Eat Lead: The Return Of Matt Hazard-Review

Getestet von | 30.07.2009 um 00:00 Uhr

Matt Hazard, der größte Videospielheld der Geschichte kehrt mit seinem neuen Videospiel „ The Return of Matt Hazard“ zurück auf die Bildschirme der Welt. Nach glorreichen Spielen wie „Matt Hazard 3D“ und „Für eine Hand voll Hazard“ ist er endlich wieder zurück. Euch sagt der Name: „Matt Hazard“ nichts? Kein Problem denn:

It’s Hazard Time
Matt Hazard ist nämlich nur erfunden. Sein erstes Abenteuer erlebte er in einem Sidescroll-Shooter der 80er-Jahre. In den Neunzigern bei der fiktiven Firma „Marathon Software“ unter Vertrag genommen, landete er sofort einen riesen Hit. Diesem folgte eine lange Reihe weiterer Erfolge, unter anderem in den Genres der Fantasy-Adventures und des Horror-Survivals. Als unserem fiktivem Superhelden der Erfolg zu Kopf steigt, bittet er den Firmenboss sein eigenes Spiel zu entwickeln. Als dieses jedoch floppt und die ganze Firma in den Ruin treibt, wird es still um Matt. Doch es geschieht ein Wunder. Jemand kauft Marathon Software und benennt es in Marathon Megasoft um. Aber es kommt noch besser. Mr. Hazard soll der Held im 1. Spiel der neuen Entwicklerfirma werden.
Eben dieses Abenteuer ist die Story von „Eat Lead“. Matt Hazard ist als „Detektiv, der nach eigenen Regeln spielt“ unterwegs um den bösen Buben das Handwerk zu legen. Aber bereits im 1. Level wird das Spiel von einem unbekannten gehackt. Kurz darauf wird Matt von einer Frauenstimme kontaktiert, die ihm sagt, dass er beim nächsten Treffer sterben wird, da alle seine Speicherdaten gelöscht wurden. Dann folgt eine Sequenz in der die unbekannte Stimme sich als Q.A. vorstellt. Sie erzählt unserem Protagonisten, dass eigentlich gar nicht er, sondern ein Mann namens Sting Sniperscope der glorreiche Held des Spiels ist. Die Aufgabe besteht nun darin herauszufinden wer das Spiel gehackt hat und wieso Matt nicht der Hauptakteur ist, obwohl es in seinem Vertrag steht.

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Q.A. wird unseren Helden von nun an tatkräftig unterstützen und ihm zum Beispiel nützliche Power-Ups ins Spiel zu programmieren. Diese machen Matt entweder für kurze Zeit Unverwundbar oder erhöht die Stärke seiner Schusswaffen und Schläge.

Was für ein Klischee
Damit es der gute Mr. Hazard aber nicht zu leicht hat, bekommt er es mit einer Menge klischeebehafteter Gegner zu tun. Die meisten davon wurden einfach aus älteren Spielen des Hazards einprogrammiert. So muss sich Matt nun gegen Allerwelts-Gegner wie Zombies, Cowboys, Russische Soldaten oder Mitglieder der japanischen Yakuza. Zudem muss man sich mancher Gegner auf einer bestimmten Weise entledigen. So sterben die Untoten nur durch eine Kugel zwischen die Augen und 2D-Gegner können natürlich nur getroffen werde wenn sie richtig stehen. Die ganzen Gegner laufen Matt in 8 verschiedenen Levels über den Weg. Schauplätze sind unter anderem ein Steakhaus, eine Lagerhalle oder ein Bürogebäude. Diese Orte sind zwar nicht gerade schön, zu gute halten kann man aber, dass der unbekannte Hacker mitten im Spiel die Umgebung verändern kann. So verwandelt sich ein Wild-West-Szenario urplötzlich in eine futuristische Disco. So wird Matt immer wieder mit einem neuen Schauplatz überrascht.

Auch allerhand merkwürdiger Gestalten laufen unserem virtuellen Freund über den Weg. So trifft er auf einen Klempner in Latzhose, der durch ein grünes Rohr im Boden verschwindet. Auch ein alter, quirliger Zauberer kreuzt den Weg unseres Helden. Diesen gilt es zu beschützen da er seine Kräfte in seiner Welt gelassen hat. Das spielerische Highlight solcher Begegnungen ist zweifellos ein Bosskampf gegen einen waschechten RPG-Riesen. Dieser hört auf den Namen Alto Stratos und redet standesgemäß in Textboxen. Zu seinen Attacken zählt unter anderem ein Meteorschauer. Außerdem hat er einen Heilzauber in petto, den er, wenn es für ihn brenzlig wird, jederzeit einsetzt. Jedoch stellt dieser nicht allzu viel Energie wieder her, sodass Alto nach kurzer Zeit dem Dauerfeuer einer AK-47 nicht mehr standhalten kann.

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Apropos AK, Matt stehen natürlich auch eine Reihe verschiedener Waffen zur Verfügung um die Gegnermassen zurecht zu stutzen. Das Angebot der Schusseisen beläuft sich von der Hazardpistole, über Wassergewehre, Schrotflinten bis hin zu einer Magnum. Jedoch, ein Kopfschuss ist bei den meisten Gegnern hilfreich, egal mit welcher Wumme.

Was braucht außerdem jeder richtige Agent? Genau, Superkräfte. Mit jedem besiegtem Gegner liest Matt dessen Quellcode automatisch ein, was seine Kraftanzeige steigen lässt. Ist diese voll, kann er, für bestimmte Zeit, seine Gegner mit einem Treffer anzünden oder zu Eis erstarren lassen. Vereiste Gegner lassen sich leicht mit einem weiteren Treffer ausschalten, während brennende Gegner konstanten Schaden zugefügt bekommen. Auch mit den Fäusten kann Hazard ordentlich austeilen. Mit einem Knopfdruck tritt, schlägt und verteilt Matt Kopfnüsse an seine zahlreichen Gegner. Jedoch ist nach 3 Angriffen schon Schluss mit der wilden Prügelei, egal auf welchem Schwierigkeitsgrad. Davon gibt es übrigens 3 Stück, wobei der letzte erst nach einem erfolgreichen Durchlauf freigeschaltet wird.

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Schieß auf alles, was sich bewegt
Nicht nur Pistolen und Fäuste kann unser Held zum Angriff benutzen, auch die Umgebung wird zu Waffe. Es gibt natürlich die explodierenden Fässer, die in keinem Shooter fehlen dürfen. Auch mit Feuerlöschern und Benzinkanistern macht Matt den Bösewichtern mächtig Feuer unterm Ar…, unterm Hintern. Damit er aber nicht einfach von seinen Opponenten aufs Korn genommen werden kann während er sie anvisiert, steht ihm so ziemlich jeder Gegenstand als Deckung zu Verfügung. So geht er hinter Tischen, Blumenkästen, Spielautomaten oder den allseits beliebten und total fehlplatzierten Kisten, die in jedem Level zu finden sind, in Deckung. Das geht ganz einfach per Knopfdruck. Aber egal um welche Deckung es sich handelt, jedes kleinere Objekt verschwindet in einer Art schwarzem Loch, wenn es zu viele Schüsse abgefangen hat. Mr. Hazard hat in seiner, über 20 Jahre andauernden Spielegeschichte, auch gelernt von Deckung zu Deckung zu hechten. Einfach von einem Objekt aus, das nächste anvisieren und Matt sprintet so schnell wie ein Panther hinter den nächsten schutzbietenden Gegenstand. Das funktioniert meistens richtig gut, aber manchmal bleibt unser Alter Ego an kleinen Objekten auf seinem Weg hängen, die auch mal den virtuellen Tod bedeuten können. Zum Glück passiert dies aber eher selten, sodass die zum Teil lachhaft riesigen Gegnermengen, die manchmal aus allen Richtungen auf Matt zustürmen, eher ein Problem für die Gesundheit darstellen. Die Schießereien enden meist in einem Massenbegräbnis, bei dem auch Matt öfter den Löffel abgeben muss, als ihm lieb ist. Glück für ihn, das die Rücksetzpunkte meist fair verteilt sind.

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Leider ist bis auf den super Humor, die tollen Gags und die bewussten Anspielungen alles Gebotene nur Standard-Kost. Ob das nun von den Entwicklern beabsichtigt ist oder nicht sei mal dahingestellt. Fakt ist das „Eat Lead: The Return Of Matt Hazard“ technisch nur Durchschnitt ist. Die Texturen sind schwammig und die Levels sind trist gestaltet. Da fragt sich der geneigte Spieler nach einer gewissen Zeit: „Was lädt das Spiel da die ganze Zeit?“ Zwar sind die Texte und Sprüche des Ladebildschirmes nützlich bis lustig, doch das tröstet nicht über die langen Ladezeiten hinweg. Für solche Ladezeiten müsste man technisch einfach mehr geboten bekommen. Der Sound hingegen weiß zu überzeugen. Zwar ist er nicht sehr gut, fällt aber in keinster Weise negativ auf. Der leisen Hintergrundmusik weicht bei herannahenden Gegnern einer aggressiveren Kampfmusik. Die Synchronsprecher passen gut zu den Charakteren und machen ihre Sache gut. Jedoch hapert es ganz mächtig an der Lippensynchronität. In den Cut-Scenes bewegen manche Personen ihre Lippen, noch bis zu 5 Sekunden, nachdem sie fertig gesprochen haben. Auch die Sprüche des Matt Hazard, welche zu Beginn noch lustig sind, nerven irgendwann nur noch, da sie sich immer wiederholen.

Verschenktes Potenzial
Zwar hört man diese Floskel in Bezug auf Spiele recht häufig, jedoch trifft sie in diesem Fall 100%ig zu. Gute Story-Ideen wurden nur zum Teil ausgenutzt. Das Gameplay besteht nur aus in-Deckung-gehen und Schießen. Die vielen Gegner täuschen dann nur Abwechslung vor. Zudem ist das virtuelle Abenteuer nach ca. 8-10 Stunden schon vorbei. Da man aber Humor und Parodie in Videospielen so gut wie nicht mehr findet und es viele Anspielungen auf ältere Spiele gibt, sollten alle Games-Nostalgiker definitiv einen Blick riskieren.

Fazit: Es ist Gameplaytechnisch nur Standardkost, jedoch ist diese Art von Humor in Videospielen heute nur noch sehr selten zu finden.

Gutes

+ witzige Anspielungen und Parodien
+ Deckungssystem geht leicht von der Hand
+ viele verschiedene Gegner-Typen
+ gute Storyansätze...

Schlechtes

- ... die nicht gut genug genutzt werden
- stupide Massenschießereien langweilen schnell
- einige Frustpassagen zerren an den Nerven
- lange Ladezeiten

7.0 Gut

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