkeitsgrad recht weit oben angesiedelt wurde. Auf Leicht kann man gerne mal Probleme bekommen. Mittel ist für Neulinge und selbst für normale Spieler schon eine kleine Herausforderung und Schwer ist wirklich nur für die Fußballpro’s gedacht. Wo wir gerade ein wenig hinter die Kulissen schauen. Die Grafik ist auf einem gutem Niveau. Die Plätze wirken alle authentisch, da neben Spieler auch immer Publikum anwesend ist. Die Grafik leistet sich kaum Fehler, lediglich die Animation der Tricks wirkt in gewissen Situationen ein wenig gekünzelt und sieht einfach unnatürlich aus. Wir wollen natürlich fair bleiben. Bei den ganzen Tricks kann man kaum verlangen, dass animationstechnisch alles markelllos verläuft, aber gerade bei Wiederholungen nimmt sowas dann doch für unseren Geschmack ein wenig zu oft wahr. Gameplay technisch ist Street auch auf einem guten Niveau, jedoch, auch hier gibt es ein paar Tücken. Gelegentlich passiert euch ein komplett falscher Trick. Dies kann sich positiv, wie negativ auswirken, denn in bestimmten Situationen sind gewisse Tricks ziemlich unnütz und verhindern gute Kombos. Dadurch das das ganze Spiel recht schnell und hektisch zugeht, ein kleiner Wink dem sehr authentischem Realismus, verhaspelt man sich eben doch dann gerne mal. Verstärkt wird das Ganze dann natürlich durch die Tatsache, dass während des gesamten Spiels ‚Learning by Doing‘ angesagt ist. Soundtechnisch bietet das Spiel eine EA typischen nahezu perfekten Soundtrack, der einem im Menü mit freshen Tracks aus aller Welt unterhält. Das umfasst Pop, HipHop und allerlei Electro, von House bis zu Dubstep. Auch der Sound auf dem Spielfeld ist ordentlich, bis auf die Stimmen der Zuschauer. Auch wenn es durchaus realistisch ist, das wollen wir an der Stelle nicht bestreiten, so kann das doch geringfügig nerven, wenn ständig 10 verschiedene Stimmen irgendwelche Halbsätze und Ausrufe vornehmen und das in einem monotonen Takt. Sonst haben wir nichts an dem Spiel auszusetzen.

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Der bester Spieler der Welt?

Natürlich hat auch FIFA Street ein reichhaltiges Online-Angebot. Die wohl Beste Variante befindet sich in der Karriere. Jedes einzelne Match und jedes Turnier in eurer Karriere könnt ihr auch online gegen Gegner spielen. Das gute dabei ist, dass ihr automatisch eine Goldene Medaille gewinnt, wenn ihr euren Gegner besiegen könnt. Je höher ihr ein Match spielt, desto mehr erhaltet ihr am Ende an Goodies. Das sind oft neue Bälle, Schuhe und Klamotten. Ansonsten könnt ihr jede Matchart natürlich online spielen. Sehr gut ist der Team-Kapitän Modus. Hier tretet ihr mit eurem Team-Kapitän euer eigens erstellten Mannschaft gegen andere an. Dabei werden willkürlich immer vier Spieler in ein Team geworfen und müssen das andere Team besiegen. Das Ganze geht leider drunter und drüber, aber es macht doch recht viel Spaß. Auch ist lobenswert, dass die ganze Onlineprozedur recht stabil läuft und es auch ganz fix geht, bis man Spieler gefunden hat. Es hängt natürlich auch immer ein bisschen davon ab, was man gerade online spielen will. Bei gewissen Modi und Karriere Events kann es gut sein, dass man nicht so schnell Mitspieler findet.

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Fazit:

Das Reboot ist geglückt und Fußball-Spieler kommen mit FIFA Street deutlich auf ihre Kosten. Fußball-Neulinge müssen jedoch ein paar Hindernisse überwinden, wie das Leraning by Doing und die lange Einarbeitungszeit, die damit verbunden ist. Dennoch kann der Titel alle Fehler des letzten Teils ausbügeln und liefert ein gutes Spiel ab. Wer sich jedoch nicht für Fußball interessiert, der braucht sich auch für diesen Titel nicht interessieren.

Fifa Street Testbericht

Fifa Street

  • Release: 15.03.2012
  • Genre: Arcade, Sport
  • Entwickler: EA Sports
  • Publisher: EA Sports

Gutes

+ Einzigartiges Spielprinzip
+ Zugängliches Tricksystem mit hohem Potential
+ Viele Spielmöglichkeiten und Schauplätze
+ Viele Lizenzen
+ Umfangreiches Charakter-Skilling

Schlechtes

- Das perfetkionieren der Trick-Steuerung dauert zu lange
- Falsche Tricks werden zu schnell ausgeführt
- Hoher Schwierigkeitsgrad

8.0 / 10 Sehr gut

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