Far Cry 4 im Test – Tourismus und Terrorismus am Himalaya

Getestet von | 02.12.2014 um 18:56 Uhr

Mit Far Cry 3 konnte Ubisoft vor knapp zwei Jahren einen riesigen Erfolg erzielen, so kam das Abenteuer um Jason Brody und seinem Widersacher, Vaas Montenegro, bei den Spielern sehr gut an und logischerweise wurde kurze Zeit darauf ein Nachfolger angekündet. Diesmal verschlägt es den Spieler aber nicht wieder auf eine tropische Insel, welche mit Sonne, Strand und Ferienlaune daherkommt, sondern nach Kyrat, einem Ort direkt beim Himalaya-Gebirge. Dort herrscht ein verrückter Mann namens Pagan Min, über diesen Ort, welcher von seiner Tradition geprägt ist. Aus den vielen Videos die Ubisoft vor dem Release bereits veröffentlichte ist klar zu erkennen, man scheint eine Formel für die Ausrichtung der Far Cry-Serie gefunden zu haben: Ein exotischer Ort in dem sich das Spiel abspielt, ein durchgeknallter Antagonist und spezielle Nebencharaktere, gemischt mit einer großen und offenen Spielwelt, welche nur dazu einlädt um entdeckt zu werden. Ob man mit dem vierten Teil der Serie an den starken dritten Teil anknüpfen kann, könnt ihr in unserem Test lesen.

FarCry-4-Teaser-Bild

Willkommen in Kyrat

Allen Vorwarnungen zu trotz, reist der Protagonist Ajay Ghale nach Kyrat, um die Asche seiner Mutter dort zu verstreuen, so wie es ihr letzter Wunsch war. Wir sitzen in einem Bus, schauen uns die Landschaft an und amüsieren uns mit einem Affen, welcher uns auf dieser Fahrt begleitet. Natürlich gelangen wir auf unserer Reise nicht gerade weit, bis wir von einigen Soldaten angehalten und dazu aufgefordert werden, unsere Pässe zu zeigen. Die Situation eskaliert und unser Busfahrer wird erschossen, daraufhin beginnen die Truppen auf unseren Bus zu schießen und wir flüchten durch die Hintertür aus dem Bus hinaus in die Freiheit. Dort werden wir Zeuge, wie ein Hubschrauber landet und ziemlich fetzige Rock&Roll Klänge dazu abspielt, im Style von Robert Downey Jr. in „Iron Man“. Dann treffen wir ihn ein erstes mal, den sogenannten König von Kyrat namens Pagan Min, welcher sich mit einer Modernen Frisur und einem pinken Anzug präsentiert. Nachdem er uns erklärt woher er uns kennt und wieso er uns unbedingt persönlich in Kyrat willkommen heißen will, steigen wir in seinen Hubschrauber und begeben uns in eine Festung, wo wir zu viert an einem Tisch sitzen und wunderbares Essen vor uns wiederfinden. Dann entschuldigt Pagan Min sich und bittet uns doch am Tisch auf ihn zu warten, während er und einer seiner Leute, unseren Freund aus dem Bus mitnehmen um ihn zu verhören. Und bereits hier haben die Entwickler von Ubisoft sich etwas einfallen lassen, was schlichtweg genial ist. Bleibt man nämlich für geschätzte 40 Sekunden am Tisch und wartet auf den König von Kyrat, so erlebt man bereits nach 15 Minuten des Spiels ein alternatives Ende, ohne auch nur eine Kugel zu verschwenden. Wer sich aber trotzdem vom Tisch weg bewegen und die Spielwelt erkunden möchte, soll dies nur tun, denn kurze Zeit darauf wird man vom sogenannten „Goldenen Pfad“ befreit und somit beginnt ein Abenteuer, welches den Spieler an verschiedenste Orte führen wird. Zudem gibt es in Kyrat so vieles zu entdecken, womit man sich sehr schnell auch mal von der Story abwenden kann und einer der vielen Nebenmissionen oder Nebenaktivitäten nachgeht. So gibt es auch im vierten Teil wieder einige verrückte Charaktere, wie etwa zwei Freunde, welche gerne Drogen konsumieren und ihre neusten Kreationen an Ajay Ghale ausprobieren, welcher dann immer auf einem witzigen Drogentrip durch Kyrat fährt, schwimmt oder auch mal fliegt. Trotzdem bleibt die Story trotz ihres trashigen Charmes eher flach, die Charaktere blühen auch nicht gerade auf und unser Charakter ist von Beginn an auf dem Level von Rambo und zerlegt Gegner ganz einfach im Alleingang. Nach der genialen Story des Vorgängers mit dem durchgeknallten Vaas als Gegenüber, erwarteten viele, dass Pagan Min im vierten Teil mithalten können wird, doch auch er bleibt über das ganze Spiel gesehen eher blass und hat nur ganz wenige Auftritte.

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Kyrat und seine lebendige Umwelt

Was Ubisoft in Far Cry 3 mit der Spielwelt erreicht hat, war große Klasse, in Hinsicht auf die Tierwelt und die Möglichkeiten welche der Spieler dadurch hatte. Auch im vierten Teil gibt es wieder eine riesige Anzahl an Tieren, welche man jagen und häuten kann doch Vorischt! Vor gewissen Tieren sollte man sich eher hüten, als diese einfach zu jagen. Denn während unserem Test kam es nicht selten vor, dass wir beispielsweise, während einer Autofahrt von einem Nashorn attackiert wurden oder beim Versuch einen Außenposten zu erobern von einem Tiger, Bären, Leoparden oder einem anderen gefährlichen Tier zerfleischt wurden. Doch natürlich gibt es nicht nur negative Effekte einer so großen Tierwelt in einem Spiel, so muss man auch Tiere jagen und häuten um sich neue Gegenstände, wie etwa eine größere Munitionstasche, herstellen zu können, was sich dann im Gefecht wiederum positiv wiederspiegelt. Oder man reitet einfach auf dem Rücken eines Elefanten umher und dieser hilft einem, seine Gegner zu besiegen. Wie im Vorgänger gibt es auch im neusten Teil wieder einige Radiotürme, welche man befreien muss, um den Einfluss von Mins Radiosender ein Ende zu setzen und denn Underground-Radiosender „Freies Kyrat“, für die Einwohner zugänglich zu machen. Natürlich gibt es auch wieder diverse Außenposten, die nur darauf warten von euch erobert zu werden. Alles in allem gibt es viel zu tun in der Spielwelt von Far Cry 4 und dazu ist es natürlich auch wichtig, dass die Steuerung reibungslos spielbar ist. So dürften Spieler, welche den dritten Teil gespielt haben, keinerlei Probleme mit der Steuerung haben, hat sich doch nicht wirklich viel verändert. Das einzige was anspruchsvoller geworden ist, ist das Steuern von Fahrzeugen, egal ob zu Lande, Wasser oder in der Luft. Aber nach einigen Spielstunden beherrscht man auch dieses Kapitel des Spiels und kann dann ungestört umher reisen. Was allerdings dabei negativ aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass wenn man beispielsweise mit einem Gleitschirm umher fliegt und sich dann mit Hilfe des Fallschirms nach unten begeben will, der Gleitschirm ganz schön oft auf den Spieler hinunter fällt und man dadurch stirbt. Auch das herstellen von Spritzen und das dazugehörige sammeln von Kräutern ist keine Neuerung, kann jedoch auch einiges an Zeit in Anspruch nehmen, vor allem wenn man die seltenen Kräuter sucht. Das Gameplay geht wirklich gut von der Hand, sodass man sich schnell zurecht findet und auch danach keine Probleme mit der Steuerung des Spiels haben sollte. Was jedoch nerven kann, sind gelegentliche Bugs, wie etwa das plötzliche festhängen im Boden oder eine Art „Starre“, wobei man sich nicht mehr bewegen kann. Auch Fehler wie beispielsweise das plötzliche verschwinden von Plätzen für Waffen im Menü, können den Spielspaß einschränken. Die Spielwelt an sich aber bietet mit ihrer Größe wie schon im Vorgänger einiges an Abwechslung und kann in diesem Bereich mit dem Vorgänger mithalten.

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Gutes

- Schöne, offene Spielwelt
- Trashige Story...
- Schräge Charaktere
- Nebenmissionen und Nebenaktivitäten
- Grafik + Musikalische Untermalung

Schlechtes

- ... welche nie richtig Schwung aufnimmt
- Zu wenig Veränderungen gegenüber dem Vorgänger
- Musikauswahl sehr gering
- Mehrspieler-Modus mit zu wenig Abwechslung

8.5 Sehr gut

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