Das Ende ist nah – Lightning Returns: Final Fantasy XIII im Test

Getestet von | 18.02.2014 um 22:37 Uhr

Mit Final Fantasy XIII legte man im Jahr 2010 den Grundstein für eine Trilogie, von der sich Fans nicht hätten träumen lassen. War es doch für einen Final Fantasy Titel untypisch einen zweiten Teil zu erhalten, von einem dritten ganz zu schweigen. Aber schon damals sprach man davon, dass man so viel Stoff erfunden hätte, um ganze Spiele damit füllen zu können. Und genau aus diesem Grund halten wir dieses Jahr Lightning Returns: Final Fantasy XIII in unseren Händen, das den Abschluss rund um die Figuren und die Geschichte bildet, die einst 2010 ihren Anfang nahm. Nun steht die Welt kurz vor ihrem Untergang und nur Lightning kann diesen aufhalten. Ob die Untergangsstimmung zum Titel passt oder wir einen würdigen Abschluss erhalten, verraten wir euch in unserem Test.

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Ich muss nur mal kurz die Welt retten

Lightning Returns: Final Fantasy XIII knüpft an das Ende von Final Fantasy XIII-2 an, aber nicht direkt, denn wir befinden uns 500 Jahre in der Zukunft. Durch das Ende vom Vorgänger drang das Chaos in die Welt ein und vergiftete die Herzen der Menschheit, nun steht die Welt kurz vor ihrem Ende. Der mächtige Gott Bhunivelze möchte jedoch eine neue Welt schaffen und möglichst viele Seelen „retten“ und genau hier tritt Lightning auf die Bühne, denn ihre Aufgabe als Retterin ist es, so viele Seelen wie möglich zu sammeln und ihnen somit einen Platz in der neuen Welt zu sichern. Versprochen hat ihr der Gott im Gegenzug dazu die Rückkehr von Lightnings Schwester Serah. Klingt alles viel zu seicht? Ist es auf den ersten Blick auch, allerdings wäre es auch kein Final Fantasy, wenn es bei dieser simplen Geschichte bleiben würden, denn nicht immer ist alles so wie es zunächst scheint.
Die Geschichte an sich ist gut erzählt, allerdings steht sich die offene Welt mit ihren vielen verschiedenen hole-bring-finde-Nebenquests fast schon selbst im Weg, sodass man häufig denkt „Mach ich eben fix doch noch die Quest zu Ende“, bevor man sich der eigentlichen Hauptstory widmet. Dabei wäre es so wichtig, sein Hauptaugenmerk zunächst auf die Geschichte zu lenken, denn Bhunivelze hat sich was wahnsinnig Witziges überlegt: Lightning hat nämlich zunächst nur 5 Tage zur Verfügung. Mit jeder abgeschlossenen Hauptquest kommen allerdings noch einige Tage hinzu, sodass man letzten Endes 13 Tage hat, um die Welt zu retten. Rumtrödeln mit Nebenquests kann man sich da schon fast nicht mehr erlauben. Was wirklich schade ist, denn die Welt bietet jede Menge Spielraum.
Es macht wirklich Spaß, den einzelnen Quests zu folgen und den unterschiedlichen Geschichten zu lauschen, wäre da nur nicht der Zeitdruck, der sich zwangsläufig aufbaut. Am klügsten wäre es, beim ersten Durchlauf des Spiels den Fokus auf die Geschichte zu legen und sich im zweiten Durchlauf auch mit auf die Nebenquests zu konzentrieren, wenn man bereits ein Gefühl für das Spiel erhalten hat.
Allerdings kann man eines sagen: Die Geschichte um Lightning und ihre Kumpanen ist abgeschlossen, definitiv und unausweichlich. Ob einem das Ende gefällt, muss jeder letztendlich selbst entscheiden, wir fanden es gut gewählt, denn es erzählt im Endeffekt die Geschichte unserer Welt. Mehr verraten wir euch jedoch nicht.

Eisnymphe_LRFFXIII

Lightning’s Next Topmodel

Kostüme sind in den Reihenablegern von Final Fantasy nichts Neues, gab es bereits Kostümpaletten in Final Fantasy X-2. Auch Lightning Returns: Final Fantasy XIII bietet euch die Möglichkeit, dass ihr verschiedene Kostüme tragen könnt. So seltsam wie das klingt, sorgt das für jede Menge Abwechslung. Die Kostüme könnt ihr beispielsweise durch Quests oder bei Händlern erstehen, wobei jedes Kostüm über andere Werte verfügt. So gibt es zum Beispiel Kostüme, die sich auf bestimmte Elemente berufen wie die Eisnymphe oder Electronica, die dann zum Beispiel Blitz Stufe 2 oder Eis Stufe 2 als unaustauschbare Fähigkeiten besitzen. Diese gelockte Fähigkeit befindet sich bereits auf einer der Tasten wie Kreis oder Kreuz. Das bedeutet, ihr habt noch drei Tasten zur Verfügung, die ihr mit weiteren Fähigkeiten aufstocken könnt, sofern ihr das wollt.
Und dabei habt ihr auch noch eine riesige Auswahl, denn ihr habt Kostüme, die von vornherein besser für Magie sind, andere wiederum können besser draufhauen, was auch nicht verkehrt ist. Zusätzlich zu den Kostümen müsst ihr dann aber noch je ein Schwert und einen Schild wählen, wodurch eure Attribute nochmals geändert werden und ihr euch einen mächtigen Magier, einen harten Draufschläger oder aber einen festen Verteidiger schaffen könnt. Einziges Problem an der Sache: Ihr könnt immer nur drei Electronica_LRFFXIIIKostümsets gleichzeitig mitnehmen. Ihr solltet also gut überlegen, welche Fähigkeiten ihr braucht und wie ihr das Ganze gestalten wollt. Und die Auswahl ist nicht immer leicht zu treffen, immerhin stehen euch mehr als 90 verschiedene Kostüme (inklusive Vorbestellerboni und DLCs) zur Verfügung. Da solltet ihr vor allem im Vorfeld eines Kampfes wissen, welche Kostüme ihr benötigen könntet und was von Nutzen ist. Wir empfehlen in der Regel eine Kombination aus Zauberangriffen, Schlägen und Blocken, auch wenn Debuffs ebenfalls sinnvoll sind.
Und wenn wir bereits einmal bei der Vielfalt sind: Im Vorfeld zu Lightning Returns: Final Fantasy XIII wurde bekannt, dass man die Kostüme farblich anpassen kann. Dies kann man zwar in der Tat, allerdings nur bestimmte Teile der Kleidung. Das komplette Einfärben des Kostüms ist fast nicht möglich. So bleiben beispielsweise bei dem Kostüm Ignition die Schuhe Grün-Rosa, während man das Oberteil in verschiedene Farben hüllen kann. Aber gut, das ist lediglich ein Detail, über das man auch hinwegsehen kann.
Dafür sorgt das Kampfsystem für die fehlende Dynamik. Zwar ist man oft nur alleine in der Gruppe, hat jedoch durch die drei verfügbaren Kostüme immer genügend Spielraum. Hierbei greift man auf das bereits eingeführte System der ATB-Balken zurück, das es auch in den beiden Vorgängern gab. Ist die eine ATB-Leiste leer, kann man per L1 oder R1 auf die anderen beiden Sets zugreifen, die dann binnen eines Augenaufschlags gewechselt werden. Ein lästiges Warten wie beim Paradigmaswitch in Final Fantasy XIII entfällt also komplett. Und wir müssen sagen: Das Kampfsystem macht echt Spaß! Auch wenn das Spiel hin und wieder Gegner mitten ins Spiel bringt, die man nicht beim ersten Versuch packt, aber durch die Vielfalt, die einem die verschiedenen Kostüme bieten, kann man sich jeder Zeit ausprobieren und neu erfinden.

Lightning-Returns-Final-Fantasy-13 (1)

Gutes

+ Kostümvielfalt
+ Dynamisches Kampfsystem
+ Offene, lebendige Spielwelt inkl. Quests

Schlechtes

- Zeitdruck
- Hope!
- Grafik nicht zeitgemäß
- Seltsame NPCs
- Gesprochenes beißt sich mit Geschriebenem

7.9 Gut

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