EyePet – Review

Getestet von | 27.10.2009 um 00:00 Uhr

Lust auf ein stubenreines Haustier, das garantiert keine Haare auf der Couch hinterlässt? Es soll dir eben solche auch nicht vom Kopf fressen und selbst bei Regen muss man mit ihm nicht vor die Tür? Dann hat Sony vielleicht genau die richtige Rasse für dich erschaffen. Mit Eyepet erhält ein flauschiges Pelztier Einzug in die virtuelle Welt der Playstation 3. Und dieses hat einem Tamagotchi so einiges voraus.

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Wofür ist das Paddel?

Das Prinzip von EyePet ist folgendes. Mittels der Playstation Eye-Kamera werden Interaktionen des Spielers im virtuellen Wohnzimmer auf dem Fernseher umgesetzt. Dazu setzt sich der Tierhalter am besten auf den Fußboden. Vorher muss das Playstation Eye auf genau diesen ausgerichtet werden. Auf dem Bildschirm erscheint dann das Wohnzimmer und später auch das EyePet inklusive sämtlichem Zubehör. Und hier liegt auch schon der größte Makel am Spiel. Es ist relativ aufwendig, sich für eine Spielrunde mit Eyepet einzurichten. Es wird Platz vor dem Fernseher benötigt, eine relativ hohe Umgebungsbeleuchtung und eine genaue Ausrichtung des Eye auf die Spielwiese muss ebenfalls vorgenommen werden. Im schlimmsten Fall bedeutet dies: Möbelrücken, Licht aufdrehen, Kamera anbauen! Die Bewegungen des Spielers werden vom Eye erfasst und auf dem Bildschirm umgesetzt. So kann das Haustierchen gestreichelt, gefüttert und gewaschen werden. Spielchen gehören natürlich auch bei einem zufriedenen EyePet zum Tagesablauf. Zur Hilfe liegt dem Spiel auch noch die Zauberkarte bei. Sie dient zur besseren Erfassung vor der Kamera und projeziert Fläschchen, Spielzeug und Dusche in die Hand des Hausherren. Wer noch nicht im Besitz der Eye-Kamera ist, kann das Spiel optional auch damit erwerben.

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Ei Ei Ei

Sind die Vorarbeiten erledigt, kann es losgehen. Das Tutorial wird liebevoll von „dem Professor“ in der EyePet-Zentrale absolviert. Die grundlegende Steuerung wird gut erklärt und ist schnell begriffen. Da Kinder auch zu der vermeindlichen Zielgruppe für EyePet gehören, hat Sony wert auf eine intuitive Steuerung gelegt. Das Diplom in der Hand, sind nun täglich verschiedenste Aufgaben zu erfüllen, um Trophäen und Belohnungen zu erhalten. Natürlich kann zusätzlich auch noch ganz nach Belieben mit dem neuen Mitbewohner gespielt werden. Das Ende des Tutorials wird mit der Geburt des EyePet gekrönt. Das kleine, haarige Tierchen schlüpft aus einem Ei. Zu erwähnen wäre noch, dass Sony ein Fabelwesen als Spielpartner erwählt hat und nicht etwa einen Hund oder eine Katze. Hat der neue Spielpartner dann einen Namen bekommen ist es unsere Aufgabe, das EyePet fortan zu versorgen. Zur Schonung kindlichen Gemütes ist das EyePet unsterblich. Es verändert auch seinen Körperumfang nicht, egal wieviel Kekse man in das Fellknäuel hinein stopft. Das ist schade, ein wenig individueller wären die Tierchen bestimmt, wenn sie sich in Körpermaß und Umfang unterscheiden würden. Dennoch gibt es genug Möglichkeiten, sein EyePet individuell zu gestalten. Farbe, Felllänge und Muster können ebenso wie die unterschiedlichen Outfits jederzeit verändert werden.

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Was will es denn jetzt schon wieder?

Die Aufgaben sind vielzählig und wer jemals die Sims oder Nintendogs gespielt hat, fühlt sich sofort heimisch. Füttern, Putzen, Spielen, Umziehen. Die Zauberkarte hilft bei den Aufgaben. So verwandelt sie sich beim Füttern beispielsweise in ein Fläschchen, das dem Pelztier die Milch einflößen soll. Für den kleinen Snack zwischendurch nimmt man einfach die Keksdose in die Hand und nach einem anstrengenden Tag tut eine kleine Dusche dem EyePet richtig gut. EyePet abspritzen, mit Shampoo besprühen, einseifen und abspülen. Schon glänzt das Fell in neuer Pracht. Dann noch schnell ein neues Outfit angelegt und schon kanns weiter gehen. Die Aufgaben wiederholen sich. Allerdings gibt es immer neue Spielzeuge und Möglichkeiten, sein EyePet zu verwöhnen. Die Steuerung funktioniert nach einer kleinen Eingewöhnungsphase erstaunlich gut. Vorausgesetzt, die Umgebungsbedingungen wie Licht und Freiraum sind optimal.

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Das wars schon?

Wer jetzt allerdings denkt, dass er mit ein wenig Nahrungszufuhr, Fellpflege und Streicheleinheiten ein Rasse-Pet kreiert, der irrt sich. So funktioniert Evolution nunmal nicht. Das EyePet wächst mit seinen Aufgaben. Im Laufe des Spiels werden immer neue Herausforderungen frei geschaltet. So kann das Tierchen joggen gehen oder sich auf einem Trampolin verausgaben. Heimisches Bowlingvergnügen ist auch im Paket enthalten und wer denkt, dass Pelztiere keine Flugzeuge fliegen können, wird sich hier eines Besseren belehren lassen. Zusätzlich kann sich der Tierhalter im kreativen Bereich verwirklichen. Selbst angefertigte Zeichnungen, die vor das Eye gehalten werden, werden vom System umgerechnet und ins Spiel integriert. Das funktioniert ziemlich gut solange die Zeichnungen nicht zu ausgefallen sind. Schließlich geht es hier um Tierpflege und nicht um den Leistungskurs Kunst! Dem Spieler bietet sich also eine Fülle an Herausforderungen, die zumeist richtig Spaß machen. Die Kombination der Kamera und Zauberkarte ist von Sony gut umgesetzt worden und sorgt für größtenteils einwandfreies Spielvergnügen. Kleinere Aussetzer kommen schonmal vor. Das liegt allerdings eher an der Hardware. Das kleine Eye hat logischerweise schon bauartbedingt nicht das gleiche Auflösungsvermögen wie das Hubble-Teleskop.

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Kalter Kaffee oder neue Heruasforderung?

EyePet ist nicht der erste Versuch, das Playstation Eye sinnvoll in ein Spiel zu integrieren. Dieses mal hat Sony das Eye aber ins Zentrum des Interesse gerückt. Das Spielprinzip dürfte vor allen Familien mit kleinen Kindern ansprechen. Wir schämen uns aber nicht zuzugeben, dass das putzige Tierchen auch uns lustige Stunden vor der Konsole verschafft hat. Die ältere Generation dürfte wohl nur kurzweilig Spaß daran empfinden, das kleine Fellknäuel über den Bildschirm flitzen zu lassen. EyePet ist nicht perfekt aber ein schöner Schritt in die richtige Richtung. Hoffentlich bringt Sony einen Nachfolger.

Gutes

Gelungenes Spielprinzip
Technisch gut umgesetzt
Pädagogisch wertvoll
Witzige Minispiele
Besonders für Kinder geeignet

Schlechtes

Für Erwachsene eher weniger
Fehlende Langzeitmotivation
Aufwendiger Spielaufbau

7.5 Gut

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