Dying Light im Test: Rennen, Springen und Klettern in der Zombieapokalypse

Getestet von | 06.02.2015 um 16:10 Uhr

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Mit Dying Light gibt es wieder ein Zombie-Survival-Spiel aus dem Hause Techland. Bekannt wurde das Studio unter anderem mit der verkauften Marke Dead Island, welches aktuell von einem anderen Studio entwickelt wird. Wir haben uns Dying Light einmal genauer angesehen und verraten euch, ob die Welt eine weitere virtuelle Zombieepedemie braucht, oder eben nicht.

Gekommen um die Welt zu retten

Unser Protagonist hört auf den Namen Kyle Crane und ist Undercover-Agent. Unser Arbeitgeber der GRE. Wir finden uns zu Beginn in einem Flugzeug wieder und erhalten unsere letzten Instruktionen. Unsere Aufgabe besteht darin, auf der Insel Harran, auf welcher ein unbekanntes Virus ausgebrochen ist, eine Datei, ein Dokument ausfindig zu machen und zurück zu bringen. Viel mehr erfahren wir nicht. Es ist sehr früher Morgen. Eine Lautsprecheransage hallt durch den hohlen Flugzeugraum – wir sollen uns für den Absprung bereit machen. Die Luke öffnet sich. Wir nehmen Anlauf und springen ins Licht. Wir fallen durch die Wolkendecke, lassen sie hinter uns und es offenbart sich eine riesige Insellandschaft. Aber etwas wirkt anders: Es sind kaum klare Lichter zu erkennen, vielmehr sind es kleine Feuer die überall brennen. Es ist das erste mal, dass wir uns fragen, auf was wir uns da eingelassen haben. Wir fallen weiter, doch die Landung geht gehörig schief: wir bleiben knapp über dem Boden mit unserem Fallschirm hängen. Gerade als wir uns aus der misslichen Lage befreit haben, entdecken uns Gangster, welche nicht´s besseres im Sinn haben, als uns die Beine zu brechen und uns auszurauben. Doch wir wehren uns: mit einer Pistole. Einen der Verbrecher treffen wir tödlich, damit schlagen wir die anderen Beiden in die Flucht.

Gerade als wir uns mit dem Gedanken anfreunden, erst einmal in Sicherheit zu sein, ertönt ein schreckliches Schreien aus der Ferne. Was ist das? Es hört sich nicht an wie ein Tier, auch nicht wie ein Mensch. Hat dieser eine befreiende Schuss das ausgelöst? Die Schreie werden lauter, zahlreicher – kommen immer näher. Noch bevor wir wirklich realisiert haben, was da eigentlich gerade passiert werden wir von einem heranstürmenden etwas angefallen und gebissen. Wir schaffen es dennoch ihn zurück zu schlagen und gleich darauf eilen Retter herbei und bringen uns in ein Gebäude in Sicherheit – zumindest für einen kurzen Moment. Denn der gute Mann welcher uns gerade noch das Leben gerettet hat wird nun bei lebendigem Leib vor unseren Augen aufgefressen. Jade, eine Überlebende des Ausbruchs, packt uns und schleift uns weiter. Hinter uns das Graulen und Schreien derer, die einmal Menschen gewesen sind. Wir sind kurz davor unser Bewusstsein zu verlieren. Eine Folge des Bisses? Jade ist ebenfalls erschöpft, wir bleiben liegen. Sie kontaktiert den „Turm“, das Hauptquartier der Überlebenden. Per Funk gibt sie das eben Geschehene durch: Tamir ist tot, der Überlebende, also wir, wurden gebissen – wir sind erschöpft, können nicht weiter. Die Stimme am anderen Ende des Funkgeräts fragt, wer wir sind: „Ist es einer von uns?“ Jade antwortet: „Wir werden sehen.“ Wir verlieren vollkommen unser Bewusstsein und es wird dunkel.

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Wir sind mitten in einem Albtraum gelandet: Eine Insel, voll von Infizierten die über Menschen herfallen und sie auffressen. Wir wurden gebissen und sind letzten Endes von Leuten gerettet worden, die wir nicht kennen. Wir mussten mit ansehen, wie einer der Helfer bei lebendigem Leibe aufgefressen wurde. Willkommen auf Harran – und unserem Test zu Dying Light.

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Es vergehen ein paar Tage, bis wie wieder zu uns kommen. Wir werden wach, sehen noch alles verschwommen, und hören ein paar Kinderstimmen, die sich anscheinend einen Spaß aus unserem Leid machen. Als wir aufstehen, rennen sie davon – wir wären ein Zombie. In dieser Welt ist das ganze nicht nur ein Spiel, sondern traurige Realität. Zwar sind wir kein Zombie, aber wir wurden gebissen: also sind wir infiziert.

Wir sehen uns zunächst in unserem Zimmer um. Mit gehörigen Kopfschmerzen schauen wir aus dem Fenster des Hauptquartiers und überblicken die Slums, das Armenviertel der Stadt Harran. Nachdem wir uns zur Genüge im Zimmer umgesehen haben, betreten wir den Flur. Und da sind sie wieder: die kleinen Kinder, welche uns für einen Zombie halten. Schreiend rennen sie vor uns weg. Gleichzeitig werden wir von einem Wachmann angesprochen, welcher uns erzählt, dass wir ganze 3 Tage am Stück wie ein Toter geschlafen haben. Der Kollege spricht uns mit „31“ an. Wir sind also nur eine Zahl von vielen. Er begründet dies damit, dass es so viele Infizierte gibt, welche sich noch nicht verwandelt haben, dass man sich die Namen jedes Einzelnen einfach nicht merken könnte. Auf die Frage, wo wir hier sind antwortet der Wachmann: „Wir sind hier im Paradies. Kannst du das nicht sehen?“ Ein kleiner Scherz, der uns nicht wirklich schmunzeln lässt.

Wir sollen zum Boss gehen, er wolle mit uns sprechen – also machen wir uns auf dem Weg dort hin. Auf einem Balkon mit Ausblick über die Stadt treffen wir auf Rahim. Ein ziemlich junger Bursche von dem wir nicht wirklich glauben können, dass er der Boss sein soll. Er erzählt uns von dem Turm, in welchem wir uns gerade befinden. Hier haben sich Überlebende versammelt, alle sitzen hier aber gleichzeitig auch fest. Sie erbeuten von Flugzeugen abgeworfene Hilfspakete mit Munitions-, Nahrungs- und Medizinvorräten. Zudem retten sie Überlebende wie uns vor dem was da draußen lauert: Zombies. Ein bisschen trotzig sagt man uns dann aber auch, dass wir nicht denken sollen gerettet zu werden, ernährt und versorgt, ohne etwas dafür tun zu müssen. Rahim erzählt uns von einem Mitstreiter, welcher im 13. Stock des Gebäudes sein soll. Der Funkkontakt ist abgebrochen und niemand weiß was mit ihm geschehen ist. Wir machen uns also auf den Weg dort hin um der Sache auf den Grund zu gehen.

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Wir steigen in einen Fahrstuhl und fahren hinunter in den 13. Stock. Als sich die Türen öffnen, offenbart sich uns ein Bild des Grauens. Überall ist Blut: auf dem Boden, an den Wänden oder auch an den Glasscheiben, welche so große Löcher aufweisen, dass man davon ausgehen kann, dass Menschen in ihrer Verzweiflung einfach gesprungen sind. Wir blicken auf einen Kinderwaagen. Sehen nach, ob hier noch jemand ist. Aber mehr als vertrocknetes Blut finden wir zum Glück nicht.

In dem Moment meldet sich der GRE mittels unseres Funkgeräts bei uns und fragt, warum wir seit 70 Stunden nichts mehr von der Mission berichtet haben. Wir klären die nette Dame schnell über die Ereignisse auf und tüfteln mit ihr einen Plan, um die Mission doch noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Gerade als wir unser Gespräch beenden, hallt ein Hilferuf durch die Flure des 13. Stockwerks. Wir schnappen uns ein verrostetes Wasserrohr und gehen dem Ursprung nach. Wir bewegen uns durch einen stockfinsteren Gang zu einer Tür, aus dem wir ein Klopfen und Pochen vernehmen. Wir öffnen die Tür und vor uns steht ein Infizierter der im Begriff ist, sich in den Raum zu kämpfen, in welchem der in Not geratene Kollege sitzt. Mit einem gezielten Schlag auf dem Kopf geben wir dem Infizierten die wohlverdiente Ruhe und dann haben wir den Überlebenden gerettet. Zumindest dachten wir das: Der arme Mann liegt schwer verletzt im Bad und bittet uns, ihm einen Verband und Alkohol zu bringen. Da wir den Kollegen nicht einfach zurück lassen können, machen wir uns sogleich auf die Suche nach den Gegenständen. Wir finden sie und versorgen den Verwundeten, als uns eine Frau findet und ebenfalls ihre Hilfe anbietet. Wir haben dem Mann also geholfen und können nun hoffen, dass man uns jetzt nicht mehr gänzlich als Schnurrer betrachtet.

Viel mehr möchten wir auf den weiteren Story-Verlauf nicht eingehen. Es wäre einfach nicht möglich, ohne Spoiler hier weiter erzählen zu können.

Gutes

-Grosse offene Welt
-Individuelle Charakter
-Viel zu Sammeln und Herzustellen
-Toller Koop Modus
-Cooler Soundtrack

Schlechtes

-Viele kleine Fehler und Macken
-Schlechte deutsche Synchro
-Flache Story
-Steuerung manchmal ungenau

7.7 Gut

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