Fifa 13 – Review

Getestet von | 29.10.2012 um 00:00 Uhr

Jährlich grüßt Electronic Arts und überreicht uns die neueste Flut an Sportspielen, ohne Zweifel angeführt von Fifa und da darf man sich natürlich keine Blöße geben, gerade wenn mit PES ein Konkurrent wartet, der seit einigen Jahren nicht mehr aus dem Schatten des EA Sprösslings hervortreten konnte. Und da erwarten uns Spieler auch beim neusten Ableger, Fifa 13, wieder eine Palette an Versprechungen, mit denen EA nicht nur seine Vormachtstellungen bei den Fußballspielen rechtfertigen will, sondern mit einem noch realistischeren Erlebnis auch zum Kauf überreden will. Aber, ob das Unterfangen dieses mal wieder geglückt? Lest weiter und erfahrt es in dieser Review zu, Fifa 13.

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Gleich viel, aber viel
Fifa hat ja schon seit vielen Teilen einen gewaltigen Umfang, gerade was die Anzahl und Varianten der Spielmodi betrifft. Schwer vorstellbar, das da groß was Neues kommt, oder? Und Recht habt ihr, Fifa 13 bietet grundsätzlich die gleichen Modi wie bereits seine Vorgänger, die auch noch fast genauso aufgebaut sind, wie bei den Vorgängern. Doch was möchte man auch erwarten, wenn das Angebotene schon fast perfekt ist, mehr als ein paar nette, kleine Feinheiten sind da nun mal nicht drin und darauf hat sich EA auch besonnen. Für alle Spieler und Manager unter euch bietet Fifa im Karrieremodus nun die Möglichkeit bei Nationalmannschaften mitzuwirken, halt entweder als Spieler oder Manager. Für die Manager unter euch war es das beim Karrieremodus aber noch nicht, wollt ihr unbedingt einen Ronaldo oder Messi verpflichten, findet aber den nötigen Sack Geld oder Geldsack, in Form eines Scheiches, nicht, könnt ihr auch eure Spieler als Teilzahlung anbieten. Da sage noch einmal wer, Menschenhandel wär was Schlechtes. Insgesamt sind die Transfers in Fifa 13 deutlich realistischer und somit auch schwerer geworden, Clubs und Spieler lassen sich nun nicht mehr übers Ohr hauen wie das früher noch der Fall war, wo selbst einige Superstars für nen Apfel und ein Ei für euch gespielt haben. Auf dem Transfermarkt muss also mit Bedacht und Raffinesse agiert werden, will man die richtigen Spieler holen und seine eigenen Staubfänger zu einem noch ordentlichen Preis verhökern. Wenn euch das nicht gelingt und ihr am Ende der Transferperiode aus einem FC Barcelona einen FC Köln gemacht habt, ist das auch nicht der Untergang euer Managerkarriere, ihr könnt nämlich zu jeder Zeit den Verein wechseln, wenn ihr dann noch einen findet der euch will. Wer bei den bevorstehenden Aufgaben des Managers gleich das Handtuch werfen will und eigentlich nur mit seiner Mannschaft eine Saison durchspielen will, kann wie gehabt aber auch auf den Turniermodus zurückgreifen. Daneben gibt es noch das Ultimate Team, wo ihr im Sammelkartenformat euch Packs erspielt oder mit echtem Geld kauft, um eure anfängliche Gurkentruppe zu verstärken. Bis man aber wirklich mal bei den guten Spielern ankommt dauert es schon eine gewisse Zeit und bis dahin müsst ihr eben mit der Gurkentruppe spielen und das ist nicht gerade das atemberaubendste was es in Fifa gibt, wer von euch die Herausforderung des Ultimate Team annimmt, den erwartet auf jeden Fall ein ordentlicher Umfang und einige Herausforderungen, sei es das Zusammenstellen des richtigen Teams oder die großen Gegner. Die wichtigsten Offlinemodi wären damit angesprochen, Online hat sich da in Fifa 13 ebenso wenig getan und Kenner der Vorgänger finden sich schnell in Online-Spiel und Online-Saison zurecht. Dabei ist die Onlineperfomance insgesamt gut, Abbrüche und der Gleichen gab es beim Testen nicht.
Durfte man in Fifa 12 vor jedem Spiel noch Hirnlos auf das Tor bolzen, wird in Fifa 13 mit den Skill Games schon mehr Köpfchen, aber vor allem Erfahrung abverlangt. So bietet euch Fifa in 32 Minispielen teils knackige Herausforderungen, mit denen ihr aber euer Passspiel, Dribbling oder Freistöße verbessern könnt. Jede Kategorie ist dabei noch einmal in Bronze, Silber und Goldlevel unterteilt. Logischerweise wird der nächste Level um einiges schwerer als der Vorhergehende. Insgesamt eine echte Herausforderung, selbst für Fifa Pros und ihr merkt auch, dass sich euer Spiel Stück für Stück verbessert. Ob es dabei die größere Kunst ist bei den Minispielen in eine Tonne zu treffen, oder den 5cm breiten Spalt zwischen zwei Tonnen, sei mal dahingestellt. In diesen Minispielen kann man sich auch schon mal verlieren und nach dem zehnten Versuch vergessen das man eigentlich ein richtiges Spiel spielen wollte.

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Sind die Besoffen?

Beim Gameplay sieht und merkt man da schon mehr Veränderungen. So machen die Spieler mehr Fehler und hier und da verspringt auch schon mal ein Ball. Einfach den Ball vorhauen und davon ausgehen, der Mitspieler nimmt den Ball schon irgendwie an ist somit nicht mehr, ihr müsst Pässe und Flanken präziser und überlegter treten, damit eure Mitspieler auch eine echte Chance haben diese anzunehmen. Dabei werdet ihr aber auch noch ausgerechnet von den gegnerischen Spielern gestört, die schon vor der Ball Annahme versuchen, diese nicht möglich zu machen. Wie geschickt sich die Spieler dabei anstellen, hängt halt von ihrem Level hab, ein Iniesta oder Ribery kann den Ball halt auch mal annehmen, auch wenn noch zwei Gegner dabei stehen. Was auch nett ist, sind die Veränderungen bei den Freistößen, so könnt ihr als Schütze auf Finten und andere Tricks zurückgreifen. Als Verteidiger schleicht ihr euch da zum Beispiel mit der Wand noch etwas weiter nach vorne. Während man hier die Veränderungen merkt und auch von Verbesserungen sprechen kann, sieht das mit den ach so intelligenten Attacken etwas anders aus. Zwar laufen eure Mitspieler nicht mehr so oft ins Abseits, aber einige Lücken werden weiterhin nicht genutzt. Auch sonst ist bei KI kein gewaltiger Fortschritt zu erkennen und so stehen die eigenen Mitspieler teils immer noch sehr dümmlich in der Gegend rum. Aber nicht nur bei Spieler-KI hat sich wenig getan,auch die Unparteiischen pfeifen teilweise genauso fragwürdig und absurd wie in den Vorgänger, sodass man manchmal schon unterstellen möchte,das Spiel pfeift für sich selbst. Auch nicht wirklich verbessert hat sich die Player-Impact-Engine, zwar verkeilen sich die Spieler nicht mehr so, wie noch in den Vorgängern, dafür stolpern sie nun wo es nur geht und auch mal über die eigenen Füße, was im Ernstfall auch mal zu einer brenzligen Situation führt. Alles beim Gameplay also doch noch sehr vertraut, hier darf keiner große Sprünge erwarten.

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Technisch nicht alles rund

Über die Technik brauch man doch eigentlich nicht reden, große Sprünge darf man nicht erwarten und was soll schon schief gehen, fragt ihr euch? Leider muss man aber gerade bei Fifa 13 über die Technik reden, denn hier offenbaren sich einige Schwäche. Angefangen bei der ungenauen und trägen Menüsteuerung, die wohl dieses Jahr für die Sportspiele von EA steht, bis hin zu einem der penetrantesten Auto-Saves die man je gesehen hat. Gerade das automatische Speichern verflucht man recht schnell, den Fifa 13 speichert einfach überall und andauernd und dann geht das Ganze auch nicht sehr flink und ans weiternavigieren während dem Speichern dürft ihr erst gar nicht denken. Sehr nervend vor allem, wenn man einfach nur was nachsehen will oder sich nur verklickt hat, sucht man dann, in dem doch nicht ganz einfach aufgebauten Menü irgendwas, kann das Dank des dauernden Speicherns zur Geduldprobe werden. Doch über das alles könnte man ja durchaus hinwegsehen, was aber dann wirklich extrem stört, sind die immer wieder auftretenden Ruckler während einer Partie. Diese treten gerade am Anfang einer Halbzeit, bei Spielerwechseln oder auch mal bei Regen auf. Glücklicherweise dauern diese Ruckler nicht all zulange und treten nur hin und wieder nach Spielunterbrechungen auf, wodurch sie nur selten zu gefährlichen Szenen für euch führen. Dennoch irgendwo inakzeptabel, da Fifa 13 nun auch nicht das Grafikbrett ist. Klar sehen die Spieler wieder gut aus, auch wenn auch erneut nur die Topklubs mit Originalgesichtern punkten können, bei vielen erkennt man halt immer noch die Standardgesichter. Am hässlichsten sind natürlich wieder die Pixelhaufen von Zuschauern, welche aber kaum gezeigt werden.
Aber auch Soundmäßig zeigt sich Fifa 13 nicht immer von der Besten Seite, die deutschen Kommentatoren sind erneut nur durschnitt, im Höchstfall, da machen es die englischen Pendants deutlich besser, sind aber auch nicht ganz Fehlerfrei. Bei dem restlichen Sound gäbe es an sich nichts zu beanstanden, die Stadionatmosphäre ist grandios und unterscheidet sich auch von Stadion zu Stadion etwas, aber leider gibt es hin und wieder ein paar Tonaussetzer, die aber nur selten auftreten.

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Fazit

Fifa 13 macht da weiter wo der 12er aufgehört hat und bringt die Serie mit seinen Neuerungen immer weiter voran. Doch könnte der Schritt dieser Jahr größer sein, wenn sich nicht einige Fehler ins Spiel eingeschlichen hätte, gerade die teilweise auftretenden Ruckler und das oftmals merkwürdige Kollisonsverhalten der Spieler stören den Gesamteindruck von Fifa 13. Fußballfans werden darüber wohl aber hinwegsehen können und sich wie jedes Jahr den neusten Fifa Ableger holen. Wer jedoch nur sporadisch zu seinem Fifa greift, ist vielleicht besser beraten auf Updates oder das nächste Fifa zu warten, in der Hoffnung das die angesprochenen Probleme dann von EA ausgebügelt worden. Wer nicht warten will, begeht aber keinen Fehlkauf mit Fifa 13.

Gutes

+ große Lizenpalette
+ viele Spielmodi
+ gute Onlineperfomance
+ realistischeres Spielerverhalten

Schlechtes

- hin und wieder auftretende Ruckler
- Dauerstolperei
- Insgesamt doch nur wenige Erneuerungen

8.5 Sehr gut

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